Studium & Beruf Studium ohne Ausbildung und Jobchancen

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Pflegeakademiker

Pflegeakademiker

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07.02.2006
60489
liebe kolleginnen und kollegen,

ich bin am ende meines studiums und nun auf jobsuche.
da ich keine pflegeausbildung habe, sondern "nur" als dipl.-pflegewirt(fh) in den arbeitsmarkt starte, ist dies schwierig.
wie es momentan aussieht muss ich die ausbildung nachmachen. natürlich nicht wirklich schön, nach dem studium nochmal auf die berufsschule zu gehen.

in welchen bereichen habe ich chancen einen job zu bekommen ?
hat jemand ideen ?

ich frage micha uch, warum die ausbildung nachmachen, da man später eh irgendwo im büro sitzt und nicht direkt auf station arbeitet. dementsprechend sehe ich das als schikane an.
hier gibt es auch einen artikel zum lesen ;) :
Universität Witten/Herdecke | Dr. A. Zegelin: Pflege studieren- von der Notwendigkeit einer akademischen Pflege "am Bett"?
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpfleger
Fachgebiet
verschieden
Weiterbildungen
Dipl.-Pflegewirt (FH), M.Sc.
H

Heli20

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16.03.2006
33729
Hallo,

das sehe ich nicht als Schikane an, sondern die Ausbildung stellt für mich das Basiswissen dar.

Was Schikane ist, dass man bisher noch 2 Jahre Vollzeit Berufserfahrung vorzeigen muss, um als Leitung eine Genehmigung von den Krankenkassen zu bekommen. Da wirst du auch nicht drum herum kommen...

Jeder Industriekaufmann/frau würde sich nachm BWL-Studium doch über so eine Regelung todlachen!!!!

Aber in der Pflege ist mal wieder alles anders...

Gruß Chris26
 
Qualifikation
Krankenpfleger; Bachelor of Science in "Pflege und Gesundheit" (FH);
Fachgebiet
Außendienst
Pflegeakademiker

Pflegeakademiker

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07.02.2006
60489
Hallo Chris,

soweit ich weiß werden diese zwei Jahre (zur Anerkennung als Pflegefachkraft) eher locker gesehen. Hoffe wird bei mir auch so sein.

Die Basis. Kommt auf den Studiengang an. Ich habe z.B: Pflege studiert und nicht Management. Schwerpunkte eben auf klinischer Pflege.

Ich glaube es gibt keine akademische Disziplien, ind er man nach dem Studium eine Ausbildung nachmachen muss. BEi uns dachten die meisten während des Studiums, dass es ein "Witz" ist. Vor allem, wenn immer gesagt wird, dass es viele BErufsfelder ohne Ausbildung gibt. Leider ist dem nicht wirklich so. Die Ausbildung wird immer mitverlangt.
Jedenfalls habe ich keine andere Stelle gefunden.

Sollte das Studium als Aufbau gelten so sollte es auch nur für Leute mit Ausbildung zugänglich sein. (Schon ein Gegensatz in sich, warum eine Ausbildung als Basis für ein Studium benötigt wird)

Es ist alles sehr merkwürdig. Auch die "Kompetenzen" der Pflege sind in Deutschland sehr merkwürdig geregelt.

Ich verweise an dieser Stelle auf diesen Artikel:

[...]
Geringschätzung der praktischen Pflegearbeit
In der Medizin würde eine Forderung nach akademischer Basis überhaupt nicht in Abrede gestellt und so ist es verwunderlich, dass in unserem Gesundheitswesen den Kranken eine ebenso moderne Form der Pflege vorenthalten wird – die Ressourcen durch eine grosse Berufsgruppe liegen brach!
Dies mag auch an der Geringschätzung der direkten Pflege liegen – eine Geringschätzung, die auch von vielen Berufsangehörigen selbst gespiegelt wird. „Akademiker am Bett ?“ ist eine typisch deutsche Frage. „Waschen, Füttern, Lagern“ umschrieb gerade ein unzufriedener Krankenpfleger seine Arbeit in einer Fachzeitschrift. Ein Problem liegt darin, dass Pflege immer wieder rein über Tätigkeiten definiert wird - die Person, um die es geht, wird nicht in den Blick genommen Dabei ergibt sich gerade hier eine anspruchsvolle und hochdifferenzierte Aufgabe – die Menschen sind sehr unterschiedlich. Jahrzehntelange Ansprüche einer „individuellen Pflege“ sind kaum verstanden und umgesetzt worden, nach wie vor gibt es große Probleme mit der Methode des Pflegeprozesses. Dies ist für mich sehr gut verständlich – solange Medizin und Klinikvorgaben das Procedere steuern und unklar bleibt, wie tief und weitreichend sich Pflegende auf das Individuum einlassen sollen, auch im Sinne eines Fürsprechers weit über die „Klinikentlassung“ hinaus. Die von außen hereingetragenen Kampagnen des „Humanen Krankenhauses“ (70er Jahre), der „Patientenorientierten Pflege (80er Jahre) blieben wirkungslos im Sinne einer dauerhaften und professionellen Umgestaltung, eher ging es darum „alles ein bißchen netter“ zu machen.
[...]
Quelle:
Universität Witten/Herdecke | Dr. A. Zegelin: Pflege studieren- von der Notwendigkeit einer akademischen Pflege "am Bett"?


Kurz um wird man nicht an der "Nachexaminierung" vorbeikommen.
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpfleger
Fachgebiet
verschieden
Weiterbildungen
Dipl.-Pflegewirt (FH), M.Sc.
H

Heli20

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16.03.2006
33729
Also mir würde auch spontan kein Beruf einfallen, wo du ohne Examen unterkommst. Das ist sicherlich sehr frustrierend für dich.

Wenn du wirklich die Ausbildung nachmachen mußt, würde ich den Pflegekräften auf Station (bei deinen Praxiseinsätzen) nicht grad unter die Nase reiben, dass du schon einen akademischen Abschluß hast, und du nach der Ausbildung nicht mehr am Patientbett stehen willst.

Es ist durch die DRG´s, Stellenabbau, demographische Merkmale usw. sehr frustrierend auf Station geworden und es gibt viele Neider. Da kommt einer mit nem Hochschulabschluß, der dort "nur" seine Zeit absitzen will um endlich sein Examen nachzuholen, gerade recht.

Kleiner Tipp am Rande und vllt findeste ja doch was mit deinem Abschluß!!

Gruß
 
Qualifikation
Krankenpfleger; Bachelor of Science in "Pflege und Gesundheit" (FH);
Fachgebiet
Außendienst
Pflegeakademiker

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07.02.2006
60489
Da hast Du recht Chris. HAbe ich auch schon während der PRaktika und des Studiums gemerkt, dass viele Kollegen nicht gerade nett sein, wenn sie was vom Studium erfahren.
Hast nen Tipp bezüglich Jobsuche in welchem Bereich ich mehr Chancen hätte ?
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpfleger
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Dipl.-Pflegewirt (FH), M.Sc.
H

Heli20

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16.03.2006
33729
Sorry, mir fällt da leider auch nix ein. Kenne auch "nur" Berufe, wo ein Examen Pflicht ist.
 
Qualifikation
Krankenpfleger; Bachelor of Science in "Pflege und Gesundheit" (FH);
Fachgebiet
Außendienst
T

traveler

Aktives Mitglied
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09.12.2005
Kaufbeuren
Hallo,

kenne kein Studium, bei dem man vorher eine Lehre machen muss um fürs Studium qualifiziert zu sein.

Ich denke deine Probleme liegen eher darin, dass das Studium halt nur ein eher kleines Arbeitsfeld abdeckt und noch nicht so bekannt ist.

Mir fallen da mehrere Bereiche ein wo du mit dieser Qualifikation unterkommen könntest.
Leiter Service und zentrale Dienste, Controlling, Personalentwicklung, QM, Koordination, Organisation, Casemanagement, MDK usw. Solche Stellen findet man häufig nur bei großen Trägern, nur die Stellen sind dünn gesäät und du bist Berufsanfänger!

Wie auch bei anderen Studienabgängern helfen da vielleicht Praktikas weiter.

Frage am Rande - du hast doch während deines Studiums sicherlich Praktikas gemacht? Keine Verbindungen geknüpft?

Viel Erfolg

Gruß renje
 
Qualifikation
GuK, Lehrer, Sozialbetriebswirt FH
Fachgebiet
Angestellt
S

sozius

Mitglied
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27.08.2007
19059
also ich finde, dass man auch ohne exam z.b bei den pflegekassen arbeiten kann bzw. beim mdk. es ist aber meiner meinung imme rbesser wenn man auch noch ein exam in der alten bzw. kranknepflege hat, denn weiß man schließlich wie die arbeit einer exam. pflegefachkraft ist
 
Qualifikation
exam. Pflegefachkraft
Fachgebiet
Intensiv, Beatmung
T

traveler

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09.12.2005
Kaufbeuren
Hallo sozius,

also ich finde, dass man auch ohne exam z.b bei den pflegekassen arbeiten kann bzw. beim mdk. es ist aber meiner meinung imme rbesser wenn man auch noch ein exam in der alten bzw. kranknepflege hat, denn weiß man schließlich wie die arbeit einer exam. pflegefachkraft ist
und vom Architekten verlangen wir auch, dass er zuerst
Schreiner, Zimmerer, Fließenleger, Maurer, Heizungsmonteur, Elektriker, Bodenleger, Eßstrichleger, Fensterbauer - sicher habe ich noch was vergessen - lernt - oder??? :ironie:

Grüsse
 
Qualifikation
GuK, Lehrer, Sozialbetriebswirt FH
Fachgebiet
Angestellt
double19

double19

Aktives Mitglied
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18.10.2006
56335
Hallo Pflegeakademiker,

frage doch mal für einen Job bei MDK oder MDS nach oder z.B. beim KDA in Köln.

Gruß Double
 
Qualifikation
selbstständig; Heimberater
Fachgebiet
Rheinland-Pfalz
C

Chris_UniKlinikHD

Neues Mitglied
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07.11.2007
69120
also ich finde, dass man auch ohne exam z.b bei den pflegekassen arbeiten kann bzw. beim mdk. es ist aber meiner meinung imme rbesser wenn man auch noch ein exam in der alten bzw. kranknepflege hat, denn weiß man schließlich wie die arbeit einer exam. pflegefachkraft ist
Sorry, aber da lach ich doch.


WIe soll jemand ueber Pflegestufen entscheiden wenn er keine Ahnung hat wie hart und dringend die Hilfe doch ist. Aber hey... da wir Deutschen den Amis 20 Jahre in allem hinterher sind kann ich dich beruhigen. Leute die keine Ahnung haben und gerne ablehnen werden in Zukunft gebraucht. Denn es wird nicht mehr darum gehn zu helfen, sondern Geld einzubringen. Pro abgelehntem Patient bekommste dann ne Provision ;)

Ebenso gibt es in der Schule Lerneinheiten, die ich von Lehrkräften vermittelt bekommen will, die mal 7 Jahre im Berufsleben, in der Pflege aktiv waren.

Aber hast scho recht... ne Ausbildung zu haben is immer gut. Wird auch vom zukünftigen Arbeitgeber sehr geschätzt :eek:riginal:
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpflegeschüler
Fachgebiet
Krankenpflegeschule
A

Amanda00

Mitglied
Basis-Konto
26.06.2007
30161
Hallo,
ich wundere mich, dass Du während Deines gesamten Studiums anscheinend nicht über Deine Möglichkeiten am Arbeitsmarkt aufgeklärt wurdest:blushing:?
Zum anderen ergeben sich Deine beruflichen Chancen doch aus den Inhalten Deines Studiums. Welche Seminarthemen hattest Du die ganze Zeit über?
Du musst selbst wissen, ob Du Dich, von den Studieninhalten her, z.B. als Sozialarbeiter im KH bewerben kannst, oder vielleicht im begleitenden Dienst eines APH, oder hst Du mehr im Bereich QM gelernt? Evtl. Dozent?
Zudem kannst Du auch als Heimleitung anfangen, nachdem Du jedoch mind. zwei Jahre z.B. als Assistent / Trainee gearbeitet hast.
Ich habe Gerontologie studiert und auch meine Mitstudierenden ohne vorherige Ausbildung konnten Arbeit finden, jedoch nur mit viel Flexibilität und Kreativität.
Gruß Amanda00
 
Qualifikation
Pflegedienstleitung
Fachgebiet
Hannover
O

Orbitalunicorn

Mitglied
Basis-Konto
19.01.2005
13597
Hallo,

ich muss mal ehrlich sagen mir ist es unbegreiflich wie man ohne jegliche Grundvoraussetzung Pflegewissenschaften studieren kann, um dann als Pflegewirt zu arbeiten.
Das ist ja wie, als wenn ich eine Ausbildung zum Fahrlehrer mache, aber keinen Führerschein habe.

Ich bin ehrlich, ich denke Deine Marktchancen sehen eher schlecht aus, da Du keine einschlägige Praxiserfahrung hast.

Bei mir meckern auch viele rum , da ich zu lange in der klinischen Forschung war und nicht in der direkten Pflege, trotz Ausbildung zur Krankenschwester.

Mach doch eine Duale Ausbildung (Bachelor of Nursing) daß lohnt sich wenigstens.

Ich finde es schade daß mittlerweile viele nicht Fachleute diesen Beruf studieren...das empfinde ich als Schikane, denn wir musste erst lange arbeiten und uns Berufserfahrung aneignen um in diesen Studiengang zu kommen. :nono:

Es spielt keine Rolle ob Du Pflegemanager studiert hast oder nicht, letztendlich wird auf dem Markt kein wirklicher Unterschied gemacht.

Ich würde Dir raten mach erst die Ausbildung, dann weißt Du auch wo unsere Aufgaben liegen und dann musst man auch nicht Fragen wo man einen Job finden kann.:suche:

Wie sagte Einstein so schön:"Um ein tadeloses Mitglied einer Schafsherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein." Ich denke das bringt es so ziemlich auf den Punkt.

Lieben Gruß
 
Qualifikation
Studentin Pflegewissenschaften/Pflegemanagement
Fachgebiet
QM, Bereichsleitung, Lehrkraft
H

Hametum

Mitglied
Basis-Konto
25.07.2007
23869
ich frage micha uch, warum die ausbildung nachmachen, da man später eh irgendwo im büro sitzt und nicht direkt auf station arbeitet. dementsprechend sehe ich das als schikane an.
Ich weiss noch nicht so recht wie ich das deuten soll oder Du hast das Studium nicht verstanden oder bist einer von denen welche nicht wussten was sie studieren sollen.

Das Studium soll dich nicht dazu befähigen einen Sessel warm zu halten und Zahlen oder Papiere zu verwalten, sondern die enormen Herausforderungen welche die Pflege zu bewältigen hat mit dem Studium und der erworbenen Kenntnisse zu unterstützen.
Und dass kann man meineserachtens nur verstehen, wenn man sich selbst mal in dieser Situation befindet und nicht auf einem hohen Roß sitzt.
Auch kann man sich der Akzeptanz der Pflege sicher sein, wenn wahrgenommen wird, dass man nicht nur ein Sesselfurzer ist sondern die Problematiken kennt.

Ich glaube es gibt keine akademische Disziplien, ind er man nach dem Studium eine Ausbildung nachmachen muss. BEi uns dachten die meisten während des Studiums, dass es ein "Witz" ist.
Ich halte es eher für ein Witz, das Studierende zugelassen worden sind,ohne Kenntnisse in diesem Bereich zu haben. Frei nach dem Motto "Pflege iss ja nicht so wichtig, da kann jeder rein".

Ich weiss sehr sicher wovon ich rede, da gut und gerne 30% von denen bei mir im Studiengang sitzen und nicht wissen was sie danach machen sollen.

Das Studium mag dich vieleicht dazu befähigen, Controllingaufgaben oder Projektmanagement unsw. zu übernehmen, doch Tätigkeiten wo Pflegekräfte gesteuert werden müssen, sind ungeeignet, wenn man sich nicht vorstellen kann wie Tagtäglich mit diesen engen Rahmenbedingungen für die Pflege gekämpft wird.

Es reicht sicher nicht mal ebend ein Praktikum oder ein Praxissemester zu machen, da selbst eine Pflegekraft nach 3 Jahren Ausbildung erst das laufen lernt.

Deine Äußerungen sind genau das was Pflege und Akademiker ín der Pflege trennt.
Ohne die Pflege ist ein Akademiker nichts , da niemand die neuen Erkenntnisse umsetzt. Die Pflege ist hingegen nichts auf dem Weg in die Professionalisierung, ohne sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse stützen zu können.

Es sind solch essentiellen Abhängigkeiten vorhanden, das es sicher keine Schikane ist, zu wissen wie die Pflege tickt.

Will sicher nicht persönlich werden, doch denke ich das du noch nicht so weit bist.

Gruß
Hametum
 
Qualifikation
Krankenhausdirektor
Fachgebiet
Krankenhaus
Weiterbildungen
MBA Sozial- und Gesundheitsmanagement/Dipl-.Pflegewirt/ex.KP/OP-FKP/Rettsan/QM Auditor/EFQM Excellence Assessor/akkreditierter KTQ©-Visitor
C

Christian78

Mitglied
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25.01.2007
32423
Hallo!
Jetzt ist es hier mal an der Zeit die "heiße Luft" rauszulassen. Ehrlichkeit ist zwar ganz angebracht, aber man muss ja nicht ganz so persönlich werden. Derzeit gebe ich allerdings den Leuten recht, die ein Examen in einem Pflegeberuf voraussetzen. Der Grund liegt einfach in der praktischen Erfahrung. Ich finde es ungeheuer schwierig, jemandem etwas von Pflegewissenschaft zu erzählen,wenn einem die praktische Erfahrung fehlt. Da ich in Fulda studiere und der Studiengang recht ähnlich zu deinem in Frankfurt ist, und kein Examen voraussetzt,weiß ich um die Problematik bescheid. Daher bin ich froh, erst die Ausbildung gemacht zu haben und dann das Studium. Viele meiner Komilitonen haben das Examen nicht, bekommen aber die Möglichkeit es nach dem Studium nachzuholen.
Über den (Un)Sinn dieser Regelung muss man an sich nicht diskutieren, denn ich kenne keinen Beruf, wo man erst ein Studium macht und anschließend eine Ausbildung um überhaupt arbeiten zu können. Daher kann ich Dir derzeit auch nur raten, das Examen nachzumachen. Ist schon innerhalb eines Jahres möglich. Mit Sicherheit ist dieses nicht einfach. Aber sieh es nicht als Schritt zurück an, sondern als neue Erfahrungen. Es ist zum Teil etwas ganz anderes auch was die Theorie betrifft. Gerade in Bezug auf Fächer wie Pathologie und Arzneimittellehre sehe ich die klassische Pflegeausbildung als essentiel an.
Ich denke , dass es sich irgendwann einmal ändern wird und der Pflegeberuf in den tertiäten Bildungssektor angehoben wird. Dereit bildet Deutschland mit Österreich und Luxemburg leider noch die Ausnahme. Aber gerade in Hinblick auf den europäischen Kontext, wo Pflege bereits in vielen Ländern an Hochschulen gelehrt wird, wird sich Deutschland irgendwann nicht mehr ausklinken können. Duale Studiengänge wie in Berlin oder Hannover machen es bereits vor. Und es wird meines Erachtens zunehmen.Aber der Prozess braucht Zeit.
 
Qualifikation
Kinderkrankenpfleger
Fachgebiet
Student d. Pflegewissenschaften
H

Hametum

Mitglied
Basis-Konto
25.07.2007
23869
Es wird alles wieder gut ;)

Hamburg bietet seit WS 2006 ebenfalls den Dualen Bachelor (Pflegeausbildung) an. Sehr interessant ist die Abwehrhaltung der Alten Garde, wo ich mich auch noch zuzähle. Es ist immer noch nicht klar geregelt, wie der Studiengang sich im Altag bwährt und was an mehr an kompetenzen dazu kommen soll. Aber stimme Dir zu, das kein Weg dran vorbei führen wird.

Es wird noch ne Menge Zeit vergehen bevor wir uns eins sind.

Gruß
Hametum
 
Qualifikation
Krankenhausdirektor
Fachgebiet
Krankenhaus
Weiterbildungen
MBA Sozial- und Gesundheitsmanagement/Dipl-.Pflegewirt/ex.KP/OP-FKP/Rettsan/QM Auditor/EFQM Excellence Assessor/akkreditierter KTQ©-Visitor
Pflegeakademiker

Pflegeakademiker

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Themenstarter/in
07.02.2006
60489
Hallo liebe Kolleginnen und Kollegen,

habe ich leider alles schon.
MDK z.B. (wo ich auch mein berufspraktisches Semester absolviert habe) verlangt auch ein "Examen". Leider sind die Gesetze dementsprechend.

Bin zwar nicht im B.Sc Studiengang, aber die Leute haben selbiges Problem (wie wir aus dem Dipl. Studiengang)..

"...
Hinweis für Studierende ohne staatlich anerkannten Berufsabschluss im Bereich Pflege: Der Abschluss B.Sc. Pflege ermöglicht keinen direkten Zugang zu Handlungsfeldern der Pflege, die einen staatlich anerkannten Abschluss in Gesundheits- und Krankenpflege, Kindergesundheits- und Krankenpflege, Altenpflege oder Entbindungspflege voraussetzen (z.B. Leitung von ambulanten oder stationären Pflegeeinrichtungen). Sie können jedoch nach Abschluss des Studiums auf Antrag für einen entsprechenden Berufsabschluss zwei von drei Jahren Ausbildung anerkannt erhalten.
..."

Quelle: Allgemeine Pflege (AP)


Dementsprechend fallen auch MDK, PDL, Organisation, etc. weg. Die anderen Arbeitegber verlangen alle "Examen". Bin nicht der einzige, der diese Probleme hat. Die "Pflegefachlraft" wie so schön im SGB formuliert wird überall verlangt. Von amb. Diensten bis zu ..

Die "Nachexaminierung" wird immer empfohlen mit dem Hinweis, man könne sich was vom Studium anrechnen lassen.
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpfleger
Fachgebiet
verschieden
Weiterbildungen
Dipl.-Pflegewirt (FH), M.Sc.
Pflegeakademiker

Pflegeakademiker

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Themenstarter/in
07.02.2006
60489
Dies für alle Kritiker der Studierten Pflegekräfte:

"...

Pflege studieren- von der Notwendigkeit einer akademischen Pflege "am Bett"?
Dr. A. Zegelin
Pflegewissenschaftlerin
Universität Witten/Herdecke

Vortrag auf dem Hauptstadtkongress Berlin, 16.6.2005

Nach fast 15 Jahren Studiermöglichkeiten mit inzwischen über 50 verschiedenen Studiengängen haben wir uns an akademisch vorgebildete Pflegeleute gewöhnt. Allerdings zieht es die meisten Absolventen in die Bildung oder in das Management – ja, hier sind Hochschulabschlüsse inzwischen eine Standard-Voraussetzung geworden.
Die Vielzahl an Studiengängen darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Anteil studierter Pflegender immer noch verschwindend gering ist. Die von der Robert-Bosch-Stiftung im Gutachten „Pflege braucht Eliten“ 1992 geforderte Quote von 10 % (das wären ca.80000 Personen) wird in Jahrzehnten nicht erreicht – die 10% Rate wurde als erforderlich angesehen, um die Disziplin weiterzuentwickeln.

...

Geringschätzung der praktischen Pflegearbeit
In der Medizin würde eine Forderung nach akademischer Basis überhaupt nicht in Abrede gestellt und so ist es verwunderlich, dass in unserem Gesundheitswesen den Kranken eine ebenso moderne Form der Pflege vorenthalten wird – die Ressourcen durch eine grosse Berufsgruppe liegen brach!
Dies mag auch an der Geringschätzung der direkten Pflege liegen – eine Geringschätzung, die auch von vielen Berufsangehörigen selbst gespiegelt wird. „Akademiker am Bett ?“ ist eine typisch deutsche Frage. „Waschen, Füttern, Lagern“ umschrieb gerade ein unzufriedener Krankenpfleger seine Arbeit in einer Fachzeitschrift. Ein Problem liegt darin, dass Pflege immer wieder rein über Tätigkeiten definiert wird - die Person, um die es geht, wird nicht in den Blick genommen Dabei ergibt sich gerade hier eine anspruchsvolle und hochdifferenzierte Aufgabe – die Menschen sind sehr unterschiedlich. Jahrzehntelange Ansprüche einer „individuellen Pflege“ sind kaum verstanden und umgesetzt worden, nach wie vor gibt es große Probleme mit der Methode des Pflegeprozesses. Dies ist für mich sehr gut verständlich – solange Medizin und Klinikvorgaben das Procedere steuern und unklar bleibt, wie tief und weitreichend sich Pflegende auf das Individuum einlassen sollen, auch im Sinne eines Fürsprechers weit über die „Klinikentlassung“ hinaus. Die von außen hereingetragenen Kampagnen des „Humanen Krankenhauses“ (70er Jahre), der „Patientenorientierten Pflege (80er Jahre) blieben wirkungslos im Sinne einer dauerhaften und professionellen Umgestaltung, eher ging es darum „alles ein bißchen netter“ zu machen.
Nach fast vierzig Jahren Berufstätigkeit in der Pflege wird mir immer klarer, dass die wertvollen Kontaktzeiten zu den Patienten/Familien viel, viel mehr genutzt werden müssten – jeder Einzelne und seine Situation sollten stärker in den Blick genommen werden, über die Institution hinaus, mit der Blickrichtung Lebensweltorientierung und individuelle häusliche „Normalität“. Ich wünsche mir, dass beruflich Pflegende in den langsam aufkeimenden Ansätzen der Integrierten Versorgung künftig eine größere Rolle spielen.

..."

Quelle:
Universität Witten/Herdecke | Dr. A. Zegelin: Pflege studieren- von der Notwendigkeit einer akademischen Pflege "am Bett"?


Warum arbeiten die "examinierten" gegen die "studierten" ?
Natürlich sind Ausbildungen immer anders gewichtet, wie Studiengängen.
Allerdings werden in keiner anderen Disziplien (wie in der Pflege) dem Akademiker seine Berufskompetenzen so bestritten.

Meine Persönliche Meinung ist die, dass sich die "examinierten" immer als die höchste pflegerische Ausbildung einfach jetzt degradiert fühlen, weil es noch "studierte" gibt. Zudem habe ich leider oft das Gefühl, dass viele Pflegekräfte gegen verbesserungen und eine Professionalisierung der Pflege sind. Ein Schritt ist ja schon die Änderung der Berufsbezeichnung und die zusätzlichen "Aufgaben". Wer sich weiterhin so ausdrückt: " Es ist nicht gut für den Patienten, weil es ihm weh tut." .. Muß sich nicht wundern warum die anderen Fachdisziplienen die Pflege nicht ernstnehmen und die sich nicht weiterentwickelt und verbessert.
Eine so tolle Ausbildung ist das "Examen" auch nicht. Es gehen auch viele wichtige Inhalte unter oder werden nicht ausführlich genug bearbeitet.

Bedenkt das auch mal.

Was sollen eigentlich Leute, wie ich, denken bzw. wie sollen wir später den "Examinierten" gegenübertreten, wenn wir nach dem Studium die Ausbildung machen müssen, uns dauernd von oben herab behandeln lassen müssen, weil die tollen "Examinierten" ja so toll sind und alles wissen und können.
Nach den drei Jahren Ausbildung bekommt man doch vielleicht (Dank des Studiums) mit "Examen" eine Leitungsfunktion und hat schon eine Antiparthie gegenüber "Examinierten" aufgebaut.

Muß das sein oder was wird damit bezweckt ?
Selbst für die "Götter des Examens" könnte sich eine Weiterentwicklung der Pflege positiv auswirken.
Aber nie vergessen: "Die Akademiker sind Eure Feinde." :spinner:


Berufserfahrung:
Für mich immer so ein Hochangeln , um die Akademiker mit letzter Krauf aus dem Rennen zu werfen. Welcher Studiengang bietet soooviel Berufserfahrung und dennoch wird nie ein Bankkaufmann verlangen, dass der Dipl. Kaufmann oder Betriebswirt (FH) die Ausbildung nachholt.
Übertragbar auf alle anderen Bereiche.
Außerdem hat kein Berufsanfänger viel BE. Nebenbei geht die Berufserfahrung (die gezählte) erst nach der Ausbildung los und dementsprechend sind die frisch "Examinierten" nur hintendran. Auch wenn sie ein paar Std. mehr Praxis haben, als die Akademiker. Wers nicht glaubt selbst Akademiker haben (z.B. in meinem Dipl. Studiengang)die ersten 4 Semester alle 2 Wochen 2 Tage + 6 Monate in den Ferien + 1 berufspraktisches Semester Praxis im Studium. Also soviel mehr (auch wenn es ein paar sind) Std. haben die Azubis nicht. Dafür um sehr viel weniger und weitaus weniger tiefgreiffendere Theorie.
Nicht zu vergessen haben wir die normalen Stationsschichten und zudem spezielle klinische Lehrveranstaltungen mit viel Praxisbegleitung, täglicher Reflexion und aktuellen vorher theoretisch aufgearbeiteten Aufgaben aus der Pflege bis zu Analysen, (Pflege)Diagnostik, usw.

In dem Sinne
Auf gute Zusammenarbeit.
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpfleger
Fachgebiet
verschieden
Weiterbildungen
Dipl.-Pflegewirt (FH), M.Sc.
C

Christian78

Mitglied
Basis-Konto
25.01.2007
32423
Hallo Pflegeakademiker!
Ich finde viele deiner Aussagen absolut richtig. Ich glaube jedoch,dass sich nicht sehr viel ändern wird,so lange aus berufspolitischer Sicht keine Notwendigkeit hierfür besteht.Generell würde ich ein Studium von der Qualifikation her höher einstufen als eine Ausbildung. Aber so lange es immer noch die Möglichkeit gibt Pflege im Rahmen einer Ausbildung zu erlernen,wird die Mehrzahl der Schulabgänger sich für eine entgeltliche Ausbildung entscheiden, anstatt für ein Studium, wofür man Studiengebühren etc. bezahlen muss und wo die berufliche Zukunft unklar ist.
 
Qualifikation
Kinderkrankenpfleger
Fachgebiet
Student d. Pflegewissenschaften
A.Hoffmann

A.Hoffmann

Mitglied
Basis-Konto
08.11.2007
78269
www.da-heim.eu
Hallo,


ich könnte mir vorstellen, dass es Möglichkeiten in angrenzenden Berufsgruppen gibt, wie z.B. Finanzmanagement oder QM. Schau dochmal z.B. bei opta data Gruppe - Dienstleistungen für das Gesundheitswesen, Abrechnung, Software, Qualitätsmanagement und Marketinghttp://www.optadata-gruppe.de oder http://www.azh.de/unternehmen/karriere/ nach.

Vielleicht findet sich da was...

Ansonsten wäre es Möglich als freier Handelsvertreter zu arbeiten.... Falls das in Frage käme - einfach kurze Rückmeldung....dann kann ich dazu weitere Infos zur Verfügung stellen...

Bis dahin,

MfG
A Hoffmann
 
Qualifikation
Solution Consultant
Fachgebiet
Social Security Software
Status
Für weitere Antworten geschlossen.

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