the killernurse!

D

dr.poops

hallo, liebe kollegInnen! heute habe ich eine schöne geschichte für euch und ich nehme an, daß euch mindestens so der kragen platzen wird wie mir vor einigen tagen.
meine kollegin auf der intensivstation betreute morgens einen älteren herren, der jegliche pflege ablehnte und "einfach sterben" wollte. der chefarzt und einer der anästhesistischen oberärzte kamen hinein (als eine art "vorhut" zur üblichen visite, die bei uns auch "muppetshow" genannt wird...) und meine kollegin erzählte also den beiden, daß der patient alle pflegerischen handlungen ablehne und sterben wolle. der chefarzt tritt an das bett des patienten und sagt: "also, wir können ihnen ja nun nicht die todesspritze geben, auch wenn die schwestern das wollen, wir sind doch hier nicht im jahre 1945 und betreiben hier euthanasie!":mad_2::mad_2: meiner kollegin klappte erstmal die kinnlade hinunter. dann wandte sie sich an den oberarzt und sagte, "wie wäre es denn mal mit etwas rückendeckung - was geht denn hier ab?"

uns ist dann sukzessive ordentlich der draht aus dem hut gesprungen - dieser chef (der prototyp des arzt-roman-deckblattes: knackebraun, bügelfaltenhose - der übliche befrackte poser also) hat sich auf der privatstation den weiblichen kolleginnen aus der pflege diverse male sexistisch geäußerst, bis ihm endlich mal eine mit dem betriebsrat gedroht hat.
mir persönlich fällt einfach nur auf, daß ich keinen bock mehr habe auf diese aufgeblasenen arschgeigen aus der chefetage, die in krankenschwestern dumme bums-haserln sehen, die nix können außer leute abzumurksen:sick:!

die kollegin hat nächste woche ein gespräch mit der schichtleitung, kpl und diesem lackaffen - ich fände ja den betriebsrat noch gut. und dann wäre ich für´ne fette abmahnung:thumbsup2:.

soweit, so wut.
habt ihr sowas auch schon erlebt?
schönes wochenende euch allen. käthe poops
 
R

romana

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Ostrach
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Hallo !

Naja, Chirurgen sind wohl nicht die feinfühligsten Menschen!
In grauer Vorzeit während meiner Ausbildung wurde ich auf der chirurg. Station von dem Chefarzt gründlich abgekanzelt, nachdem ich einen abgelegten Verband in die Hand gedrückt bekam zum Wegschmeißen und keine Handschuhe anhatte. Als ich sagte, dass ich gleich die Hände desinfiziere, legte er richtig los und ließ sich über die unzureichenden Hygienemassnahmen aus.
Ein paar Wochen später war ich auf der Intensiv und besagter Chefarzt kam zur Visite an das Bett eines Pat. ,der an einem Platzbauch operiert wurde und dem es sehr schlecht ging. Er fing an mit : Und hier haben wir einen Todeskandidaten operiert !...Das fand ich schon krass, aber dann wurden die Verbände entfernt, er fuhr mit dem Wattestäbchen zuerst um den anus präter und dann über die OP-Narbe ! Die Schwester hat mich nur entgeistert angesehen und ich habe dann gesagt, dass ich mir vor einiger Zeit einen Vortrag über unzureichende Hygienemaßnahmen anhören musste und deshalb seine Vorgehensweise jetzt nicht verstehe. Er hat dann gemeint, dieser Pat. stirbt sowieso, da käme es auf eine kleine Entzündung auch nicht mehr an.

Das vergess ich echt nicht ! War schon recht zynisch !

LG
Romana
 
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Krankenschwester
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Bin Praxisanleiterin und MAV
Weiterbildung Stationsleitung mit Zusatzqualif. QMB
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traveler

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Hallo dr. poops,

der gegenseitige Respekt und die Achtung scheint auf beiden Seiten nicht allzu ausgeprägt zu sein.

Zum Thema: Der Chefarzt leistet sich solch eine Beleidigung und die Reaktion ist ein Gespräch mit Schichtleitung und ?? was ist kpl?

Wenn das alles ist auf so eine Beleidigung.
Na denn, regen wir uns ein bißchen auf und dann ist die Welt wieder in Ordnung.:ironie:

Ich meine die einzige Reaktion ist schriftliche Beschwerde an die PDL, mit Abdruck an die Geschäftsleitung/HL/Direktion, MAV und Patientenvertreter.

Eine weitere Eskalationsstufe ist erreichbar durch eine Anzeige. Bei einer solchen Bemerkung halte ich das im Bereich des möglichen und könnte geprüft werden.

Wenn unterm Strich dabei rauskommt - schön dass wir mal darüber geredet haben - dann verstehe ich deine Wut. Aber bedenke dazu gehören beide Seiten. Eine die es macht - eine die es mit sich machen lässt.

Bin gespannt wie es weitergeht.

Gruß renje
 
Qualifikation
GuK, Lehrer, Sozialbetriebswirt FH
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Sahawe

Sahawe

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Hallo Dr. poops,
"also, wir können ihnen ja nun nicht die todesspritze geben, auch wenn die schwestern das wollen, wir sind doch hier nicht im jahre 1945 und betreiben hier euthanasie!":mad_2::mad_2: meiner kollegin klappte erstmal die kinnlade hinunter.
dazu kann ich nur sagen: Dieser Arzt hat in Medizingeschichte vermutlich geschlafen.

Aber dennoch sollte man die Aussage nicht so stehen lassen. Viele haben Angst Opfer einer Gewalttat im Krankenhaus oder in einem Altenheim zu werden. Dass Krankenpflegekräfte Patienten totspritzen wollen sobald sie sich nicht mehr wehren können habe ich sogar schon auf Hochschulebene gehört.
Ich habe mich in einer Hausarbeit mit dem Thema auseinander gesetzt.
Auszug im Anhang (ich will sie nicht komplett hier reinstellen):

VG Sabine
 

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Qualifikation
Lehrerin für Deutsch und Pflege
Fachgebiet
Berufliche Schule
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Studium der Germanistik und Pflegewissenschaften mit dem Schwerpunkt Gerontologie
minchen

minchen

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Hallo Sahawe :eek:riginal: ,

obwohl diese Arbeit , mit diesem wirklich schwierigen Thema , echt top ist :thumbsup2: :thumbsup2: :thumbsup2: .

dr. poops ,

einfach unverschämt und dümmlich die Aussage des Chefarztes , ohne

Wissen und Niveau :mad_2:


Gruß , minchen :eek:riginal:
 
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Krankenschwester/ PA/WBL, Pain-Nurse , WB Palliative care
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Seniorenheim
Valentina

Valentina

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Ich meine die einzige Reaktion ist schriftliche Beschwerde an die PDL, mit Abdruck an die Geschäftsleitung/HL/Direktion, MAV und Patientenvertreter.
Sehe ich genauso - und bin ebenso wie ihr auf den weiteren Verlauf gespannt, vor allem, ob Sanktionen gegen diesen Chefarzt ergriffen werden...

Ich würde mal auf Krankenpflegeleiter/in tippen.

Valentina
 
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Krankenschwester/TQM-Auditorin
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Ambulanter Pflegedienst
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Evita

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Hallo,

habe eine ähnliche Situation vor einigen Wochen bei uns im KH erlebt. Ärztliche Willkür gegenüber dem PP.
Bei uns wurde schriftliche Beschwerde eingelegt, bei der Pflegedirektion und bei der Ethikkomission. Und, oh Wunder über Wunder: Es hat gefruchtet. Jedenfalls bis jetzt. Man kann sagen, dass sich der Umgangston jetzt auf einer respektvollen, kollegialen Ebene befindet.
Man darf sich nur nicht alles gefallen lassen. Auch uns gebührt Respekt.

Evita
 
Qualifikation
Krankenschwester/Mentor
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Kardiologie
M

matras

HAllo,

was dringend anzuraten wäre, ist dieses zu protokollieren und von den jeweiligen Zeugen unterschreiben zu lassen und diese Protokolle (in Kopie) an PDL und BR weiterzuleiten. Damit habt Ihr die Hierarchieebenen eingehalten und den notwendigen Druck erzeugt, damit gehandelt werden kann.

Gruß Matras
 
HBR69

HBR69

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Hi käthe...schön mal wieder von dir zu lesen,:thumbsup2:


ich kämpfe (anders kann ich es leider nicht mehr ausdrücken) nun ja seit einem halben Jahr auch auf Leitungsebene für einen gewissen Respekt gegenüber den Pflegekräften und könnte hier zig Beispiele nennen wo mir regelmäßig die Hutschnur nach oben geht. Das fängt schon mit Banalitäten wie der morgendlichen "Nicht-beachten-Taktik" an. Ich denke, ein guten Morgengruß sollte jeder wohl auch um 07.00 Uhr schaffen.....

Leider ist die Pflege aber auch an diesem Problem nicht ganz unschuldig. Wenn ich mir ansehe wie einige Pflegekräfte immer noch kuschen wenn einer der Chefs (bzw. teilweise schon bei den OA) ins Zimmer tritt....
Mehr Selbstvertrauen täte hier Wunder.
Wenn ich dann auch immer wieder erleben muß, wie manche Pflegekräfte den Ärzten regelrecht in den Ar..kriechen..tut mir leid, aber das geht garnicht. :mad_2: Natürlich kann jeder Arzt (ob Cheffe oder "Kleiner"), der es darauf anlegt Unfrieden zu stiften, problemlos ein Pflegeteam in zwei Seiten spalten.
"Die Sr. XY legt die Dialyse aber von alleine schon an und du nicht. Schlechte Sr..."

Ich kann dich und deine Wut durchaus verstehen und vollkommen nachvollziehen. Wir müssen versuchen als Pflegende über unser Fachwissen und auf breiter Front (mit Betriebsrat, Geschäftsleitung ect.) uns gegen diese Überheblichkeit bestimmter Ärzte (sind ja nicht alle so :wink: ) zur Wehr zu setzen.

Liebe Grüße
Heike
 
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Fachgebiet
Lungenfachklinik Intensivstation, Stationsleitung
Weiterbildungen
Mitgliedschaft bei der DGF
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Evita

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@ rettungsmaus

Ein wahres Wort gelassen (naja, fast gelassen) ausgesprochen!

Deine Aussagen unterschreibe ich!
 
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Krankenschwester/Mentor
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Kardiologie
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GPP

Hallo dr. poops, hallo @all

Den respektlosen Umgang mit der Kollegin kann man sich vielleicht noch aus dem allegemeinen Umgangston zwischen Arzt und Pflegekraft herleiten. Die sich aus den Aussagen ergebenden Konsequenzen nicht bedenkend macht sich der Halbgott auf um sich ein paar Ohrfeigen abzuholen... gut so, brav so, weiter so... geht wahrscheinlich in die Hose, aber wenn er das braucht, bitte sehr!

Was mich mehr stört und betroffen macht ist wie solche Angestellten mit dem Wunsch "sterben zu wollen" eines schwerkranken Menschen umgehen.
Einem leitend-professionellen Dienstleister der mit Ironie und dumpfem Sarkasmus auf die Bitte eines Sterbenden ihn in Ruhe zu lassen reagiert, muss dringend Einhalt geboten werden. Sowas sollte ohne Rücksicht auf Stand und Person sanktionen führen. Das kann mit Abmahnung und Entlassung losgehen...!

Gruß aus Nordbaden
Gerhard
 
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E-Lyte

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Es ist nicht nur bei den Ärzten so. Bestes Beispiel aus meiner Ausbildung. War letztes Jahr, da war ich noch im Mittelkurs:

Ich war für einer examinierten Kraft für einen älteren Herrn zuständig. Bei ihm ging's bergauf & bergab. Da ich mich am meisten um ihn gekümmert habe, hatte er Vertrauen zu mir gefasst und erzählte mir, dass er niemandem mehr hier vertraut weil alles schief geht. Ich habe ihm versucht Mut zu zusprechen und es wichtig ist zu sagen, was Sache ist. Und das die Ärzte für ihn tun, was sie können. Sonst würden sie ja nicht jeden Tag zur Visite kommen usw. usf.

Irgendwann sagte er mir: "Wissen Sie was, Schwester. Aber das dürfen sie niemandem sagen, versprechen sie mir das? Ich habe gerade mit meiner Schwester telefoniert. Sie ist auch Krankenschwester und ich habe ihr erzählt wie es abläuft. Und ich habe ihr erzählt das ich nicht mehr kann und dass ich heut Nacht aus dem Fenster springe werd."
Und er fing an zu weinen.
Ich habe mich noch eine Weile mit ihm unterhalten & versucht Mut zu zusprechen, konnte ihn aber nicht von seinem Wunsch abbringen.


Ich ging natürlich zu der zuständigen Schwester hin & teilte ihr das mit. Ihre Reaktion: "Wir sind im ersten Stock und er kann sich kaum bewegen. Ich kann ihn ja fragen, ob ich ihm helfen und ihn ans Dach im Rolli schieben soll. Dann hat er bessere Chancen." Und lachte.
Mich machte diese Antwort so perplex, das mir echt nicht einfiel, was ich sagen sollte. Und dann noch als Schülerin?
Ich habe mich in dem Moment so hilflos gefühlt.

Hinterher habe ich mich so geärgert, dass mir nichts eingefallen ist. Meinen Kopf hätte es womöglich nicht gekostet. So in der Art alá "Geht's eigtl. noch?"

Und was macht sie jetzt? Medizin studieren. Na dann Gute Nacht, Deutschland.


Bei ganzen vielen fehlt schlicht & einfach die Eigenreflexion!
Und natürlich der Mut der anderen, dies auch mitzuteilen.
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpflegerin
Fachgebiet
Intensiv
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