Streik

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HL2917

HL2917

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19.09.2005
Hi,

habe heute in Die Schwester/ Der Pfleger ( ist der Titel nicht langsam veraltet?) gelesen, dass nicht nur Ärzte streiken sondern auch Pflegenden.

Kann mir jemand von der Gründen und Erfahrungen berichten? Zusammenarbeit mit xxx? Aufforderung durch xxx?

Besten Gruss

Pflegexpertise
 
Qualifikation
Pflegende, Gesundheitswissenschaftlerin
Fachgebiet
Rehabilitation, Psychiatrie
Manegger

Manegger

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Zum Titel:
Ja, finde ich auch.
Irgendwann in nächster Zeit soll die Zeitschrift "Die Pflege" vom DBFK mit "Bruder Schwester" verschmelzen und dann auch offizielles Organ des DBFK sein.
Genauen Zeitpunkt weiß ich nicht. Aber ielleicht gibts dann nen neuen Namen!

Was den Rest angeht (von Pflegeexpertise) versteh ich die Frage nicht ganz.

Heißen die Fragen: Wer fordert zum Streik auf?
Was sind die Gründe zum Auffordern/ zum Streiken?
Wo kommen Streikerfahrungen her ? Wie / Was sind die Streikerfahrungen?
Zusammenarbeit (?) beim Streik?

Wozu das ganze?
Kennst du jemanden, der im Betriebs/ Personalrat tätig ist?
Kannst du die Fragen vielleicht konkretisieren?
 
Qualifikation
Dipl.Pflegewirt
HL2917

HL2917

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Themenstarter/in
19.09.2005
Hi,

ich meine streikt jemand von Euch?
Streiken viele Pflegende? Wofür streiken sie? Wer koordiniert die Streiks.

Ich frage weil ich in den Medien verfolge, das vorallem Ärzte streiken und nun das erste Mal lese, das Pflegende streiken.
Hat dies miteinander zu tun?
Streiken die Pflegenden aus Solidarität mit? Oder haben sie eigene Intentionen?
Ist die Intention die Steigerung der Qualittät der möglichen Pflege unter aktuellen Bedingungen?

Bin gespannt. (Arbeite eben an keiner Uniklinik)

Gruss

Pflegeexpertise
 
Qualifikation
Pflegende, Gesundheitswissenschaftlerin
Fachgebiet
Rehabilitation, Psychiatrie
Isis

Isis

Aktives Mitglied
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16.05.2005
2
Ich arbeite zwar auch nicht an einer Uni-Klinik, kann aber zu den Streiks folgendes sagen:
Der Ärztestreik wird vom Marburger Bund organisiert, und die fordern halt 30% mehr Gehalt, darin sind allerdings, wenn ich das richtig verstehe, Überstunden und Bereitschaftszeiten mit berücksichtigt. Denn eines ist ja wohl klar: Gerade die Assistenten, die die meisten Stunden arbeiten, stehen finanziell unter erheblichem Druck. Die haben immer noch 24 Stunden-Schichten, jeder Brummifahrer muss nach 8 Stunden angemessene Pausen einlegen (macht nicht jeder, aber wenn man bei einer Kontrolle auffällt, gibt es Ärger - von Ärzten erwartet man, daß sie auch nach 18 Stunden oder mehr Leben retten). Wie ich letztens in einer Doku erfahren konnte, verdient ein Assistent wohl so um die 1800 Euro netto im Monat, da braucht's schon eine Menge Idealismus, aber das dürfte uns ja nicht ganz unbekannt sein.... :biggrin:

Die von ver.di organisierten Streiks betreffen nur die Leute, die noch im öffentlichen Dienst arbeiten - also Müllabfuhr die noch in städticher Hand sind, Autobahnmeistereien, kommunale Krankenhäuser, Politessen usw. Wie die nun ihren Notdienst organisieren, weiß ich wiederum nicht, aber ich denke, daß dies die Leute vor Ort machen. Und streiken können eh nur ver.di-Mitglieder, zumindest bekommen die Streikgeld, alle anderen gehen leer aus, wenn sie denn streiken.

Und, finde ich den Streik gut? Ja, denn es geht meiner Meinung nach nicht, daß die Beschäftigten unter Finanzmiseren, die sich Bund, Länder und Städte zum großen Teil selber eingebrockt haben, nun auslöffeln müssen. Es gibt sicher noch andere Konzepte und Möglichkeiten, diese Probleme zu lösen - und nein, ich habe kein Patentrezept an der Hand.
 
Qualifikation
Krankenschwester/Nachtwache
Fachgebiet
Altenpflegeheim
Monika58

Monika58

Aktives Mitglied
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26.09.2005
Bonn
Die Pflegenden streiken schon ne Weile länger als die Ärzte .... haben aber, wie so häufig, die schlechtere Lobby.
An dieser Stelle hoffe ich, dass ver.di diese Seite auch verfolgt und merkt, welch schlechte Informationspolitik sie als Gewerkschaft betreibt.
In Anlehnung an den Slogan "stell Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin" sage ich jetzt mal "stell Dir vor, es wird gestreikt, und keiner merkt es".
 
Qualifikation
Lehrerin für Pflegeberufe, Qualitätsmanagerin
Fachgebiet
Leiterin Fachseminar für Altenpflege
R

rueporade

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16.01.2006
42477
Hallo Pflegeexpertise
verstehe DEine Fragestellung überhaupt nicht.
Verstehe auch Deine persönlichen Angaben überhaupt nicht.
Pflegeexpertin - überall - ????
Ulla Schmidt - gib´Dich endlich zu erkennen !!!!
Gruß
rueporade
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger f. Psychiatrie, PDL
Fachgebiet
Privater amb. Pflegedienst, PDL
Weiterbildungen
Amb. Pflege, PDL, Psychiatrische Pflege
R

Rosi S.

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14.12.2005
München
Ich finde auch die Situation der Assistenzärzte nicht in Ordnung( Vergleich mit den Brummifahrern!! Gerade bei Ärzten geht es um Menschenleben!!), aber der DbfK weist darauf hin, dass das Geld, dass sie dann mehr bekommen warscheinlich wieder mt Pflegekräften eingespart wird, und das ist nicht der richtige Weg. Es soll also auch darauf aufmerksam gemacht werden, dass auch das Pflegepersonal langsam an ihre Grenzen stösst( Arbeiten mit Hilfspersonal, trotzdem die ganze Verantwortung tragen,....), gerade DIE, die eben nicht mehr im Öffentlichen Dienst arbeiten. WER SCHÜTZT DEN UNS VOR AUSBEUTUNG????
Wir verdienen weniger, haben dafür auch noch längere Arbeitszeiten und zunehmend biliges Hilfspersonal mit zunehmender Fluktuation. Kennen die Verantwortlichen nicht die Staistiken aus dem nahen Ausland, dass damit die Zahl der Pflegefehler und Komplikationen wesentlich steigen, wer weiss mehr, oder kann mir helfen bei der Suche nach jemanden, der sich für uns einsetzt???
 
Qualifikation
Krankenschwester, PA
Fachgebiet
Berufsfachschule
Manegger

Manegger

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Hallo zusammen,
Die Ärztestreiks begannen etwa im Oktober letzten Jahres. Primär betroffen sind die Ärzte des Marburgerbundes, welche in den Uni-Kliniken arbeiten, bzw NUR die Uni-kliniken, weil diese nicht mehr nach BAT und TVÖD bezahlt werden
30% mehr Gehalt soll eigentlich nur deutlich machen, das:
- sich dieser Betrag zum Teil aus nicht erfolgten Gehaltsanpassungen durch Austritt aus dem BAT
- Nicht bezahlten Überstunden (Bei Ärzten muss der Chefarzt im Nach-hinein die Überstunden genehmigen. Setzt er seine Unterschrift nicht unter den Zettel, gibt es kein Geld für den Assisstenten. "Sie wollen doch nicht, dass ihr Kollege in der Nachbarabteilung arbeitslos wird, wenn ich ich ihnen die Überstunden unterschreibe, oder?")
- fehlende Zusatzvergütungen für Bereitschaftsdienste
zusammensetzt.
Summasumarum sollen dass mittlerweile 30% sein. Daher also die Forderung.
Die Pflegekräfte streiken in den Uni-kliniken nur deswegen mit, weil es sie auch teilweise oder ganz betrifft. VER.di macht dabei mit, weil natürlich die Pflegekräfte keine Kammer oder entsprechend starke Berufsorganisation haben (ich sags ja immer wieder...schön dumm die Pflegenden)

Die Streiks im öffentlichen Dienst, die die Uni-kliniken nicht betrafen und dafür die öffentlichen Krankenhäuser, hatten ein anderes Ziel.
Hier sollten im ÖD alle ÖD-Beschäftigte 40h Stunden statt der bisherigen 38,5 arbeiten. Das hätte für ein ca 300 Bettenhaus etwa eine Pflegepersonaleinsparung von ca 15-20 Mitarbeitern (etwa max.900.00 Euro pro Jahr) gebracht.
Das wurde nun teilweise bis ganz abgelehnt. Im Krankenhausbereich und Müllabfuhr wird weiter 38,5h/Woche gearbeitet, in der Verwaltung mehr ich glaube 39-40h. Allerdings gilt dies nicht für die Verwaltung im Krankenhaus (komischerweise...)
 
Qualifikation
Dipl.Pflegewirt
Skysurfer

Skysurfer

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Ich finde auch die Situation der Assistenzärzte nicht in Ordnung( Vergleich mit den Brummifahrern!! Gerade bei Ärzten geht es um Menschenleben!!), aber der DbfK weist darauf hin, dass das Geld, dass sie dann mehr bekommen warscheinlich wieder mt Pflegekräften eingespart wird, und das ist nicht der richtige Weg.

Also ich muss sagen, dass mir die Ärzte sonstwo vorbeigehen! Das ist deren Sache, was die mit sich machen lassen oder auch nicht. Ich kenn keinen Arzt, der sich wirklich für meine Berufskonditionen interessiert, jedenfalls ehrlich.

Mir persönlich ist das Gerede über die Ärzteschaft langsam zuwider. Man sieht nur die armen, armen Ärzte, ausgebeutet, am Bettelstab nagend, übermüdet, sozial ausgegrenzt und völlig verkannt, ach, nicht genug gewürdigt hab ich noch vergessen:sick: . LOL

Wie ich das nichmer hören kann! Die Pflegenden sind seid Jahren schon am Anschlag, nicht weniger mies angesehen, doch wesentlich schlechter bezahlt als die Ärzte! Die Pflegenden hätten allen Grund zu streiken, stattdessen organisiert der Lobbyistenbund großflächige Streiks um noch mehr Kohle abzusahnen, oder hat hier jemand dran geglaubt, dass es den Herren im Bunde um die Assis auf Station und deren Portemonnaie geht? Hat Sie bisher nicht gekümmert, tut es auch jetzt nicht. 30% mehr, das ich nicht lache, in allen übrigen Berufen, die allermeisten schlechter bezahlt und mieser im Ansehen, kämpfen um 1-1,5% mehr Lohn. Diese 30% fordern natürlich auch die Großverdiener unter der Ärzteschaft, woher bitte nehmen Sie diese Freche Vorderung den her? Und wo soll der Staat das Geld hernehmen?

Wenn ich mir diesen Hinweis erlauben darf, sollten wir aufhören hier von der Ärzteschaft zu lamentieren und uns darauf konzentrieren, wie wir uns weiter professionalisieren und damit emanzipieren können. Vorallem sollten wir auch Dinge in Erwägung ziehen, die der Allgemeinheit villeicht wehtun können. Ich meine richtige Streiks, nicht so planlose Kundgebungen mit Trillerpfeiffchen etc. Für die Pflege wird sich erst etwas ändern, wenn die "Pflegeempfänger" merken, woran es Ihnen fehlt, wenn die "Pflegespender" nichtmehr da sind....:cry: Wir leben in einer Marktwirtschaft und sollten uns so verhalten. Angebot und Nachfrage regeln den Preis. Bekanntlich ist die Nachfrage groß, das Angebot (Pflegende) gering, wo bitte bleibt also der Spitzenverdienst? Soziale Verpflichtung hin oder her, mich macht soziale Verpflichtung und so Gesäusel wie Dienen und Helfen nicht satt! Es bewahrt mich auch nicht davor auszubrennen oder mir nen anderen Job zu suchen. Man schaue sich nur mal die durchschnittliche Standzeit der Pflegenden an. 4-5 Jahre incl. Ausbildung, dann ist der Durchschnitt schon nichtmehr im Beruf vertreten oder denkt ernsthaft über Alternativen nach. Das ist eine Realität an der man nichtmehr vorbeischauen dürfte, dringt aber so nicht ins Bewußtsein der Leute. Warum? Weil heulende Schwestern und Pfleger ja nichts neues sind und wenn man etwas gewohnt ist, fällt es eben leichter wegzuhören. Oder wie erklären wir uns das in den letzten Jahren nichts, aber auch garnichts am miserablen Zustand der Pflege geändert wurde?
 
Qualifikation
Intensivpfleger/Neonatologie/Pädiatrie Pflegepädagoge
Fachgebiet
Intensivstation / in der IPS- Weiterbildung
Weiterbildungen
Studium der Pädagogik mit Schwerpunkt Berufspädagogik Erziehung und Entwicklungspädagogik
Monika58

Monika58

Aktives Mitglied
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26.09.2005
Bonn
Die (unscheinbaren) Streiks des Pflegepersonals an Kliniken in Trägerschaft des Landes oder des Bundes wollen einen einheitlichen Tarifvertrag bewirken. Es geht nicht um Überbelastung, Pflegenotstand, Hilfspersonal, Pflegefehler ....... es geht darum, dass die eine examinierte Pflegeperson weniger Geld als die andere bekommt; und nicht, weil sie weniger leistet, sondern weil sie zu einem anderen Zeitpunkt eingestellt wurde.
Ich bin nach wie vor entsetzt über die mangelhafte Informationspolitik von ver.di.
Aber genauso entsetzt bin ich darüber, wie wenig sich Pflege informiert. Da wird alles mögliche in einen Pott geschmissen und polemisiert.

so kommen wir nicht weiter
Gruß
Monika
 
Qualifikation
Lehrerin für Pflegeberufe, Qualitätsmanagerin
Fachgebiet
Leiterin Fachseminar für Altenpflege
Manegger

Manegger

Mitglied
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Hallo Monika,

prinzipiell bin ich deiner Meinung, auch wenn ich jetzt nicht im Detail wusste, was der genaue Grund für den Streik der Pflegekräfte dort ist. Mein Wissen war das aus einer Aussage einer Op-Schwester von heute Morgen auf n24

Und wenn die es nicht weiß....

Egal. Es ist auf jeden Fall schon berechtigt.

Was die Ärzte angeht: Die sind mir bei weitem auch hinten dran vorbei. Es wird herum gejammert, dass ja das Studium so teuer war (meins auch, na und?) und über die vielen anderen Dinge halt auch, die schon erwähnt wurden. Selbstherrliche 30% werden verlangt...unglaublich...auch jetzt sind Ärzte die Akademiker, die im Durchschnitt am meisten verdienen. Auch wenn das daran liegt, dass die Gehälter der Chefärzte diesen Durchschnitt gewaltig nach oben ziehen. Dann muss man halt dagegen protestieren und Dienst nach Vorschrift machen, gegen willkürlich Führende Chefärzte, gegen die furchtbaren Hierarchischen und meist Frauenfeindlichen Arbeitsbedingungen. Wenn das alles geändert werden würde und das Gehalt so bleiben würde wie es jetzt ist, dann wäre man doch gut bedient?
Natürlich wird immer ins Ausland geschielt, ja und dort verdient Arzt auch mehr, aber er muss sich auch nicht dafür abackern und das geld im Ausland ist für alle übrigen auch anderes verteilt!
Und eine Neue Verteilung erreicht man nicht einfach dadurch,dass man mal eben 30% mehr Geld verlangt!
 
Qualifikation
Dipl.Pflegewirt
Sonnensturm

Sonnensturm

Aktives Mitglied
Basis-Konto
05.01.2006
63110
Habe gerade einen Bericht über einen Streik des Pflegepersonals in der Uni-Klinik Homburg(Saarl.), schon 11 Wochen, gesehen.
Es geht um den Erhalt der 36-Std.Woche und Weiterzahlung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Die Klinikleitung schürt kräftig. Die Patienten werden aufgewiegelt, Diskussionen finden unter Vorsitz der Chefärzte statt. Unter dem Tenor: "Wir würden Sie ja gerne operieren, aber die bösen Schwestern lassen uns nicht." Die Patienten stimmen dann in den Chor ein.
Nach Aussage der Streikenden kommen diese Äusserungen nur unter Druck der weißen Leitung zu stande. So unter sich, Patient-Pflegekraft, zeigen die Patienten doch Verständnis. Aber offiziell eben nicht.
Notfälle werden natürlich behandelt.

:whistling Wassermann
 
Qualifikation
Krankenschwester
HL2917

HL2917

Mitglied
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Themenstarter/in
19.09.2005
Hallo Pflegeexpertise
verstehe DEine Fragestellung überhaupt nicht.
Pflegeexpertin - überall - ????
Ulla Schmidt - gib´Dich endlich zu erkennen !!!!
Gruß
rueporade
Hallo rueporade,

nein danke, ich bin nicht Ulla Schmidt. :cry: Komme nicht aus Management oder Politik, möchte nicht auf meine direkten Patientenkontakte verzichten :eek:riginal:
Was soll ich sagen um mich zu erkennen zu geben?
Bin Pflegeexpertin. Und wo, ist das nicht egal?

Mir geht es hier darum zu erfahren warum gestreikt wird, und einige Antworten habe ich bekommen.

Freuen würde ich mich um mehr politisches Engagement von uns Pflegenden. z.B. bei www.freiwillige-registrierung.de.
Dies könnte uns den Anschluss an die Pflege in anderen europäichen Ländern geben und an die Mediziner. Denn nur wenn wir uns organisieren können wir etwas erreichen. Ver.di bedeutet Forderungen an Lohn und Arbeitszeit, Pflege sollte sich meines Erachtens eher engagieren für bessere Arbeitsbedingungen oder höhere Qualität - dies interessiert ver.di nicht.

Und es ist uns doch wohl egal 30 Minuten mehr zu arbeiten pro Woche wenn wir statt dessen bessere Arbeitsbedingen hätten? Zumindest scheinen mir die meisten Postings hier im Forum darauf hinzuweisen.

Wie können wir dies gemeinsam erreichen? Bin gespannt auf Eure Antworten,

Pflegeexpertise
 
Qualifikation
Pflegende, Gesundheitswissenschaftlerin
Fachgebiet
Rehabilitation, Psychiatrie
Monika58

Monika58

Aktives Mitglied
Basis-Konto
26.09.2005
Bonn
Was die Ärzte angeht: Die sind mir bei weitem auch hinten dran vorbei. Es wird herum gejammert, dass ja das Studium so teuer war (meins auch, na und?) und über die vielen anderen Dinge halt auch, die schon erwähnt wurden. Selbstherrliche 30% werden verlangt...unglaublich...auch jetzt sind Ärzte die Akademiker, die im Durchschnitt am meisten verdienen. Auch wenn das daran liegt, dass die Gehälter der Chefärzte diesen Durchschnitt gewaltig nach oben ziehen. Dann muss man halt dagegen protestieren und Dienst nach Vorschrift machen, gegen willkürlich Führende Chefärzte, gegen die furchtbaren Hierarchischen und meist Frauenfeindlichen Arbeitsbedingungen. Wenn das alles geändert werden würde und das Gehalt so bleiben würde wie es jetzt ist, dann wäre man doch gut bedient?
Du sprichst mir aus der Seele :thumbsup:
 
Qualifikation
Lehrerin für Pflegeberufe, Qualitätsmanagerin
Fachgebiet
Leiterin Fachseminar für Altenpflege
C

confuge

Mitglied
Basis-Konto
25.04.2006
Düsseldorf
Das Problem bei Ver.di ist, dass sie nicht den Berufsstand der Pflege vertreten, sondern die breit verteilten Interessen der unterschiedlichen Dienstleister im Öffentlichen Dienst. Bevor wir über Arbeitszeiten und Gehälter diskutieren müssen wir uns aber zuerst über Ziele, Struktur, Inhalte und Leistung klar werden. Und zwar Ziele und Strukturen, die durch Pflege selbst benannt und umgesetzt werden. Durch die DRGs wurde die Pflegend zum Kostenfaktor abgestuft - Einnahmen bringt lediglich die medizinische Diagnose. Eine klare Leistungsdarstellung der Pflege mit entsprechender Vergütung hätte hier nachhaltig etwas verändern können - aber: NRW hat durch diesen Streik endlich einen guten Grund gefunden, sich von den Universitätskliniken zu trennen und diese zu privatisieren.
 
Qualifikation
Fachkinderkrankenpfleger
Fachgebiet
.
C

Coratte

Mitglied
Basis-Konto
02.10.2004
41239
also ich kann zum Thema Ärtzestreik eine nette Anekdote erzählen...

bei uns im Haus wurde zur Vermeidung der 24 Studen Schichten für ca 2 Monate ein Schichtdienst der Ärzte eingeführt. Konkret hiess das ab 4 Uhr nachmittags in der Woche ein Doc bis um 8 oder 9 Dienst hatte (sicher bin ich mir da nicht) und dann einer bis um 9 am nächsten morgen... Am Wochenende gab es dann 3 Diensthabende pro Tag - also das Dienstzeitmodell ähnlich unseren Arbeitszeitenzeiten.....

Nach 2 Monaten wurde dieses Modell niedergelegt mit den Begründungen das
a) 4 Nachtdienste als AVD nicht mit dem persönlichen Leben zu vereinbaren wären (was habe ich gelacht als ich das gehört habe)
b) die finanziellen Einbussen ohne 24 Stunden Dienste zu gross sind


UNSERE DOCS HABEN SICH GESTRÄUBT IHR ALTES EINGEFAHRENES MODELL ZU VERLASSEN!!

Ich kriege das kotzen wenn ich unsere Docs schimpfen höre - klaro verdienen die Assistenzärzte zu wenig - ganz klaro - aber für jemand der frisch von der Uni kommt und nicht verheiratet ist finde ich 2100 (incl. Dienste) nihct wenig mit der Aussicht euf ein OA Gehalt in ca 10 Jahren...

Sorry - ich muss da echt schreien...

Zum Thema Streiks - zu wenig Pflegende sind Berufspolitisch organsiert. Ver.di ist unsere Gewerkschaft - wir nehmen dort nur einen minimalen Teil der Mitglieder ein - dementsprechend (böse formuliert) ist auch unsre Interessensvertretung.
Ich bin bewusstes und glückliches Mitglied beim DBfK - dort habe ich viel eher das Gefühl das meine Belange politisch vertreten werden - auch ohne Tariffunktion
 
Qualifikation
exam. Krankenschwester
Fachgebiet
Gastroenterologie - Nuklearmedizin - Infektstation
Griesuh

Griesuh

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Also ich muss sagen, dass mir die Ärzte sonstwo vorbeigehen! Das ist deren Sache, was die mit sich machen lassen oder auch nicht. Ich kenn keinen Arzt, der sich wirklich für meine Berufskonditionen interessiert, jedenfalls ehrlich.

Mir persönlich ist das Gerede über die Ärzteschaft langsam zuwider. Man sieht nur die armen, armen Ärzte, ausgebeutet, am Bettelstab nagend, übermüdet, sozial ausgegrenzt und völlig verkannt, ach, nicht genug gewürdigt hab ich noch vergessen:sick: . LOL


Hallo, da muss ich dir recht geben!, jedenfalls was die niedergelassenen Ärzte anbelangt. Dass diese auch Streiken kann ich nicht nachvollziehen.
Bei den Klinikärzten sieht es da anders aus. Diese haben sehr oft durchgehende 24 Stundendienste inkl. Bereitschaft in der Poliklinik.
Arbeiten 2-3 Tage am Stück für durchschnittlich 2000 Netto bei mtl. . 200 Stunden und mehr!
Würdest du das tun??
Die niedergelassenen Ärzte haben keinen Grund zum Streik!

Streiken müssten wir im ambulanten Pflegebereich.
Immer mehr auflagen, immer strengere vorgaben, überzogene Qualitätsansprüche, mehr Verwaltung, eine völlig überzogne Dokumentationspflicht u. noch vieles mehr.
Im gegenzug haben wir kaum noch Zeit für die Pflegebedürftigen. Die Vergütungen in der ambulanten Pflege für erbrachte Leistungen sind seit jahren nicht erhöht worden, aber die Auflagen, welche die Betriebskosten in die Höhe treiben sind gestiegen. Unbürokratischer sollte alles werden, laut der neuen Regierung. Wo, und was bitte ist unbürokratischer geworden??
Wusstet ihr, dass Arbeitgeber jetzt 2 mal im Monat eine Abrechnung für die Sozialversicherung machen müssen?
Seit Januar 2006 ist 3 Tage vor Monatsende den Sozialversicherungen per Schätzung der Monatslöhne, die Sozialabgaben im voraus zu überweisen. Im folgenden Monat ist per Ausrechnung der differenz Betrag mit der erneuten Schätzung des laufenden Monats zuzahlen. Nur mal so viel zur Entbürokratisierung.

Allso wir müssen Streiken

Grüße Griesuh
 
Qualifikation
Krankenpfleger/PDL/MDK Gutachter
Fachgebiet
Ambl. Pflegedienst
Manegger

Manegger

Mitglied
Basis-Konto
Durch die DRGs wurde die Pflegend zum Kostenfaktor abgestuft - Einnahmen bringt lediglich die medizinische Diagnose. Eine klare Leistungsdarstellung der Pflege mit entsprechender Vergütung hätte hier nachhaltig etwas verändern können
Sorry, da muss ich dir absolut widersprechen...
Die DRG sind nicht Schuld daran, sondern die polemische Diskussion und die fehlenden Argumente nicht organisierter und nicht informierter Pflegekräfte.
In den DRG werden die meisten Kosten im Durchschnitt einer Gruppe errechnet und angelegt. Unterm Strich ist aber nichts hingegen der Basis- und Behandlungspflegesätze eingespart worden.
Selbst die Pflegeleistungen sind via PPR abgebildet und die Durchschnittswerte in die jeweilige DRG eingeflossen.(siehe www.my-drg.de und dort den Browser 2004_2006)
Das die PPR seit ihrer Entwicklung, Anwendung und Ausserkraftnehmung stark umstritten sind, ist kein Geheimnis. Es gibt aber der Zeit in Europa und vor allem speziell für Deutschland kein System oder besser noch Patientenklassifikationssystem, in dem Pflegebedarf und Pflegeleistung korrekt und realistisch abgebildet wird.
 
Qualifikation
Dipl.Pflegewirt
M

Maren

Neues Mitglied
Basis-Konto
13.11.2004
81375
Hallo miteinander,
als langjährig Angestellte einer Uniklinik in Bayern und verdi Mitglied kann ich Euch auch ein paar Streikgründe aufzählen: alle Neueinstellungen, seit irgendwann im Jahr 2003, bekommen in unserem Haus einen Vertrag über 42 Wochenstunden, ohne Weihnachts- u. Urlaubsgeld. Das gleiche passiert bei Höhergruppierungen, das heißt, z.B. wenn man in eine Leitungsfunktion eintritt, geht dies nur mit den verschlechterten Konditionen. Das bedeutet Mehrarbeit für weniger Geld. Viele lehnen deshalb eine "Beförderung" ab, da es für sie nur eine Verschlechterung bedeuten würde. Erschwerend kommt hinzu, das die Mehrarbeit in der Pflege nicht an die tgl. Arbeitszeit angehängt wird, sondern die Pflegekräfte weiterhin 7,42 h tgl. arbeiten, dafür aber 2 Tage mehr im Monat, sprich ein Wochenende weniger frei! Rechnet man ein Jahr mit 220 Arbeitstagen, so benötigt man nur ca. 9,5 Pflegekräfte mit 42 h um eine Planstelle einzusparen! Da es ja nicht nur die Pflegekräfte, sondern sämtliche nicht wissenschaftliche Angestellte im öffentlichen Dienst trifft, kommt es zu einem erheblichen Stellenabbau, alleine in unserer Klinik können dies bis zu 900 Stellen sein, die so nach und nach eingespart werden. So schafft der Staat also neue Arbeitsplätze.... Deshalb befinden wir uns also seit dem 15.02.06 im Streik.
Die Pflegekräfte sind leider nur geringgradig gewerkschaftlich organisiert. Viele unserer nichtorganisierten Pflegekräfte haben sich aufgrund dieser Situation trotzdem am Streik beteiligt und somit Gehaltseinbußen hingenommen. Leider hält das bei unserem Verdienst niemand lange durch.
Um den Klinikbetrieb aufrechterhalten zu können wurden zw. Direktion u. Gewerkschaft Notdienstvereinbarungen getroffen, so dass die Patientenversorgung weitgehendst gewährleistet ist.
Wer alles genauer wissen will schaut mal auf die Webseiten von verdi http://www.verdi.de/tarifbewegung/kommunen_und_laender/hintergrund
Haltet uns die Daumen und solidarisiert Euch, es gibt in D fast über 1 Mio. Pflegekräfte, wir könnten viel erreichen, wenn wir uns nur zusammentäten.
Grüße an alle
Maren
 
Qualifikation
Fachbereichsleitung für Sterilgutversorgung
Fachgebiet
Uniklinik
Pflegeboard.de

Pflegeboard.de

Administrator
Teammitglied
05.07.2001
www.pflegeboard.de
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