Sicherheitssysteme

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Fierce

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13.09.2007
66459
Hallo...

Ich arbeite auf eine akutpsychiatrischen geschützten Station und in den letzten 6 Monaten haben sich die Übergriffe auf das Pflegepersonal, sowie Ärzte drastisch vermehrt.

Ein PJ-Student wurde fast erwürgt, eine Schwester zusammengeschlagen und mir wurde der Daumen gebrochen.

Bislang hatten wir alle das Glück, das diese Übergriffe in Sichtweite anderer Kollegen stattfanden und gerade noch rechtzeitig eingegriffen werden konnte.
Was macht man nun, wenn man ein einer ecke, fernab von allen Kollegen angegriffen wird.
Ich habe mal von "Notknöpfen" gehört, die man am Kittel befestigen kann und ein Alarmsignal auslösen, oder Alarmstiften, die sobald sie in die waagrechte kommen Alarm auslösen.

Meine Frage: Kennt jemand solche Systeme und wenn ja, welche Erfahrungen habt ihr damit?
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
geschützte Psychiatrie
rioteer

rioteer

Neues Mitglied
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wir tragen im ganzen haus notfallknöpfe die bei knopfdruck alarm auslösen. dieser wird auf jeder station über einen funker gemeldet, sodass innerhalb von 1-2 minuten ca. 10-20 leute auf die station kommen.
hat sich nach anfänglich gehäuften fehlalarmen mittlerweile sehr gut bewährt!
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpfleger
Fachgebiet
gesch. Akutpsychiatrie
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Fierce

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Themenstarter/in
13.09.2007
66459
Hast du eine Hersteller oder Bezeichnung der Geräte?
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
geschützte Psychiatrie
rioteer

rioteer

Neues Mitglied
Basis-Konto
ich kann morgen gerne mal nachschauen...

edit: keinen hersteller gefunden. sind graue eiförmige fassungen mit einem roten knopf. die funker, sind die normalen hausfunker.
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpfleger
Fachgebiet
gesch. Akutpsychiatrie
M

minimum

Mitglied
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24.01.2007
8239
Hallo!
Bei uns gibts ebenfalls ein Alarmsystem. Unsere Pieper sind vom Hersteller Ascom (CH). Bei denen gibts zwei Sicherheitsstufen. Bei der ersten muss man einen Roten Knopf drücken um den Alarm auszulösen, bei der zweiten geht der Alarm los, sobald der Pieper eine waagrechte Position einnimmt (wurde schon manchem zum Verhängnis, der zwischendurch mal aufs Klo musste und vergessen hat, zuvor den Pieper vom Hosenbund zu nehmen, grins).
 
Qualifikation
dipl. Pflegefachfrau
Fachgebiet
Klinik für forensische Psychiatrie
B

berti

Mitglied
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21.11.2005
93080
Wir sind jetzt mit sündhaft teuren Notrufdetects von der Firma Funktel ausgestatttet. Ist so eine Kombi aus Notruf und Telefon, zeigt im Display sogar den jeweiligen Standort an, da unsere Stationen alle mit Funkmeldern ausgerüstet wurden.
 
Qualifikation
Erzieher; Fachpfleger f. Psychiatrie
Fachgebiet
Kinder- und Jugendpsychiatrie
Schwester Christa

Schwester Christa

Unterstützer/in
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10.03.2007
Heilbronn
Auch wir haben die ASCOM-Geräte. Die Erfahrungen sind glaube ich ganz gut, technisch bedingte Fehlalarme halten sich in vertretbaren und akzeptablen Grenzen.

Bei so vielen und gleichzeitig so massiven Übergriffen stelle ich interessehalber mal die Frage nach einem Deeskalationstraining.

Zweitens die Frage nach eurer Personaldecke bzw. Belegung. Wie kann es sein, dass es zu solch massiven Angriffen kommt, ohne vorherige Anzeichen?

Ist das eine riesige Akutstation oder so was wie Maßregelvollzug?
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger f. Psychiatrie
Fachgebiet
Niederschwelliger Drogenentzug
S

Suchti

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Basis-Konto
26.06.2006
34308
Habe zufällig das Thema angeklickt, bin völlig erschrocken. Arbeite seit jetzt wieder 18 Jahren auf Akutstationen im Suchtbereich, kenne viele kritische Situationen - aber kein Zenario indem ich oder Kollegen einen "Notruf" direkt am Körper gebraucht hätte, vielleicht hatte ich Glück ?
Deeskalation ist bei uns eine Pflichtverantaltung, mit jährlicher Auffrischung inTheorie und Praxis, und zwar immer für das gesamte Team einer Station (auch Sekretärin und Stationshilfe)
 
Qualifikation
Fachkrankenschwester für Psychiatrie
Fachgebiet
Drogenentgiftungsstation, Stationsleitung
F

Fierce

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Themenstarter/in
13.09.2007
66459
Das Deeskalationstraining ist auch nur sinnvoll, wenn die Situation zu deeskalieren ist!

Die meisten Übergriffe passieren raptusartig, so das nichts mehr zu machen ist. Mittlerweile wurde schon des öfteren Pflegepersonal mit dem Messer bedroht (obwohl der Pat lt. Polizei durchsucht war!!!) oder gar verprügelt!

Unser "Sicherheitsbeauftragter" drängt mittlerweile seit 3 Monaten auf ein Alarmsystem, jedoch bislang kam keine Resonanz aus der Chefetage.

Der Arbeitgeber ist doch eigentlich rechtlich verpflichtet für die Sicherheit seiner Angestellten, oder?:heul:

Gruß
Fierce
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
geschützte Psychiatrie
F

Fasi-KKH

Neues Mitglied
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04.06.2008
51069
Hallo Fierce,

ich selber bin Fachkraft für Arbeitssicherheit in einem Krankenhaus (mit Psychiatrie), der Arbeitgeber ist verpflichtet, eine Gefährdungsbeurteilung für jeden Arbeitsplatz durchzuführen, (also auch für Deinen). Dies geschieht meist so, dass mehrere gleiche Arbeitsplätze zusammengefasst und dann beurteilt werden. (z.B. alle Pflegekräfte einer bestimmten Station, die die gleichen Dienste versehen). Sollte aus dieser Gefährdungsbeurteilung eine erkennbare Gefährdung ersichtlich sein, ist der Arbeitgeber gezwungen zu handeln. Sollte es bei Euch öffters zu übergriffen kommen, kannst du auch nach einer Themenbezogenen Gefährdungsbeurteilung fragen (z.B. Beurteilung zum Thema "Gewalt im Krankenhaus"). So oder so, der Arbeitgeber muss handeln, ansonsten verletzt er seine Führsorgepflicht dem Mitarbeiter gegenüber.

Bei uns wird aus diesem Grund gerade die alte Notrufanlage egen eine neu von Funkwerk ersetzt.

Viele Grüße

Fasi

Das Deeskalationstraining ist auch nur sinnvoll, wenn die Situation zu deeskalieren ist!

Die meisten Übergriffe passieren raptusartig, so das nichts mehr zu machen ist. Mittlerweile wurde schon des öfteren Pflegepersonal mit dem Messer bedroht (obwohl der Pat lt. Polizei durchsucht war!!!) oder gar verprügelt!

Unser "Sicherheitsbeauftragter" drängt mittlerweile seit 3 Monaten auf ein Alarmsystem, jedoch bislang kam keine Resonanz aus der Chefetage.

Der Arbeitgeber ist doch eigentlich rechtlich verpflichtet für die Sicherheit seiner Angestellten, oder?:heul:

Gruß
Fierce
 
Qualifikation
Fasi
Fachgebiet
Arbeitssicherheit
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TorstenHybotter

Neues Mitglied
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17.11.2007
39264
Hallo ich kenne diese Übergriffe gut , arbeite seit 8 Jahren auf einer Aufnahmestation der Akutpsychiatrie. Und wir haben das selbe Problem, es gibt kein Notfallsystem im Haus. Wir hatten schon Vorfälle mit Schreckschusswaffen auf der Station . Und meistens benötigen wir dann die Amtshilfe Polizei oder Ordnungsamt . Aber es muß leider immer erst etwas passieren bis endlich Mittel zur Beschaffung bewilligt werden.
 
Qualifikation
Krankenpfleger Stationsleitung
Fachgebiet
Akutaufnahme Psychiatrie
H

Holzhacker

Mitglied
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27.07.2007
24145
Warum kommt es immer häufiger zu Deeskalationen?

In meinem Haus spitzt sich die Lage auch zu. Ein Kollege ist durch solch ein Ereignis schon seit 3 Mon. krank. Da die Situation von jetzt auf gleich deeskalierte, und er sich wehren mußte, da er von hinten gewürgt wurde, konnte er zunächst keinen Alarm auslösen.

M.E. liegt es an der dünnen Personaldecke. Den Bewohnern fehlt es seit geraumer Zeit immer mehr an Zuwendung und Abwechslung. Da ist es kein Wunder, dass sich Aggressionen aufstauen. Da nützt die ganze Bedarfsmed. nichts. Einige Bew. sehen die Sonnenstrahlen doch nur noch durchs Fenster. Es fehlt die Zeit zur Beschäftigung. Kuchen backen, Kochen, Spiele spielen, Schwimmen fahren. Spaziergänge sind nicht mehr möglich, und von Ausflügen ganz zu schweigen. Das wöchentliche Plenum fällt meistens aus, so dass die Patienten nicht einmal im Kollektiv ihren Unmut freien Lauf lassen können.

Die aufwändige Doku ist ja sehr viel wichtiger.

Unsereins geht gefrustet nach 12 Std. Dienst nach hause und mag zum nächsten Dienstbeginn nicht den WB betreten und in die fragenden und deprimierten Gesichter schauen. Immer in der Hoffnung, heute könnte ja Zeit vorhanden sein, um etwas Schönes zu unternehmen.

Kürzlich äußerte sich ein Betreuer in der Zeitung, dass sein Klient, sonst immer ein aufgewecktes und reges Kerlchen, nur noch herum sitzt und döst, oder eine Zigarette nach der anderen raucht.

Die ganze Personalpolitik geht zu Lasten unseres Klientels, da die sich am Wenigsten wehren können.

Marie
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Psychiatrie
Pflegeboard.de

Pflegeboard.de

Administrator
Teammitglied
05.07.2001
www.pflegeboard.de
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