Innere Medizin ständiges Erbrechen nach Schlaganfall

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manu67

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03.07.2008
86424
Hallöchen,
Ich arbeite in der häuslichen Krankenpflege und betreue seit September ein 84-jährige Patientin,die im August einen Schlaganfall hatte,seit dem bettlägerig ist.Sie hat bis heute:Halbseitenlähmung(schlaff)links,Aphasie,ist sehr verschleimt,Bronchien sind aber frei.Was man jedoch gar nicht in den Griff bekommt ist das Würgen und Erbrechen(fast täglich):blushing: und das bei geschätzten 40kg bei 1,60m.Hat jemand Erfahrung damit?
liebe Grüße,Manu
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Sozialstation
R

Rixte

Hallo Manu,

Es gibt viele Gründe die Würgen und Erbrechen nach Apoplex auslösen kann.

1. die Verschleimung

Hat sie einen guten und ausreichenden Hustenstoß?
Schleim im Rachenbereich Kann auf Schluckstörungen hinweisen, der Schleim kann auch Würgen und Erbrechen auslösen, wenn sie ihn nicht abhusten kann.
Hat sie eine erhöhte Speichelproduktion?


Aber auch starkes Husten kann durch die Bauchpresse Erbrechen auslösen, Dabei aber meistens keine Übelkeit

2. Hydrocephalus

Bedingt durch den Apoplex kann es von Abflussstörungen des Liquors kommen.

3.Lageabhängiger Schwindel
Hirnstammschädigung, wenn ich mich recht erinnere, oder Vestibularis; Basilaristhrombose

4.Ernährung
Wie wird sie ernährt?

5.Psychosomatisch

etc


Wie du siehst ist die Frage nicht so ganz einfach zu beantworten.
LG Rixte
 
M

manu67

Mitglied
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Themenstarter/in
03.07.2008
86424
Hallo Rixte,

Patientin kann gut abhusten,erbricht durch Hustenreiz gelegentlich.
Speichelproduktion ist sehr stark,sie ist den ganzen Tag am Mund reinigen,braucht ne Menge Zewa`s täglich.
Sie wird von Angehörigen gefüttert,weiche,pürierte,breiige Sachen.Trinken klappt nicht so gut(schlucken),außer Kaffee.
Ich vermute,das ganze ist hirnorganisch bedingt.Nur wie kann man das verbessern?Mache ja Versorgung schon langsam ect.
Hilft Vomex?
liebe Grüße
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Sozialstation
S

Schatti

Mitglied
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28.12.2008
04155
Hallo,

wird sicher weniger geeignet sein. Gerade bei hirnorganisch bedingtem Erbrechen fährt man fast regelmäßig Dexamethason auf, das allerdings sicher nicht in Eigenregie.

Zusätzliche Medikation seit dem Insult? Auslöser kann potentiell alles sein was seither neu ist.

"Würgen" klingt aber so ein wenig suspekt, muss ich sagen...

Grüße,
Schatti
 
Qualifikation
Apotheker
Fachgebiet
Klinik
R

Rixte

Hallo,
Ich muss Schatti bedingt recht geben.
Vomex ist nicht das Mittel der Wahl.
Kann aber bei Erbrechen durch Lagerungsschwindel etwas bringen.
Ich denke auch, das alles Hirnorganisch ist.
Kommt nicht selten vor.
In welchem Bereich ist den der Apoplex?

Vielleicht muss erst einmal etwas gegen die Hypersalivation etwas gemacht werden.
Wir nehmen da 3-5 Tropfen Amytriptolin 3-4x tgl, je nach Schweregrad
(was sagt der Arzt?)

Und außerdem scheint eine Schluckstörung vorzuliegen.
Erkennen einer Nahrungsaufnahmestörung:

Vor der Nahrungsaufnahme:

-der Mundwinkel hängt
-der Mund steht offen und kann nicht geschlossen werden
-Speichel läuft aus dem Mund
-Die Aussprache ist verwaschen, nasal, feucht belegt,
-Leise oder keine Stimme

Eine Dysarthrie bedeutet auch eine Dysphagie. Da die gleichen Muskeln für beides zuständig sind.

Während der Nahrungsaufnahme:

-Die Nahrung fällt aus dem Mund ohne das dieses bemerkt wird
-Nahrungsreste in den Wangentaschen
-Nahrung wird nicht ausreichend zerkleinert
-Mund wird mit Essen voll gestopft, ohne zu kauen oder zu schlucken(Sensibilitätsstörungen )
-Verschlucken oder Husten während des Essens
-Die Mahlzeit dauert überdurchschnittlich lange
-Appetitlosigkeit bis zur Essensverweigerung


Während des Trinkens:

-Häufiges Verschlucken mit oder ohne Husten
-Flüssigkeit läuft aus dem Mund
-Trinkt nur sehr kleine Schlucke
-Trinken wird aus Angst vermieden


Nach der Nahrungsaufnahme:

-Speisereste verbleiben im Mund
-Verzögertes Husten, oder kein effektiver Hustenstoß
- Temperaturanstieg unklarer Genese


Wie sieht denn die Zunge aus? Lass sie dir mal bei der Mundpflege rausstrecken.
Ist sie gerade?Zieht sie zu einer Seite? Ist eine Seite schlaffer?
Wie sieht das Zäpfchen aus, der weiche Gaumen?
Kann die Zunge die Wangentaschen oben und unten reinigen?
Hebt und senkt sich der Kehlkopf beim Schlucken?

Schlucktherapie wäre bestimmt von Vorteil.

Angedickte Getränke z.B. Qick and Thick.
Essen nur in stabiler aufrechter Körperposition, Kinn beim Schlucken leicht Brustwärts. Eventl nach jedem Bissen noch einmal nachschlucken.

Nicht Essen und Trinken zur gleichen Zeit.

Für mich klingt es nach PEG und Genussessen, aber nicht volle Ernährung oral.

Bei Schwindel:
Pat beim Drehen auffordern einen festen Punkt zu fixieren. nicht die Augen schließen.
Langsam und mit viel Unterstützung drehen.
Wenn das Würgen anfängt sofort nach Möglichkeit unterbrechen, die Hand auf den Bauch legen und den Pat auffordern sich auf die Atmung zu konzentrieren und ruhig bis in den Bauch zu atmen, so dass sich die Hand etwas bewegt.
Hilft nicht immer aber oft, dabei muss du selber sehr ruhig bleiben.

Vielleicht hilft es, aber wie du weißt ist Ferndiagnose schwer, bis unmöglich.
Was sagt denn der Neurologe?

LG Rixte
 
M

manu67

Mitglied
Basis-Konto
Themenstarter/in
03.07.2008
86424
Guten Morgen,
also Punkt würgen,damit meine ich,oft liegt die Patientin ruhig im Bett u.plötzlich "hebt"es sie einige Male und sie bricht.Danach kann sie sogar Essen oder Trinken,das erbricht sie nicht mehr.
Tja,Hausarzt,da wird nicht mehr viel gemacht,sie zählt zu den hoffnungslosen Fällen.Wurde auch nach dem Apoplex nicht rehabilitiert,kam gleich nach Hause.Für den Magen bekommt sie einmal 20Tr.MCP,sonstiges sind Torasemid,Ramipril,ASS,Simvastatin,gegen Schmerzen bei Bedarf Paracetamol.
Wo Schlaganfall direkt war,weiß ich nicht,hat Hemiparese links.
Schluckstörung trifft zu für Husten,Esseneinnahme dauert sehr lange.
Zunge u.Zäpfchen kann ich nichts weiter sagen,nur beim Zähne putzen kann sie problemlos Zunge heraus strecken.
Pulver zum Andicken der Nahrung lehnt Patientin ab.Sie kann ja essen u.Trinken,ist nur ne Frage der Zeit u.darum kümmern sich die Angehörigen,wobei die wirklich sehr bemüht sind.
Patientin kam im August mit Nasensonde heim.Da war das Erbrechen noch um Einiges schlimmer.Jetzt bekommt sie ,was sie gerne mag,nur eben breiig,da sie keine Zähne hat.
Und Neurologe,hm,die Frau ist bettlägerig,da kommt ca.alle 2Wochen der HA,mehr nicht.KG wurde auch eingestellt,da keine Fortschritte.
Ich denke,Erkrankung/Alter,ist eine Frage der Zeit bis die Patientin ihre Augen für immer schließt.Nur soll sie die Zeit die sie noch hat,besser erleben.Orientierung ist nicht gestört.
HA gibt sich da keine Mühe weiter,ich muß Vorschläge machen.

einen schönen Tag
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Sozialstation
R

Rixte

Hallo Manu,

Das könnte für Hirndruck sprechen.

Da aber bestimmt keine Diagnostik mehr läuft, ist das einzige was mir dazu einfällt, Oberkörperhochlagerung.
Nur es nutzt nichts, wenn der Liqour nicht abfließen kann.

Das spontane Erbrechen ist dann auch nicht zu beeinflussen.
Und es stimmt es ist unabhängig vom Magen. Da Zentral

Wünsche dir Kraft
LG Rixte
 
P

Peter brill

Neues Mitglied
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24.02.2009
10405
ich hab auch schon 1 jahr so einen patienten das ist sehr schwer ihn zu vern
erstens versteht man ihn gaaaanz schlecht
zweitens hat er noch schwere parkinson die da noch mit einwirkt
lass dir die zeit bei ihm erhöhen denn die brauchst du .
lg peter
 
Qualifikation
exam. Krankenpfleger
Fachgebiet
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