Medizinrecht Sturzmeldung an den Arzt

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T

tadxu

Neues Mitglied
Basis-Konto
11.07.2006
83308
Hallo,
weiß jemand ob es eine gesetzliche Richtlinie bezüglich der Sturzmeldungen gibt. Angenommen: Bewohner stürzt, hat keine sichtbaren Verletzungen, kann oder äußert keine Schmerzen. Wann muss der Hausarzt informiert werden? Notarzt?
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Traunstein
Sonnensturm

Sonnensturm

Aktives Mitglied
Basis-Konto
05.01.2006
63110
Hallo, ob es eine gesetzliche Regelung gibt, fällt mir auf Anhieb nicht ein. Aber der Hausarzt ist auf jeden Fall zu informieren, schon mal, um die Verantwortung "weiter" zu geben. Was weiter geschieht, liegt dann in seiner Verantwortung.
Und weiter beobachten, ob Schmerzen oder andere Beschwerden vielleicht verschwiegen oder nicht erkannt wurden.
Der Notarzt würde sich wahrscheinlich bedanken.:ironie:

:flowers: wassermann
 
Qualifikation
Krankenschwester
M

Manu5959

Aktives Mitglied
Basis-Konto
19.10.2005
Rosenheim
Hallo,

ich schließe mich der Meinung von Wassermann an!
Außerdem muß nach jedem Sturz ein Sturzprotokoll angelegt werden, auch wenn keinerlei Verletzungen sichtbar sind.

Grüßle Manu
 
Qualifikation
KS,PA,WBL,stellv. PDL, Pain Nurse, Pain Nurse, Pall. care
Fachgebiet
Altenheim
Weiterbildungen
Leitung des Arbeitskreises zur Implementierung von Palliative care und des Hospizgedankens
Sonnensturm

Sonnensturm

Aktives Mitglied
Basis-Konto
05.01.2006
63110
Außerdem muß nach jedem Sturz ein Sturzprotokoll angelegt werden, auch wenn keinerlei Verletzungen sichtbar sind.

Grüßle Manu
Upps, das habe ich im wahrsten Sinne des Wortes verschwitzt.
:cool:Wassermann
 
Qualifikation
Krankenschwester
A

Andy25

Mitglied
Basis-Konto
21.01.2006
73467
Hi tadxu,
Sturzprotokoll muß natürlich in jedem fall erfolgen. Den Arzt würde ich nicht sofort verständigen, wenn die Vitalzeichen in Ordnung sind, der bewohner keine Schmerzen angibt und keine Verletzungen sichtbar sind.
Ich würde es meinen Kollegen übergeben und dem Arzt bei seinem nächsten Routinebesuch kurz darüber informieren.

Gruß Andy
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Intensivstation
N

Nilsbour

Neues Mitglied
Basis-Konto
11.05.2006
09456
Hallo,
laut unserer PDL haben wir Anweisung, jeden Sturz, ob der Bewohner nun Schmerzen äußert, oder nicht, ob die Vitalzeichen in Ordnung sind, oder nicht, sofort dem gerade verfügbaren Arzt zu melden. In der Nacht also, dem Bereitschaftsarzt. Ich rufe dann an und sage ihm, nur rein informativ, Bew. soundso ist gestürzt, keine sichtbaren Verletzungen, Vitalzeichenkontrolle mit folgenden Werten, biete ihm an, weiter zu beobachten.
Unsere Bereitschaftsärzte kennen unser Heim und wissen, dass wir verpflichtet sind zu informieren. Von daher kein Problem.
LG Nilsbour
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Altenpflege
S

Simba

Mitglied
Basis-Konto
18.09.2006
35576
Hallo, da ich mich als PDL eines ambulanten Pflegedienstes in letzter Zeit mit dem Sturz-Thema etwas näher befasst habe, kann ich das Buch "Sturzprophylaxe" zur Sturzgefährdung und Sturzverhütung von C.Becker,U.Lindemann, U.Rißmann und A.Warnke sehr empfehlen.Es beinhaltet sehr viel Material ( Checklisten etc. ) rund um das Thema. Dazu würde ich den 3.Expertenstandard "Sturzprophylaxe in der Pflege" hinzuziehen.Den habe ich mir aus dem Internet heruntergeladen.
Denn es geht in erster Linie darum, für den Patient vorab das Risiko eines Sturzes abzuschätzen und vorher Maßnahmen zu ergreifen, daß der "Fall" nicht oder eher seltener passieren kann.Auch der Arzt ist hinsichtlich der Krankengeschichte des Patienten dazu verpflichtet, vorher ein Risiko abzuschätzen. "Hinterher" natürlich Protokoll und Doku, sowie immer Arzt-Info.Der Arzt muß selbst entscheiden, ob er den Patienten ansehen muß oder nicht. Auf jeden Fall ist die Pflegekraft mit der Meldung an den Arzt und der Doku dieser Meldung entlastet.
Hört sich gut an.....ist aber noch viel Arbeit...
Gruß von Atta.
 
Qualifikation
Krankenschwester / PDL
Fachgebiet
Gießen
U

UlrichFürst

Dazu würde ich den 3.Expertenstandard "Sturzprophylaxe in der Pflege" hinzuziehen.Den habe ich mir aus dem Internet heruntergeladen.
Wo das? Hab auf DNQP nix gefunden:sad: Bzw. nur Ausschnitte...

Ulrich
 
S

STS

Mitglied
Basis-Konto
14.07.2006
46147
Hallo zusammen.

Bei uns wurde nach dem Sturz eines Patienten immer der Stationsarzt bzw. der AVD informiert, der sich den betroffenen Patienten auch immer ansah.
Zusätzlich musste die PDL zeitnah telefonisch informiert werden. Bei schweren Stürzen mit Verletzungen wurden Sturzmeldungen geschrieben.

Ich habe mir jedoch von Anfang an angewöhnt, Sturzmeldungen zu schreiben und liege damit goldrichtig. Bei dem letzten Leitungsbesprechung wurde nämlich folgendes publik:

Wenn ein Patient beispielsweise in der Nacht stürzt und sich einen Arm bricht, kann es sein, dass bei ungenügender Dokumentation des Nachtdienstes die Krankenkasse für die Folgekosten nicht aufkommen. Bedeutet auf gut Deutsch: Jemand stürzt, erleidet eine distale Radiusfraktur. Pat. bleibt daher 1 Woche länger auf Station. Die Krankenkasse prüft die Unterlagen, entscheidet dass die Doku nicht vollständig/zufriedenstellend ist und zahlt dem Krankenhaus kein Geld für die eine Woche. Was wiederum bedeutet, dass das Haus die Pflegekraft belangen kann!

Demnach ist es als äusserst wichtig zu erachten, dass nicht nur folgendes dokumentiert ist:
-> Wann?
-> ungefährer Hergang? (Socken auf PVC, offene Schuhe, über Rollator gestolpert, etc.)
-> sichtbare Verletzungen?
-> Schmerzen?
-> Kommunikation adäquat?
-> Vitalzeichen in Ordnung?
-> Schutzmaßnahmen vor und nach Sturz? (Bettseiten, Gurtfixierung, chemische Fixierung)
-> Arzt (mit Namen) informiert


Die Krankenkassen (nur manche, die meisten sind noch nicht soweit den Krankenhäusern die Zahlung zu verweigern) achten nämlich auch besonders auf die Formulierung z.B. bei den Bettseiten/Bettgittern. Denn ein Bettgitter ist nicht unbedingt immer förderlich für die Gesundheit eines Patienten - sprich: Er könnte drüberklettern. Auch medikamentöse Ruhigstellung kann weitere Stürze provozieren, wenn der Patient auf z.B. Atosil paradox reagiert oder aufsteht und wie betrunken umherwandert. Es sollte ganz genau dokumentiert werden, dass mit dem Patient eindringlich geredet wurde, nicht alleine aufzustehen. Es muss erwähnt werden, dass die Klingel erreichbar auf dem Nachtschrank/am Kopfkissen lag und der Patient dessen Funktion auch versteht. Bei anhaltender motorischer Unruhe muss klar sein, dass der Arzt auch darüber bescheid weiss. Und jeder Patient muss eigentlich gefragt werden, ob Bettseiten angebracht werden dürfen, ausser der Arzt ordnet es an. Bettseiten gelten zwar auch als Fixierung, haben aber nicht halb so viel Bedeutung vor einem Gutachter oder ganz allgemein vor dem Gesetz wie ein Bauchgurt.


Auch gut ist es, nicht direkt "Pat. war gestürzt" zu schreiben, sondern eher ein "Pat. wurde auf dem Boden sitzend/liegend aufgefunden".
 
Qualifikation
Stationsleitung
Fachgebiet
Interdisziplinäre Wahlleistung
Doreen1996

Doreen1996

Mitglied
Basis-Konto
03.06.2006
21077
Hallo,

wenn bei uns ein Bew. stürzt, füllen wir ein Sturzereignisprotkoll aus und messen natürlich die Vitalzeichen. Bei schweren Stürzen mit Verletzungen oder Schmerzen ist es Vorschrift den Bew. zu röntgen, dann auf jeden Fall Arztinfo. Bei weniger schlimmen Stürzen informiere ich den Arzt beim nächsten Hausbesuch.
Gruß Doreen
 
Qualifikation
Krankenschwester/PA
Fachgebiet
APH
Pflegeboard.de

Pflegeboard.de

Administrator
Teammitglied
05.07.2001
www.pflegeboard.de
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