Arbeitsrecht Telefonnummer auf Arbeit?

Status
Für weitere Antworten geschlossen.
S

Suseline

Hallo!
Ich weiss, es ist immer mal wieder ein Thema und ich hoffe, ich nerve nicht.
Aber ich bin aus gegebenem Anlass entschlossen, meine Telefonnummer ändern zu lassen und diese NICHT meinem Arbeitgeber anzugeben.
Ganz kurz und knapp:
Darf ich das?

Gruss
R.
 
Christian Kröhl

Christian Kröhl

Administrator
Teammitglied
25.06.2000
Qualifikation
Fachkrankenpfleger für Anästhesie & Intensivpflege
Weiterbildungen
Fachkraft für Leitungsaufgaben in der Pflege
Studium
Gesundheits- und Sozialökonomie, Betriebswirtschaft (VWA)
W

wuschelkopp

Mitglied
Basis-Konto
20.01.2006
30655
Ooooooh, das ist aber mal eine günstige Auskunft für Telefonanruf geplagte Mitarbeiten!:)
Werde ich mir merken...

dankeschön!
 
Qualifikation
Pflegehelferin
Fachgebiet
Pflegeheim
T

Turgo

Themenstarter/in
Ergänzen müsste man hier aber noch die Tatsache, dass es immer ein Geben und Nehmen ist.

Ich kenne die Situation bei dir auf Station nicht und weiß nicht, wie oft du zuhause angerufen wurdest in letzter Zeit.

Als stellv. Leitung muss ich leider auch immer wieder auf Kollegen zurückgreifen, die sich im Frei befinden, weil manchmal der Dienstplan einfach keine Verschiebungen zulässt. Bisher fand ich auch immer jemanden, der das gemacht hat. Wenn jetzt ein Kollege auf sein Recht pocht, seine Nummer nicht auf Station lassen zu müssen und nie einspringen würde deswegen, würde ich mir halt überlegen, wie sehr ich auf dessen Dienstplanwünsche in Zukunft eingehe. Von mir als Leitung wird von allen Mitarbeitern Flexibilität in der DP-Gestaltung vorausgesetzt, dann geh ich auch selber von einer gewissen Flexibilität meiner Kollegen aus.
Also Geben und Nehmen....

Grüße
Stephan
 
Christian Kröhl

Christian Kröhl

Administrator
Teammitglied
25.06.2000
Wenn jetzt ein Kollege auf sein Recht pocht, seine Nummer nicht auf Station lassen zu müssen und nie einspringen würde deswegen, würde ich mir halt überlegen, wie sehr ich auf dessen Dienstplanwünsche in Zukunft eingehe. [...]
Also Geben und Nehmen....
Stephan,
Geben und Nehmen ?

Mir verschlägt es die Sprache wie offenherzig Du hier eine handfeste Erpressung formulierst, mit der Du (D)ein Organsationsverschulden auf die Mitarbeiter, deren Freizeit, damit zusammenhängend auch auf deren Partner, Kinder etc. abzuwälzen versuchst. Ich hoffe die MA Deiner Station lesen das hier mit und drucken sich die Seite schon mal prophylaktisch zum späteren Gebrauch aus.

Ob ein Personalausfall ohne eingerichtete notwendige Backup-Strukturen (seien das nun Personalleasing-Firmen oder ein hausinterner Mitarbeiter-Pool o.ä. ) ein Organisationsverschulden ist, darüber müssen wir nun schon seit Jahren nicht mehr diskutieren - das ist inzwischen bereits durch zig Arbeitsgerichtsurteile bestätigt worden und weder neu noch besonders originell.

Von Dir - als demjenigen der die dienstplanerische Hoheit hat - darf und muß man als MA erwarten können, daß ein genehmigter Dienstplan auch für den MA Planungssicherheit bedeutet und im Frei befindliche MA diese auch als Freizeit nutzen können. Und wenn Du den Mitarbeiter zu Hause anrufst und zur Dienstaufnahme bittest (?), ist das allein eine untersagte Nötigung, da der MA aus Angst vor negativen Auswirkungen auf sein weiteres Arbeitsverhältnis unter einen nicht zu vertretenden Druck gerät. Der AG hat per se genügend Mittel, einen Personalaufall zu kompensieren - sei es durch kurzfristige Dienstplanänderungen von Mitarbeitern, die sich aktuell im Dienst befinden, der hausinternen Verschiebung von Personal oder der Beschaffung von Zeitarbeitskräften - und wenn es gar nicht anders geht, eben dem vorübergehenden Schliessen von Betten. Und ich muß Dir das sicher nicht sagen - aber das ist Dein Job!

Das keiner dieser Punkte dem AG schmeckt, ist eine Sache. Aber mitnichten ist das ein Freibrief für den AG und seine Weisungsberechtigten eine Flexibillität von seinen MA einzufordern, die deutlich an Gutsherren-Art erinnern, bei der es mir zunehmend schwer fällt - ob der Unglaublichkeit - sachlich zu bleiben.

Christian Kröhl
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger für Anästhesie & Intensivpflege
Weiterbildungen
Fachkraft für Leitungsaufgaben in der Pflege
Studium
Gesundheits- und Sozialökonomie, Betriebswirtschaft (VWA)
J

JoAn 98

Mitglied
Basis-Konto
15.10.2007
Braunschweig
Hallöchen, wenn es man nur um Anrufe ginge! Bei uns ist diese Woche eine TZ- MAin angemacht worden, weil sie nicht länger als geplant (10.00h) bleiben konnte. Sie mußte doch tatsächlich sagen, was sie für einen wichtigen Termin hat! Vor 14 Tagen wurde Freitags 2 MA gesagt, der eine muß Samstag und der andere Sonntag zur Arbeit kommen! Da kommt echt Freude auf. Wie soll man als MA damit umgehen?
Gruß, JoAn
 
Qualifikation
ex. Altenpflegerin, WBL
Fachgebiet
Alten- u. Pflegeheim
T

Turgo

Themenstarter/in
Hallo Christian,

scheinbar scheine ich mich etwas ungeschickt ausgedrückt zu haben. Allerdings finde ich es schade, dass du den Punkt "geben" meinerseits komplett ignoriert hast. Gerade darauf möchte ich dann doch nochmal genauer eingehen:

Dir als rechtserfahrenen Pfleger muss ich ja nicht erklären wie es mit Dienstplangestaltung und den Rechten des AGs dabei aussieht. Andere Leitungen in meinem Haus halten sich daran auch strikt, lassen gerade mal 3 Wünsche im Monat zu, den Rest bestimmen sie. Dass deren Dienstplan etwas "ausgeglichener" ist, keine Frage.
Ich gehe jetzt soweit, dass ich eigentlich bisher jeden Wunsch des MA erfüllt habe, sei es einzelne Frei-Wünsche oder permanente Sachen (z.B. immer Montags Frühdienst, o.ä.). Das macht meine Planung wesentlich schwieriger und ich mache mich selber damit oft zum Lückenfüller. Und gerade wegen den MA-Wünschen gibts halt manchmal Tage, an denen es sehr eng ist. Wenn dann einer krankheitsbedingt ausfällt bleibt manchmal nur noch übrig, einen zuhause zu bitten zu kommen.
Da wir ein relativ neues Haus sind, werden erst jetzt Erfahrungen umgesetzt, und z.B. eine Rufbereitschaft eingeführt (die wiederum bei größeren Teilen der MA auf Widerstand stößt).
Zu dem Punkt "genehmigter Dienstplan": Natürlich hat ein MA das Recht, darauf zu pochen. Der AG allerdings genauso! Ergo würde ich diesem MA wohl eher nicht spontan Frei geben, Dienste tauschen lassen (bei denen ich dann Ersatz suchen soll) oder mal eben nen Urlaubstag nehmen lassen. Findest du das wirklich so verwunderlich? Geben und nehmen eben.... oder auch "Gentlemen agreement".
Bisher waren auch alle Mitarbeiter damit zufrieden, weil sie zwar mal einspringen spontan, aber dafür auch jederzeit und kurzfristig auch Wünsche bekommen.

Jetzt kannst du mich wieder zerreissen...

Stephan
 
Y

Yoogiebaer

Neues Mitglied
Basis-Konto
02.11.2007
41751
Ich weiß ehrlich nicht wo das Problem ist. Auch ich schreibe Dienstpläne, habe leider die leidliche Aufgabe, krankheitsbedingt telefonieren zu müssen. Aber ich sehe keine Nötigung, ich kann lediglich anrufen ob es möglich ist, einzuspringen, Anordnen ist nicht eben nicht möglich, wenn sich der MA im Frei befindet. Anders sieht es bei noch anwesenden MA aus, hier ist es im Bedarf möglich Dienste anzuordnen, um einen geregelten Ablauf in der Abteilung zu garantieren. Zerfallen alle Möglichkeiten wie Seifenblasen,informiere ich meine diensthabende PDL, die mir dann aus ihrem Pol Ersatz beschafft. Funktioniert auch dies nicht, wird auf die Zunge gebissen und ggf. eine Überlastungsanzeige ausgefüllt, zur rechtlichen Absicherung. Ist bei uns allerdings noch nie so weit gekommen.
Bisher war immer eine einvernehmliche Lösung möglich.
 
Qualifikation
exam. Krankenpfleger
Fachgebiet
chir. Notaufnahme
L

L. Li

Mitglied
Basis-Konto
28.02.2007
40227
bei der sache mit der telefonnummer bin ich jetzt doch erstmal zusammengezuckt, denn in unserem orga-buch befinden sich wie selbstvertändlich alle priv. tel.nr. und natürlich auch die handynummern der MA.

dennoch habe ich in nur kurzer zeit bemerkt, bei wem es gänzlich unmöglich ist außerhalb der dienstzeiten etwas zu organisieren oder rückzufragen - (mußte aber noch niemanden aus dem frei holen weil unser pool auch gut gefüllt ist und hintergrundbereitschaft tadellos klappt nachdem die MA dafür einen wagen mit nach hause nehmen dürfen :) aber eben mal wichtiges rückfragen.

seltsam doch, daß es mir gerade bei der MAin nicht gelang, die das wunschbuch monatlich so dermaßen anfüllt daß man der meinung ist sie wolle ihren dienstplan selbst schreiben. da ihr mann bei der feuerwehr ist habe ich von ihr für dezember sage und schreibe 20 wünsche drin stehen - bei 8 verschiedenen dienstzeiten und 43 MA eine wahre freunde so einen plan zu schreiben...

....um es zu konkretisieren: ich sprach ihr mehrmals auf den AB und erhielt danach eine sms mit den worten: "wie wichtig ist mein rückruf?".
gut, der rückruf und die beantwortung meiner frage wäre schneller erledigt gewesen als die sms....
beim zweiten mal ging sie ebenfalls nirgendwo dran wenn sie meinen anruf sah, ich versuchte es ca. 10x da die sache wirklich wichtig war und es um einen patienten ging.

wie sollte ich mich dabei gefühlt haben?
kann man eigentlich noch einen rückruf erwarten von einem zuverlässigen MA der pünklich seine wünsche erfüllt bekommt und bei dem eigentlich arbeitstechnisch nix im argen liegt oder sollte man da von vorn herein vergessen und so tun, als der der MA im frei.........ähm........verreist, schwer erkrankt, verstorben......?

auch ich kann es nicht verstehen, wenn es so krass wird daß eine geheimnummer genommen wird um nicht angerufen zu werden.
da ist einiges kaputt oder die einstellung zum beruf ist im argen, und ja, es ist auch super unkollegial den anderen MA gegenüber deren tel-nr. verfügbar sind.

L.Li
 
Qualifikation
Krankenschwester, PDL
Fachgebiet
ambulanter PD
P

primrose

Mitglied
Basis-Konto
05.10.2007
51065
Bei uns kam diese Frage auch mal auf den Tisch, weil man permanent aus dem Frei gerufen wurde oder nach dem 3. Dienstwochenende am freien WE Sonntags morgen um 6 Uhr angerufen wurde wegen einspringen. Da sagte die MAV, nach Auskunft der Gewerkschaft, dass man in der Pflege verpflichtet sei, eine Telefonnummer anzugeben, unter der man erreichbar ist. D.h. wenn man die Telefonnummer nicht hergeben will, muss das Handy aber immer an sein. Natürlich muss man nicht rangehen, wenn es klingelt, aber es darf halt nicht aus sein.
 
Qualifikation
Altenpflegehelferin
Fachgebiet
Altenheim
Christian Kröhl

Christian Kröhl

Administrator
Teammitglied
25.06.2000
Da sagte die MAV, nach Auskunft der Gewerkschaft, dass man in der Pflege verpflichtet sei, eine Telefonnummer anzugeben, unter der man erreichbar ist. D.h. wenn man die Telefonnummer nicht hergeben will, muss das Handy aber immer an sein. Natürlich muss man nicht rangehen, wenn es klingelt, aber es darf halt nicht aus sein.
Hallo pimrose,

sofern ihr nicht dezidiert in euren Arbeitsverträgen stehen habt, daß ihr eure Telefonnummern angeben müßt oder dort eine Rufbereitschaft mit eingearbeitet ist, ist die Aussage eurer MAV schlicht barer Unfug !

Zwei Aussagen der Gewerkschaft BIG dazu
[...]
die Verpflichtungen eines Vertragsverhältnisses sind durch den Vertrag selbst bestimmt. Lesen Sie bitte hierzu bitte:

Arbeitsvertrag - Wikipedia

Danach kann weder aus Ihren Haupt- oder Nebenpflichten, die verpflichtende Angabe Ihrer Telefonnummer abgeleitet werden.

Wie Ihr Arbeitgeber Sie in Not- und oder Katastrophenfällen erreicht, ist sein Problem.

Mich würde interessieren welche Rechtsgrundlage oder Gesetz Ihr Arbeitgeber hier benennt, aus der er diese Verpflichtung ableitet (-;

Mit freundlichen Grüssen

Kai-Uwe Kleefeld

[Quelle: BiG Forum - Einzelnen Beitrag anzeigen - Privatdaten
]
Sie haben mit Ihrem Arbeitgeber einen Vertrag abgeschlossen, der Sie zu einer bestimmten Arbeitsleistung verpflichtet. Innerhalb Ihrer Arbeitszeit sind Sie dem Direktionsrecht des Arbeitgebers unterworfen und müssen seinen Anweisungen Folge leisten. Sie sind jedoch nicht sein Leibeigener, so gerne das vielleicht mancher Arbeitgeber hätte. Ihre Freizeit gehört Ihnen und wird vom Arbeitsvertrag nicht erfasst. Dies bedeutet, daß Ihr Arbeitgeber Ihnen gegenüber in Ihrer Freizeit nicht weisungsbefugt ist. Nur in Notfällen kann er sie rufen, wobei an diesen Begriff strenge Kriterien anzulegen sind.
So versteht man unter Notfällen im Prinzip alle Formen von Katastrophen wie z.B. Großbrände, Massenunfälle, Epidemien etc.
Nicht zu den Notfällen gehört der Personalmangel durch Fehlplanungen des Arbeitgebers oder ein Personalausfall, wenn der Arbeitgeber keine Vorkehrungen getroffen hat, um diesen zu kompensieren. Gerade letzteres möchte ich an einem typischen Beispiel verdeutlichen.
Im Bereich der Nachtwachen passiert es immer wieder, daß eine Nachtwache krankheitsbedingt ausfällt und dies erst kurz vor Nachtwachenbeginn meldet. Dies ist auch dem Arbeitgeber bekannt. Er hätte die Möglichkeit, eine Rufbereitschaft einzurichten, bei der sich eine Kollegin für den Fall eines Nachtwachenausfalls bereit hält. Diese Rufbereitschaft kostet jedoch Geld, weshalb seitens der Arbeitgeber in der Regel darauf verzichtet wird. Wäre nun eine solche Rufbereitschaft eingerichtet und es fallen mehrere Nachtwachen gleichzeitig aus, so daß alle Kolleginnen, die in Rufbereitschaft sind, bereits gerufen wurden, kann der Arbeitgeber einen Notfall deklarieren und Sie aus der Freizeit holen. Hat er eine solche Rufbereitschaft, deren Anzahl sich nach dem erfahrungsgemäß durchschnittlichen Ausfall an Nachtwachen richten müßte, nicht eingerichtet, liegt ein Organisationsverschulden, aber kein Notfall vor.
Personalausfall am Tage ließe sich im übrigen auch durch interne Personalverschiebungen kompensieren und muß nicht zwangsläufig durch in Freizeit befindliches Personal aufgefangen werden.
Vergewissern Sie sich also, wenn Sie die Station verlassen und in Ihre wohlverdiente und geplante Freizeit gehen, daß es keine Dienstplanänderungen gegeben hat und geniessen Sie dann Ihr Frei ohne Angst vor dem Arbeitgeberanruf. Es ist Ihre freie Entscheidung, ob Sie bei einem Anruf zu- oder absagen. Zur Freizeit gehört neben dem im Dienstplan festgelegten Frei auch die Pause. Will Ihr Arbeitgeber Sie vorzeitig aus der Pause holen, müßte ebenfalls ein Notfall, in der Regel eine akute Patienten- bzw. Bewohnergefährdung, vorliegen.
DOCH ACHTUNG: Diese Aussagen gelten nicht für Zeiten, in denen Sie offiziell in Urlaub sind. Urlaub ist ein Sonderfall und kann bei entsprechenden betrieblichen Gründen jederzeit durch den Arbeitgeber abgebrochen werden. Allerdings ist der Arbeitgeber in diesem Fall verpflichtet, Ihnen nachweisbare finanzielle Schäden zu ersetzen.
[Quelle: Gewerkschaft für Beschäftigte im Gesundheitswesen ]
Gruß,
Christian.
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger für Anästhesie & Intensivpflege
Weiterbildungen
Fachkraft für Leitungsaufgaben in der Pflege
Studium
Gesundheits- und Sozialökonomie, Betriebswirtschaft (VWA)
Christian Kröhl

Christian Kröhl

Administrator
Teammitglied
25.06.2000
da ist einiges kaputt oder die einstellung zum beruf ist im argen, und ja, es ist auch super unkollegial den anderen MA gegenüber deren tel-nr. verfügbar sind.
L.Li,

wie kommst Du darauf, daß da etwas an der Einstellung zum Beruf(?) kaputt ist? Und warum ist es super unkollegial, wenn sie ihr Recht wahrnimmt ? Die MA ist Dienstleisterin mit entsprechenden schriftlich hinterlegten Rechten und Pflichten. Ist man super unkollegial, wenn man seine Rechte wahrnimmt, die andere nicht nutzen möchten ? Aha.. :kopfkratz:

Vorsichtig formuliert, halte ich beides für durchaus gewagte Aussagen.

Gruß,
Christian.
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger für Anästhesie & Intensivpflege
Weiterbildungen
Fachkraft für Leitungsaufgaben in der Pflege
Studium
Gesundheits- und Sozialökonomie, Betriebswirtschaft (VWA)
Christian Kröhl

Christian Kröhl

Administrator
Teammitglied
25.06.2000
Auch ich schreibe Dienstpläne, habe leider die leidliche Aufgabe, krankheitsbedingt telefonieren zu müssen. Aber ich sehe keine Nötigung, ich kann lediglich anrufen ob es möglich ist, einzuspringen.
Hallo Yoogiebaer,

ich weiß natürlich auch wie der Alltag aussieht - aber solange Du keinen definierten Katastrophenfall hast, ist diese telefonische Bitte um Dienstübernahme eben eine Nötigung. (Ich versuch von der Gewerkschaft BIG mal das Urteil dazu zu bekommen.)

Anordnen ist nicht eben nicht möglich, wenn sich der MA im Frei befindet. Anders sieht es bei noch anwesenden MA aus, hier ist es im Bedarf möglich Dienste anzuordnen, um einen geregelten Ablauf in der Abteilung zu garantieren. Zerfallen alle Möglichkeiten wie Seifenblasen,informiere ich meine diensthabende PDL, die mir dann aus ihrem Pol Ersatz beschafft. Funktioniert auch dies nicht, wird auf die Zunge gebissen und ggf. eine Überlastungsanzeige ausgefüllt, zur rechtlichen Absicherung.
Ganz genau.

Gruß,
Christian.
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger für Anästhesie & Intensivpflege
Weiterbildungen
Fachkraft für Leitungsaufgaben in der Pflege
Studium
Gesundheits- und Sozialökonomie, Betriebswirtschaft (VWA)
K

Kalimera

Unterstützer/in
Basis-Konto
17.01.2001
Hamburg
Hallo,

die rechtliche Seite ist klar und da gibt es sicherlich auch nichts zu rütteln dran.
Auf diese rechtliche Seite zu pochen muss aber m.E. im Einzelfall entschieden werden.
In einem gut funktionierenden Arbeitsverhältnis sehe ich keine Probleme meine Nummer heraus zu geben.
Es gibt auch Situationen, wo ein MA verschläft oder sich einfach vertut und sich die falschen Dienste notiert hat. Dies kann schnell zu Engpässen führen und in einem solchen Fall rufen wir den entsprechenden MA auch an. Hat dieser nun notiert, dass er frei hat, ist telefonisch nicht erreichbar könnte ihm das nicht als Arbeitsverweigerung ausgelegt werden? (Mal ganz streng rechtlich genommen?)
Ich denke man sollte immer bedenken, dass jedes Ding 2 Seiten hat.
Dass ein DP verbindlich ist gilt für AG UND für AN.
Folgerichtig sind DP-Tausch, ein dringendes gewünschtes Frei vom AN und ähnliche Dinge dann auch nicht mehr erfüllbar, sobald der DP genehmigt ist.

Solche Fragen nach dem Recht kommen doch immer nur dann auf, wenn AN oder AG übertreiben in Fragen der Dientsplanung.
Keine Frage, dass ich immer zuerst auf die Nummer schauen würde, wenn ich dauernd zum Einspringen angerufen werde und der genehmigte DP letzten Endes nur auf dem Papier existiert und ständig geändert wird, weil der AG nicht in der Lage ist richtig zu organisieren.
Aber auch keine Frage, wenn der AN dem AG niemals entgegen kommt und bereit ist auch MAL einzuspringen, dass ich als AG dann ebenfalls auf die konsequente Einhaltung des genehmigten DP bestehen. Das sehe ich ganz nüchtern als die Einhaltung der Rechte und Pflichten von AN UND AG.
Ich stimme Christian insoweit zu, dass man keine Drohungen in Form von: "Wenn Du nicht einspringst werden Dir auch keine Wünsche mehr erfüllt" aussprechen kann.
Und da fängt das Problem an: Ich muss ein solches Verhalten auf alle ausdehnen. Sprich: DP ist für alle Seiten verbindlich und muss eingehalten werden, auch für diejenigen im Team, die bisher etliche Vorteile hatten durch die nicht starre Einhaltung ihrer Rechte. Denn anders ist es einfach ungerecht und wieder entsteht ein Problem...:wink:

Solange Geber- und Nehmer-Seite ausgeglichen sind sehe ich persönlich keinen Grund auf meine Rechte zu pochen.

Bei uns sind von Jedem die Festanschlüsse bekannt und es gibt auch Anrufe wie: Magst Du noch etwas länger frei machen oder am WE zu Hause bleiben oder ähnliches.
Ich habe übrigens noch nie erlebt, dass jemand dabei nein sagte...:thumbsup2:
 
Qualifikation
Pflege
Fachgebiet
Krankenhaus
Y

Yoogiebaer

Neues Mitglied
Basis-Konto
02.11.2007
41751
Hallo :.Li,
ich versuche mal den Begriff "Wunschdienst" zu definieren! Bei einer solchen MA/in würde ich sofort die Notbremse ziehen, schließlich soll ein Dienstplan und kein Freizeitplan geschrieben werden. In unserem Team ist verabredet wurden, max. 2-3 Wünsche, alles andere muß untereinander sinnvoll getauscht werden. Allerdings ohne übermäßige Plusstundenansammlung, sonst würde auch hier ein Veto der Leitung folgen.
20 Wunsche würde ich nie!!!!! erlauben. Man sollte der MAin klarmachen, das es so nicht geht und ihr "Hilfe bei der Suche nach einer neuen Stelle anbieten"
Viel Glück noch beim Dienstplanschreiben!
 
Qualifikation
exam. Krankenpfleger
Fachgebiet
chir. Notaufnahme
G

Gerd

Mitglied
Basis-Konto
15.06.2001
Neustrelitz
Hallo Alle,
wenn ich kein Telefon habe, was für ne Nummer will der Arbeitgeber dann?

Gruß
Gerd

AG FREIER HIMMEL
 
Qualifikation
Dipl.Sozialarbeiter
Fachgebiet
Pflegedienst
K

krümelchen82

Mitglied
Basis-Konto
06.03.2007
78333
Hallöchen
oh man was fürn heißes Thema ich habe jetzt eine neue Arbeitstelle bei der ich meine Handynr. nicht hinterlassen habe denn ich habe in meinem alten Pflegeheim genug miese Erfahrungen gemacht, ich wurde über das Privathandy meiner Chefin angrufen (damit ich ja abnehme weil ich ja die Nummer nicht kannte) die mich in meinem Krank gefragt hab ob ich nicht doch kommen kann (hatte ne schwere Mandelentzündung und Fieber) und sie hat mich mehrmals gefragt. Im Frei hat mich der PDL angerufen und ich war unterwegs und mußte rechenschaft darüber ablegen wo ich bin und warum ich gerade nicht telefonieren kann und sollte ihn umgehenst zurück rufen. Ich wurde nicht gefragt sondern zum Dienst zitiert kann man sagen. Bei solchen Erfahrungen, wo ich bestimmt nicht die einzige bin, kann ich es gut verstehen warum die Leute nicht ans Tele gehen oder ihre Nummer erst gar nicht hinterlassen. Aber was ist wie in dem schon beschriebenen Fall wenn jemand verschläft? Es hat alles sein für und wieder und die Angst nein zu sagen, weil man seinen Arbeitsplatz verlieren könnte bleibt für mich bestehen. :heul:

Grüßle Cassy
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
Pflegeheim
L

L. Li

Mitglied
Basis-Konto
28.02.2007
40227
hallo,

ich habe heute (an meinem freien tag, jawoll!:wink: ) ziemlich ausführlich über das thema privatnummer nachgedacht.

was ich zunächst schreiben wollte, hat sigrid schon gut rübergebracht: an der rechtmäßigkeit seine privatnummer nicht herauszugeben zweifelt ja kein mensch!

aber: vieles ist rechtmäßig und vieles ist gutes recht - was kollegial oder moralisch zweifelhaft und/oder in der durchführung eine glatte "6" ist.

hier ist eine MA, die kommt von einem anderen PD und wenn die erzählt, was sie da "durchgemacht" hat möchte man es gar nicht glauben, daß sich PDLs zu soetwas herablassen - aber nun denn, es war ihr gutes recht ihre MA so zu behandeln....hier im umkreis gibt es einen 60-jährigen, schwerkranken mann den nimmt kein PH mehr auf, der hat nicht mal mehr einen hausarzt und die sache ging schon durch die presse: sein sohn ist anwalt und hat in den letzten jahren 3 ärzte und 7 pflegeheime verklagt, hat damit sein gutes recht wahrgenommen!

warum ich eine MA ca. 10x privat versucht habe zu erreichen: sie hatte den privaten hausschlüssel eines klienten mit nach hause genommen, natürlich versehentlich.
die betreuerin stand bei mir im büro und wollte - wie abgesprochen - den schlüssel holen.

und dann keine private nummer herausgeben?! aha!:mad_2:

nocheinmal: bei uns ist es völlig unkritisch da wir hintergrunddienste haben die mit dienstwagen und - handy zuhause sind und per verordnung rangehen müssen.
und ein paar tage vorher mußte ich diese MA auch anrufen - und konnte sie nicht erreichen - weil sie ihr diensthandy mitgenommen hatte und auch da nicht ranging.

sorry, für klienten- schlüssel mit nach hause nehmen gibt es u. u. ein abmahnung und eine MA, die mir beim einstellungsgespräch sagen würde, daß sie ihre privatnummer nicht herausgibt weil es ihr gutes recht ist hat RECHT - aber bekommt keinen job bei mir.

denn auch mein gutes recht ist es, MA auszusuchen die zu uns passen.

L.Li

p.s. wobei ich anmerken möchte, daß es wohl gerade im ambulanten dienst nicht mehr ohne privatnummer geht, im stationären bereich schon eher.
 
Qualifikation
Krankenschwester, PDL
Fachgebiet
ambulanter PD
K

krümelchen82

Mitglied
Basis-Konto
06.03.2007
78333
Hallo L.LI
hm, cassy, in einem anderen thread schreibst du, daß du erst den job gewechselt hast, daß du dich weigerst deinem arbeitgeber deine private tel-nr. zu geben weil du nicht im frei angerufen werden möchtest - gibt es auch etwas, was dir spaß macht?

Bevor du etwas behauptest was nicht stimmt solltest du dir mein Komentar nochmal durchlesen, denn ich habe nie behauptet keine Tele Nr. zu hintelassen sondern lediglich meine Handy Nr. nicht weiterzugeben und das hat seine Gründe die ich auch erläutert habe und wenn du dir das mal genau durchliest dann kannst du mich vielleicht verstehen. Ich habe nix dagegen mal einzuspringen aber nicht wenn ich Krank bin und ich bin meinem Arbeitgeber auch keine Rechenschaft schuldig warum ich nicht telen kann es waren einige Sachen die der absolute Hammer waren wo ich gesagt habe das ich sowas nie wieder haben will. Und was bedeutet bitte der Satz gibt es auch etwas was dir Spaß macht??????????????

Es gibt Vor - und Nachteile seine Nr. zu hinterlassen nur den Ausspruch von dir: eine MA, die mir beim einstellungsgespräch sagen würde, daß sie ihre privatnummer nicht herausgibt weil es ihr gutes recht ist hat RECHT - aber bekommt keinen job bei mir.
denn auch mein gutes recht ist es, MA auszusuchen die zu uns passen.

Nur weil sie evtl ihre Nr. nicht geben will paßt sie nicht ins Team???? Das ist schon sehr seltsam, meines erachtens kommt es auf mehr an als nur auf ne Tele nr. oder? Und wenn dies der Fall ist kann man sich immer noch besprechen wieso, weshalb und warum denn es gibt nun mal Leute die ausgebeutet werden und wenn sie dann vorsichtig sind was ist dagegen einzuwenden???
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
Pflegeheim
Status
Für weitere Antworten geschlossen.

Verwandte Forenthemen

C
Erst einmal einen schönen guten Tag in die Runde. Ich selber bin nicht in der Pflege tätig aber benötige trotzdemk einmal Euren Rat...
  • Erstellt von: Cedric
1
Antworten
1
Aufrufe
225
C
J
Hallo zusammen, wenn die Frage hier unpassend ist, bitte verschieben! Wie wird in Euren Einrichtungen/ Stationen/ Häusern mit der lt...
  • Erstellt von: jasmin
0
Antworten
0
Aufrufe
308
J
D
Folgende Problematik in einem Pflegeheim. Patientin zeigt starke eigen- und Fremdgefährdung, wird schon Medikamentös Sediert Quetiapin...
  • Erstellt von: DarkSephiroth
4
Antworten
4
Aufrufe
421
Zum neuesten Beitrag
DarkSephiroth
D
P
Hallo in die Runde, liebe Forenmitglieder, nach einem Abteilungswechsel innerhalb unserer Klinik, bin ich auch das erste mal mit dem...
  • Erstellt von: Peltierchen
6
Antworten
6
Aufrufe
632
Zum neuesten Beitrag
Peltierchen
P