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Station im Nachtdienst ohne Pk

  1. Guten Morgen,

    Wir haben vier Stationen geplant ist eine weitere. Laut PDL reicht eine PFK, eine Pk und eine Bereitschaft für alle Stationen aus? Ist es wirklich in Ordnung dass einzelne Stationen stundenweise gar nicht besetzt sind? Bemisst sich das tatsächlich nur am Schlüssen oder müsste nicht wenigstens eine Kraft stets präsent sein, falls etwas passiert?

    liebe Grüße
    Tati
     
  2. Hallo,
    also in Niedersachsen ist das in der stationären Altenpflege von der Anzahl der Bewohner abhängig - egal, wie viele Wohnbereiche/Etagen. Die Etagen/Wohnbereiche müssen nicht permanent mit Pflegepersonal besetzt sein.
    Gruß.
     
  3. In NRW die gleiche Regelung bis 99 Bewohner reichen 2 Pflegekräfte ( laut Gesetz) ab 100müssen es 3 sein
     
  4. Hm, in welchem Gesetz ist sowas denn geregelt?
     
  5. Sorry habe gerade nochmal im Auszug der WTG gelesen...da steht es nochmal etwas anders unter Paragraf 21...mir wurde gesagt das es laut Gesetz so sei das ab 100 Bewohner 3 Wachen Pflicht seien Screenshot_20190905-202439_Drive.jpg
     
  6. Ein Gesetz ist mir nicht bekannt. Aber ich hörte von Empfehlungen. Da sind wohl Richtlinien gemeint, die der entscheidenden Behörde (Heimaufsicht?) Zahlen an der Hand geben, wann sie die Fachkraftquote in einem Heim anheben können/sollten.
    In Nds hörte ich: bis 39Bew = 1 PFK, bis 99Bew= 1PFK+1PH

    Im WTG von NRW in §21 Abs.3 "Die zuständige Behörde kann bei entsprechendem Bedarf höhere Anforderungen festlegen."

    Wenn eure Einrichtung vergrößert werden soll, wird auch die Aufsichtsbehörde involviert und die werden dann den Mehrbedarf ermitteln. Und die Einrichtung muss ihn umsetzen.
     
  7. @Cutter....exakt!....genau so sieht es aus!(Niedersachsen) und wird durchaus auch so nachts kontrolliert.
     
  8. Diese Frage ist nicht einheitlich zu beantworten. Zum einen gibt es unterschiedliche Landesgesetze zur Personalmenge in den Heimen. Dann gibt es auch noch unterschiedliche Erlasse der Landesministerien.
    Das WTG, das Manuela zitiert, ist nicht mehr aktuell! Der entsprechende Passus zur Fachkraftanwesenheit ist aktuell in WTG NRW §21 (5) geregelt und lautet so:
    "....Darüber hinaus muss jederzeit, auch nachts und an Wochenenden, mindestens eine zur Leistung des konkreten Betreuungsbedarfes der Nutzerinnen und Nutzer geeignete Fachkraft anwesend sein. Die zuständige Behörde kann bei entsprechendem Bedarf höhere Anforderungen festlegen. Die konkrete Besetzung hat sich nach der Zahl der pflegebedürftigen Menschen und deren Pflege- und Betreuungsbedarf in der jeweiligen Einrichtung unter Berücksichtigung der Größe der Einrichtung, ihrer baulichen Struktur und Überschaubarkeit zu richten. In jedem Einzelfall ist durch ein Betreuungskonzept unter Einbeziehung weiterer Kräfte sicherzustellen, dass Bereiche, die aus baulichen Gründen nicht gleichzeitig von einer Person betreut werden können, so überwacht werden, dass Notsituationen umgehend erkannt und eine Fachkraft schnell hinzugezogen werden kann. Dabei kann das Betreuungskonzept technische Möglichkeiten unter strikter Beachtung der Persönlichkeitsrechte der betreuten Menschen einschließen."

    Wenn man das Arbeitszeitgesetz mit den geregelten Pausenzeiten hinzuzieht, so ergibt sich, dass eigentlich mindestens 2 Pflegefachkräfte in der Nacht und jeder Schicht für das gesamte Haus anwesend sein müssen, da sonst in den Pausenzeiten keine Fachkraft zur Verfügung steht. In der Praxis heißt dies, dass entsprechende Kräfte bei vorhandenem Fachkraftmangel vom Tagdienst abgezogen werden.

    Grundsätzlich sind die Formulierungen in den Heimgesetzen so schwammig formuliert, dass den Heimaufsichten im Einzelfall die Entscheidung delegiert wird und Ermessenssache ist.
    In den Erlassen des Ministeriums in NRW wird eine konkrete quantitative Anforderung nicht benannt, weil es sich dadurch um eine Minimalanforderung handeln muss. Dem will man aus dem Weg gehen. Ebenfalls will man ausschließen, dass tatsächlich dem Tagdienst durch den Nachtdienst zwangsweise Kräfte entzogen werden.

    Hilfreich finde ich den Hinweis auf die baulichen Voraussetzungen. Sind die Stationen/Wohnbereiche so gelegen, dass eine Übersichtlichkeit nicht gegeben ist, so muss prinzipiell für den konkreten Bedarf auf jedem WB eine Pflegekraft anwesend sein, aber nicht zwingend eine Pflegefachkraft.

    Weiterhin wird oft der Grundsatz in der Nacht vertreten, dass je angefangener 50 Bewohner eine Pflegekraft in der Nacht eingesetzt werden muss. In einzelnen Bundesländern gibt es Handlungsanleitungen für die Heimaufsichtsbehörde, in denen dann konkrete Zahlen genannt werden (z.B. Baden Württemberg).
     
    Manuela2812 gefällt das.
  9. Wenn ich sowas lese, erklärt es für mich zumindest oftmals den Zustand der Opfer, die wir aus den Pflegeheimen bekommen.
     
  10. Wenn ich sowas lese, wie von Willi_Wuff...dann denke ich nur daran, dass schätzungsweise 90% der Heimbewohner ohne vernünftiges Entlassungsmanagement und mit einem Gewichtsverlust von 5-10% aus Krankenhäusern in Heime entlassen werden.

    Ich finde, wir Pflegekräfte sollte mal langsam damit aufhören uns (Heimen und Krankenhäusern) den Schwarzen Peter zuzuschieben!
    Wir arbeiten in jedem Bereich weit über unserem Limit - und das liegt nicht in erster Linie an den Trägern sondern an den Politikern!

    Und diese Situation (gegenseitige Schuldzuweisung) ist älter als die Pflegeversicherung, denn in meiner Ausbildung im Krankenhaus haben wir einige Stationen bereits als "Außenstelle von Heim so-und-so" benannt und uns darüber geärgert, in welchem Zustand die Bewohner ins Krankenhaus kamen.

    Im ambulanten Pflegedienst haben wir uns geärgert, wie die Kunden aus der Kurzzeitpflege kamen und im Heim, wie diese aus dem Krankenhaus kommen (Untergewichtig, Fixiert, mit DK ohne medizinische Indikation, sowie vollkommen immobil).

    Mein Appell: Hört auf, mit Steinen zu schmeißen...wir sitzen alle im Glashaus! Und es gibt jeweils Gründe für den "Zustand" der Bewohner. z.B. kommen Menschen aus dem Heim ins Krankenhaus, weil sie in einer Notsituation sind...mir ist dann egal, ob die zuvor abgeführt haben, denn dafür habe ich in einer Notfallsituation keine Zeit...wenn der Rettungswagen sich ein bisschen mehr Zeit lassen würde...so ca 20 MInuten...und jemand anderes den Überleitungsbrief ausdruck würde...dann hätte ich genug Zeit, auch noch eine Ganzwaschung zu machen...dann bekommt ihr den Bewohner wie aus dem Ei gepellt in die Notaufnahme geliefert...würde das die Herren und Damen von der Krankenpflegefraktion befriedigen?
     
  11. Ja, ist das mit dem Tellerrand. Jeder kann drüber schauen, wenn er nur will.
     
  12. Erst einmal einleitend, ich habe keiner Pflegekraft irgendwas zuschieben wollen, denn mehr als arbeiten kann niemand von uns.
    Und den Zustand einiger Bewoner, wenn die aus den Kliniken kommen, kann man teilweise genau so erklären, denn mehr als Arbeiten kann man dort auch nicht, und wenn eine PK für 15-20 mehr oder weniger schwer Kranke zuständig ist, sollte man den AG meines erachtens ebenso wegen grober fahrlässigkeit belangen, wie in einem Pflegeheim, wenn 2 PK für 100 Bewohner zuständig sind.
    Jup der Druck ist immens, wann soll die PK Entlassungsmanagmend machen, wenn 30% der Patienten Spontan entlassen werden, und sie es in der Regel nicht einmal schafft ihre Pflegebedürftigen Patienten zu waschen ? Leider sind die meißten Pflegeheime, was eine Elektronische Patientenakte angeht bei weitem besser aufgestellt als die Kliniken, ich muß meinen Überleitungsbogen komplett von Hand ausfüllen, was regelmäßig nen unding ist weil ich den Patienten selbst noch nicht kenne.
    So leit es mir tut, aber auch bei mir kommt das Entlassungsmangmend frühestens nach der Minimalstversorgung meiner Patienten.
    Ich gebe Dir recht, wir sollten uns nicht gegenseitig den Schwarzen Peter zuschieben, aber wir sollten alle mehr miteinander Reden, denn weder eine Pflegekraft im Krankenhaus weiß wie es in so manchem Pflegeheim abgeht, noch wissen die Kollegen in den Pflegeheimen was in den Kliniken abgeht (Wir sehen beide immer nur die Folgen der jeweiligen Zustände).
    Aber sicher sollte für alle sein das beide Seiten bei aller mühe und aller Anstrengung schon lange nicht mehr in der Lage sind ihre Arbeit zu schaffen.
    Und in beiden Fällen hat die Folgen der Patient bzw. Bewohner aus zu baden.
    Was den Gewichtsverlust angeht ...... naja, zumindest auf unserer Station dürften 90% der Patienten mit 10% und mehr die Station verlassen, denn nicht selten kommen sie wegen Herzinsuffizienz völlig Überwässert bei uns an, Was kein Angriff auf die PK's ist.
    wenn für fast 100 Bewohner 2 PK's zuständig sind...... ist es ein ding der Unmöglichkeit diese im Auge zu haben und zu Beobachten.
    der Tag hat 8 Stunden bleibt pro Bewohner noch 0,16 Stunden, also 9,6 Minuten, wenn man davon ausgeht das die Pflegekraft von einem zum anderen tele-portiert, und somit keine Zeit mit Fusswegen verschwendet, oder ga auf Klo geht, was isst trinkt oder unmöglicherweise ne Pause macht.
    Es ist leider Richtig das Patienten sicherlich oft Immobiel aus der Klinik entlassen werden.
    Ich schildere einfach einmal einen Frühdienst am Wochenende auf einer normalen betten Station, innere.
    Dienstbeginn 6°° Arbeitsbeginn nach Übergabe so gegen 6:30-7°° (Nehme ich nen Entspannten Frühdienst :) ) Besetzung 1 Pflegekraft eine Azubine. 20 Patienten überall einmal ins Zimmer, Tabletten verteilen, die vorher noch kontrolliert werden müssen, da man sich auf die Lieferung wegen Spontanänderungen der Ärzte nicht verlassen kann. Da viele Patienten Fieber haben oder andere Böse Infektionen diverse Infusionen vorbereiten und verteilen, ganz nebenbei werden dann Pflegefälle von ihren Fäkalien befreit oder gelagert.
    Damit hat man aber ziemlich zügig durch zu sein, denn um 8°° darf die eine PK mit dem Azubi zusammen das Frühstück verteilen.
    Danach muß man die Azubine Losschicken das sie vielleicht dem einen oder anderen beim Essen helfen kann, die PK muß erstmal mit nem riesen Blutentnahme Tablett rum rennen und bei 10-15 Leuten Blut abnehmen. Da die meisten Patienten nicht ganz grundlos im Krankenhaus sind, kann man sicher sein das die erste Runde nicht ohne kleinere und Mittlere Katastrophen abgeht, sprich es kommt das eine oder andere um das man sich kümmern muß. Sein es sehr hohe oder sehr niedrige Blut-drücke, Patienten die wegen ihrer Pneumonie und Herzinsuffizienz keine Luft bekommen u.s.w. Patienten die ne schlechte Ausscheidung haben oder Patienten denen es einfach gelinde gesagt hundsbesch..... geht.
    Bedeutet dem Diensthabenden Arzt hinterher Telefonieren, der vermutlich gerade eh nicht kann, weil er für die halbe Klinik zuständig ist, sprich man muß gesetzeswiedrigerweise Telefonische Anordnungen ausführen, Furosemid Spritzen, Cortison geben, Kurzinfusionen mit Medikamenten vorbereiten und anhängen u.s.w.
    Das sollte inklusive Frühstück abräumen bis 9:20 fertig sein, denn dann kommt das Mittagessen und die Frühstückswagen werden abgeholt.
    Zwischenzeitlich war dann auch mal der diensthabende Arzt auf der Station, hat seine To Do Liste abgearbeitet und ist mit wehendem Kittel auf die Nächste Station gehetzt.
    Blut hat man auch irgendwie zwischendurch in den Keller ins Labor gebracht und ggf. die Chance genutzt wenigstens mal schnell eine zu rauchen.
    Da man langsam den Kopp voll hat, und nicht vor hat in den Knast zu gehen, wird es langsam zeit das man zum Selbstschutz wenigstens schnell die wichtigen Sachen dokumentiert, dabei meldet man dann noch mal flugs den einen oder anderen Transport an weil nen Patient entlassen oder verlegt werden soll, oder weils dem so schlecht geht ins CT oder Röntgen ….. und was da sonst noch so an 1000 Kleinigkeiten zusammen gekommen ist.
    Irgendwie scheucht man dann die Billige Arbeitskraft, die eigentlich da ist um was zu lernen, durch die Gegend und lässt sie diverse Klingeln abarbeiten, wenn was gefährliches ist wird die mir schon beschied geben (Hoffentlich)
    Richtig bitter wirds wenn einer der Kranken wirklich zum Notfall wird, was ja im Krankenhaus auch nicht so selten der fall ist :-(, denn da kann es schon mal sein das die eine Pflegekraft locker ne Stunde mit diesem Patienten beschäftig ist.
    (Ich sag immer der Erste Herzinfarkt hat gewonnen, der zweite bekommt nie wieder einen :-( )
    Spätestens so gegen 11°° schaut die Azubine einen nur noch mit traurigen hungrigen und erschöpften Augen an …….
    OK, wird zeit lass schnell pause machen. In der Klingeln die Patienten natürlich wie die Weltmeister und man geht abwechselnd zur Klingel.
    (Keine Ahnung ob die Angst kriegen wenns auf dem Flur plötzlich leise wird ;-) )
    Ups hatte ich ganz vergessen, irgendwie hat die ZNA mir ja noch 1-4 Patienten geschickt, die ich aufnehmen sollte.
    Naja, eigentlich Braucht man Pro Aufnahme mindestens 30 Minuten, aber wenn man alles unwichtige weg lässt …….. und die Azubine hin schickt und die Minimal Versorgung machen lässt ….. bis um 12 kann man es schaffen, wenn man sich beeilt.
    Zwischendurch fällt einem noch ein das man ja auch langsam mal wieder die bettlägerigen älteren Damen und Herren lagern muß.
    Dabei kann man sie dann auch gleich von ihren Fäkalien befreien …… echt scheiße wenn mehr als ein Patient Durchfall hat.
    Um 12 muss langsam mal Mittag verteil werden, damit man es um 12:30 wieder einsammeln kann, und der Arzt hat sich in der Zwischenzeit auch die Blutergebnisse angesehen und die eine oder andere Medikamenten Änderung gemacht ……
    Juhu, endlich Beschäftigung.
    Irgendwie bekommt man es dann bis 1 uhr meißt alles irgendwie gebacken, Übergabe ….. leckt mich alle, ich geh nach hause ……
    Wie soll ich mich dabei noch um Demente, fluchtgefärdete Patienten kümmern, wo soll ich zeit finden Patienten zu mobilisieren u.s.w.
    Nicht zu vergessen Angehörige Ärzte Bettenmanagmend und unglaublich, aber war, auch Patienten haben Fragen.
    Und nein, das soll kein Jammern sein, einfach nur eine Situationsbeschreibung eines ganz normalen Dienstes.
     
    Gärtnerin gefällt das.
  13. Ja, du scheinst anonym bei uns zu arbeiten
     
  14. Genau, ich bin der Geist der dafür sorgt das Du am ende Deines dienstest zwar nicht mehr weißt wie Du es angestellt hast das Deine Patienten die Schicht alle überlebt haben :)
     
  15. Und wenn ich dann Zeitungsartikel Lese in denen der DBFK rumflennt das Personal Untergrenzen ja keine Lösung sind, dann möchte ich die Typen einfach nur einen tag mal unseren Job machen lassen :)
     
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