GuK Theorie vs. Praxis

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Flashmob

Hey!
Wir hatten heute Mundpflege als praktische Übung, und uns gegenseitig die Zähne geputzt.
Unsere Dozentin hat uns erst machen lassen und anschließend demonstriert, wie das - ihrer Meinung nach - richtig geht.
Nun ja, zuerst hat sie natürlich Hände desinfiziert und den Pat., der schon ganz weit oben im Bett lag, noch einen Zentimeter nach oben gezogen.
Und dann ging es los...aber nicht mit Zähne putzen...nein..Kopfteil wurde hochgestellt (verständlich)...dann wurde das Kopfkissen auf den Schoss des Pat gelegt (als Stütze)....anschließend wurde die Bettdecke kunstvoll gerollt und gefaltet und so hinter Rücken und Gesäß des Pat gelegt, dass dieser von hinten und seitlich gestützt wurde....dann stellt sie sich seitlich hinter den Pat (schauen also beide in dieselbe Richtung) - umschlingt mit der linken Hand den Kopf und fasst ans Kinn, während sie mit rechts die Zähne putzt.....Demo hin oder her....aber wer bitte macht das so im Stationsalltag...und noch schlimmer : erwartet sie das allen Ernstes von uns in der Prüfung!?
 
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chrodechilde

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Wenn ich das höre denke ich, ob es nicht sinnvoll wäre, dass Krankenpflege Lehrer in regelmässigen Abständen mal wieder auf richtig arbeitsintensiven Stationen eingesetzt werden und zwar nicht nur mal für ein paar Tage.

Wie soll man sonst den Bezug zur Realität bewahren?

Aber wahrscheinlich wären sie dort eher ein Klotz am Bein als eine Hilfe.

Schade eigentlich.
 
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Krankenpfleger
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Neurochirurgische Wachstation
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Manu5959

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Hallo Parasympathisch:eek:riginal: ,
Wir hatten heute Mundpflege als praktische Übung, und uns gegenseitig die Zähne geputzt.
:thumbsup2: finde ich prima das ihr gegenseitig geübt habt, gerade der Mund ist höchst intim.

...anschließend wurde die Bettdecke kunstvoll gerollt und gefaltet und so hinter Rücken und Gesäß des Pat gelegt, dass dieser von hinten und seitlich gestützt wurde
.
deine vorherigen Beschreibungen kenne ich auch, aber das man die Decke noch als Stütze nimmt, nicht.

...dann stellt sie sich seitlich hinter den Pat (schauen also beide in dieselbe Richtung) - umschlingt mit der linken Hand den Kopf und fasst ans Kinn, während sie mit rechts die Zähne putzt.....
gut, diese Technik ist zur Wahrung der Intimsphäre gedacht, d.H. man schaut nicht genau in den Mund des Pat.!
Allerdings ist diese Methode/ Technik sehr übungsbedürftig, ich persönlich würde dabei überhaupt nicht zurecht kommen, probiert habe ich es aber schon:blushing: .
Dabei hat man auch wenig Möglichkeit, den Mundraum zu inspizieren.


Demo hin oder her....aber wer bitte macht das so im Stationsalltag...und noch schlimmer : erwartet sie das allen Ernstes von uns in der Prüfung ?
In meiner Praxis hab ich das außer meiner eigenen Übung noch nie gesehen.
Wir richten uns nach den Gewohnheiten des Bewohners, und versuchen, seine vorhandenen Ressourcen zu unterstützen.
Sollte ein Bewohner die Mundpflege nicht mehr selbst durchführen können, wird diese Tätigkeit von vorn:wink: übernommen.

Grüßle Manu
 
Qualifikation
KS,PA,WBL,stellv. PDL, Pain Nurse, Pain Nurse, Pall. care
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Leitung des Arbeitskreises zur Implementierung von Palliative care und des Hospizgedankens
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romana

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Ostrach
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Also ich finde es nicht sehr sinnvoll festzulegen, in welcher Haltung die Mundpflege gemacht wird. Wichtig ist doch Oberkörper hoch, die von Dir beschriebene Stütze ist in den wenigsten Fällen nötig. Wichtig ist die korrekte Zahnreinigung und evtl. Mundspülung mit geeigneten Mitteln. Bei uns gibt es Bew. ,dessen Kopf an der Stirn aufrecht gehalten werden muss, manche machen selbst die Zahnpflege, brauchen Hilfe beim Mund Ausspülen, bei manchen muss ich einfach noch fertig putzen, wenn's nicht mehr geht..........Auch das Inspizieren des Mundraums ist wichtig.
Ist eben schwierig, eine Methode , die sicher durchdacht ist als den Standard zu erheben, wenn er nicht praxistauglich ist. Fandet Ihr das nicht unangenehm, dass Euch jemand am Kinn/Unterkiefer festgehalten hat ?

LG
Romana
 
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Bin Praxisanleiterin und MAV
Weiterbildung Stationsleitung mit Zusatzqualif. QMB
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dieKathi

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....anschließend wurde die Bettdecke kunstvoll gerollt und gefaltet und so hinter Rücken und Gesäß des Pat gelegt, dass dieser von hinten und seitlich gestützt wurde....
Hallo,
ich bin auch ein wenig verwundert über diesen Ablauf und kenne ihn so nicht.

So eine Stütze mag ja schön und gut sein, kenne das von den Stillkissen, die sind schon angenehm.
Was mich hier aber besonders stört ist, dass der Pat./Bew. offenbar während der Zeit des Zähneputzens untenrum nicht zugedeckt ist. Gut, über dem Schoß (Intimbereich) liegt das Kissen - aber man kann ja nicht davon ausgehen, dass jede/r Pat.in eine Schlafanzugshose anhat. Also sind mutmaßlich bei etlichen Beine und Füße währenddessen nackt.
Oder hat die Dozentin dazu etwas erwähnt? Wie löst sie dieses Problem? Wird dann bei Frauen, die vielleicht ein Nachthemd gewöhnt sind, vor dem Zähneputzen noch eine Hose angezogen? :rolleyes:

Also, ich persönlich bin eine Frostbeule und friere besonders schnell an den Beinen und Füßen. Ich würde mich dagegen verwahren (so ich könnte in dem Moment), dass ich fürs Zähneputzen aus meiner warmen Bettdecke raus soll. :nono: Nicht umsonst deckt man ja den Pat. auch zur Ganzkörperwaschung nicht vollständig auf. Und das hat meiner Meinung nach nicht nur was mit Schutz der Privatsphäre zu tun.

Das mal ganz unabhängig von der Umständlichkeit und des Aufwands dieser Methode ergänzend gesagt.


Ansonsten bin ich auch der Meinung, dass man zu allererst die Bedürfnisse, Ressourcen und Gewohnheiten des Pat./ Bew. berücksichtigen sollte und den Aspekt der Inspektion der Mundhöhle nicht vergessen darf.

Bin mal gespannt, welche Meinungen hier noch kommen. Ist ein interessantes Thema.

Viele Grüße,
dieKathi
 
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Wohnheimbetreuerin / Krankenschwester
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Behindertenwohnheim
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Nephron

Also mal was grundsätzliches: ich finde es anmaßend und völlig irrsinnig, wenn Lehrer praktische Übungen machen. Die sind doch meistens seit 10-20 Jahren aus dem Beruf (okay, ich seit drei Jahren)! Praktische Anleitung gehört in die Praxis, und nicht in die Schule. Aus diesem Grund haben wir auch keinen Demoraum mehr, sondern freigestellte Praxisanleiter, die strukturiert anleiten!

Zum Ablauf der Mundpflege: Natürlich gibt es Regeln, nach denen die Mundpflege durchführt wird. Ob da ein Kissen auf dem Schoß liegen muss, ist doch völlig irrelevant. Darüber zu diskutieren-pure Zeitverschwendung!
 
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Manu5959

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:laughing: Wow Nephron, na das ist mal nen Wort:laughing: :thumbsup2: :applaus:

Grüßle Manu
 
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Flashmob

Bin ganz verdattert über die vielen Antworten - aber ist ja schön :eek:riginal:

Eine Decke hatte unser Pat. tatsächlich nicht über den Beinen - war ja voll bekleidet (Pat. = Mitschüler...ist ja eigentlich klar :wink:)
Ich habe mich heute mit dem Mitschüler unterhalten, und der war ganz begeistert von dieser Lagerung. Muß wohl sehr bequem und unterstützend gewesen sein. Wäre also eine Möglichkeit, wenn er für längere Zeit (zB fürs Frühstück) in dieser Position sitzen könnte...aber nur für die Zahnpflege so ein Aufwand mit dem üblichen Personalschlüssel!?
Ich würde ja gerne so pflegen - aber entweder bleiben andere Patienten dann auf der Strecke oder die Mitarbeiter müßten das auffangen...beides blöd.

@ Nephron :
einen Pflegepädagogen mit Realitätsbezug zu finden, ist schon selten...bitte bewahre Dir das :thumbsup2:

Ich finde dieses ganze Handling hat auch zu sehr vom eigentlichen Thema - also der Zahnpflege abgelenkt...wäre vielleicht was gewesen für "Lagerungstechniken".

Tja, und dieses "Anfassen" während des Zähne- Putzens würde ich als Patient auch als unangenehm empfinden. Ich käme mir vor wie beim Zahnarzt und die Distanz ist mir persönlich auch zu nah - obwohl es schon etwas "Partnerschaftliches" im Sinne von Unterstützung und Teamwork hat.
Pflegerisch ist es mir auch zu umständlich. Bislang habe ich eher seitlich vom Pat gestanden und die Mundhöhle habe ich im Vorfeld direkt inspiziert - also Pat vorher informiert warum & wieso, und dann war das nie ein Drama.
 
Meatball

Meatball

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Hallo Parasympathisch,

hier mal ein kleiner Bericht "aus der Praxis" und vor allem aus der Sicht eines Betroffenen...

Ich bin von einem sehr hohen Querschnitt betroffen u. kann meinen Kopf ebenfalls nicht selbst halten. Wenn irgend möglich lehne ich Zahnpflege im Bett trotzdem ab, da ich zusätzlich ein Problem mit dem Schlucken habe und leicht Panik bekomme, wenn ich Flüssigkeit/Nahrung im liegenden/halbliegenden Zustand verabreicht bekomme.

Es hat sich als bewährt herausgestellt, wenn die PK mich zunächst nach der Grundpflege in den Rollstuhl setzt, dort den Kopf fixiert und dann (von vorne) die Zahnpflege macht.

Das von Dir beschriebene Procedere würde auch bei mir Distanzgrenzen verletzen, aufgrund meiner Paralyse empfinde ich es z.B. auch als sehr unangenehm, wenn jemand sich längere Zeit hinter mir befindet oder ich mit dem Gesicht zur Wand gedreht werde. - Das hat jetzt nicht mit Kontrollzwang oder so zu tun, es ist mir aus unerfindlichen Gründen einfach nur unangenehm, hat evtl. was mit der aus der Situation erwachsenen Hilflosigkeit zu tun.

Grüße

Hannes
 
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Hallo Meatball!

Finde es toll, dass Du schreibst!
Ich bin noch ganz am Anfang der Ausbildung - und so lag der Schwerpunkt "eigentlich" nur bei der richtigen Technik des Zähneputzens bei einer anderen Person. Das Problem "Schluckstörungen" kommt erst später.
Aber so wie Du das beschreibst, finde ich Deine Reaktion absolut verständlich.
Dieses ganze "Drumherum" fand ich einfach nur furchtbar - im Endeffekt muß man sich eh den Gewohnheiten des Patienten anpassen (sofern sie hygienisch, menschlich usw. vertretbar sind), und das kann man eben nicht pauschal verallgemeinern wie es "richtig" ist.
 
Vaiolenz

Vaiolenz

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Hallo, Parasymphatisch!
Das klingt so im entferntesten nach F.O.T.T. (faciooraler Trackttherapie), etwas ähnliches hatte ich gerade vor ein paar Tagen am Start. Da fehlt nur sehr viel, vom Ablauf her. Ansonsten kann ich mir auch da keinen Reim zu machen.
Liebe Grüße,
Jens.
 
Qualifikation
Altenpfleger, Pflegeexperte Wachkoma, PA, Hygiene
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Ich würde mich auf eine Fachweiterbildung in Palliative Care freuen. Und das schon seit nunmehr sechs Jahren. Ich pack das..........!
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Hallo Jens!

Danke für Deinen Beitrag. Was ist denn FOTT? ...also welche Zielsetzung hat es, bei wem kann man es anwenden usw?
 
Vaiolenz

Vaiolenz

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Hi, Parasymphatisch!
Ich meine, das es im entferntesten nach facio- oraler Trakttherapie klingen könnte, bin mir aber nicht hundertprozentig sicher. Im Rahmen zur Fachweiterbildung Pflegeexperte Wachkoma hatten wir das Thema über zwei Tage lang angeschnitten. Die Ziele sind mannigfaltig, vor allem wird es eben sehr oft in diesem Bereich angewendet und bei neurologisch bedingten Störungen des Gesichts-Mund-Bereichs/ des Schluck- und Sprechtraktes. Kay Coombes hat das mal auf den Grundlagen des Bobathkonzeptes entwickelt. Es ist sehr aufwendig und zeitintensiv, aber die Erfolge sind gut und meines Erachtens auch "sichtbar".
Ich hab ein Buch zum Thema vorliegen:
"Die Therapie des Facio-Oralen Trakts" von Nusser-Müller-Busch, Springerverlag Heidelberg, 2004/2007. Hier wird das Thema sehr komplex und anschaulich (mit vielen Bildern) dargestellt.
Liebe Grüße, eine ruhige und schöne Weihnachtszeit Dir, guten Rutsch ins neue Jahr,
Dein Jens.
 
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ciaobella

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Hey Parasympathisch,
ich frage mich, wie soll der Patient dabei mit dem Pfleger kommunizieren, wenn die Pflegekraft seitlich hinter ihm steht und er ne Zahnbürste zwischen den Zähnen hat... also über Blickkontakt oder Mimik kann er zB. nicht äußern, wann es mit dem Zähneputzen reicht... ? Also ich persönlich würde eine andere Methode mit diesem Argument begründen.

Ich denke, dass diese Methode nur in bestimmten, speziellen Fällen angewandt wird. Was Jens erwähnt hat, ist naheliegend. Frag doch mal deine Lehrerin, ob sie die FOTT kennt?

LG
ciaobella
 
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Engelsfeuerchen

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Hallo Parasympathisch,

Zitat einer unserer Pflegelehrer: "Letzte Woch habe ich ne Tolle Prüfung abgenommen, da ging es mal wieder richtig zur Sache - nicht so ein Quatsch wie: Jetzt machen sie das Mündchen ganz weit auf, dann bekommen wir auch die Zähnchen ganz hinten sauber.

Ich denke, es ist didaktisch nicht mal richtig die richtige Form der Zahnpflege zu unterrichten, denn das gibt es m.E. nicht, da jeder Patient und jede Situation anders ist. Wichtig sind aus meiner Sicht Prinzipien an die man sich halten sollte - z.B.
- Hygine beachten
- Patientengewohnheiten beachten
- Bequeme und sichere (Aspirationsgefahr) Position des Patienten.
- Zähne gründlich reinigen/Mundraum kontrollieren.

Wenn ich stur nach einem eintrainierten Schema verfahre wird das aus meiner Sicht schnell zur pflegerischen Folklore und man verliert in all seinen Standarts den Patienten aus dem Auge.
 
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Hallo! Vielen Dank für Eure vielen Antworten :eek:riginal:
Ich habe zur Zeit meinen Praxiseinsatz und habe dort viel mehr (sinnvolle) Techniken kennengelernt als in der Schule - v.a. Kinästhetik : zB wie setze ich sinnvolle Impulse und baue diese in alltägliche Pflegehandlungen ein.
Nahezu alle Pat., die Hilfe bei der Mundhygiene benötigten waren dazu nicht nur körperlich, sondern auch geistig nicht mehr in der Lage, diese Handlung umzusetzen - daher war es mir äußerst wichtig, die Zähne "von vorne" zu putzen (sofern noch welche vorhanden waren), um die Mundhöhle überhaupt einsehen zu können....und was ich da alles gesehen habe - da fällt mir nur ein : Nobody saw the trouble I´ve seen
Sicherlich kann diese Maßnahme (seitliches, hinter dem Pat stehen beim Zähneputzen) sinnvoll sein - aber leider nicht bei den Patienten, die ich in der letzten Zeit betreut habe - eher bei Menschen, die beide Arme in Gips haben :blushing::rolleyes:
Ich finde auch, dass man sich personenorientiert für eine Pflegehandlung entscheiden muß - 08/15-Standards machen leider sehr viele, die auch frisch examiniert sind. Hatte gestern ein sehr interessantes Gespräch mit einer jungen Schwester (22Jahre, seit 1,5 Jahren examiniert) - da wurde richtig deutlich wie sehr sie schon "funktioniert" und nicht gerade patientenorientiert arbeitete: in der Pflegedoku steht der Pat XY sei Pneumoniegefährdet und soll atemstimulierende Einreibungen erhalten - Pat verfügt zudem über sehr trockene schuppige Haut. Sie versorgt den Pat und klatscht ihm das Mittel X auf den Rücken, verreibt es 2-3 Sekunden und fertig ist die Prophylaxe, damit man sie diese abhaken kann.
Mittel X ist das Standard-08/15-Präparat im Haus - etwa ein Franzbranntwein in Gelform. Der Pat klingelt ca 15min nach jeder "Einreibung" und klagt regelmäßig über Juckreiz. Die Schwester ist genervt - sie hat ihn ja gerad erst versorgt - + empfindet ihn als Störenfried. Ich habe sie auf den Zusammenhang zw. Mittel X + Juckreiz aufmerksam gemacht, weil ich das schon bei mehreren Pat beoabchten konnte. Reaktion von ihr : "ja aber es steht so in der Doku in der Pflegeplanung, dass ich Mittel X nehmen soll."
- no comment -
 
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Manu5959

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Reaktion von ihr : "ja aber es steht so in der Doku in der Pflegeplanung, dass ich Mittel X nehmen soll."
- no comment -
oh man ist das traurig:cry: , und bestätigt mich dadurch noch mehr, so oft es geht das eigene Handeln zu reflektieren.

Grüßle MANU
 
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KS,PA,WBL,stellv. PDL, Pain Nurse, Pain Nurse, Pall. care
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Leitung des Arbeitskreises zur Implementierung von Palliative care und des Hospizgedankens
jackdanielsx84x

jackdanielsx84x

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Na, die Theorie entspricht doch der Praxis. :)

Ich weiß gar nicht wieso man das immer trennen will, ich beschreibe es eher so:
Die Theorie ist so, wie es sein sollte und die Praxis das komplette Gegenteil. :)

Gruß
Dennis
 
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GuK, Rettungssanitäter
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