Sozialamt: Kostenvoranschläge von verschiedenen Pflegediensten vorlegen?

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AmbPD

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Hallo,


wieder mal haben wir was vom Sozialamt :blushing:

Und zwar soll ein Patient, den wir bereits betreuen und noch keine Kostenzusage des Sozialamtes haben, nun 3 Kostenvoranschläge von verschiedenen Pflegediensten vorlegen, eher er eine Kostenzusage bekommt.

Dazu folgende Fragen:

1. Darf das Sozialamt vom Leistungsbezieher verlangen, diese Kostenvoranschläge einzuholen, auch wenn er mit "seinem" Pflegedienst zufrieden ist und von diesem auch betreut werden will?

2. Der Patient hat bereits einen Pflegevetrag unterschrieben und erhält bereits Leistungen von unserem Pflegedienst. Wäre das ein Grund dafür, irgendwie ggü. dem Sozialamt zu argumentieren, damit er die eingeforderten Kostenvoranschläge nicht zu holen hat?

3. Hat irgendeine Bedeutung in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass der Patient kein Deutsch spricht/schreibt und bei uns in der Umgebung deshalb nur von unserem Pflegedienst betreut werden kann, weil nur wir entsprechende Kräfte mit Sprachkenntnissen haben?


Wäre echt dankbar für nützliche Tipps, gerade was die Gesetzgebung dazu sagt im Hinblick auf die Freiheit der Wahl des PD, auch wenn die Leistungen vom Sozialhilfeträger übernommen werden sollen.

Danke!

Gruß
 
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Lisy

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Hallo AmbPD,
dazu findest du keinen Gesetzestext. Jedes Sozialamt hat im eingeschränkten Maße ihre eigenen Spielregeln.
Das Sozialamt kann durchaus verlangen, das verschiedene Kostenvoranschläge vorgelegt werden. Ist in meinen Augen aber nur eine Verzögerungstaktik des Sozialamtes.
Denn alle Pflegedienste einer Regionen haben die gleichen Gebürenordnung. Es kann durchaus noch sein, das der MDK eingeschaltet wird mit der Bitte den Pflegebedarf fest zu legen.
Ein Vertrag mit einem Kunden der zahlungsunfähig ist, ist eigentlich wertlos.
Wenn das Sozialamt die Zahlung verweigert, bleibt ihr auf den Unkosten sitzen.
Und mit Erlaub, Sprachbarieren sind dem Sozialamt egal.
Gruß Lisy
 
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AmbPD

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Vielen Dank für die Antwort.

Ein MDK-Gutachten liegt dem SA bereits vor.


Kann es denn tatsächlich so passieren, dass das SA sagt: Sie müssen einen anderen PD beauftragen? Wie sieht denn die Praxis aus? Und: wie soll er Kostenvoranschläge holen ohne die Sprache? Sollen wir etwa das erledigen? :spinner: :blushing:

Wie sollen wir (damit meine ich uns als PD zusammen mit dem Patienten) uns also verhalten?
 
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Lisy

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Hallo AmbPD,
zieh dir nicht jeden Schuh an. Schick deinen Kunden zum Sozialamt und lass ihn mal machen. Wenn der MDK schon da war und einen Bedarf festgelegt hat und ihr euch dran haltet passiert gar nichts. Der Kunde bleibt dann euer Kunde. Nur auf das Geld wartet ihr ewig, es sei denn, ihr schreibt dem Kunden eine Rechnung. Am besten er nimmt die Rechnung gleich mit.
Das Sozialamt soll selber schauen, wie sie mit der Situation klar kommen.
Wichtig ist halt, das der Druck aufs Sozialamt fast täglich da ist.
(Ihr müßt lästiger sein, als 100 Wespen am Tisch, im August)
Und schriftliche Beschwerden beim direkten Vorgesetzten wirken wahre Wunder.
Lisy
 
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AmbPD

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Danke.

Wahrscheinlich werden wir unseren Patienten mit einer Dolmetscherin (=unsere MA) zu der Sachbearbeiterin schicken um die Situation vor Ort persönlich abzuklären. Eventuell kann man dann die Sache auflockern und schneller zum Ergebnis kommen.


Gruß
 
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Lisy

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Hallo AmbPD,
und wer zahlt das?
Zuviele kostenlose Leistungen bedeuten das Aus/ den Ruin für einen PD.
Oder macht das eure Mitarbeiterin ehrenamtlich?
Gruß Lisy
 
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AmbPD

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Denn alle Pflegedienste einer Regionen haben die gleichen Gebürenordnung.

Hallo,


wir haben einen befreundeten Pflegedienst in der Nachbarschaft (in unserem Landkreis!) und die haben eine andere Gebührenordnung, bzw. einen anderen Punktwert!! Und zwar einen niedrigeren, als wir.

Heißt es nun etwa, dass wir nicht konkurrenzfähig (bei Sozialhilfeempfängern) sind? Oder sollen wir nun unsere Kostenvoranschläge deswegen nach unten korrigieren? Oder sollten wir dem SA-Sachbearbeiter offen mitteilen, dass wir dem niedrigeren Kostenvoranschlag eines anderen Pflegedienstes entsprechend unseren korrigieren würden, um die Kostenzusage zu bekommen?

Was sind denn überhaupt die Entscheidungsgründe für eine Kostenzusage seitens SA? Sind es nur die reinen Kosten oder kann man ggü. dem SA-Sachbearbeiter irgendwie anders argumentieren, damit wir den Patienten "behalten" dürfen?

Wir sind ja ein recht neuer PD und haben momenten um jeden Patienten zu kämpfen. Haben auch noch weitere SA-Empfänger, bei den noch gar keine Bescheide vorliegen, aber die Pflege läuft (=bisher auf unsere Kosten) und falls alle darauf hinaus laufen sollten, dass die Patienten von anderen Pflegediensten nur wegen dem niedrigeren Punktwert versorgt werden sollten, haben wir ein Grundproblem, welches wir irgendwie dauerhaft lösen wollen.

Danke!

Gruß
 
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