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Tagespflegegäste Anzahl

  1. Hallo,

    Ich leite seit einiger Zeit ein Tagespflege welche sich von 15 Tagesgästen auf derzeit zwischen 25-27 Tagesgästen gesteigert hat. Ehrlich gesagt ist die Nachfrage bei uns gerade sehr groß. Mich würde interessieren, ob es ähnlich große oder sogar noch größere Tagespflegeeinrichtungen gibt und ob jemand von euch Erfahrung in der Leitung in diesem Bereich hat. Ich freu mich ja über diese Umsatzentwicklung aber die Qualität muss dennoch erhalten bleiben. Weiß jemand wie viel Stunden anspruch der Gast auf reine Tagespflegezeit hat? Und gibt es ein Maximum an fahrzeit, welche dem Gast zugemutet werden kann? Ist es sinnvoll eine so große Gruppe zu spalten und eher noch eine zweite Tagespflege zu eröffnen?

    liebe Grüße Tatifü
     
  2. Wir haben 40 Tagespflegeplätze und einen Pool von ca. 90 Tagesgästen, die an unterschiedlichen Tagen kommen.
    In unserem Rahmenvertrag ist eine Mindestanwesend des Tagesgastes in der Tagespflege von 6 Stunden. Nach oben sind da keine Grenzen gesetzt.
    Ich denke, die Fahrtzeit, die dem einzelnen Tagespflegegast zugemutet werden kann, muss sicherlich individuell entschieden werden.
    Wir versuchen, Gäste aus einem bestimmten Gebiet, bzw. einer Gegend, zusammen abzuholen.
    Bei 25 Gästen eine 2. Tagespflege zu eröffnen ist sicher nicht sinnvoll, allerdings würde ich diese Gruppe für die Beschäftigung in Kleingruppen unterteilen.
    Ich kenne es so, dass eine feste Anzahl der Plätze mit den Kassen vereinbart werden, von daher ist die Anzahl der Tagespflegegäste nicht grenzenlos erweiterbar.
    Beste Grüße
    mysteha
     
  3. Hallo, eine Teilung der Tagespflege ist eine gewisse Frage. Wenn sicher ist, dass die Nachfrage entsprechend steigt und die Konkurenzsituation überschaubar ist, kann es sinnvoll sein, aber einer bestimmten Große die Tagespflege zu teilen.
    Ein Problem wird sicher sein, das entsprechende Personal vorzuhalten (Stichwort: Fachkraftmangel).

    In deinen Vergütungsvereinbarungen sind Platzzahlen vorgegeben. Im Gegensatz zu stationären Heimen ist jedoch die konkrete Besucherzahl in Tagespflegen logischerweise variabel, da nicht alle Tagesgäste 5-7 Tage in der Woche anwesend sind, oder?

    Das heißt: Punktuell kannst du somit tageweise über der Platzzahl liegen, aber insgesamt solltest du den Bogen nicht überspannen.
    Im Prinzip musst du berechnen, wie die Auslastung der Tagespflege insgesamt und im Tagesdurchschnitt sind. Bist du da im Rahmen der verhandelten Plätze ist alles chic, solange dir der Nachweis gelingt, dass du entsprechend Personal an den gastintensiven Tagen vorhalten kannst.
    Ein weiteres Problem ist, dass der Raum, der jedem Gast zur Verfügung steht berechnet wurde. Und zwar bei der Planung der Tagespflege. Die Planung ist mit der Heimaufsicht oder WTG-Behörde abgestimmt. Diese wird bestimmt in Regelprüfungen, in denen auffällt, dass ihr sehr viele Tagesgäste habt, noch einmal nachrechnen, ob das Platzangebot dem Platzbedarf anhand der Gäste angemessen ist.

    Gegenfrage, das der Beitrag schon etwas älter ist: Bist du mit deinen Überlegungen weiter gekommen?
     
  4. Hallo Menschenkind,

    Meine Antwort kommt auch mehr als verspätet. Na ja so richtig weitergekommen noch nicht. Mein Chef spielt mit dem Gedanken noch eine Nachtpflege im Nebengebäude anzubieten und so die Tagespflege gleichzeitig auszubauen. Ziel ist es das ganze Jahr über durchgehend eröffnet zu haben. Ehrlich gesagt bin ich mir noch nicht so sicher was ich davon halten soll und ob alle Mitarbeiter der Tagespflege einverstanden sind, ihre festen Arbeitszeiten in Schichtdienste und Wochenend- und Feiertagsdienste zu verändern. Ich bin es ehrlich gesagt eigentlich nicht.
    Was haltet ihr von dieser Idee?
     
  5. Okay...ganz anderes Thema mal. Ich habe von einer Nachtpflege vor Jahrzehnten bei uns in der Gegend gehört...ein damals sehr innovativer Gedanke. Ich weiß nicht, ob es diese noch gibt.

    Über die Räumlichkeiten der Nachtpflege, die tagsüber für Tagesgäste genutzt werden kann wird das Angebot UND die Angebotspalette erweitert. Unternehmerisch ein guter Gedanke.
    Für die strategische Planung sehe ich hier einige Hindernissteine:
    - Wie hoch ist der Personalaufwand - und damit finanzielle Aufwand - bei gleichzeitig wahrscheinlich sehr unsicherer Auslastung und Erlössituation?
    - Wie hoch ist die Motivation der Mitarbeter - das Problem siehst du ja auch?

    Eine Nachtpflege ist extrem teuer für den Verbraucher und für den Betreiber, weil ich glaube, anders als bei Tagespflegen, ist die Gastzahl extrem variabel. Ich glaube nicht, dass ich regelmäßig 2x die Wochen, oder jeden Nacht meinen pflegebedürftigen Angehörigen in die Nachtpflege bringe, oder?

    Ich kenne bei uns im Kreis ein interessantes Konzept:
    Hier werden Kurzzeitpflege, ambulante Wohnform (Pflege-WG) und Tagespflege kombiniert. Da KZP-Gäste und WG-Bewohner sowieso 24/7 anwesend sind, ist die Aufenthaltszeit für die Tagespflegegäste extrem variabel (also nicht zwangsweise um 16:00 Uhr Schluss) und Tagesgäste und WG-Bewohner/KZP-Gäste verbringen gemeinsam den Tag in der Tagesbetreuung, so kann die Tagespflege auch am Wochenende öffnen, was ich sonst nur sehr selten sehe.
    Durch die somit relativ hohe Anzahl der Personen in der Tagespflege ist auch an besuchsschwachen Tagen immer was los.
    Das finde ich ein sehr interessantes Projekt. Leider ist die Trennung des Personals (wer ist wann für WG-Bewohner und wer wann für Tagesgäste zuständig) nicht so ganz leicht plan- und nachweisbar.

    Und zur Akzeptanz der Mitarbeiter bei der Entscheidung, wieder 24/7 arbeiten zu sollen...tja...Schicht- und Wochenenddienst ist doch irgendwie unattraktiv, oder?
     
  6. Hallo und vielen Dank für deine ausführliche Antwort.
    Da wir an einem Heim angeschlossen sind, ist es auch ein Gedanke die Kurzzeitpflegler nachts in der „Nachtpflege“ unterzubringen. Schließlich lassen sich so auch die Heimbauvorschriften wohl umgehen.
     
  7. Kennt jemand von euch eine Tagespflege die rein auf stark fortgeschrittene Demenzkranke spezialisiert ist ?
    Wir haben ne gut gemischte Gruppe in der Tp. Ist die Demenz beim einzelnen Tagesgast soweit ausgeprägt, dass schon nahezu eine 1 zu 1 Betreuung notwendig ist können wir sie in der Tp nicht weiter versorgen.

    Würde ein Konzept welches nur auf sehr demenzkranke Besucher ausgelegt ist, sich auch rechnen? Ist dort der Stellenschlüssel vielleicht ein anderer? Denn vielleicht wäre es auch eine Idee den Gang ins Pflegeheim noch weiter hinauszuzögern, wenn es noch eine weitere Zwischenstation gäbe?
     
  8. Davon würde ich die Finger lassen. Ich weiß ja nicht, wie euer Heimgesetz (welches Bundesland?) ausschaut...bei uns wird sehr genau geprüft, welche Versorgungsform unter welchen Bedingungen vorliegt. Ich könnte mir vorstellen, dass dieses Ansinnen auffällt und als Betrug gewertet wird. In diesem Fall ist die Einrichtungsleitung ganz schnell nicht mehr Einrichtungsleitung, weil ihr die "persönliche Eignung" abgesprochen wird. Ich würde sagen: "dünnes Eis".
     
  9. Es gibt keine Stellenschlüssel für die Tagespflege, wie bei der stationären Pflege. Es werden Tagessätze in den Vergütungsvereinbarungen verhandelt. Vielleicht gelingt es dir, in einem speziellen Konzept darzulegen, dass der Personaleinsatz entsprechend höher sein muss.

    Andere Frage: Warum ist eine stationäre Pflegeeinrichtung für einen stark demenzerkrankten Bewohner so schlecht, dass der Einzug so lange wie möglich herausgezögert werden muss? In einer stationären Wohnform kannst du auch keine 1:1-Versorgung sicherstellen! Die einzige 1:1-Versorgung, die ich kenne ist die "polnische 24-Stunden-Pflegekraft" und der pflegende Angehörige.
     
  10. Vielen Dank Menschenkind für deine guten Gedanken, die kann ich gerade wirklich gebrauchen :)


    Schlecht ist der Einzug sicher nicht unbedingt. Dennoch haben wir viele Angehörige, welche den Einzug so lange wie möglich hinauszögern möchten, auch weil es natürlich eine Geldfrage ist.

    Ich bin auch nicht von diesem Konzept überzeugt. Die Räumlichkeiten sind da und die Frage ist letztlich wie man diese mit möglichst hohem Gewinn auf den Markt bringt, denke ich. Vielleicht ist es auch so, dass man anstelle der Kurzzeitpflege diese Nachtpflege anbietet und letztlich mit Pflegeheim, ambulanten Dienst und Tagespflege doch irgendwie diese 24 Stunden Betreuung erreicht, ohne sich an diese ganzen Heimgesetze halten zu müssen. Soweit ich weiß wird das im teilstationären Bereich nicht ganz so eng gesehen.

    Ich nehme gerne auch andere Ideen auf, welche vielleicht lukrativer zum Vorschlagen wären :fremdschaem:
     
  11. Hi,
    wie gesagt...ich weiß nicht, in welchem Bundesland die Einrichtung ist, aber hilfereich ist, in das jeweilige Heimgesetz zu schauen, also bei uns in NRW das "Wohn- und Teilhabegesetz", sowie die "WTG-Durchführungsverordnung". In anderen Bundesländern gibt es Heimgesetz, Heimmindestbauverordnung, etc., wo geregelt ist, welche baulichen Voraussetzungen jeweils für welche Betreuungsform gelten. Daraus ergeben sich dann jeweils die Möglichkeiten, die baulichen Gegebenheiten (aus)zu-nutzen.

    Es ist ja nicht verboten, mit Pflege Geld zu machen. Ich finde es immer schade, wenn dies jedoch nur um des Geldes Willen am Bewohner, Gast oder Patienten und an den Mitarbeitern vorbei geht...und manchmal auch am Gesetz vorbei (z.B. indem man Krisenzimmer, die eigentlich für besondere Situationen vorgesehen sind, wenn Bewohner in Doppelzimmern untergebracht sind - und dann für "kreativ" Kurzzeitpflegen genutzt werden)...oder Doppelzimmer, bei denen ein Belegungsverbot aus gesetzlich nachvollziehbaren Gründen besteht, trotzdem genutzt werden...etc.
     
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