Tägliche Doku im Berichteblatt???

C

Chef de Saucier

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Hallo,

ich habe vor einiger Zeit mit einer PDL diskutiert, ob die Anordnung zur täglichen Dokumentation im Berichteblatt für alle Bewohner in der stationären Altenpflege in jeder Schicht sinnvoll sei oder nicht. Persönlich halte ich davon garnichts, es erscheint mir wenig fachlich, verschwendet unnötig Ressourcen und führt in der Regel zu unerwünschten Worthülsen.
Eine solche Anordnung "zwingt" die MA dazu sich irgendwas sinnvolles einfallen zu lassen.

Teilt ihr meine Meinung? Gibt es hierzu ggf. eine Quelle, welche meine Meinung bestätigt?

Gruß C
 
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Sammy111

Sammy111

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AW: Tägliche Doku im Berichteblatt???

Hallo, Chef de Saucier :)

Ich bin im ambulanten PD und wir handhaben das so, das man bei unveränderten Bedingungen, Verhältnissen usw. alle 1 - 2 Wochen etwas in das Berichteblatt schreibt.
Ist auch (QM-technisch gesehen) nicht notwendig, dies öfter zu tun.
 
Qualifikation
Pflegefachkraft/ QMB
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2000-2002 Ausbildung Sozialassistentin (Heilbad Heiligenstadt)
2002-2005 Ausbildung Examinierte Pflegefachkraft
Oktober 2011- Weiterbildung Qualitätsbeauftragte
Speerkaempferin

Speerkaempferin

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AW: Tägliche Doku im Berichteblatt???

hallo,
ich weiß auch nicht, warum diese völlig unsinnige und meiner Meinung nach sogar fahrlässige Unsitte praktiziert wird. Zwischen der langen Liste dieser täglichen aus den Fingern gesaugten "Worthülsen", die keinerlei Aussagekraft haben, werden nämlich oft wichtige Einträge übersehen.
In meiner Ausbildung und später nachfolgenden Fortbildungen haben wir gelernt, dass nur aussagekräftige und wichtige Berichte eingetragen werden. Wenn nix ist, muss auch nix drin steh`n. Selbstverständlich wird aber turnusmäßig PP evaluiert und somit.... ha, ha, erübrigen sich banale Einträge!

Grüßle
 
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Tilidin

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AW: Tägliche Doku im Berichteblatt???

Hallo Chef de Saucier

Der MDK ist für viele HL u. PDL wohl immer noch sehr Angstbesetzt, deshalb kommen solche unsinnigen Anordnungen, tägl. etwas in die Doku zu schreiben ( kostet Zeit, Material u. hat keinerlei Aussagekraft)

Ich habe eben noch mal im Handbuch der Pflegedokumentation schnell durchgeblättert ( bmfsfj) konnte auf den fast 200 Seiten keine allgemein gültige Aussage finden.
Doku- Verfahrensanweisungen, sind nur für Probleme definiert.

Ich möchte fast sagen, dass man die Eintragungen/ Häufigkeit vom Einzelfall abhängig machen sollte, aber bei z. B. Pflegestufe 1 sollte schon 1-2- in der Woche etwas erscheinen, denn nicht alles kann man in die PP verpacken.( Finanzen, Soziales, Angehörige)

Ansonsten halte ich die PP auch für wichtiger, als das tägl. Berichtsblatt, unter der Vorraussetzung das die Leistungsnachweise tägl. geführt werden.
 
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Krankenpfleger,Fachpfleger Psych,PDL
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große PDL- Ausbildung
Kessia

Kessia

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AW: Tägliche Doku im Berichteblatt???

...aber bei z. B. Pflegestufe 1 sollte schon 1-2- in der Woche etwas erscheinen...
Kenne diese Praktika auch, dass jeder Dienst (Früh, Spät, Nacht) Einträge im Berichteblatt erbringen soll.
Der ganze Schreibkram nimmt allmählich Auswüchse an, die keiner wirklich erklären kann.
Der MDK legt Wert auf erbrachte Leistungen und diese wird ein kluger Mitarbeiter mit der PP verknüpfen oder umgekehrt. Kein MDK, den ich bisher erlebt habe, liest sich Berichteblätter durch :spinner:(seitdenn, die PP ist vielleicht unstimmig...)
Das Berichte (AZ gut, hat geschlafen, war singen, Mutti war da, ohne Vorkomnisse, alles oB etc.) in allen erdenklichen Schichten geschrieben werden müssen sind hausinterne Regelungungen und oftmals einer unsicheren Leitung zu verdanken; schreiben muss man solche substanzlosen Berichte auf keinen Fall 3 mal täglich.
 
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stern3007

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AW: Tägliche Doku im Berichteblatt???

Tägliches Dokumentieren ist schlichtweg Unsinn. Wichtige Informationen gehen in der Textflut unter. Der MDK hat dies nie beanstandet. Übrigens kann man dem MDK gegenüber auch mal den Mund aufmachen, wenn die mit unsinnigen Forderungen kommen.
 
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sophia65

sophia65

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AW: Tägliche Doku im Berichteblatt???

Habe manchmal das Gefühl, dass eh die wichtigen Informationen durch den Zettelwust in der Dokumentation verloren gehen. Habe noch kein Haus erlebt, in dem die Pflegeplanung auch richtig im Alltag genutzt wird. Die wird geschrieben und dann ist gut. Lesen tun das die Kollegen nie, da ist zum Einen die fehlende Zeit und dann die Aversion gegen die PP, die davon abhält zu lesen.
Wer schaut nach drei Wochen Urlaub die PP`s von 25 Bewohnern ä 13 Blättern, die Berichteblätter, die Arztdoku, die Wunddoku durch (400 Seiten) ??? aber ich entferne mich von dem Thema.
In unserem Haus dokumentieren wir im Berichteblatt alles Wichtige (auch PP Änderung) und dann so einmal die Woche, wenn nichts aufregendees war. Da sind dann auch oft Worthülsen zu finden :)
LG Sophia
 
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Yvonne1305

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AW: Tägliche Doku im Berichteblatt???

Wir haben in der EInrichtung es so gehalten, daß die Besuche der Haus- und Fachärzte dokumentiert wurden... Ebenso die Notfallbehandlungen außerhalb der regulären Sprechstundenzeiten.... Alles andere stand in der PP drin.... Desweiteren wurden Auffälligkeiten im Allgemeinbefinden dokumentiert... Das war auch ausreichend für den MDK
 
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AW: Tägliche Doku im Berichteblatt???

Das MDK möchte gerne das mindestens einmal pro Woche ein Eintrag über das Wohlbefinden im Verlaufsbericht steht, mehr ist neben den sonstigen Auffälligkeiten auch nicht nötig.
 
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Eisenbarth

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AW: Tägliche Doku im Berichteblatt???

Tägliches Dokumentieren ist schlichtweg Unsinn.(...)
glaube kaum, dass man diese aussage in ihrer pauschalität so stehen lassen kann...


(...) Kein MDK, den ich bisher erlebt habe, liest sich Berichteblätter durch (...)

ich erlebte recht häufig mdk-gutacher, die fast allein aufgrund eines lückenlosen und sehr detaillierten berichtsverlaufs angemessene bis wohlwollende entscheidungen getroffen haben.
dazu würde ich gerne anmerken, dass der gutachter die dokumentation gar nicht ignorieren _kann_, wenn sie denn da ist. schlussendlich gilt hier: "wer dokumentiert, hat recht" - nur mal so als anmerkung, wie gesagt..

(...) dass man bei unveränderten Bedingungen, Verhältnissen usw. alle 1 - 2 Wochen etwas in das Berichteblatt schreibt. (...)
was genau sind "unveränderte bedingungen"? (die frage ist ernst gemeint)
 
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AW: Tägliche Doku im Berichteblatt???

Lieber eisenbarth
Würdest du bitte meinen Text nicht auseinanderreißen. So ist der Sinn schon ein wenig anders als mit dem isolierten Teilfragment wie du es gemacht hast.
Tägliches Dokumentieren ist schlichtweg Unsinn. Wichtige Informationen gehen in der Textflut unter.
 
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Eisenbarth

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AW: Tägliche Doku im Berichteblatt???

ne, denke nicht.


denn eine "textflut" ist imo eine ansammlung aus inhaltsleeren hülsen, paraphrasen schon geschriebener dinge, lückenfüllern & sonstigem.

in eine doku gehören nur wichtige informationen.
 
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stern3007

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AW: Tägliche Doku im Berichteblatt???

Genauso ist es. Und genau deshalb gehören diese beiden Sätze zusammen.
 
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Eisenbarth

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AW: Tägliche Doku im Berichteblatt???

aber du willst doch nicht sagen, dass tägliches dokumentieren relevanter dinge unsinn ist...
 
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AW: Tägliche Doku im Berichteblatt???

Gibts denn wirklich täglich was "Relevantes" ? Wenn ein Bewohner/Patient einen für ihn normalen Tag hatte,dann muss doch nix dokumentiert werden,deshalb sind solche Einträge wie : "Status idem","keine Besonderheiten","wurde lt. Plan versorgt" o.ä. einfach Unsinn !
 
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Onkel Fritz

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AW: Tägliche Doku im Berichteblatt???

Genau diese Formulierungen sind sehr unerwünscht, mal einfach ausgedrückt. Wenn, dann muss man auch noch was "Interessantes" schreiben.:whistling
 
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stern3007

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AW: Tägliche Doku im Berichteblatt???

@ Eisenbarth: Das will ich nicht sagen. Ich habe doch begründet, dass wichtige Infos dadurch in der Textflut untergehen. Muß ich denn dann nochmals explizit schreiben, dass wichtiges dokumentiert werden soll? Das sollte jeder Fachkraft klar sein.

Aber oft gibt es bei Bewohnern im Heim oder in der ambulanten Pflege wochenlang nix relevantes. Im Krankenhaus schaut das natürlich anders aus.
Beispiel: Da stehen 20 Zeilen mit unrelevanten Kram wie: "Bewohner geht es gut, er wurde heute gewaschen und angezogen." Irgendwo dazwischen z.B. in der 10. Zeile steht dann vom Spätdienst eingetragen: "Bewohner klagt über Schmerzen im Unterleib. Bitte beobachten und ggf. an Hausarzt weitergeben."

Dieser wichtige Satz wird aber aufgrund der vielen unwichtigen Sätze übersehen und nichts weiter unternommen. Und nu? Ist es doch sinnvoll, solch einen Fehler auf ein Minimum zu reduzieren, indem man dafür sorgt, dass die Doku übersichtlich bleibt.
 
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Eisenbarth

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AW: Tägliche Doku im Berichteblatt???

ich will auf keinen fall in abrede stellen, dass es z.b. gesunde BW, patienten oder klienten, klassischerweise pflegestufe "0", ohne psychische störungen o.ä. gibt, oder etwa solche mit einer schon lange stabil kompensierten grunderkrankung, bei denen nichts (täglich) dokumentierenswertes anfällt.
aber es gibt z.b. auch patienten mit schweren psychopathologischen auffälligkeiten, störungen, erkrankungen, bei denen jeder tag gleich ist, aber dennoch sehr viel dokumierenswertes anfällt.
 
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Stripping

AW: Tägliche Doku im Berichteblatt???

Am schlimmsten finde ich auch, alle Tätigkeiten in Bericht aufzulisten. Was getan werden muß, ist eh klar und "Pflege nach Plan" oder "Keine Besonderheiten" ist quatsch!

Es muß nicht täglich etwas rein geschrieben werden. Was ich bisher schon gelesen habe,... wahnsinn! So wie stern2007 schrieb, wichtiges geht im unwichtigem unter. Ich kennzeichne es vorne mit dem Wort "wichtig", damit man es wenigstens liest.

Es werden sogar falsche Dinge eingeschrieben, indem man medizinische tromboseprophylaxestrümpfe (MTS) mit Kompressionsstrümpfe (KS) verwechselt...Wenn schon falsch, dann solls richtig verwendet werden. man man man
Aber bei uns bringt es nichts, etwas zu sagen. Man muß mit schlampern..
 
S

stern3007

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AW: Tägliche Doku im Berichteblatt???

Eisenbarth was soll diese ganze Diskussion hier? Das ist doch langsam Haarspalterei.
Nirgendwo habe ich geschrieben, dass grundsätzlich nicht täglich dokumentiert werden soll. Es soll dann dokumentiert werden, wenn etwas wichtiges festgestellt wird und nur dann, wenn etwas wichtiges festgestellt wurde. Wenn 30 Tage lang nichts festgestellt wurde, ist das auch ok wenn da nichts steht. Das sieht sogar der MDK ein, das ist zumindest meine persönliche Erfahrung mit dem MDK.

Jeder Pflegebereich ist anders. Im KH geht das so sicher nicht, aber in den Heimen und der ambulanten Pflege.
 
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