Stellungnahme des DBFK von heute

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flocky

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25.12.2005
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Hohes Risiko für Mitarbeiter und Patienten durch Sparpolitik im Krankenhaus @ 8 October 2007 04:36 PM
Artikel DBfK - Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe DBfK - Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe
Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) fordert vor dem Hintergrund der heute veröffentlichten Ergebnisse des „Krankenhausbarometers 2007“ sofortiges Handeln. Der seit Jahren zunehmende ökonomische Druck und der radikale Personalabbau vor allem beim Pflegepersonal (zwischen 1995 und 2005 13,5 % weniger Pflegefachkräfte) gefährden Sicherheit und Gesundheit von Patienten und Mitarbeitern bereits heute nachweislich. Weitere Stellenkürzungen und verstärkte Verlagerung ärztlicher Tätigkeiten an die Pflegekräfte ohne wirksame Entlastung an anderer Stelle wären unverantwortlich. Mit den wichtigsten Unternehmenszielen der Krankenhäuser, hoher Patientenzufriedenheit einerseits, hoher Qualität der Leistungserbringung und gutes Image in der Öffentlichkeit andererseits, wären die Folgen in keinem Fall vereinbar.
„Pflegekräfte in den Kliniken stehen längst mit dem Rücken zur Wand. Seit Jahren sind sie es in erster Linie, die für eine Sparpolitik ohne Augenmaß die Zeche zahlen müssen. Rigoroser Personalabbau bei steigendem Arbeitsanfall, krankmachende Arbeitsbedingungen, sinkende Gehälter trotz hoher Anforderungen im Berufsalltag machen den Pflegeberuf unattraktiver denn je. Immer mehr Pflegekräfte sind nach wenigen Berufsjahren ausgebrannt und leiden an berufsbedingten Erkrankungen.“, so Franz Wagner, Bundesgeschäftsführer des DBfK.
Die Berichte über Versorgungsmängel und Qualitätseinbußen in deutschen Krankenhäusern nehmen zu. Patienten leiden nicht nur unter einem Mangel an Zuwendung im Rahmen ihres Krankseins, sondern können immer häufiger nicht mehr ausreichend versorgt und gepflegt werden. Gesundheitliche Schäden sind die Folge und verursachen ihrerseits weitere Kosten. Die Rationierung in der Versorgung hat längst begonnen.
Der DBfK fordert die Verantwortlichen auf, umgehend den Pflegepersonalabbau zu stoppen. Erforderlich sind analytische Personalbemessungsverfahren, die den tatsächlichen pflegerischen Aufwand zugrunde legen. Die Arbeitsbedingungen und die Vergütung des Pflegepersonals müssen deutlich besser werden. Darüber hinaus sind Prozesse dahingehend zu optimieren, dass sich die Aufgabenteilung im Gesundheitswesen an den veränderten Versorgungsanforderungen und den Bedürfnissen der Patienten orientiert.

Also sind wir mit unseren Ideen doch gar nicht soweit von den Positionen des DBFK entfernt oder?
Vielleicht sollten wir die Petition nochmals überdenken ,und uns tatsächlich jetzt, auf den Personallabbau konzentrieren auch um d den Forderungen des DBFK Nachdruck zu verleihen.
Mitglied werden wäre auch nicht schlecht !
Flocky
 
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flocky

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25.12.2005
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zum selben Thema:
Pressemitteilungen
Gesundheitswesen

ver.di gegen Krankenhausfinanzierung auf Kosten von Patienten und Beschäftigten

08.10.2007
Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat die Krankenhäuser vor weiterem Personalabbau und noch mehr Arbeitsdruck auf die Beschäftigten gewarnt: „Wir haben kein Verständnis dafür, dass der Konflikt um mehr Geld auf dem Rücken von Patienten und Beschäftigten ausgetragen wird“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Ellen Paschke am Montag.
Anlass der Kritik ist die Veröffentlichung des „Krankenhausbarometers 2007“ der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) am heutigen Montag. Demnach seien die Belastungen der Krankenhäuser nicht mehr zu verkraften, ein Drittel der Häuser schreibe rote Zahlen, hieß es.

Den Grund dafür sieht ver.di aber nicht in den steigenden Personalkosten, sondern im dramatischen Investitionsstau von mehr als 50 Milliarden Euro. „Viele Bundesländer kommen ihren gesetzlichen Pflichten nicht mehr nach und haben in den letzen Jahren ih-re Krankenhausinvestitionen rigoros zusammengestrichen“, sagte Paschke. Sie bot der DKG an, sich gemeinsam für den Abbau des Investitionsstaus einzusetzen. Die Krankenhäuser dürften nicht immer nur die Schwächsten belasten, sondern müssten endlich bei den Verursachern der Misere ansetzen.

V.i.S.d.P.: Harald Reutter
ver.di-Bundesvorstand

Es bewegt sich etwas , vielleicht haben wir ja doch noch eine Chance
Flocky
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Innere
panik

panik

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04.01.2007
67466
Das ist ja mal von "hoher"Seite ein Licht am Horizont:thumbsup2:
 
Qualifikation
Krankenschwester, PDL
Fachgebiet
Seniorenheim
Weiterbildungen
*Ausbildung zur Krankenschwester
*Studium: Neuere und neueste Geschicht und Literaturwissenschaften
* Weiterbildung zur PDL 2009
Borgi

Borgi

Aktives Mitglied
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15.09.2006
86647
Die Lava brodelt in vielen Ecken, um irgendwann einiges gemeinsam zum Bersten zu bringen...so mein Gefühl zur aktuellen Situation.
Und vielleicht könnte ja Euer Engagement in der Sache hier im pb der Tropfen werden, der das Fass zum Überlaufen bringt....Danke dafür!

Im Alleingang geht wenig aber wenn man...z.B. den DbfK oder die Registrierungsstelle anschaut- es tut sich überall etwas und das ist gut so (bin übrigens DbfK-Mitglied und RbP). Ich habe wirklich wenig Plan von dieser ganzen politischen Sache...aber das unbedingte Gefühl, dass sich was tut.

Ich war auch als Schülerin in Dortmund....Mannomann! Unser Vaterland braucht wirklich für alles 20 Jahre, bis reagiert wird (weil Funktionäre solange die Stange halten und das System nachhaltig beeinflussen...Profit ohne Rücksicht auf Langzeitschäden- nicht nur bezogen auf die Pflege). Komischerweise sind das dann aber immer "aktuelle Probleme":angry:

Viele Threads hier zeigen doch, dass die Pflegenden sich nicht mehr alles gefallen lassen...nach rechtlich gesicherten Wegen suchen, sich zu wehren- schade, dass es soweit kommen musste!

Danke nochmal allen, die sich für die Interessen der Pflegenden einsetzen!

Petra
 
Qualifikation
Krankenschwester/Pain Nurse
Fachgebiet
Neurologie
C.Tina

C.Tina

Mitglied
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30.01.2006
25489
Hallo alle zusammen,

der DBfK hatte mir ja geantwortet das ich bis Ende dieser Woche eine Antwort von ihnen erhalten würde bzg. der Petition :thumbsup2:


LG,Tina
 
Qualifikation
exam. Altenpflegerin
Fachgebiet
Senioren - und Pflegeheim
Weiterbildungen
Arbeitsgruppe Palliative Care
G

GPP

Hallo Petra, hallo @all,
Viele Threads hier zeigen doch, dass die Pflegenden sich nicht mehr alles gefallen lassen...nach rechtlich gesicherten Wegen suchen, sich zu wehren- schade, dass es soweit kommen musste!
...
...die Lava brodelt noch nicht hoch genug und das ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange.
Vorbildhafte Kolleginnen wie Dich, kann man in der Pflegelandschaft suchen. Ich finde es toll, wenn jemand sagen kann, dass er/sie ne Mitgliedschaft in einem Berufsverband besitzt. Selbst die Gewerkschaft wäre noch ok (auch wenn die auch die Interessen der Docs und der Verwaltungen...vertritt!).

Aber wir finden noch immer gut und gerne 90% unserer Kolleginnen und Kollegen, die nirgendwo organisiert sind. Für diese Berufsangehörigen, die im Bereich der professionellen Pflege arbeiten, bringe ich mittlerweile überhaupt kein Verständniss mehr auf. Spätestens die aktuellste Entwicklung sollte sogar den blindest, taubest und stummesten Menschen klar gemacht haben, dass die Berufsverbände die einzige Möglichkeit sind, unsere Interessen voranzubringen!

Für die, denen diese Argumente nicht ausreichen und die weiterhin am Stammtisch und in der Übergabebesprechung über die Arbeitsbedingungen heulen, ohne sich persönlich und finanziell zu engagieren nur eine Frage:
Wie nannte man die Menschen im alten Griechenland, die sich nicht an Wahlen und somit am politischen Leben beteiligten?...

Gruß aus Mannheim
Gerhard
 
S

Surrogat

Wie nannte man die Menschen im alten Griechenland, die sich nicht an Wahlen und somit am politischen Leben beteiligten?...
:ironie:

Hmmm...
Sklaven, Nichtgriechen und...Frauen?

Denke aber das hast du nicht gemeint :whistling

Gruss,

Surrogat
 
G

GPP

:blushing: Ok, ok... ich korrigiere:
Wie nannte man die Menschen im alten Griechenland, die sich nicht an Wahlen und somit am politischen Leben beteiligten?...
Wie nannte man die Menschen im alten Griechenland, die sich nicht an Wahlen und somit am politischen Leben beteiligten, obwohl sie das durften?

...besser?

Gruß in die Pfalz

Gerhard
 
D

dr.poops

:thumbsup2:mal davon abgesehen, daß es sinn macht, sich zu organisieren - es macht auch sinn, vor ort den mund aufzumachen. wir haben zur zeit durch eine grippe-welle einen hohen krankenstand, bei ärztInnen und bei den kollegInnen aus der pflege. das heißt, wir können gar nicht mehr die versorgung der patientInnen garantieren. das heißt im klartext: betten sperren, kollegInnen aus dem frei bitten und die chirurgen bitten, nicht dringliche op´s abzusetzen (was z.b. für die kardiochirurgischen patientInnen der horror schlechthin ist, noch einen tag länger auf eine op zu warten, vor der sie verständlicherweise wahnsinnige angst haben). der erste und letzte punkt sind dann auch die am schwierigsten durchzusetzenden. und es gibt immer noch eine menge kollegInnen, die dann sagen, "ach, so schlimm ist es doch nun auch nicht, wir haben es doch alles noch geschafft". ja. mit weiteren überstunden und ohne pause. nur mal eben pipi machen.
ich finde es wichtig, daß da alle an einem strang ziehen und nicht anfangen, eine katastrophe zurechtzurelatitivieren, nur damit man sich mit solchen forderungen nicht "unbeliebt" macht. nach wie vor gilt jemand, der in diesem haufen arbeit buchstäblich absäuft, als jemand, der "die arbeit nicht erfunden hat" oder gar als "unfähig".
 
D

dr.poops

soll heißen: wir machen uns viel von diesem druck leider auch selber.
 
Christian Kröhl

Christian Kröhl

Administrator
Teammitglied
25.06.2000
Wie nannte man die Menschen im alten Griechenland, die sich nicht an Wahlen und somit am politischen Leben beteiligten?...
Um ehrlich zu sein - keine Ahnung, aber das greift auch deutlich zu kurz.
Ich selbst - jahrzehntelang überzeugter Nichtwähler - bin ein durch und durch politischer Mensch und arbeite ebenso lange in zig politischen Gruppen. Nicht wählen zu gehen (oder einem Berufsverband eben nicht beizutreten) kann deutlich mehr Ursachen haben, als sich nicht verhalten zu wollen.

Für mich ist es bezogen auf die in Deutschland erlebbare Demokratieform z.B. deren Umsetzung und das was am Ende tatsächlich der Bürger mit zu entscheiden hat - wenn man von der Freibriefabgabe am Wahltag an zwangsläufig korrumpierte Parteien, Parteispitzen und deren Wahlversprechen absieht. Warum werden die eigentlich immer noch so genannt? Jeder weiß doch, dass Wahlversprechen in dem Wissen abgegeben werden, sie grundsätzlich nicht einzuhalten und sie somit nur noch eins sind - nämlich Lügen für das Stimmvieh, daß am Wahltag zur Wahlurne getrieben werden soll und hoffentlich nicht zu blöde ist dort das Kreuz an der parteipolitisch-korrekten Stelle zu machen.

[OffTopic: In den USA wird wenigstens das ehrlich gestaltet - da kann man den Bürgern ganz legal Ihre Stimmen abkaufen und jeder weiß, was er/sie von einer solchen hoch-demokratischen Wahl und von dem so zurecht gebastelten Wahlergebnis in den USA zu halten hat. Ein Land das in der Lage ist die wunderbarsten Nuklearwaffen für den Hausgebrauch herzustellen, aber zu blöde eine simple Stimmzettel-Auswertemaschine zu bauen - vielleicht muß man da die Stimmen kaufen, um überhaupt ein Wahlergebnis zu bekommen :ka:
Aber das ist ein anderes Thema..]
Ich denke aber ganz ähnlich verhält es sich für einige mit Interessenverbänden und Gewerkschaften. Persönlich halte ich von ver.di ungefähr so viel wie vom Arbeitgeberverband selbst. Eine Gewerkschaft die sich seit Jahren nur noch um sich selbst kümmert, sich als zahnloser Papiertiger präsentiert der im Fall des Falles regelmäßig lieber den Schwanz einzieht als Forderungen für seine Mitglieder durchzusetzen und diese mit den einzigen Erfolgsmeldungen abspeisst, mit Nullrunden eine Verschlechterung der Lohnverhältnisse verhindert zu haben :)spinner: :anbet:), die hat den Knall nicht gehört. Und in einem solchen Verein soll ich eintreten ? Ja, bin ich denn total bekloppt ? Ich will mich morgen noch ernst nehmen können..

Gut - aber soeben hab ich damit wohl mein primäres Hassobjekt geoutet. :blushing:

Andererseits - oder ebendrum - bin ich Mitglied in einer ganz anderen Gesellschaft, in der es tatsächlich um inhaltliche proeffiziente Veränderungen geht, der Deutschen Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste. Ich bin also sicherlich kein Vereinshasser - aber ich suche mir sehr genau aus, wo ich mich beteilige.

Hmm..auch wenn ich jetzt abgeschweift bin - aber irgendwie juckte es mir in den Fingern :wink:

Gruß,
Christian.
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger für Anästhesie & Intensivpflege
Weiterbildungen
Fachkraft für Leitungsaufgaben in der Pflege
Studium
Gesundheits- und Sozialökonomie, Betriebswirtschaft (VWA)
flocky

flocky

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25.12.2005
14157
:neugier: Ich möchte jetzt aber doch wissen wie sie denn hießen , die Griechen?
Flocky
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Innere
G

GPP

Hallo in die Runde,
:neugier: Ich möchte jetzt aber doch wissen wie sie denn hießen , die Griechen? Flocky
...das waren die Skifahrer:innocent:...(s.a. Life of Brian...) (Rest gerne als PN...)

Christian:Andererseits - oder ebendrum - bin ich Mitglied in ...der Deutschen Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste.
...einem Berufsverband, unsere Interessenvertreter, oder auch einem Verein, der Lobbyarbeit betreibt.
Die Berufsverbände in der Pflege haben mit Sicherheit noch nicht die Dimension eines Marburger Bundes erreicht, betreiben aber bereits heute ganz nette Berufspolitik im Namen ihrer Mitglieder. Diese Interesssen kann eine Verdi so speziell gar nicht vertreten, abgesehen davon, dass unsere Ansichten hier gar nicht so weit auseinanderliegen.

Grüße aus Nordbaden
Gerhard
 
flocky

flocky

Mitglied
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25.12.2005
14157
Andererseits - oder ebendrum - bin ich Mitglied in einer ganz anderen Gesellschaft, in der es tatsächlich um inhaltliche proeffiziente Veränderungen geht, der Deutschen Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste. Ich bin also sicherlich kein Vereinshasser - aber ich suche mir sehr genau aus, wo ich mich beteilige.
Ich kann das sehr gut nachvollziehen , natürlich sucht man sich den Verein genau aus bei dem man sich beteiligen will . Allerdings seh ich es auch so dass ich nicht unbedungt mit jeder Entscheidung eines Vereines Partei oder ähnlichem ,einverstanden sein muss solange die Grundsatzpositionen stimmen.
Ich kann deinen wie du es selbst sagst "Hass "auf Verdi nicht ganz nachvollziehen ,obwohl auch ich nach lanjähriger Gewerkschaftsmitgliedschaft schon seit langem nicht mehr Mitglied bin.
Was ich ein schade finde ist ,dass es meines Erachtens zuviele Pflegeverbände gibt , bzw. diese sich nicht zumindest alle unter dem Dach des Pflegerates zu berufpolitischenThemen zusammenraufen können.
Denn soweit sind die Positionen der einzelnen Verbäde doch auch nicht auseinander - dass man nicht zumindest grundsätzliche Positionen gemeinsam mit einer Stimme vertreten kann.

Flocky
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Innere
S

Surrogat

Und hier die Antwort auf GPP's Frage (musste zugegebenermassen auch einen Freund bemühen der in den klassischen Fächern studiert hat):

eine solche Person nannte man

IDIOT "ιδιοτης"

was ungefähr bedeutet: ein aufs Privatleben zurückgezogen lebender Mensch. Allerdings muss beachtet werden, dass im antiken Griechenland die Polis eine weitaus bedeutsamere Stellung einnahm, als in modernen Gesellschaften. Die antiken Städte waren republikanisch, die modernen Staaten sind liberal. Die Privatperson ist eine "Erfindung" der Neuzeit.

Den Vergleich kann man übrigens schön nachlesen in:
MacIntyre, Allister: Der Verlust der Tugend. Frankfurt 1995.
 
G

GPP

Danke Surrogat,
Und hier die Antwort auf GPP's Frage (musste zugegebenermassen auch einen Freund bemühen der in den klassischen Fächern studiert hat):
...
So wurde Männer bezeichnet, die sich trotz bestehendem Wahlrechts nicht an den Wahlen beteiligten.
Die abfälligere, auf die Intelligenz abzielende Bedeutung kam erst später hinzu und ist hier auch nicht gemeint.

Gerhard
 
S

somsanit

Neues Mitglied
Basis-Konto
12.01.2005
12121
Hallo,

ich bin leitende Pflegekraft auf einer interdisziplinären Intensivstation in einem Haus der Grund- und Regelversorgung. Wir betreuen 9 Betten mit einem Beatmungsanteil von etwa 75 %. Seit der Übernahme durch einen privaten Klinikbetreiber aus der Rhön im Jahr 2006 und dessen "Restrukturierungsmaßnahmen" (der Abbau von 5 VK) ist die Personalsituation entsprechend angespannt.
Laut der für unser Haus geltenden Benchmarks bzw. einer immer wieder zitierten Empfehlung aus dem Jahre 1972 soll die Station mit 18 VK betrieben werden. Das ist eine zu niedrig angesetzte Mitarbeiterzahl. Die Folgen sind mittlerweile auch am Patienten sichtbar.
Bei Krankheitsausfall stürzt der ganze Apparat in sich zusammmen.
Seit kurzem empfehle ich meinen Kolleginnen/en äußerst wichtige Termine, die nicht verschoben werden können bzw. nicht mehr ans Telefon zu gehen. Eigentlich bescheuert, aber der Eine oder die Andere würde sich bestimmt wieder zum Dienst melden. So sind wir halt gestrickt.

Ich denke, es muss erst was passieren, am Besten mit großen finanziellen Folgen für das Unternehmen, bevor sich in personeller Hinsicht etwas ändern wird.
Im Moment vollzieht sich in den Akutkliniken der Rückbau unseres Gesundheitssystems auf ein Niveau, das für eines der reichsten Länder dieser Welt ein erbärmliches Bild abgibt. Die Politik hat auf weiter Flur versagt und die Wege bereitet, dass die medizinische Versorgung zu einen Selbstbedienungsladen für private Klinikbetreiber geworden ist.

Ob Gewerkschaft und Berufsverbände bei dem weiter oben zitierten Organisationsgrad gegen diese Mafia etwas ausrichten kann, bleibt zu bezweifeln. Wenn man mal recherchiert, wer von den Konzernvorständen in welchen Gremien sitzt, könnt man das kalte Kotzen kriegen.

Grüsse

PS: Der Betreiber unserer Klinik erwartet für dieses Jahr einen Gewinn von 1.600.000 Euro.
 
Qualifikation
Stationsleitung
Fachgebiet
Intensivstation
Z

Zischi

Mitglied
Basis-Konto
@ GPP:

Nur mal eine Frage aus Interesse, weil ich leider auf der Homepage des DBfK
nichts dazu finde: Ist der Mitgliedsbeitrag ein monatlicher oder ein jährlicher? Spiele nun doch schon eine geraume Zeit mit dem Gedanken mich anzumelden, soll auch nicht am Finanziellen scheitern...aber interessant wär´s trotzdem!

Lg Matthias
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpfleger, Bildungsreferent
Fachgebiet
Erwachsenenbildung im Gesundheits- und Sozialwesen, Ambulante Pflege
Weiterbildungen
Deutsches Netzwerk Primary Nursing
Z

Zischi

Mitglied
Basis-Konto
Kann die ganzen eher negativen Antworten hinsichtlich der Mitgliedschaft in einem Berufsverband (von der Gewerkschaft will ich hier gar nicht reden) durchaus verstehen. Ich hatte bis jetzt immer so das Gefühl die können ja eh nichts ausrichten und besser machen für mich. Vielleicht ist aber genau das der Denkfehler im System...? Wie wäre es denn, wenn auf einmal ein Großteil organisiert ist und sich zumindest etwas mit berufspolitischen Dingen beschäftigt...? Was wäre denn, wenn die Basis z. B. im DBfK plötzlich komentenhaft nach oben schnallt...? Ich denke schon, dass jeder einzelne es dann mit in der Hand hat, auch mal Vorständen, Funktionären oder Interessenvertretern die rote Karte zu zeigen, schon allein aus dem Grund weil sich viele damit beschäftigen und auch die Basis, so sie denn vorhanden ist auf ihre Spitze einen gewissen Druck ausüben kann...
Meine Sicht der Dinge, nicht zu vergessen dass natürlich jeder, der dort organisiert ist und wirklich Ambitionen in dieser Richtung hat (von denen er vielleicht noch nicht mal was weiß) mal in eine Position kommen könnte um etwas zu verändern...? Sollte nicht eher dort unser Denkansatz sein...?
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpfleger, Bildungsreferent
Fachgebiet
Erwachsenenbildung im Gesundheits- und Sozialwesen, Ambulante Pflege
Weiterbildungen
Deutsches Netzwerk Primary Nursing
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