Team verunsichert wegen aggressivem Verhalten

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Pflegerlein

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Hallo an alle,
ich muss kurz die Situation schildern bevor ich das Problem beschreibe. Ich arbeitet in einem Wohnheim für psychisch kranke. Der Wohbereich wo ich arbeite ist geschlossen (alle Bewohner mit richterlichen Unterbringungsbeschluss). Auf dem WB sind 25 Bw und wir arbeiten überwiegend allein.
Ein neuer Bw ist total aggressiv und musste fixiert werden (notfallmässig). Als ich ihn kurz losmachen wollte hat er mit einer Rasierklinge die er in der Hand versteckt hat die Fixierung gelöst und auf dem WB randaliert. Ist der Polizei und RTW in eine psychatrische Klinik gekommen.
Unser gesamtes Team hat nun Angst wenn er wieder kommt. Durchsuchen dürfen wir die Leute nicht (eingriff in die Persönlichkeitsrechte) und nach Aussage unserer Heimleitung / Geschäftsführung kann ihm auch der Heimplatz nicht gekündigt werden.
Was können wir tun?

Antworten gern auch per PM oder ICQ

LG Pflegerlein
 
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Merle123

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AW: Team verunsichert wegen aggressivem Verhalten

Hallo Pflegerlein,
das mit der Angst kann ich voll verstehen, ich kenne mich nicht mit psychisch kranken Bewohnern aus die auf einen geschlossenen Bereich untergebracht sind.
Aber wartet doch erstmal ab, wie die Therapie in der pschiatrischen Kliník anschlägt.
Und wegen der Kündigung des Heimplatzes das ist schon möglich oder eine Verlegung in eine andere Einrichtung, die evtl. besser geeignet ist?

Liebe Grüße
Merle
 
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pia_drev

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Hi!
Ich kann absolut verstehen dass ihr Sorge habt wenn der Bew. wieder kommt.
Ich arbeite ebenfalls in einem Wohnheim (Abhängigkeitserkrankte), allerdings ist dies offen. Wir haben schon mehrfach das Wohnverhältniss gekündigt, beziehungsweise jemanden des Wohnheims verwiesen.
Allerdings kann ich mir vorstellen das dies bei euch andere Bedingungen sind. Aber so wie Merle beschrieb ist eine Verlegung eine Alternative das müsste möglich sein.
Ich würde mit eurer Heimleitung thematisieren das in solchen fällen eine Durchsuchung der Sachen von dem Bew. notwendig ist zum schutze des Personals.
Abhängigkeitserkrankten durchsucht man ebenfalls die Sachen. Wenn wir einen Verdacht auf Drogen in unserem WH haben, dürfen wir zu zweit das Zimmer des Bewohners auf Suchtmittel oder ähnliches kontrollieren.

LG Pia
 
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Pflegerlein

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AW: Re: Team verunsichert wegen aggressivem Verhalten

Danke erstmal für euer Verständniss. Wir haben jetzt mit unser Heimleitung zusammengesessen. Sie verstehen zwar unsere sorgen und können das auch voll verstehen. Wie sie aber jetzt mit der Situation umgehen wollten sie nicht sagen. Es soll erst eine Beratung erfolgen. Was bei dieser Beratung rauskommt werde ich euch wissenlassen. Es tut gut wenn sich mal hier auskotzen kann :) und den frust von der Seele reden. Danke für euer offenes Ohr.
 
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Pflegeangi

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AW: Re: Team verunsichert wegen aggressivem Verhalten

Hallo Pflegerlein
Hab das eben mit meinem Partner kurz besprochen.
Der sagt:
Schon aus rechtlichen Gründen und der Eigen u. Fremdgefährdung muß auf einer geschlossenen Abteilung, bei der Aufnahme der Ist- Bestand der privaten Sachen kontroliert werden u. schriftlich festgehalten werden. ( Kleiderverzeichnis)
Bei ganz gefährlichen Personen wird auch eine körperliche Durchsuchung gemacht.
Aber die Bewohner finden immer Möglichkeiten gefährliche Dinge einzuschleusen.
Was ist wenn der Bewohner nicht kontroliert wird, es passiert etwas schlimmes u. das nur weil keine Kontrolle stattgefunden hat?
Diese Anordnungen der Leitung solltet ihr auf jedenfall im Mitarbeiterkreis schriftlich festhalten, von mehreren Pflegekräften unterschreiben lassen.
Denn oftmals ist gerader der, der Dumme der Dienst hat. Und hinterher hat wieder keiner es so gesagt, oder schon garnicht so gemeint.
Sichert euch ab.
Pflegeangi
 
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Schwester Christa

Schwester Christa

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AW: Re: Team verunsichert wegen aggressivem Verhalten

Hallo Pflegerlein,

ich muss mich Pflegeangi da absolut anschließen! Wer sagt, dass ihr fixierte Patienten nicht durchsuchen dürft?

In unseren Fixierrichtlinien ist ausdrücklich festgelegt, dass Patienten, die notfallmäßig fixiert werden, durchsucht werden MÜSSEN!
Und das sollte gründlich geschehen, daher entkleiden wir die Betroffenen oftmals auch bis auf die Unterwäsche.

Klingt hart, ist aber notwendig! Du hast so ein übles Szenario erleben müssen. Ganz schlecht sieht es auch aus, wenn jemand in der Fixierung ein Feuerzeug hervorzaubert und dann sein Bett abfackelt und dadurch zu Schaden kommt.

Ich verstehe absolut eure Ängste und Sorgen, die dieser Bewohner auslöst. Umso wichtiger ist es, als Team eine klare Linie für den Umgang zu finden und dabei auch die Heimleitung mit in´s Boot zu holen. "Supervision" ist so ein Schlagwort, das mir da einfällt. Da können dann auch Fragen beantwortet werden wie z.B. "Warum kann der Heimplatz nicht gekündigt werden?"

Weiter irritiert mich auch etwas deine Aussage zu eurer Besetzung. Du schreibst, ihr arbeitet überwiegend alleine in einer geschlossenen Abteilung. Das erscheint mir doch etwas gewagt, zumal wenn ihr auch Leute fixieren müsst.
So eine Fixierung zieht einen erhöhten Überwachungsaufwand nach sich (bei uns 15-minütlich oder öfter) was in der Regel alleine nicht zu bewältigen ist.
 
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Pflegerlein

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AW: Re: Team verunsichert wegen aggressivem Verhalten

Genau das ist unser Problem. Wir haben die Anregungen von euch auch im Team mit der Heimleitung besprochen. Durchsuchungen werden jetzt bei Fixierungen zur Pflicht. Alles andere dauert sicher noch aber wir sind auf einem guten Weg. Der Bw ist heute zu uns zurückverlegt worden. Nun haben wir Beschluß zur Zwangsmedikation und haben ihm strikte Regeln auferlegt. Bei einem Verstoß wird er sofort in eine forensische Klinik verlegt. Leider hat uns die Heimleitung bisher im Stich gelassen und wir mussten alles selber regeln. Aber dafür sind wir ja da. Als nächstes wir jetzt unser Personalschlüssel mit denChefs diskutiert werden müssen denn wir ja alle schon geschrieben habt ist es allein fast unmöglich und auch gefährlich.

LG und schönes WE
 
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Pflegeangi

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AW: Re: Team verunsichert wegen aggressivem Verhalten

Hallo Pflegerlein
Bitte verstehe es nicht als pers. Angriff. Ich frage mich die ganze Zeit, was ihr für eine Einrichtung seit.
Ihr hab Bewohner/ Kunden nach dem Psych-KG, evtl. Betreuungsrecht, aber ihr habt nicht einmal einen Stand. oder Ablaufplan für den Umgang mit fixierten Bewohnern.
Ihr habt keine zweite Pflegekraft für den Umgang mit fixierten Bewohnern.( Wie kann überhaubt eine Pflegekraft einen Bewohner fixieren.?)
Ich habe auch schon böse Geschichten erlebt, wenn der männl. Pfleger die weibliche Pat. durchsucht. Der Pfleger hat es schwer sich gegen diese Vorwürfe zu wehren.( Umgekehrt genauso)
Ich finde die Drohung mit der forensischen Klinik auch nicht so gut, denn ihr werdet sie wahrscheinlich nie nach StGB ich gl. §64 umsetzen können, der Bew. bekommt es schnell mit.
Ich bin froh, das ich solche Probleme nicht mehr habe.ist schon manchmal verdammt schwer in der Psych.
Ich wünsche euch weiterhin die Kraft, gegen den Willen der Leitung positive Prozesse umzusetzen.
Denn das schaffen der Rahmenbedingungen ist doch eigentlich die Aufgabe der Leitung, wenn sie es nicht kann, dann sollte sie die Position aufgeben.
Pflegeangi
 
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Schwester Christa

Schwester Christa

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AW: Re: Team verunsichert wegen aggressivem Verhalten

Bei einem Verstoß wird er sofort in eine forensische Klinik verlegt.
Was ist denn das für eine Aussage? Kommt die von eurem Chef?

Wer in die Forensik kommt, bestimmt der Staatsanwalt, und nicht ein einfacher Krankenpfleger oder WBL, oder PDL.
Zum Aufenthalt in einer forensischen Station wird man von einem Gericht verurteilt; in aller Regel §63 oder §64 StGb.
Wenn euer Bewohner diese Paragraphen nicht hat, könnt ihr euch noch soviel beschweren; die muss er erstmal kriegen!

Mich würde nach dieser Aussage auch mal interessieren, was ihr für eine Einrichtung seid; da passt einiges nicht zusammen.

Auch ich wünsche dir viel Kraft und Nerven wie breite Nudeln.
 
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nofretete

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AW: Team verunsichert wegen aggressivem Verhalten

Also Hut ab vor euch, die ihr in der Psychiatrie arbeitet. Mir reichen meine geronto-psychiatrisch veränderten Bewohner völlig aus, schon allein, was die für Kraft und Durchhaltevermögen entwickeln, wenn sie was durchsetzen wollen. Und dann ihr allein mit 25 naja sagen wir mal psychisch veränderter jüngerer Klientel. Also wirklich ich würdemich weigern, da allein zu arbeiten, und eine Notfallfixierung wird ja wohl vorgenommen, wenn derjenige äußerst aggressiv ist oder sich was antun will, wie kann ich so jemanden allein fixieren, ohne mich selbst zu gefährden, geht ja wohl garnicht!
 
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Ren-Hoeck

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AW: Team verunsichert wegen aggressivem Verhalten

Also Hut ab vor euch, die ihr in der Psychiatrie arbeitet. Mir reichen meine geronto-psychiatrisch veränderten Bewohner völlig aus, schon allein, was die für Kraft und Durchhaltevermögen entwickeln, wenn sie was durchsetzen wollen. Und dann ihr allein mit 25 naja sagen wir mal psychisch veränderter jüngerer Klientel. Also wirklich ich würdemich weigern, da allein zu arbeiten, und eine Notfallfixierung wird ja wohl vorgenommen, wenn derjenige äußerst aggressiv ist oder sich was antun will, wie kann ich so jemanden allein fixieren, ohne mich selbst zu gefährden, geht ja wohl garnicht!

Hab in der Ausbildung im Psych-Praktikum mal was tolles erlebt. Pat. war 169 cm groß und 58 kg schwer. Nicht besonders durchtrainiert. Der is abgedreht und wir hatten zu dritt (ich war mit 186cm und 90 kg der "Kleine") alle Hände voll zu tun.
 
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asdert

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AW: Team verunsichert wegen aggressivem Verhalten

Hallo,

also ich kann Schwester Christa nur 100%ig zustimmen. Auf einer Station, auf der nur Bewohner mit Beschluß untergebracht sind, müssen doch Leitlinien oder Verfahrungsanweisungen zum Umgang mit aggressiven Bewohnern/Patienten existieren.

Bei uns werden die Patienten schon bei Aufnahme durchsucht ( steht in der Stationsordnung und im Aufnahmestandard), gefährliche Gegenstände ( Scheren, Messer usw.) werden abgenommen.

Was ich überhaupt nicht verstehen kann, ist die personelle Besetzung. Wie fixiert ihr einen aggressiven Patienten, wie nehmt ihr allein eine Zwangsmedikation vor? Bei uns heißt es bei Fixierung Sitzwache bzw. ständige Sichtkontrolle durch die Sicherheitsscheibe.

Gruß asdert
 
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AW: Team verunsichert wegen aggressivem Verhalten

Patienten werden seit über 20 Jahren schon in der Geschlossenen bei Aufnahme durchsucht. Die Heimleitung ist ziemlich naiv oder?
 
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diamondfool

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AW: Team verunsichert wegen aggressivem Verhalten

Verlegung in eine forensische Klinik als Sanktion gegen den Patienten, obwohl hier aus meiner Sicht ein Setting besteht, welches nicht im Ansatz geeignet ist, mit solchen Patienten umzugehen...??? Da schwillt mir echt der Kamm. Es kann doch nicht angehen, daß Patienten/Bewohner, die nach UBG untergebracht sind, d.h. bei denen eine Eigen- oder Fremdgefahr niecht auszuschließen ist, ohne vorherige Kontrollen fixiert, das heißt psychiatrisch intensivbehandelt, werden. Zudem mit so unzulänglicher personeller Besetzung.
Vielleicht könnte man auch mal darüber diskutieren, ob der threadtitel eigentlich "Patient verunsichert (und dann aggressiv) wegen überfordertem, im Stich gelassenem Pflegeteam, welchem nicht die Mittel zur Verfügung gestellt wird, ein für diese schwierigen Patienten haltgebendes, klares Setting zu schaffen?
Diese Patienten landen dann bei uns; sind hier die schwächsten; kommen mit wirklich dissozialen Patienten zusammen; lernen hier jahrelang dazu (und dies ist nicht im therapeutischen Sinne gemeint) und sind dann mit dem Stigma "forensischer Patient" kaum mehr in andere Einrichtungen zu vermitteln oder lediglich in solch miserablen, daß sie die Wiedereingliederung durch erneutes Delikt/deliktnahes Verhalten boykottieren, um bei uns bleiben zu können.

Entschuldigt, daß ich mich so echauffiere (und das bei meinem ersten Auftritt), aber einige Haltungen, finde ich nachvollziehbar.

Das die Arbeitssituation für Kollegen in solchen Einrichtungen Gefühle von Angst, Ohnmacht, Wut bis hin zu innerer Kündigung hervorruft, ist schlimm. Diese können sich jedoch wehren, z.B.mit Kündigung (auch wenn das heutzutage so leicht gesagt ist); die Patienten, die von diesen Kollegen betreut werden, bleibt oft nichts, als die "Flucht nach vorn".
 
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Krankenpfleger für Psychiatrie
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Arbeitsgruppe: Entwicklung von forensischen Pflegediagnosen auf Basis des Best-Index
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AW: Team verunsichert wegen aggressivem Verhalten

Ich arbeitet in einem Wohnheim für psychisch kranke. Der Wohbereich wo ich arbeite ist geschlossen (alle Bewohner mit richterlichen Unterbringungsbeschluss). Auf dem WB sind 25 Bw und wir arbeiten überwiegend allein.
Ein neuer Bw ist total aggressiv und musste fixiert werden (notfallmässig). Als ich ihn kurz losmachen wollte hat er mit einer Rasierklinge die er in der Hand versteckt hat die Fixierung gelöst und auf dem WB randaliert. Ist der Polizei und RTW in eine psychatrische Klinik gekommen.
Unser gesamtes Team hat nun Angst wenn er wieder kommt. Durchsuchen dürfen wir die Leute nicht (eingriff in die Persönlichkeitsrechte) und nach Aussage unserer Heimleitung / Geschäftsführung kann ihm auch der Heimplatz nicht gekündigt werden.
Da passt so viel nicht zusammen, dass auch mir die Haare zu Berge stehen.

- "geschlossene Abteilung" und allein arbeiten: NOGO !
- "Fixierungen/ Betreuung fixierter Pat." allein: NOGO!

"Als ich ihn kurz losmachen wollte ..."
Hallo?! ... Du arbeitest allein mit einem fixierten Pat. - und "möchtest ihn mal kurz losmachen" ...
- warum ist er denn bitteschön fixiert?
- weisst Du wirklich, was Du da machst? ... wenn bei so etwas noch nichts passiert ist, hast du Glück gehabt.
Und der Pat. auch.
Dieser ist letztlich in einem als nicht zurechnungsfähig attestierten Zustand - weshalb es ja zur Fixation kam.
Wenn Du eigenmächtig Fixationen löst und ihm dabei etwas passiert, kannst Du streng genommen danach noch dafür haftbar gemacht werden, er Dich / die Institution verklagen für alle Folgen dessen.

- ein fixierter Pat. hat eine Rasierklinge in der Hand?
spätestens da muss ich mich fragen, ob das Tatsachenberichte sind (und wenn ja: aus welcher Klinik bitteschön)... oder ob hier jemand dichterisch tätig wird. Noch krassere Kunstfehler sind bei Zwangsmassnahmen nicht denkbar! ... Das Haus verklagbar bis geht-nicht-mehr ... gottseidank und mit ALLEM Recht!

Kann mir wirklich nicht vorstellen, dass es so etwas heute noch gibt.

Mei Eindruck ist: Das Recht zu Zwangsmassnahmen jeder Art sollte der Einrichtung mit sofortiger Wirkung entzogen werden!

Wenn man nicht weiss, was man eigentlich macht, spielt man mit dem Leben und der Unversehrtheit von Patienten/ Bewohnern und Angestellten - und das im Berufsfeld der psychiatrischen Pflege sehr direkt und unausweichlich.

(--> Ich würde in entsprechende Institution tatsächlich den Vorschlag einbringen, die Pat. bei Akutsituationen, die Zwangsmassnahmen erfordern, in Einrichtungen zu übergeben, die darauf spezialisiert sind - psychiatrische Akustationen.
Da die Einrichtung auf Langzeit-Reha ausgerichtet ist, stellt das auch eine durchaus übliche Vorgehensweise dar.)
 
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Es ist auch in meinen Augen ein absolutes NO GO! Denn selbst auf Intensivstation werden Patienten fixiert und nicht mal eben so entfixiert, wenn Sie durchgängig sind. Die Gefahr der Eigen- und Fremdgefährdung ist zu groß.

Als Schülerin in der geschlossenen Alkoholaufnahme erlebte ich schon ziemlich krasse Geschichten und daher eine Rasierklinge würde mir schwer zu denken geben und ebenso das naive und inadäquate Verhalten der Leitung. Sorry....geht garnicht....
 
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ex. KS, FKS A+I, Diplom. GuKP, RbP, Studentin
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freiberuflich, Bayern, Studentin Pflegepädagogik staatliche Hochschule Ba-Wü
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Studentin Pflegepädagogik , Gründungsmitglied Bundesverband freiberuflicher Pflegefachkräfte e.V.
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Schneege

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AW: Team verunsichert wegen aggressivem Verhalten

Hallo erstmal,

ich mache zwar erst meine Ausbildung zur Altenpflegerin so richtig angefangen und beende stolz das 1. Jahr. Ich arbeite in einem offenen psychiatrischen Pflegeheim. Finde aber das eure Heimleitung einen großen Fehler gemacht hat. Wir haben einige Patienten, die gerne mal etwas anstecken oder sich selbstverletzen und wir sind aufgefordert worden zu unserem Schutz und was das wichtigste ist zum Schutz der anderen Bewohner diese Patienten zu Kontrollieren. Wir dürfen das Zimmer nur im Beisein des Patienten durchsuchen und stets mit einer anderen Kraft um bei agressiven Verhalten nicht alleine zu sein...

Ich finde es unerhört, dass du alleine auf der Station bist. Aufgrund dessen, das meine Cousin vor Jahren in einer geschlossen von einem Patienten angegriffen worden ist, obwohl die insgesamt zu Dritt waren, ist deine Situation ein Freifahrtsschein für jeden Patienten der raus will.

Hoffe das dieser Vorfall eure Heimleitung die Augen geöffnet hat...Gab es danach denn ein Gespräch???


lg
 
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Altenpflegerschülerin
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AW: Team verunsichert wegen aggressivem Verhalten

Hallo Pflegerlein
Viele Pflegekräfte haben sich helfend geäußert, ja man könnte sogar einen Maßnahmenkatalog daraus machen.
Setzt Du gerade all die Maßnahmen um, oder warum kommt nichts mehr.
Ich würde es schön finden, wenn Du alle hier im B., über die weitere Entwicklung informieren würdes.
Gruß
Pflegeangi
 
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