Innere Medizin Soor- und Parotitisprophylaxe bei Wachkoma-Patienten

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L

Lucilla

Neues Mitglied
Basis-Konto
30.05.2008
31134
Hallo an alle,

ich bin Altenpflegeschülerin und soll zu dem Thema „Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung einer Soor- und Parotitisprophylaxe bei einem Bewohner im Wachkoma“eine Hausarbeit erstellen.
Dabei sollen mögliche Probleme und die entsprechende Lösung dazu erörtert werden.
Jetzt suche ich schon seit einer Woche im Internet nach diesem spezifischen Problem, kann zwar viel über Soor- und Parotitisprophylaxe und Wachkoma finden, aber nichts konkretes zur Aufgabenstellung.

Kann mir jemand helfen? Welche konkreten Probleme gibt es bei einer prophylaktischen Mundpflege bei Wachkoma-Patienten?


Vielen lieben Dank für Eure Mühe im voraus.
 
Qualifikation
Altenpflegeschüler
Fachgebiet
Altersheim
C

cosmosis

Mitglied
Basis-Konto
06.03.2008
69126
hmm.....

also ganz spontan würde ich sagen:

- verschlucken von möglicher Flüssigkeit und eine daraus resultierenden Aspirationspneumonie

-unverträglichkeit der angewandten Lösung

das ist das Einzige was ich dazu beisteuern kann.

Versuch doch mal es von der normalen Mundpflege abzuleiten, vielleicht kommst du damit weiter.
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
Pflege/ Nachtdienst, z.Zt. Weiterbildung zur Fachkraft für Gerontopsychiatrie
A

Ameise

Aktives Mitglied
Basis-Konto
Hallo Lucilla,

- der "unkooperative" Patient, der ja nicht immer den Mund aufmacht, wenn ich Mundpflege machen möchte, er kann auch zubeißen
- die Mundatmung, das Austrocknen der Schleimhäute
- der Pat. "mag" meine Mundpflegelösung nicht (Ich würde z.B. spucken wenn jemand mit Kamille ankommt)
- Schmerzen, offene Stellen können ganz schön weh tun

Mehr fällt mir jetzt spontan nicht ein.

Grüße von der Ameise
 
Qualifikation
HFK
Fachgebiet
gGmbH
R

Rixte

Hallo Lucilla,

Wie schon geschrieben, zu bedenken ist,

1.wahrscheinlich Schluckstörungen – keine Flüssigkeiten in den Mund bringen
2. Sensibilitätsstörungen – mangelnder Input, d.h. Meistens tracheotomiert, keine Speisen, keine Atemluft geht durch den Mund.
3.. Tonusaufbau, eventl Beißreflex. Um zu spüren wird der Mund fest verschlossen, -sobald etwas in den Mund (oraler Reiz) kommt, wird zugebissen.
4.Mund wird nicht geöffnet, keine gute Mundhygiene möglich
Oder Mund ist immer offen, ausgetrockneter Mund

Nie trocken in den Mund
Vermeide Attacken, keine unangenehmen Erfahrung machen lassen.
Herausfinden, was der Pat gerne mochte, es darf auch O-saft oder sonstiges sein.
Eventl. kommt man durch den Wiedererkennungswert in den Mund.

Denke nicht ein Wachkomapatient bekommt eh nichts mit.


Vorbereitung:
Glas mit Wasser, eventl auch mit Tee, oder andere Flüssigkeit
Zahnbürste, sensitiv(Sensibilitätsschulung), Tupfer, Stieltupfer (kein Holz, zersplittert beim eventl, Beißen)
Zungenschaber
Handschuhe
(elektrische Zahnbürste erzeugt durch die Vibration Erhöhung des Tonus)
Nierenschale

Durchführung: Mund in 4/4 einteilen und möglichst immer in der gleichen Reihenfolge putzen. Z.B. 1. oben rechts, 2. unten rechts, 3. oben links 4. unten links immer von rot nach weiß, von hinten nach vorne; Außen, Kauflächen dann innen zum Schluss die Zunge.
Wiedererkennung mit der Zeit

Pat in Seitenlage oder in eine aufrechte Position bringen, so dass der Kopf etwas nach vorne geneigt ist.
Kopf nach Hinten, Kiefer wird nach vorne geschoben, verhindert das Öffnen.
Flüssigkeiten laufen unkontrolliert nach hinten und können leicht aspiriert werden

Kopf nur nach vorne mit langen Hals, schiebt den Kiefer nach hinten, gleiches Problem.

Probiere es selber aus, und beobachte den Kraftaufwand vom Mundöffnen. Natürlich wirst du es schaffen, aber es wird ein Unterschied da sein.

Mit der Hand des Pat geführt sein Gesicht berühren, guter Armschutz.
Dann die Lippen
Wenn möglich dem Pat geführt die ausgeschlagene, nur feuchte Zahnbürste in die Handgeben, und mit ihm zusammen zuerst von außen etwas unter, bzw. oberhalb der Lippen berühren, Einen festen Druckpunkt setzen. Damit er spürt wohin die Bürste geht,
langsam die Bürste in den Mund führen und putzen.
Wenn geführt nicht geht, dann wird es von PP gemacht, aber zuerst von außen auch den klaren Druckpunkt setzen.
Jedes ¼ mind.2x
nach jedem Durchgang wird die Bürste im Wasser gereinigt und wieder ausgeklopft.
Sobald bemerkt wird, dass der Pat schlucken will, wird unterbrochen und das Schlucken wird unterstütz indem der Zungengrund vom Kinn zum Hals massiert wird.
Das geht am besten mit dem Kieferkontrollgriff.
Daumen liegt unterm Kiefergelenk, Zeigefinger auf dem Kinn und der Mittelfinger am Zungengrund.
Damit lässt sich auch häufig der Mund leichter öffnen , etwas Druck auf das Kinn in richtung Mundöffnen ausüben.
Danach können die Wangentaschen mit dem Stieltupfer oder mit einem Tupfer um den kleinen Finger gewickelt (nicht bei Beißreflex) gereingt werden .

Das so auf die schnelle,

wenn du Fragen hast, melde dich
LG
Rixte
 
Pflegeboard.de

Pflegeboard.de

Administrator
Teammitglied
05.07.2001
www.pflegeboard.de
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