Arbeitsrecht Sollstundenberechnung

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Irmala

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01.06.2006
53757
Hallo zusammen!

Ich fand diese Seite auf der verzweifelten Suche nach Hilfe. Ganz plötzlich nämlich, seit Anfang des Jahres eine neue PDL in`s Haus kam, werden von den Sollstunden nicht mehr die Feiertage abgezogen. Mit der, natürlich nicht schriftlichen Begründung, DAS IST SO! Falls sich da tatsächlich was geändert haben sollte, müsste das doch belegbar sein?! Die Folge ist jedenfalls, daß diejenigen, die an den Feiertagen nicht arbeiten müssen, Minusstunden anhäufen, die sie nie mehr rausarbeiten können. Jedenfalls als Nachtwache mit festem Rhythmus nicht. Wer allerdings mit Dienst am Feiertag eingetragen steht und dann frei macht, bekommt die Stunden abgezogen - also Vorteil nach Gutdünken des Planschreibers.
Wie läuft das in anderen Häusern, und gibt es irgendwo da was zum Nachschlagen? BAT hat mir nicht geholfen?!
 
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johanna59

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50189
Bei uns wurde anfang des Jahres der 4 Wochenplan eingeführt. Somit hast immer ein gleichbleibende Std. Zahl. Bei einer 100% Stelle sind das 154 Std. egal ob ein Feiertag enthaltenist oder nicht.Arbeitest Du an diesem Feiertag bekommt man entweder 15,4 Std. gut geschrieben und 35% ausgezahlt, oder es werden7,7 Std,. gutgeschrieben und 135% ausgezahlt.
Arbeitet man an dem Feiertag nicht muss man in den 4 Wochen trotzdem 154 Std. erreichen, also auch bei uns wird der Feiertag nicht rausgerechnet.
Laut AVR ist dies so rechtens.
Gruß cpfeiffer
 
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Kalimera

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17.01.2001
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Hallo zusammen!

Wie läuft das in anderen Häusern, und gibt es irgendwo da was zum Nachschlagen? BAT hat mir nicht geholfen?!
Du kannst in der AVR nachsehen, dort ist es beschrieben, einfach mal googeln. http://www.diag-mav.org/arhilfen/arzeit/feiertagsarbeit.htm

Faktisch werden die Feiertagsstunden auf dem Sollplan auch nicht rausgerechnet. Jeder MA wird mit Dienst eingetragen, in der Änderungszeile steht dann ein Frei für denjenigen, der nicht arbeiten muss. Bekanntermaßen werden an Feiertagen weniger Leute zum Dienst eingetragen...ABER wenn in der Änderungszeile an einem Feiertag ein Frei eingetragen wird werden nicht automatisch auch diese Stunden abgerechnet. Hingegen bekommt der, der weiterhin mit Dienst eingetragen ist 135% Zuschlag. In den meisten Häusern in der Form, dass 100% in Frei vergütet und die restlichen 35% bezahlt werden.
Das ist der ganze Trick an der Sache. Alle Mitarbeiter werden erst einmal mit Dienst eingetragen und wer nicht arbeitet erhält in der Änderungszeile ein Frei ohne Abrechnung der Stunden.
Insofern hat Deine PDL durchaus Recht, aber sie rechnet dennoch falsch.

Hier ein anderer Beitrag dazu.http://www.(Domain zensiert).de/forum/arbeitsrecht-gesundheitsrecht-krankenpflegegesetz/2950-feiertage-gleich-minusstunden.html
 
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Irmala

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01.06.2006
53757
Vielen Dank für eure Mühen!
Ich find`s trotzdem nicht richtig, denn der Gesetzgeber sagt doch: Grundsätzlich hat der Arbeitnehmer an Sonn- und Feiertagen frei!
Also sollte der Feiertag stundenmäßig nicht wie ein Werktag berechnet werden. Werde mich jetzt mal mit den Links beschäftigen.
 
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Monika58

Monika58

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Hallo zusammen!

Ich fand diese Seite auf der verzweifelten Suche nach Hilfe. Ganz plötzlich nämlich, seit Anfang des Jahres eine neue PDL in`s Haus kam, werden von den Sollstunden nicht mehr die Feiertage abgezogen. Mit der, natürlich nicht schriftlichen Begründung, DAS IST SO! Falls sich da tatsächlich was geändert haben sollte, müsste das doch belegbar sein?! Die Folge ist jedenfalls, daß diejenigen, die an den Feiertagen nicht arbeiten müssen, Minusstunden anhäufen, die sie nie mehr rausarbeiten können. Jedenfalls als Nachtwache mit festem Rhythmus nicht. Wer allerdings mit Dienst am Feiertag eingetragen steht und dann frei macht, bekommt die Stunden abgezogen - also Vorteil nach Gutdünken des Planschreibers.
Wie läuft das in anderen Häusern, und gibt es irgendwo da was zum Nachschlagen? BAT hat mir nicht geholfen?!
Lass Dir das schriftlich geben mit dem Hinweis, dass Du es gerne zur Prüfung Deinem Anwalt vorlegen möchtest, der das Arbeitszeitgesetz sehr genau kennt
 
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Monika58

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Bei uns wurde anfang des Jahres der 4 Wochenplan eingeführt. Somit hast immer ein gleichbleibende Std. Zahl. Bei einer 100% Stelle sind das 154 Std. egal ob ein Feiertag enthaltenist oder nicht.Arbeitest Du an diesem Feiertag bekommt man entweder 15,4 Std. gut geschrieben und 35% ausgezahlt, oder es werden7,7 Std,. gutgeschrieben und 135% ausgezahlt.
Arbeitet man an dem Feiertag nicht muss man in den 4 Wochen trotzdem 154 Std. erreichen, also auch bei uns wird der Feiertag nicht rausgerechnet.
Laut AVR ist dies so rechtens.
Gruß cpfeiffer
Hast Du mal nachgerechnet, ob sich das im Jahr rechnet? (ich bin im Rechnen nicht gut) Meint: sind 154 Stunden pro 4 Wochen wirklich entsprechend 154X52 durch4? Und die Anzahl der 'Feiertage ist ja auch von Bundesland zu Bundesland anders .......
 
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Bethke Axel

Bethke Axel

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24118
Hallo Irmala,
wie bei euch Feiertage berechnet werden, liegt am Tarifvertrag.
Somit sind auch Antworten schwer ohne deinen Tarifvertrag zu kennen.
Grüsse
Axel
 
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Hast Du mal nachgerechnet, ob sich das im Jahr rechnet? (ich bin im Rechnen nicht gut) Meint: sind 154 Stunden pro 4 Wochen wirklich entsprechend 154X52 durch4? Und die Anzahl der 'Feiertage ist ja auch von Bundesland zu Bundesland anders .......
Monika, das stimmt immer...:happy:
Arbeite seit Jahren mit 4 Wochenplänen und bei einer Wochenstundenanzahl von 38,5 Std. müssen nach 4 Wochen 154 herauskommen, unabhängig wie viele Wochen das Jahr hat. Das sind eben keine Monatspläne, da kann es sein, dass in einer Woche der Monat endet und der neue anfängt.
Und die Feiertage werden ebenso erfasst. Alle stehen mit Dienst, damit diese 154 Stunden erreicht werden, und in der nächsten Zeile dann ein Frei, allerdings ohne Abzug von Stunden.
 
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Irmala

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01.06.2006
53757
Tja, wenn das so rechtens ist, haben wir wohl ein Problem. Gerade in der Nachtwache kann es passieren, daß sogar 2 Feiertage in die Freiwoche fallen. Dank dieser Minusstunden kommt es jetzt vor, daß man nach 8 Nächten Dienst in den 6 Frei-Nächten noch 2x einspringen muss, und dann wieder 7 oder 8 Nächte arbeitet. Und das bei 40 bis 60 Bewohnern, von denen die wenigsten noch selbständig sind, pro PK - wir gehen ziemlich am Stock!
 
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Bethke Axel

Bethke Axel

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27.02.2002
24118
Tja, wenn das so rechtens ist, haben wir wohl ein Problem. Gerade in der Nachtwache kann es passieren, daß sogar 2 Feiertage in die Freiwoche fallen. Dank dieser Minusstunden kommt es jetzt vor, daß man nach 8 Nächten Dienst in den 6 Frei-Nächten noch 2x einspringen muss, und dann wieder 7 oder 8 Nächte arbeitet. Und das bei 40 bis 60 Bewohnern, von denen die wenigsten noch selbständig sind, pro PK - wir gehen ziemlich am Stock!
Hallo Irmala,
das verstehe ich nicht.
Wenn Feiertage in die eigentliche Freiwoche fallen, zählt dieser Feiertag als freier Tag ohne Plus- bzw. Minusstunden.

Je nach Tarifvertrag gibt es drei Möglichkeiten wie ein Feiertag berechnet wird. Hier mal das Beispiel für den TVöD.
Zunächst einmal wird jedem Arbeitnehmer 1/5 seiner wöchentlichen Arbeitszeit von der Sollarbeitszeit abgezogen.
Dann:
1. Man arbeitet an dem Feiertag, dann bekommt man jede gearbeitete Stunde auf die Istarbeitszeit angerechnet, zusätzlich bekommt man noch 35% pro gearbeitete Stunde zusätzlich.
2. Man müsste an dem Tag arbeiten hat aber frei weil keine Arbeit anfällt ( reduzierte Besetzung ), dann wird der Tag nicht auf das Istkonto angerechnet. Wenn man nun einen Tag weniger arbeitet als man in dem Monat eigentlich müsste, können für Teilzeitkräfte Minusstunden entstehen. Man arbeitet ja auch einen Tag weniger und im Vorweg sind auch schon Stunden abgezogen worden.
3. Man hätte an dem Tag sowieso frei, wie bei Irmala und man arbeitet in dem Monat genauso viele Tage wie üblich, dann hätte man Plusstunden erarbeitet. Im Vorfeld sind ja schon Stunden von der Sollarbeitszeit abgezogen worden.

Dies gilt so aber nur für den TVöD, wenn man nach dem reinen Arbeitszeitgesetz beschäftigt wird, werden keine Stunden von der Sollarbeitzeit abgezogen. Man kann aber auch nicht, wenn man volle Dienste / Schichten arbeitet Minusstunden erwirtschaften.
Also Irmala irgendetwas ist bei euch falsch.
Grüsse
Axel
 
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Chirurgische Ambulanz/ Internistische Aufnahmestation
Monika58

Monika58

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26.09.2005
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Monika, das stimmt immer...:happy:
.... Alle stehen mit Dienst, damit diese 154 Stunden erreicht werden, und in der nächsten Zeile dann ein Frei, allerdings ohne Abzug von Stunden.
Hört sich ganz so an, als würde die Rechnung stimmen :wink:

Gruß
Monika
 
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Kalimera

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Hört sich ganz so an, als würde die Rechnung stimmen :wink:
Kannst es ja mal übers Jahr verteilt ausrechnen, sollte dabei etwas anderes herauskommen würdest Du mein Weltbild damit völlig aus den Bahnen werfen...:blink:

@Irmela
Axel hat Recht. Egal wie auch immer Stunden berechnet werden, entweder ist der Feiertag frei ohne Minusstunden zu erwirtschaften, oder Du arbeitest ihn und er wird vergütet (unterschiedlich je nach Tarif).
Ich kenne diese Diskussionen ur Genüge. Als bei uns ein neuer Dienstplan eingeführt wurde ging es dabei auch insbesondere um Feiertage. Plötzlich wurden sie anders eingetragen und schon war der Wirrwarr da. Auf gar keinen Fall kommt jemand ins Minus, wenn er am Feiertag nicht arbeitet, da stimmt etwas in der Rechnung Eurer PDL nicht, wie eingangs erwähnt. Da solltest Du auf alle Fälle dran bleiben.
Wenn in Eurem Haus die Feiertage mit 100%Freizeit und 35% Bezahlung vergütet werden und ein Feiertag in Deinen Arbeitsrhythmus fällt, dann hast Du einen Anspruch auf den Ausgleich. Arbeitest Du an diesem Feiertag, der in Deinen Arbeitsrhythmus fällt nicht, dann entstehen auch keine Minusstunden. Fällt ein Feiertag in Deinen freien Rhythmus dann ist er im Prinzip irrelevant. Soll heißen es entstehen weder Minus- noch Plusstunden.
 
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UlrichFürst

Auf gar keinen Fall kommt jemand ins Minus, wenn er am Feiertag nicht arbeitet, da stimmt etwas in der Rechnung Eurer PDL nicht, wie eingangs erwähnt. Da solltest Du auf alle Fälle dran bleiben.
AFAIK ist der AVR so auslegbar, dass man einen Feiertag, an dem man Frei hat, nur als Stunden bekommt, wenn man in Frei hat, weil's ein Feiertag ist. Wenn man in frei hat, weil man halt in der Woche frei hat, werden dafür auch keine Stunden gerechnet.
Beispiel (so lief das bei uns, und wurde mir von verschiedenen MAVs so als leider machbar bestätigt):
Donnerstag ist ein Feiertag, ich arbeite Mo - Mi und am Fr. dann bekomme ich Stunden für den Do gut geschrieben. Habe also bei einer 5 Tage-Woche zwar nur 30,8 Stunden gearbeitet, bekomme aber 38,5 gut geschrieben.
Habe ich aber den Mi und Fr frei, arbeite z.B. Mo, Di, Sa, So so bekome ich in dieser Woche nur 4 x 7,7 h also 30,8 Std. und mache somit (gegenüber meinem Kollegen) 7,7 Stunden miese...

Ulrich
 
I

Irmala

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01.06.2006
53757
Herrjee, nu weiß ich bald gar nix mehr! Angeblich ist jetzt der BR dran, und nächste Woche ist Besprechung mit PDL - mal sehen.
Die freie Woche der Nachtwachen kommt ja so zustande, daß man diese Stunden schon vorgearbeitet hat, weil Nachtdienst länger geht als Tagdienst - also kann die mir doch niemand wegnehmen???
Schluchz - Irmala
 
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Kalimera

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17.01.2001
Hamburg
AFAIK ist der AVR so auslegbar, dass man einen Feiertag, an dem man Frei hat, nur als Stunden bekommt, wenn man in Frei hat, weil's ein Feiertag ist. Wenn man in frei hat, weil man halt in der Woche frei hat, werden dafür auch keine Stunden gerechnet.
Beispiel (so lief das bei uns, und wurde mir von verschiedenen MAVs so als leider machbar bestätigt):
Donnerstag ist ein Feiertag, ich arbeite Mo - Mi und am Fr. dann bekomme ich Stunden für den Do gut geschrieben. Habe also bei einer 5 Tage-Woche zwar nur 30,8 Stunden gearbeitet, bekomme aber 38,5 gut geschrieben.
Habe ich aber den Mi und Fr frei, arbeite z.B. Mo, Di, Sa, So so bekome ich in dieser Woche nur 4 x 7,7 h also 30,8 Std. und mache somit (gegenüber meinem Kollegen) 7,7 Stunden miese...

Ulrich
ähem....das verstehe ich nun überhaupt nicht. Bitte nochmal gan langsam für mich...:sad:
Ausgehend von einer 38,5 Std. Woche, als VollzeitAN. Ist es doch völlig wurscht, wann ich arbeite in einer Woche mit einem Feiertag. Und wenn ich die gesamte Woche beispielsweise Mehrarbeitsstunden abfeiere, dann habe ich (Mo-Fr) 4 Tage frei wegen Mehrarbeit und 1 Tag weil Feiertag. (natürlich nur wenn ein Feiertag in dieser Woche ist.) So rechne ich seit Jahrzehnten....:wink:
 
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UlrichFürst

Ausgehend von einer 38,5 Std. Woche, als VollzeitAN. Ist es doch völlig wurscht, wann ich arbeite in einer Woche mit einem Feiertag. Und wenn ich die gesamte Woche beispielsweise Mehrarbeitsstunden abfeiere, dann habe ich (Mo-Fr) 4 Tage frei wegen Mehrarbeit und 1 Tag weil Feiertag. (natürlich nur wenn ein Feiertag in dieser Woche ist.) So rechne ich seit Jahrzehnten....:wink:
In dem KH wo ich meine Ausbildung gemacht habe, wurde das aber eben anders gerechnet. Und das es so auslegbar sei, ist mir auch von BR/PR von anderen Einrichtungen bestätigt worden.

Also, ich bekomme in Deine Rechnug (eine Woche frei, davon ein Feiertag) 7,7 Stunden "Arbeitszeit" angerechnet. Wahlweise wird der Feiertag auch gleich von den Sollstunden abgezogen - was ja auf's gleiche rauskommt.

Bei uns war das aber so, dass ich in dieser Woche 0 Stunden bekommen hätte, da ich den Feiertag nicht frei habe, weil's ein Feiertag mit reduziertem Personal ist, sondern weil ich in dieser Woche eh Frei habe. Würde ich Urlaub nehmen wollen, müsste ich in dieser Woche 5 Urlaubstage nehmen!
So wird das hier übrigens auch schon in anderen Threads beschrieben. Bzw. umgangen indem man dem MA einen Dienst einträgt und diesen in ein Frei umwandelt...

Ich hoffe, diesmal habe ich mich klarer ausgedrückt!
Ulrich
 
Bethke Axel

Bethke Axel

Mitglied
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27.02.2002
24118
Hallo Ulrich,
hier ein Auszug aus dem Arbeitzeitgesetz § 10 und § 11.
Hier ist ganz klar geregelt wie mit einem Wochenfeiertag verfahren werden muß.
Da mag die MAV etc. erzählen was sie will, auch der Tarifvertrag ist hier egal. Bundesgesetz steht immer über Tarifverträgen, diese können nur besser sein, dann gilt etwas anderes wie das Bundesgesetz.

ArbZG § 10 Sonn- und Feiertagsbeschäftigung
------------(1) Sofern die Arbeiten nicht an Werktagen vorgenommen werden können---------------, dürfen Arbeitnehmer an Sonn- und Feiertagen abweichend von § 9 beschäftigt werden
1. in Not- und Rettungsdiensten sowie bei der Feuerwehr,
2. zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung sowie der
Funktionsfähigkeit von Gerichten und Behörden und für Zwecke der
Verteidigung,
3. in Krankenhäusern und anderen Einrichtungen zur Behandlung, Pflege und
Betreuung von Personen,
4. in Gaststätten und anderen Einrichtungen zur Bewirtung und Beherbergung
sowie im Haushalt,
5. bei Musikaufführungen, Theatervorstellungen, Filmvorführungen,
Schaustellungen, Darbietungen und anderen ähnlichen Veranstaltungen,
6. bei nichtgewerblichen Aktionen und Veranstaltungen der Kirchen,
Religionsgesellschaften, Verbände, Vereine, Parteien und anderer ähnlicher
Vereinigungen,
7. beim Sport und in Freizeit-, Erholungs- und Vergnügungseinrichtungen, beim
Fremdenverkehr sowie in Museen und wissenschaftlichen Präsenzbibliotheken,
8. beim Rundfunk, bei der Tages- und Sportpresse, bei Nachrichtenagenturen
sowie bei den der Tagesaktualität dienenden Tätigkeiten für andere
Presseerzeugnisse einschließlich des Austragens, bei der Herstellung von
Satz, Filmen und Druckformen für tagesaktuelle Nachrichten und Bilder, bei
tagesaktuellen Aufnahmen auf Ton- und Bildträger sowie beim Transport und
Kommissionieren von Presseerzeugnissen, deren Ersterscheinungstag am
Montag oder am Tag nach einem Feiertag liegt,
9. bei Messen, Ausstellungen und Märkten im Sinne des Titels IV der
Gewerbeordnung sowie bei Volksfesten,
10. in Verkehrsbetrieben sowie beim Transport und Kommissionieren von
leichtverderblichen Waren im Sinne des § 30 Abs. 3 Nr. 2 der
Straßenverkehrsordnung,
11. in den Energie- und Wasserversorgungsbetrieben sowie in Abfall- und
Abwasserentsorgungsbetrieben,
12. in der Landwirtschaft und in der Tierhaltung sowie in Einrichtungen zur
Behandlung und Pflege von Tieren,
13. im Bewachungsgewerbe und bei der Bewachung von Betriebsanlagen,
14. bei der Reinigung und Instandhaltung von Betriebseinrichtungen, soweit
hierdurch der regelmäßige Fortgang des eigenen oder eines fremden Betriebs
bedingt ist, bei der Vorbereitung der Wiederaufnahme des vollen
werktägigen Betriebs sowie bei der Aufrechterhaltung der
Funktionsfähigkeit von Datennetzen und Rechnersystemen,
Ein Service der juris GmbH - www.juris.de - Seite 6
15. zur Verhütung des Verderbens von Naturerzeugnissen oder Rohstoffen oder des Mißlingens von Arbeitsergebnissen sowie bei kontinuierlich
durchzuführenden Forschungsarbeiten,
16. zur Vermeidung einer Zerstörung oder erheblichen Beschädigung der
Produktionseinrichtungen.
(2) Abweichend von § 9 dürfen Arbeitnehmer an Sonn- und Feiertagen mit den
Produktionsarbeiten beschäftigt werden, wenn die infolge der Unterbrechung der Produktion nach Absatz 1 Nr. 14 zulässigen Arbeiten den Einsatz von mehr
Arbeitnehmern als bei durchgehender Produktion erfordern.
(3) Abweichend von § 9 dürfen Arbeitnehmer an Sonn- und Feiertagen in Bäckereien und Konditoreien für bis zu drei Stunden mit der Herstellung und dem Austragen oder Ausfahren von Konditorwaren und an diesem Tag zum Verkauf kommenden Bäckerwaren beschäftigt werden.
(4) Sofern die Arbeiten nicht an Werktagen vorgenommen werden können, dürfen Arbeitnehmer zur Durchführung des Eil- und Großbetragszahlungsverkehrs und des Geld-, Devisen-, Wertpapier- und Derivatehandels abweichend von § 9 Abs. 1 an den auf einen
Werktag fallenden Feiertagen beschäftigt werden, die nicht in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union Feiertage sind.

ArbZG § 11 Ausgleich für Sonn- und Feiertagsbeschäftigung
(1) Mindestens 15 Sonntage im Jahr müssen beschäftigungsfrei bleiben.
(2) Für die Beschäftigung an Sonn- und Feiertagen gelten die §§ 3 bis 8 entsprechend, jedoch dürfen durch die Arbeitszeit an Sonn- und Feiertagen die in den §§ 3, 6 Abs. 2 und § 7 bestimmten Höchstarbeitszeiten und Ausgleichszeiträume nicht überschritten werden.
----------(3) Werden Arbeitnehmer an einem Sonntag beschäftigt, müssen sie einen Ersatzruhetag haben, der innerhalb eines den Beschäftigungstag einschließenden Zeitraums von zwei Wochen zu gewähren ist. Werden Arbeitnehmer an einem auf einen Werktag fallenden Feiertag beschäftigt, müssen sie einen Ersatzruhetag haben, der innerhalb eines den
Beschäftigungstag einschließenden Zeitraums von acht Wochen zu gewähren ist.------------

(4) Die Sonn- oder Feiertagsruhe des § 9 oder der Ersatzruhetag des Absatzes 3 ist den Arbeitnehmern unmittelbar in Verbindung mit einer Ruhezeit nach § 5 zu gewähren, soweit dem technische oder arbeitsorganisatorische Gründe nicht entgegenstehen.

Besonders der vorgehobene Passus in § 10 bzw. § 11 ist wichtig, denn er besagt, dass Arbeit an Feiertagen nur unter Ausnahmen zulässig ist, somit sind erwirtschaftete Minusstunden für einen Feiertag nicht möglich. Denn Arbeit ist nur unter Ausnahmen zulässig, nicht frei. Und wenn ich an einem Tag nicht arbeiten darf kann dieser Tag auch nicht in der Sollstundenberechnung auftauchen.

Grüsse
Axel
 
Qualifikation
Ltd. Krankenpfleger
Fachgebiet
Chirurgische Ambulanz/ Internistische Aufnahmestation
I

Irmala

Mitglied
Basis-Konto
Themenstarter/in
01.06.2006
53757
Hallo Axel!
Richtig, das gebietet die LOGIK, aber... wenn oft nicht mal die sonntags-stunden richtig berechnet werden können...
Das kann doch nicht sein, daß die Häuser sich solche Gesetze AUSLEGEN dürfen! Es gibt doch Bücher "Was die PDL wissen muß" oder "Dienstplangestaltung" - hat die jemand, und steht da sowas nicht drin?
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
Altenpflegeheim
N

Niehus

Mitglied
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14.04.2005
Kalletal
Hallo zusammen, egal, was in irgeneinem Tarifvertrag steht, es gelten Arbeitszeitgesetze. Kann man im Netz abrufen. In diesem Falle, das

Entgeldfortzahlungsgesetz.

An Feiertagen wird nicht gearbeitet und trotzdem das Gehalt bezahlt, als wenn du gearbeitet hast. Wer gearbeitet hat, bekommt den gearbeiteten Tag als Frei wieder zurück.
Ein Beispiel für die Errechnung der AZ.

Wochenstunden (laut Arbeitsvertrag)geteilt durch die Anzahl der Arbeitstage( 5 T, 5,5 T oder 6 Tage Woche) mal Anzahl der Arbeitstage im Monat. Dabei werden die Wochenfeiertage nicht mitgezählt, so das hier eine Nettoarbeitszeit pro Monat= Soll herauskommt. Es muß aber vorher festgelegt werden, welche Wochenarbeitstage gelten sollen, weil das beim Zählen wichtig ist.
Ich bin in der Weiterbildung tätig(PDL und STL) dabei kommen mir immer wieder solche komischen Rechnungen unter.
Überschrift: Kompletter Blödsinn.
 
Qualifikation
Dozent/Organisationsberatung
Fachgebiet
Selbstständig
Status
Für weitere Antworten geschlossen.

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