Statement von Dr. Montgomery in die Schwester Der Pfleger 10 /07

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spielemann

spielemann

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11.08.2006
24116
Hallo,
ich lese diesen Treat erst jetzt möchte dazu aber sagen, dass ich Herrn Montgomery zustimmen muß.
Ärztliche Tätigkeiten für Ärzte / nichtärztliche Tätigkeiten für Nichtärzte!!!!

Nun sind unsere Verbände, die Politik, die Krankenkassen und letztlich die Patienten gefordert.

Die Pro&Contra Frage war doch: Sollen Pflegende Verordnungskompetenz erhalten?

Ich denke ganz klar - JA!!!!!!

Wie kann ein Arzt korrekt Dinge rezeptieren, von denen er keine Ahnung hat?

Wenn ich eine pflegerische Handlung bei meinem Klienten durchführe kann nur ich als Pflegeexperte beurteilen was der Klient benötigt. Somit kann nur ich eine Abrechenbare Verordnung an die Krankenkasse stellen. Wenn die dann der Meinung ist, diese Verordnung nicht zu zahlen muß ich mich mit ihr streiten und belegen warum es nötig ist die pflegerische Handlung durchzuführen.
Das kann niemals ein Arzt!!

In anderen Ländern wird dies in einigen Bereichen schon umgesetzt.
Beispiel aus den Niederlanden:
Ein Patient hat sich etwas gebrochen. Der Arzt stellt die Diagnose - das ist auch seine Aufgabe, das hat er gelernt - dann schickt er den Patienten zu einem gelernten Gipsmaster und dieser versorgt den Patienten mit einem Gips. Dafür übernimmt der Gipsmaster die volle Verantwortung.
Ein Gipsmaster kann ein Arzt oder eine Pflegekraft sein.

Dies geht aber nur wenn unsere Verbände, die Politik etc. endlich von dem Passus abweichen das nur ein Arzt alles weiß. Schaut in die Ausbildungsinhalte der Ärzte, dann seht ihr was er primär nicht kann.
Er kann keine Dienstpläne schreiben, er kann nicht organisieren, er kann keine Pflegeverordnungen schreiben etc.

Grüsse
Spielemann
 
Qualifikation
Krankenpfleger, Wundexperte
Fachgebiet
Krankenhaus
M

Manus

Mitglied
Basis-Konto
25.10.2007
14059
Hallo. Also zum Thema.Die Ärzte haben tatsächlich kein Interesse uns in unseren Bemühungen zu unterstützen. Wie im Kleinen so im Großen.In den großen Kliniken werden die Pflegenden in einer Art und Weise einen Leistungsdruck ausgesetzt,das man es garnicht glauben kann. In den Privaten Kliniken und Praxen ist es inzwischen üblich keine Fachkrankenschwestern einzustellen, sondern Basisqualifizierte ( 200 Stunden Basis) Pflegende in den Bereich Dialyse anzulernen. Nun drück da mal aufs Knöpfchen wenn es da blinkt...Da werden An und Abschlüsse in Akkordarbeit geleistet von völlig unqualifizierten Personal.Der Kohle wegen. Und genau das ist es.Für die Ärzte sind wir der letzte Dreck.Handlanger. Wir werden belächelt..Das spiegelt auch unser Ansehen in der Krankenpflege.Schön funktionieren, Klappe halten und Sch... wischen.Also wenn man mit einem Basiskurs Dialysemaschinen bedienen darf und in den Elektrolythaushalt eingreifen darf, sowie Shunts punktieren darf dann frage ich mich warum man eine 2jährige Fachausbildung gemacht hat. Hinzu kommt das allgemeine Ansehen in der Öffentlichkeit. wir haben keine Lobby. Krankenhausserien im Fersehen unterstützen noch das Bild von der immergeilen Krankenschwester die nur zur Arbeit kommt um ihre persönlichen Liebesprobleme, die sie natürlich mit einem Arzt hat, mit ihren Kollegen zu besprechen.Ich habe Angehörige erlebt die sich dem Pflegepersonal gegenüber so unfreundlich verhalten haben ,und sobald ein Arzt des weges kam,so scheißend freundlich wurden, das es echt zum :kotz: war.Solange die Pflegenden in dieser Opferrolle verharren und sich nicht gegen diesen Druck von oben wehren sind wir dem ausgeliefert.Unser Beruf braucht eine positive Anerkennung in der Bevölkerung. Die Pflegenden in der Schweiz haben es uns vor 15 Jahren vorgemacht.Alle sind sie auf die Straße gegangen und haben bessere Arbeitbedingungen durchgesetzt und auch höhere Gehälter.Warum können wir uns nicht solidarisieren?Was hindert uns?Ist es das Fehlen von sagen wir mal einem Beruflichen Selbstbewußtsein?
Habe mal alles was mir so durch den Kopf geht aufgeschrieben.:danke: Manus
 
Qualifikation
Fachkrankenschwester
Fachgebiet
Dialyse
D

dr.poops

Es ist mir ehrlich gesagt ziemlich wurscht, was ein Ärztefunktionär zu unserem Aufgabengebiet sagt. Woran ich mich mittlerweile auch immer wieder gerne stoße, ist das Verhalten meiner KollegInnen, die schnell sagen, "daß ist nicht meine Aufgabe", aber zu jeder sich bietenden Gelegenheit den großen checker zu medizinischen Fragestellungen spielen - sich aber aus Prinzip weigern, z.B. mal eine BGA selber abzunehmen.
Klar sind ärztliche von nichtärztlichen Aufgaben zu trennen. Und mit Sicherheit hängt das auch mit dem Fachbereich zusammen. Wenn Herr Montgomery sagt, die Pflege solle die Ärzte entlasten, damit diese Zeit für ihre Aufgaben hätten, denn dafür hätten sie lange studiert, dann frage ich mich, ob Herr Montgomery eigentlich weiß, was für Heißdüsen da zum Teil aus den Universitäten kommen - und die man dann mit sanfter Gewalt davon abhalten muss, zwecks ZVK-Anlage in ein mit Eiter gefülltes Empyem zu stechen. Oder die gleich sagen, "das war ich nicht." Oder "eben hat der noch nicht geflimmert":
Naja: und bis eine Petition an den Bundestag durch ist, haben wir uns seitenweise die Köpfe heißgesabbelt und dann muss aber nch dre Paragraph beachtet werden und dann ist wieder einer überhaupt nicht der Ansicht, daß und blubb und bla. Ja. Das bringt´s dann auch unheimlich. Dabei war der Start dafür echt vielversprechend.
Aber mal ehrlich - sollen wir uns auch noch über den blöden Montgomery aufregen? Also, ich hab da noch ein paar wichtigere Sachen am Start. dr.poops
 
HBR69

HBR69

Aktives Mitglied
Basis-Konto
05.10.2000
58644
Zumal Herr Montgomery bald (oder schon jetzt??) garnicht mehr im Amt ist.....


Gruß
Heike
 
Qualifikation
Fachkrankenschwester I/A, freie Dozentin
Fachgebiet
Lungenfachklinik Intensivstation, Stationsleitung
Weiterbildungen
Mitgliedschaft bei der DGF
T

traveler

Aktives Mitglied
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09.12.2005
Kaufbeuren
Genau,

der Neue heißt Henke.

Gruß renje
 
Qualifikation
GuK, Lehrer, Sozialbetriebswirt FH
Fachgebiet
Angestellt
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