Stärke signalisieren - Reaktionen gegenüber Agenturen mit neuen "Modellen"

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leaving-the-moon

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Es wird ja hier immer gejammert, dass man nichts aber auch gar nichts auf die Beine gestellt bekommt.

Heute habe ich von einer Agentur bei der ich gemeldet bin ein neues Angebot bekommen. Gesucht werden einige Leute für eine Klinik. Man habe mit dem Auftraggeber ein neues Modell ausgehandelt.

Beim Punkt Honorar steht, dass man Infos erhalten könne, wenn man sich für das Modell interessiere - aber kein Honorar, nicht mal ein ca. Wert.

Vor seit einigen Monaten schon hat eine andere mir bekannte Agentur mit einigen Einrichtung ein Modell der befristeten Festanstellung entwickelt. Auf Nachfrage funktioniere es so, dass man bei der Agentur festangestellt sei und diese einen dann ausleihe.

Summa summarum, was passiert?

Eine nach der andern Agentur kippt um und sucht nach neuen Wegen um die Kuh weiterhin zu melken.
Ich habe nichts dagegen, dass Agenturen Geld verdienen, allerdings nicht dafür, dass ich als derjenige der am Bett malocht jetzt wieder der ist, der die Zeche bezahlen muss.

Bisher kam wohl am ehesten von den Einrichtungen Angst und Druck auf die Agenturen. Diese reagieren mit Modellen, die den Einrichtungen Sicherheit vermitteln.
Die Agenturen leben aber von zwei Seiten - sie verdienen nur Geld, wenn Einrichtungen buchen wollen und Freiberufler (oder Arbeitnehmer) zur Verfügung stehen, die sich vermitteln lassen. D.h. wir sind für die Agenturen kein unerheblicher Faktor und sitzen mitnichten am kürzeren Hebel. Geld fließt nur, wenn die Agentur er schafft beide zusammenzubringen.

Deshalb heute meine (gekürzte) Antwort an die Agentur:

Guten Tag Herr/Frau xy,

(...) Während die sich Freiberufler zusammensetzen und notfalls vor Gericht ziehen erschaffen die Agenturen ein neues Modell nach dem anderen. Nun also auch Sie.
Ob es sich nun um Aushilfsverträge oder schlussendlich um Arbeitnehmerüberlassung handelt ist dabei ziemlich unerheblich.

Ich würde mir wünschen, dass die Agenturen die Freiberuflichkeit unterstützen und stärken und auch bei den Einrichtungen dahingehend Informationspolitik betreiben, damit die freiberuflichkeit der Kräfte die sie dringend brauche nicht ständig und auf so banale Weise von der RV in Frage gestellt werden kann. Immer noch und jedes mal stehe ich auf Dienstplänen - häufig genug ins Programm eingepflegt. Immer noch und immer wieder meinen Stationsleitungen und PDLs sie könnten über die Zeit von FBlern verfügen und fallen aus allen Wolken, dass diese eben nicht mal einfach einen Dienst mehr machen als ursprünglich vereinbart. Es werden einrichtungseigene Namensschilder verteilt und Mitarbeitervergünstigungen angeboten. Die freien Mitarbeiter werden eingeteilt und selbstverständlich wird versucht sie in die Organisationsstruktur einzubetten. Hier würden ein paar einfache Maßnahmen schon Erleichterung schaffen bei den Prüfungen. Das interne Papier der Sozialversicherungsträger, das behauptet freiberufliche Tätigkeit von Pflegekräften in Krankenhäusern sei grundsätzlich nicht möglich ist mit Sicherheit gesetzeswidrig zumindest solange es noch freiberufliche Lockführer und Piloten gibt in diesem Lande.

Punkt zwei ist die Information der Freiberufler die sie vermitteln - auch hier könnte es durchaus weiterhelfen diesen ein Bewußtsein dafür zu schaffen was Selbstständigkeit eigentlich bedeutet. Die allermeisten kommen aus abhängigen Beschäftigungsverhältnissen und müssen das (Ver-)Handeln auf Augenhöhe erst lernen.

Was ich wahrnehme ist etwas anderes: Die Vermittlungsagenturen sehen ihre Märkte wegbrechen und fahnden nach neuen Modellen um sich irgendwie aus der Affäre zu ziehen und weiter am krankenden System Gesundheit zu verdienen. Dabei nehme ich in der Summe (das bezieht sich jetzt nicht explizit auf Sie) wahr, dass die Einrichtungen als Kunden hofiert werden und die (ehemaligen) Freiberufler nach Hoffnung der Agenturen schon mitziehen werden. Das ist eine traurige Entwicklung, weil es mal wieder auf Kosten derer geht, die am Bett das Geld, das alle dort verdienen wollen erwirtschaften.

Der schwarze Peter bleibt bei jenen, die ihre Freiheit nicht aufgeben wollen - auch nicht zugunsten einer Sicherheit im Rahmen der Leiharbeit mit dem Versprechen weiterhin frei planen und gestalten zu können. Nachdem die ersten derartigen Angebote eines anderen Vermittlers bezüglich einer befristeten Festanstellung (beim Vermittler) noch die Stundensätze auswiesen steht da inzwischen ein Montasbrutto - die Tendenz ist erkennbar.

(...)

Mit freundlichem Gruß

xxx
Gekürzt um einige Zeilen die persönlicheren Charakter hatten.


Mails kann jeder schreiben und den Agenturen vermitteln: "Wir wollen das nicht!"
 
Böserwolf

Böserwolf

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AW: Stärke signalisieren - Reaktionen gegenüber Agenturen mit neuen "Modellen"

Vollkommen richtig deine Antwort.

Sind ja nun schon einige "Modelle" entwickelt, die aber von den FB nicht so angenommen wurden wie erwartet (s. HH, auf dessen Angebotsseite kaum FB nach dem Hybrid-System ihre Dienste anbieten).

Ich jedenfalls werde, wenn ich so ein Schreiben von einer Agentur bekomme, im gleichen Tenor zurückschreiben wie du und das sollten alle anderen auch machen - sich endlich mal einig sein - :super:. Denn: die Agenturen leben von uns. Gibt es keine Freiberufler mehr verdienen sie kein Geld - gehen wir nicht auf ihre teilweise obskuren Modell ein - verdienen sie auch kein Geld!!!

Wir hingegen können immer Geld verdienen und "notfalls" wieder als Angestellte.
 
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AW: Stärke signalisieren - Reaktionen gegenüber Agenturen mit neuen "Modellen"

Naja wenn der netto lohn sich meinem jetzigen annähert können wir über alles reden.lach.

Ne im ernst. Solange genug Aufträge reinbekomme und ich nicht alle Instanzen vor gericht gegen die drv verloren habe insoferm es jemals dazu kommt sind das keine alternativen.

Wäre auch er dafür das die Agenturen sich mehr für uns stark machen.
Hier gehts wieder nur ums Geld verdienen.
 
K

KatiaD

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AW: Stärke signalisieren - Reaktionen gegenüber Agenturen mit neuen "Modellen"

habe die Mail auch bekommen.. ..Kopfschüttel
 
leaving-the-moon

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AW: Stärke signalisieren - Reaktionen gegenüber Agenturen mit neuen "Modellen"

Selbst wenn sie das Netto meinem jetzigen annähert ist noch die Entscheidungsfreiheit wann ich arbeiten möchte, die ich als Angestellter nicht habe.

Ich denke es braucht ein Signal an die Agenturen, dass die Freiberufler nicht die Bauern sind die man auf diesem Brett mal schnell opfert.
 
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