Tägliche Doku im Berichteblatt???

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stern3007

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AW: Tägliche Doku im Berichteblatt???

aber es gibt z.b. auch patienten mit schweren psychopathologischen auffälligkeiten, störungen, erkrankungen, bei denen jeder tag gleich ist, aber dennoch sehr viel dokumierenswertes anfällt.
Wenn etwas zu dokumentieren ist, ist auch nicht jeder Tag gleich, denn du hast ja eine Veränderung gegenüber dem Vortag festgestellt. Ansonsten würdest du ja nix dokumentieren.
 
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Krankenschwester
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ambulante Pflege
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Eisenbarth

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AW: Tägliche Doku im Berichteblatt???

und genau das sehe ich anders.
 
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AW: Tägliche Doku im Berichteblatt???

Dann bring doch mal Beispiele,Eisenbarth,was da denn so dokumentationsrelevant sein könnte. Es einfach nur anders sehen reicht bei weitem nicht aus.
 
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Stationspfleger IMC
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Stripping

AW: Tägliche Doku im Berichteblatt???

Hy Eisenbarth,


meinst du vielleicht Schmerzempfindungen oder Wahrnehmungen, die trotz gleichbleibender Grunderkrankung ein anderes Krankheitserleben hat? Dann gäbe ich dir natürlich recht. Aber dann müsste man schon ein Bezugspflege-System einführen denn wenn jedesmal eine andere PK dafür zuständig ist, wirds schwierig.

LG
 
N

nofretete

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AW: Tägliche Doku im Berichteblatt???

Also ich habe Heime kennengelernt, da mußte jede Schicht dokumentieren, war halt in den Heimen eine interne Regelung, an die sich jeder zu halten hatte, und eben Heime, wo es nicht so ist, verstehe die Diskussion hier jetzt nicht wirklich, schließlich muß sich jeder an interne Regelungen halten!
 
Qualifikation
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Altenheim
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stern3007

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AW: Tägliche Doku im Berichteblatt???

Mit den internen Regeln hast du recht. Man kann aber auch versuchen, im Team diese gemeinsam anzupassen. Die Aussage, das der MDK das so will, ist auf jeden Fall Humbug. Wenn man so ein MDK-Modell vor sich hat, kann man die auch verbal davon überzeugen.

Eisenbarth wo arbeitest du?
 
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Krankenschwester
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ms-sophie

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AW: Tägliche Doku im Berichteblatt???

Hallo Stern,

Es soll dann dokumentiert werden, wenn etwas wichtiges festgestellt wird und nur dann, wenn etwas wichtiges festgestellt wurde. Wenn 30 Tage lang nichts festgestellt wurde, ist das auch ok wenn da nichts steht. Das sieht sogar der MDK ein, das ist zumindest meine persönliche Erfahrung mit dem MDK.
Das halte ich für ein Gerücht. Wenn du dem MDK erzählst, dass es 30 Tage lang nix zu dokumentieren gab, dann fragt er dich vermutlich ob du eine individuelle Pflege durchführst.

Sophie
 
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ambulante und stationäre Altenhilfe, Hospiz
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stern3007

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AW: Tägliche Doku im Berichteblatt???

In der ambulanten Pflege hast du solche Fälle. Im Heim vielleicht seltener.
 
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Fachgebiet
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Chef de Saucier

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AW: Tägliche Doku im Berichteblatt???

Hallo!
Wir haben, so zumindest mein Eindruck, zunehmend weniger Zeit bzw. mehr Aufgaben sind im gleichen Zeitraum zu erledigen. Die Anforderungen steigen ( Implementierung der Expertenstandards, Erfassung sämtlicher Kontrakturen, Erfassen des Wohlbefindens dementiell erkrankter Menschen... ), die Notwendigkeit der Erfassung diverser Parameter ist soweit bekannt und wird weiterhin vorangetrieben. Die Bewältigung der Aufgaben hat häufig mit gleicher - oder geringerer - Personaldecke zu erfolgen.

Stimmt schon, sollte das tägliche Dokumentieren in jeder Schicht von der Leitung gefordert werden, dann sollte man das auch machen, wenn man sich nicht ohnehin eine neue Stelle suchen möchte. Unabhängig hiervon bleibt aber die FRAGE: Ist eine solche Vorgabe sinnvoll oder eine Vergeudung wertvoller Zeit? Eines muss man sich deutlich vor Augen halten: Es gibt auch inkompetente Führungskräfte in der Pflege, die mit ihrem Wissen in den 80er/90ern noch gut aufgehoben waren, den heutigen Anforderungen aber nicht mehr genügen. Aus meiner Sicht würde eine kompetente und intelligente Führungskraft sich mit der Frage beschäftigen: Wie nutze ich die knappen Ressourcen optimal aus?!

Eine tägliche Doku führt bei MA, die nicht oder schlecht ausgebildet sind zu sinnvollen Einträgen a la:
- nichts neues, wie immer, nach Plan versorgt ...

oder

es werden Massnahmen beschrieben, die ohnehin bereits als Massnahme in der PP beschrieben sind und zusätzlich abgekürzelt werden:

Bew. hat abgeführt...wurde geduscht usw.

Fuer eine Nachtwache ist eine Vorgabe einer täglichen Doku bei jedem Bewohner ein erheblicher Aufwand, da man sich fuer jeden Bewohner etwas sinnvolles zusammenbasteln muss. Einige verfallen auf die Aussage: Hat beim Kontrollgang geschlafen!
Das tragen einige Nachtwachen beim gleichen Bewohner jede Nacht ein. Also ein Lückenfüller. Wäre es sinnvoller zu formulieren?:
Lag auf der Seite und hat Speichel im Mundwinkel...:whistling

Ohne Sinn und Verstand wird wertvolle Zeit verbraten fuer eine Vorgabe, die keinen Sinn macht.
Natürlich müssen wichtige Informationen erfasst werden, aber das gelingt nicht über eine Verpflichtung zur Doku im Berichteblatt, sondern z.B. über eine Schulung der MA: Grundsätze der Doku im Berichteblatt.

Ein paar letzte Sätze:
Das Problem ist möglicherweise nicht die Pflicht zur Doku, sondern der Zeitmangel! Hätte man tatsächlich einen Freiraum fuer die ordentliche Doku, dann würde man wahrscheinlich auch ordentlich damit arbeiten können. So ist es eine Belastung, die man irgendwie - möglichst fix - neben den Anderen Aufgaben bewältigen muss.
 
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ms-sophie

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AW: Tägliche Doku im Berichteblatt???

Hallo Chef de Saucier,

Das Problem ist möglicherweise nicht die Pflicht zur Doku, sondern der Zeitmangel! Hätte man tatsächlich einen Freiraum fuer die ordentliche Doku, dann würde man wahrscheinlich auch ordentlich damit arbeiten können. So ist es eine Belastung, die man irgendwie - möglichst fix - neben den Anderen Aufgaben bewältigen muss.
Wieso kann ich aus Zeitmangel schreiben, BW wurde geduscht, Bettwäschewechsel (was ich sowieso im Durchführungsnachweis abhaken muss) aber aus Zeitmangel kann ich nichts sinnvolles schreiben. Beispielsweise wie dem BW das Duschen gefallen hat.

Es wäre wesentlich sinnvoller eine wöchentliche Zusammenfassung des Verhaltens (AP) zu schreiben, als täglicher Nonsens. Und der Zeitaufwand wäre vermutlich geringer.

Im Krankenhaus ist die Doku anders, ich denke aber auch hier gilt. Auf das wesentliche beschränken.

Sophie
 
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ambulante und stationäre Altenhilfe, Hospiz
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stern3007

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AW: Tägliche Doku im Berichteblatt???

Ohne Sinn und Verstand wird wertvolle Zeit verbraten fuer eine Vorgabe, die keinen Sinn macht.
Richtig, dann sollte man aber auch keine Zeit verbraten in dem man krampfhaft nach einem Text sucht, sondern sich bewußt sein, dass NICHTS zu dokumentieren ist, sich darüber freuen und die gewonnene Zeit anderweitig verwenden.

In der heutigen Zeit ist es wichtig, die kleinste Zeit-Ressource zu erkennen und sinnvoll zu nutzen, aber sicher nicht mit unsinniger Doku.
 
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Krankenschwester
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ambulante Pflege
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Eisenbarth

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AW: Tägliche Doku im Berichteblatt???

Dann bring doch mal Beispiele,Eisenbarth,was da denn so dokumentationsrelevant sein könnte. Es einfach nur anders sehen reicht bei weitem nicht aus.
bei weitem! danke für den hinweis.

nun, da ich etwas mehr zeit habe, versuche ich mal auszuführen, was ich meinte:


(...)

Eisenbarth wo arbeitest du?
das folgende beispiel resultiert aus diversen erfahrungen aus der ambulanten pflege. es ist abstrahiert und bezieht sich auf keinen real existierenden patienten.


Wenn etwas zu dokumentieren ist, ist auch nicht jeder Tag gleich, denn du hast ja eine Veränderung gegenüber dem Vortag festgestellt. Ansonsten würdest du ja nix dokumentieren.



ein patient, männlich, > 75 jahre, morbus alzheimer + vaskuläre genese, zeitweise zeitlich, örtlich, personell akut verwirrt, keine schwerwiegenden somatischen grunderkrankungen, außer einer herz- und niereninsuffizienz mit resultierenden ödemen a.d. unterschenkeln / füßen.

inkomplette harn- und stuhlinkontinenz +
teilweise immobilität ++
(fremd-)aggressives verhalten von - bis ++
selbstpflegedefizit +++
erh. thrombose- und pneumonierisiko +


pflege sgb V/XI

- mobilisation
- grundpflege morgens/abends
- versorgung DK
- medigabe
- injektionen
- kompressionswickel
- häufiges (zusätzliches) entfernen vom ausscheidungen
- (ganz wichtig ->) häufige erfordernis besonders zeitaufwändiger, beruhigender, validierender kommunikation

man stelle sich die person als "schwierige" person vor.



das verhalten des fikt. patienten ist redundant: aggressive episoden kommen immer wieder vor, immer nach dem gleichen muster. immer wieder bedeutet: beinahe täglich. die aus der akuten verwirrtheit resultierenden situativen probleme sind ebenfalls redundant, aber im detail immer wieder "neu" bzw. anders, kommen aber täglich vor und sind 'im prinzip' immer gleich. die "kleineren" pflegerischen besonderheiten, wie z.b. ein zusätzliches eincremen der haut aufgrund des hautzustandes oder insbesondere nach ausscheidungen, erhöhter zeitaufwand bei aktivierender pflege mit immer wieder geringfügig anderen ursachen, warum es konkret länger dauerte, sind im prinzip ebenfalls redundant, da immer wiederkehrend.

all dies dennoch jeden tag minutiös zu dokumentieren erbringt bei einer mdk-begutachtung vorteile, weil es ja nunmal dokumentiert ist und nicht mehr einfach ignoriert werden kann, denn das "dokument 'pflegebericht'" liegt ja vor & muss zur kenntnis genommen werden.
all dies bringt für den behandelnden arzt vorteile, weil er ein absolut lückenloses bild nicht nur punktueller besonderheiten hat, sondern auch ein verlaufsbild bekommt (auch [vermeintlich] "statische verläufe" sind prozesse).
aber ebenfalls ist all dies dokumentierte nichts neues, da schon dutzendfach und hundertfach immer wieder genau so vorgekommen.

dazu eine these: wenn bei diesem fiktiven patienten der montag genauso war wie der dienstag, macht es dennoch sinn, erneut kleinschrittig, exakt und detailliert zu dokumentieren.

für diesen fall würde mich mal deine bewertung interessieren; vielleicht kommunizieren wir ja nur aweng aneinander vorbei, meinen aber dasselbe? falls nicht interessiert es mich sozusagen doppelt. :)



ergänzung:

es gibt ja nun akute, subakute und chronische probleme. ich finde, gerade die subakuten sollten nicht untergehen. in diesem kontext ist zur sicherung der wahrnehmung akuter probleme der textmarker einer meiner guten freunde geworden. das ist praktikabel, wie ich finde, verwirrt nicht, ist kein besonderer aufwand und wenn man systematisch vorgeht kommt dabei auch nichts heraus, das einen überblick über andere details erschwert - im gegenteil.

noch ne ergänzung:

meiner ansicht nach ergeben 4-6 minuten dokuzeit theoretisch ein ergebnis von bis zu zehn zeilen qualitativ hochwertiger, detaillierter dokumentation. macht bei 10 ambulanten patienten 50 minuten doku pro tag, die aber praktisch nicht erreicht werden, weil es zum einen ja auch hier patienten gibt, bei denen einfach gar nichts dokumentierenswertes anfällt, und weil zum anderen natürlich nicht jeden tag die volle zeit zur doku ausgeschöpft werden muss. (haste 2 pat. mit rr und/oder medgabe dabei, dann ist es ja realistisch, dass für solche 'einfachen' pat. insges. 2x 60 sek. doku ausreichen)
 
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AW: Tägliche Doku im Berichteblatt???

Und Du bekommst so einen detaillierten Pflegebericht in nem 10-15-Minuten-Einsatz (vom Tür auf-bis zuschliessen) natürlich hin,Eisenbarth ? Wo und als was arbeitest Du denn nun ? Solche schicken theorethischen Beispiele samt aalglatter Rhetorik lesen sich zwar schön,sagen aber so überhaupt nix über Deinen Erfahrungshintergrund aus,weshalb ich Dich bitten möchte,die zuvor gestellte Frage nach Deiner Arbeit/Tätigkeit zu beantworten. Ansonsten bleib ich bei meiner Meinung,dass in einem Pflegebericht nix geschrieben werden muss,wenn nix relevantes passiert ist. Eine reine Verlaufsbeschreibung,wie es Dein Beispiel darstellt,ist im übrigen kein Pflegebericht als solcher,da müsstest Du die Definitionen nochmal gesondert "extrahieren" :wink:
 
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Eisenbarth

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danke für deinen wertvollen sachbeitrag.
 
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thorstein

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Hallo Eisenbarth,

mir hat deine aalglatte Rhetorik ganz gut gefallen.
Schon bei der Diagnose Alzheimer davon auszugehen, dass schon "nix relevantes" passiert sein wird, bleibt mir als pflegefachliches Schmankerl sicher noch länger in Erinnerung.
Und Claqueure haben sich auch gefunden. Immer wieder erfrischend.
 
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Dass auch bei Alzheimer,genau wie bei anderen neurologischen Erkrankungen,stagnierende Phasen vorkommen,ist geläufig,ja ?
Aber egal,ein "Verlaufsbericht" ist nun mal kein "Pflegebericht" in diesem Sinne.
 
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Eisenbarth

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Christian Kröhl

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AW: Tägliche Doku im Berichteblatt???

Erklärt mir bitte jemand, was das hier soll? Wenn ihr euch weiter anzicken wollt, macht das über PN´s. Das ist hier kein Kindergarten.
 
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Weiterbildungen
Fachkraft für Leitungsaufgaben in der Pflege
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Gesundheits- und Sozialökonomie, Betriebswirtschaft (VWA)
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Eisenbarth

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ich wiederhole mein posting nochmal - als erwiderung auf stern3007's anmerkungen.


(...)

Eisenbarth wo arbeitest du?
das folgende beispiel resultiert aus diversen erfahrungen aus der ambulanten pflege. es ist abstrahiert und bezieht sich auf keinen real existierenden patienten.


Wenn etwas zu dokumentieren ist, ist auch nicht jeder Tag gleich, denn du hast ja eine Veränderung gegenüber dem Vortag festgestellt. Ansonsten würdest du ja nix dokumentieren.


ein patient, männlich, > 75 jahre, morbus alzheimer + vaskuläre genese, zeitweise zeitlich, örtlich, personell akut verwirrt, keine schwerwiegenden somatischen grunderkrankungen, außer einer herz- und niereninsuffizienz mit resultierenden ödemen a.d. unterschenkeln / füßen.

inkomplette harn- und stuhlinkontinenz +
teilweise immobilität ++
(fremd-)aggressives verhalten von - bis ++
selbstpflegedefizit +++
erh. thrombose- und pneumonierisiko +


pflege sgb V/XI

- mobilisation
- grundpflege morgens/abends
- versorgung DK
- medigabe
- injektionen
- kompressionswickel
- häufiges (zusätzliches) entfernen vom ausscheidungen
- (ganz wichtig ->) häufige erfordernis besonders zeitaufwändiger, beruhigender, validierender kommunikation

man stelle sich die person als "schwierige" person vor.



das verhalten des fikt. patienten ist redundant: aggressive episoden kommen immer wieder vor, immer nach dem gleichen muster. immer wieder bedeutet: beinahe täglich. die aus der akuten verwirrtheit resultierenden situativen probleme sind ebenfalls redundant, aber im detail immer wieder "neu" bzw. anders, kommen aber täglich vor und sind 'im prinzip' immer gleich. die "kleineren" pflegerischen besonderheiten, wie z.b. ein zusätzliches eincremen der haut aufgrund des hautzustandes oder insbesondere nach ausscheidungen, erhöhter zeitaufwand bei aktivierender pflege mit immer wieder geringfügig anderen ursachen, warum es konkret länger dauerte, sind im prinzip ebenfalls redundant, da immer wiederkehrend.

all dies dennoch jeden tag minutiös zu dokumentieren erbringt bei einer mdk-begutachtung vorteile, weil es ja nunmal dokumentiert ist und nicht mehr einfach ignoriert werden kann, denn das "dokument 'pflegebericht'" liegt ja vor & muss zur kenntnis genommen werden.
all dies bringt für den behandelnden arzt vorteile, weil er ein absolut lückenloses bild nicht nur punktueller besonderheiten hat, sondern auch ein verlaufsbild bekommt (auch [vermeintlich] "statische verläufe" sind prozesse).
aber ebenfalls ist all dies dokumentierte nichts neues, da schon dutzendfach und hundertfach immer wieder genau so vorgekommen.

dazu eine these: wenn bei diesem fiktiven patienten der montag genauso war wie der dienstag, macht es dennoch sinn, erneut kleinschrittig, exakt und detailliert zu dokumentieren.

für diesen fall würde mich mal deine bewertung interessieren; vielleicht kommunizieren wir ja nur aweng aneinander vorbei, meinen aber dasselbe? falls nicht interessiert es mich sozusagen doppelt. :)



ergänzung:

es gibt ja nun akute, subakute und chronische probleme. ich finde, gerade die subakuten sollten nicht untergehen. in diesem kontext ist zur sicherung der wahrnehmung akuter probleme der textmarker einer meiner guten freunde geworden. das ist praktikabel, wie ich finde, verwirrt nicht, ist kein besonderer aufwand und wenn man systematisch vorgeht kommt dabei auch nichts heraus, das einen überblick über andere details erschwert - im gegenteil.

noch ne ergänzung:

meiner ansicht nach ergeben 4-6 minuten dokuzeit theoretisch ein ergebnis von bis zu zehn zeilen qualitativ hochwertiger, detaillierter dokumentation. macht bei 10 ambulanten patienten 50 minuten doku pro tag, die aber praktisch nicht erreicht werden, weil es zum einen ja auch hier patienten gibt, bei denen einfach gar nichts dokumentierenswertes anfällt, und weil zum anderen natürlich nicht jeden tag die volle zeit zur doku ausgeschöpft werden muss. (haste 2 pat. mit rr und/oder medgabe dabei, dann ist es ja realistisch, dass für solche 'einfachen' pat. insges. 2x 60 sek. doku ausreichen)
 
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thorstein

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Ich will hier doch noch einmal auf einen Widerspruch hinweisen, der an der einen oder anderen Stelle schon angklungen ist.
Von welcher Pflege sprechen wir hier eigentlich?
Von der Pflege nach dem medizinisch-pflegerischen Stand der Erkenntnisse?
Oder von der alltäglichen Akkordpflege, die so ziemlich alle inzwischen ereilt hat?
Der Unerschied ist folgender.
Bei der Akkordpflege ist es - überspitzt formuliert -völlig wurscht, was ich plane und dokumentiere, es liest sowieso keiner.
Allerdings - und darauf bestehe ich noch immer - ist gute Pflege immer geplante Pflege.
Darus kann man dann den genialen Schluss ziehen: Akkordpflege ist keine gute Pflege.
Nun haben hier einige die Bedingungen der Akkordpflege schon so verinnerlicht, dass sie als Normalzustand akzeptiert wird. Und dann íst es auch richtig: Planung und Doku kosten Zeit, die wir nicht haben.
Trotzdem möchte ich zu bedenken geben: Dürfen/sollen wir so argumentieren?
Müßten wir nicht argumentieren, wir brauchen mehr Zeit für eine ordentliche Planung, Dokumentation und die darus resultierende Pflege?
Was kommt bei dieser Argumentation politisch an? Reduzieren wir die "Bürokratie", ist die Pflegewelt wieder in Ordnung. Stimmt aber nicht. Reduzieren wir die "BÜrokratie", haben wir den Anspruch auf eine gute Pflege aufgegeben.
Jetzt noch ein Wort zur täglichen Dokumentation.
Was wird denn alles nicht dokumentiert:
Bei jeder Medikamentenänderung sollte eigentlich eine Verlaufskontrolle stattfinden. Passiert das bei euch?
Psychosoziale Begleitung: Niemand will mir erzählen, dass es bespielsweise bei Demenzkranken nicht täglich etwas sinnvolles für die Doku gäbe. Setzt allerdings wiederum voraus, dass eine psychosoziale Begleitung in einem nennenswerten Umfang überhaupt stattgefunden hat.
Nehme ich jetzt nur noch das Problemfeld Inkontinenz dazu, bin ich bei der Notwendigkeit einer tägliche Dokumentation schon angelangt.
Der "status idem", den hier einige proklamieren, spiegelt die Bedingungen der Akkordpflege wieder und nicht den Stand einer Pflege nach dem medizinisch-pflegerischen Erkenntnissen.
 
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Nachtdienst
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