Medizinrecht sitzwache bei 5-punkt-fixierung?

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elsemarie

Neues Mitglied
Basis-Konto
26.05.2007
53115
Hallo zusammen!
suche rechtliche grundlagen, die mir auskunft geben
über diesen sachverhalt.
der fall wie folgt:
Patient nach SHT mit folgender Schädigung des Frontal-
lappens ist nicht führbar.
verbal und physisch aggressiv gegen pflegeperson,
wirft mit allem, was er erreichen kann.
einseitig unterschenkelamputiert und auf der anderen
seite instabile kniegelenksfraktur, somit nicht stehfähig,
auf anderer station bereits mehrfach aus bett gefallen.
nach psych kg jetzt richterliche verfügung zur fixierung.
bettgitter und 5-punkt.
patient kann nur nach pflegeperson rufen, liegt in 1-bett-zimmer,
tür immer offen,schelle hält er für telefon und wird aggressiv
wenn dies "nicht funktioniert", deshalb entfernt.
in der nacht ist pflegeperson alleine für 26 patienten, davon
weitere acht auf A3 gestufte,zuständig.
zwei patienten in isolation weil mrsa-positiv, wenn pflegeperson
dort, kann sie rufen nicht hören.
psychiater sagte, daß diese art der fixierung eine sitzwache
erfordert, da patient hilflos.
suche jetzt belege für diese aussage.
vielen dank, die müde else (zustand nach dienst)
 
Qualifikation
examinierte krankenschwester
Fachgebiet
stellvertretende stationsleitung unfallchirurgie
Christian Kröhl

Christian Kröhl

Administrator
Teammitglied
25.06.2000
psychiater sagte, daß diese art der fixierung eine sitzwache
erfordert, da patient hilflos.
Hallo Elsemarie,

leider gibt es hier keine einheitlichen Überwachungsvorgaben, die man zu rate ziehen könnte. Dahingegen jedoch verschiedenen Urteile, in denen die Überwachung u.a. angesprochen wird.

Da es bei Fixierungen zu tödlichen Unfällen kommen kann sind sich die Gerichte einig, daß ein fixierter Patient regelmässig überwacht werden muß. Das OLG Köln beispielsweise beharrt zwar auf der indivduellen Einzelfallenscheidung, jedoch auch dieses Gericht ist der Ansicht, daß eine Überwachung engmaschig und mindestens alle 15 Minuten zu erfolgen hat, bei besonders gefährdeten Patienten sogar eine ständige Sichtontrolle stattfinden muß (OLG Köln, AZ.: 27 U 103/91).

Auf die Schnelle (muß zum ND) habe ich leider gerade nicht mehr Urteile gefunden, aber vielleicht hilft Dir das ja schon ein wenig weiter.

Herzliche Grüße,
Christian.
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger für Anästhesie & Intensivpflege
Weiterbildungen
Fachkraft für Leitungsaufgaben in der Pflege
Studium
Gesundheits- und Sozialökonomie, Betriebswirtschaft (VWA)
E

elsemarie

Neues Mitglied
Basis-Konto
Themenstarter/in
26.05.2007
53115
danke schonmal für die infos.
habe im moment von "durchgeknallten" patienten
irgendwie die nase voll...
muß mich auskotzen, weil schon wieder ein weiterer
problemfall, schläft jetzt auf dem flur, hat mitpatienten
durch geschrei um hilfe und nach polizei wach gehalten.
erklärungen über operation, gips, tabletten etc. wurden
mit "lügnerin", "giftmischerin" und "ich hau dir gleich eine
rein" kommentiert. zack schlug sie mir die brille von der nase,
als ich den redon wieder konnektieren wollte...danke auch...
arzt hatte auch keine schnitte, "was will der neger von mir"...
tat mir leid der gute...
ach was solls, kann nur besser werden!
ruhige nächte, gruß else
 
Qualifikation
examinierte krankenschwester
Fachgebiet
stellvertretende stationsleitung unfallchirurgie
S

Schwesterlein

Neues Mitglied
Basis-Konto
24.11.2005
23556
Hallo elsemarie,

Da wir zur zeit einen ähnlichen Fall haben, habe ich mich auch auf die Suche nach Information zur Handhabenung bei 5 Punktfixierung gemacht.
Nachdem ich keine eindeutigen Angeben finden konnte habe ich beim MDK angerufen, die mir einen Telefonnummer gaben, wo man sollche Rechtlichen Fragen stellen kann.

Laut MDK muss man am Anfang einer solchen Maßnahme (Fixierung) genau beobachten, dieses in die Pflegeplanung genau wieder geben.
Z.b: Pflegeproblem - BW zeigt starke unruhe mit Eigengefährdung (oder Fremdgefährdung), oder wie in unserem Fall, zieht sich die benötigte Infusion.
dann die Beobachtungen wärend der Fixierungen, welche am Anfang engmaschig durchzuführen sind.
Zum Schluß bei Ergebniss- z.b.: BW liegt überiegend ruhig in der Fixierun. In Ruhigen Phasen werden engmaschige Kontrollen durchgeführt. In ruhigen reichen Stündliche.

Nur in extrem Fällen wie z.b wenn BW noch Schuckbeschwerden oder andere Organische Erkrankungen hat muss Sitzwache gestellt werden.

Ich dukumentiere genau wie sich der BW in der Nacht verhalten hatt. z.b lag ruhig in der Fixierung, Stündliche Kontrollen waren ausreichend. Oder BWar unruhig, engmaschige Kontrollen im ca 10 bis 20 Min. tackt waren erforderlich.
Habe auch schon geschrieben: bis .. ar BW unruhig, engmaschige Kontrollen durchgeführt. Später BW ruhig, Kontrollgänge erweitert durchgeführt.
Je nachdem wie ich die Situation eingeschätzt habe.

Hoffe ich hab einigermaßen verständlich geschrieben :rotwerd:
Herzliche Grüße von einer Nachteule :rolleyes:
 
Qualifikation
Examenierte Altenpflegerin
Fachgebiet
Stationär
Fassi

Fassi

Mitglied
Basis-Konto
26.11.2004
79312
Hallo Zusammen

Leider gibt es, wie ja zu vielen anderen Pflegetechniken auch, keine eindeutigen Verfahrensanweisungen bzgl. Fixierungen.
Da dieser Komplex recht groß ist, viele Bereiche berührt u.a. rechtliche Aspekte, Ethik, wie geht es dem Patienten mit einer solchen Maßnahme, wie geht es uns damit, was ist dem vorausgegangen etc. will ich es kurz machen:
- die Maßnahme Fixierungen braucht klare und tranparente Standards
- Anordnungen, wie z.B. Regelmässige Sichtkontrollen soll es nicht geben (regelmässig ist auch einmal die Woche....)
=> sondern unmittelbarer Kontakt, d.h. das ich jederzeit eine Veränderung wahrnehmen kann, heißt also 1:1.Betreuung, entweder daneben Sitzen, wenn Patient dieses toleriert oder eben mind. alle 10-15 Min. nach ihm schauen oder Kameraüberwachung (vgl. "Babyphon"),
@Schwesterlein: Die Angaben des MDK halte ich nur bedingt "rechtssicher" (alle Stunde nach einem Patienten schauen...)
-Verantwortlichkeiten müssen definiert => wie sieht das Haus solche Maßnahmen => sonst trägt wieder die Basis(wir) die ganze Verantwortung!!!

Ganz Wichtig => ich/wir bringen den Patientenin eine gewollte, hilflose Situation, in der er auf unsere Hilfe angewiesen und wir dann auch die volle Verantwortung haben
=> so sehen das alle Gerichte

Gruß
FASSI
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger f. Psychiatrie
Fachgebiet
Psychiatrie/Psychotherapie
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Administrator
Teammitglied
05.07.2001
www.pflegeboard.de
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