Sicherheit der Pflegemitarbeiter

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Teetrinkerin

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Frankfurt
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SIch arbeite in einer privaten, pflegerischen Einrichtung mit 15 Betten. Wir haben eine gute personelle Ausstattung und sind eigentlich sehr zufrieden mit dieser Arbeit, wir können unsere Bewohner wirklich noch pflegen und haben sehr viel Zeit für sie.
In der Nacht wird auch grundsätzlich zu zweit gearbeitet. Nur wenn - entschuldigt den Ausdruck - viel gestorben wird, kann es auch mal passieren, dass wir nur 8 oder 10 Bewohner zu betreuen haben und es hat sich so eingeschlichen, dass dann eine der Nachtwachen frei macht, also ins Minus arbeitet. Durch Personalwechsel sind nun Kollegen im Nachtdienst, die Angst haben, in der Nacht alleine zu sein. Zum einen betreuen wir sehr schwerkranke Menschen (Palliativbereich) und es kann zu dramatischen Notfällen kommen wie Durchbruchsblutung, Erstickungen oder Krampfanfällen. Wegen der Schwere der Erkrankungen wurde die Nachtwache zu zweit konzipiert, bzw. war es "schon immer so".
Es kam im Laufe der ersten Jahre zu wenigen Notfällen wo eine Kollegin alleine war - Suizid mittels Tabletten, Erhängung mit der Klingelschnur und durch Schneiden der Bauchdecke. Seither wurde dann zu zweit gearbeitet.
Es ist kein Arzt im Haus, wir arbeiten mit den jeweiligen Hausärzten zusammen. Für Notfälle haben wir i.d.R. sämtliche mögliche Vorkommnisse durch eine gute Bedarfsmedikation abgedeckt und das klappt auch sehr gut.
Die Örtlichkeiten sind so, dass wir ebenerdig liegen, die Bewohnerzimmer haben offene Terrassen. Die Haupteingangstür ist nachts natürlich verschlossen, aber im Sommer sind meist sämtliche Bewohnerzimmer Terrassentüren geöffnet, so dass im Grunde jederzeit jemand einsteigen kann - wenn gewünscht.
Wir haben einen ordentlichen Vorrat an Opiaten von MSI zur Injektion zu Tabletten und Schmerzpflaster und natürlich das entsprechende Zubehör.
Ich bin dort drei Jahre und es ist nie etwas passiert.
Jetzt haben wir Kollegen, die möchten nicht alleine Nachtwache machen, auch nicht mit 6 oder 7 oder 8 oder 9 und 10 Bewohnern. Weil sie eben Angst haben, wir sind nicht abgesichert und wenn mal ein Junkie kommt und Stoff will, ist niemand da der uns hilft. Die PDL sagt, wenn jemand kommt, gebt ihm alles was er haben will - euer Schutz steht im Vordergrund. So weit so gut.
Wenn aber jemand sagt, ich habe Angst alleine nachts zu wachen, es ist unheimlich, manchmal eine gruselige Atmosphäre, es wird gestorben und jemand ist nicht gerne alleine mit einem Verstorbenen, dann heisst es: dann kannst du eben keinen ND mehr machen.
Ich selbst habe damit kein großes Problem alleine zu sein, ich fürchte mich nicht so leicht.
Aber ich nehme die Ängste dieser Kollegen ernst. Das hat auch mit Feigheit nichts zu tun.
Mir geht es um die Verantwortung die ich dann tragen muss. Wenn ich als Pflegefachkraft einverstanden bin, den ND alleine zu machen, bin ich auch verantwortlich - so sehe ich das.
Ich habe mal der PDL gesagt, als es sich abzeichnete dass ich alleine wachen sollte mit 10 Bewohnern: Ich lege hiermit Protest ein, mache darauf aufmerksam dass ich diesen Dienst nur unter Vorbehalt mache und für Vorfälle die aufgrund des fehlenden Kollegen entstünden, würde ich die Verantwortung nicht übernehmen und er solle mir doch schriftlich geben, dass die PDL das weiss dass ich alleine wache und die Mitverantwortung übernimmt.
Sie sagte mir, sowas kann ich dir nicht geben!
In dieser Nacht ist mir ein alter Mann zwei Mal zu Boden gestürzt, zwei Mal konnte ich ihn nur aufheben, weil mir ein mobiler Mitbewohner helfen konnte.
Wir haben den Eindruck, dass die Ängste und Sorgen der Mitarbeiter da nicht ernst genommen werden.
Wir haben leider keine MAV oder einen BR mehr und schriftlich gibts auch nichts unter welchen Bedingungen alleine gearbeitet werden kann/soll/muss.
Es ist jetzt so, dass es im ND schon untereinander leichte Gereiztheit gibt, weil einige alleine arbeiten können, auch ich, und einige haben eben aus genannten Gründen Angst.
Mir wäre es am Liebsten, dass der AG darauf Rücksicht nimmt wenn ein Kollege alleine Angst hat und nicht die Kollegen die dann alleine arbeiten gegen die ängstlichen ausspielt, weil das bahnt sich nämlich an.

Habt ihr hier Vorschläge, wie wir uns verhalten können?
 
Qualifikation
Pflegefachkraft
Fachgebiet
Pflege
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josephine

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AW: Sicherheit der Pflegemitarbeiter

Hi Teetrinkerin,

Ganz ehrlich?
Was ich tun würde, ist meinem PDL einen Dicken Blumenstrauß besorgen und "Danke!" sagen, für die Traumbesetzung!

Ich arbeite auch im Palliativbereich und kann die Ängste und Sorgen deiner Kollegen gut verstehen. Wir haben eine gute Besetzung, auch im Vergleich zu anderen Palliativbereichen in der Umgebung. Aber das was du schreibst klingt wie Schlaraffenland.

Wir haben eine tolle Leitung und solange es irgendwie geht muss keiner Nachtdienst machen, der sich fürchtet. Wenn aber nix mehr geht (Kollegen krank, Schwanger, o.ä.) dan trifft`s vielleicht auch mal wen, der sich nicht wohl fühlt. Tut mir für den Kollgen persönlich dann auch leid, aber läßt sich nicht ändern.

Schade finde ich, dass sich da die Kollegen untereinander nicht verständigen können. Dann hättet ihr sicher kein Problem mit dem AG. Wir klären potenzielle Probleme in der Wochenbesprechung ab. Ja, klar, auch unsere Art von Dienstplangestaltung erfordert von allen Beteiligten ein sehr hohes Maß an Flexibilität, aber dass ist im Palliativbereich so. Stärker noch als in den meisten andern Bereichen der Pflege. PC hat ja auch für mich als Pflegenden viele positive Aspekte.

Könnt ihr als team denn nicht eine Lösung finden und sie dem AG anbieten?

LG, josephine
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
Palliativ
Weiterbildungen
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Kessia

Kessia

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Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Intensivpflege
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Jana1

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AW: Sicherheit der Pflegemitarbeiter

Hallo Teetrinkerin,
das hört sich ja ziemlich schlimm an und das Eure PDL dann sagt gebt ihm alles was er haben will finde ich ziemlich verantwortungslos Euch gegenüber. Arbeitet Eure PDL auch in der Pflege mit? Dann kann sie ja auch mal Nachtdienst machen und sie sieht dann hoffentlich wie es dann ist. Ein Gespräch mit Euren Heimleiter geht das denn nicht denn er sollte das schon wissen denn er ist ja für seine Mitarbeiter auch verantwortlich. Wenn das auch nicht geht dann kann man auch anonym bei der Heimaufsicht anrufen und die Ängste und Sorgen erklären. Ihr müsst als Team zusammenhalten und das Problem offen angehen.
Ich wünsche Euch viel Kraft und Erfolg das Ihr es schafft.

Liebe Grüße Jana1
 
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Altenpflegerin
Fachgebiet
stationäre ALTENPFLEGE
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ms-sophie

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Mannheim
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AW: Sicherheit der Pflegemitarbeiter

Hallo,

ich bin der Meinung man sollte das ganze mal pragmatisch betrachten.

Was wäre anders wenn 2 Nachtwachen da wären wenn.

1. jemand stürzt

der Klient würde trotzdem fallen, da ihr auch zu zweit nicht alles verhindern könnt. Eine Verfahrensanweisung, wie ihr euch verhalten sollt, wenn ihr den Klient nicht alleine hochheben könnt, solltet ihr im Team zusammen erarbeiten. (z.B. Bodenpflege, Abkommen mit Rettungsdienst oder amb. PD, Ehrenamtliche, Rufbereitschaft, etc.)

2. Durchbruchsblutung
ich gehe davon aus, dass ihr alle ein mobiles Telefon einstecken habt. Also Druckverband und Rettungsdienst anrufen. Auch hier ist nach meinem Verständnis keine 2 PK unbedingt notwendig.

3. Einbrecher

was könnte die 2 PK ändern. Die PDL hatte recht. Das was er möchte rausgeben. Auch hier wäre die Lösung mit einer Vereinbarung. Fenster ab 21.00 Uhr beispielsweise nur kippen.


Ich persönlich findet hier wird auf sehr hohem Niveau gejammert. Das heisst nicht, dass ich die Ängste nicht ernst nehme. Aber passieren kann immer was, auch am Tag wenn mehrere Mitarbeiter im Dienst sind. (Bespielsweise Einbrecher, die sich als Besucher tarnen, psychisch dekompensierter Klient, der einem an den Kragen will).

Vielleicht wollen sich manche Mitarbeiter vorm Nachtdienst drücken? Was kommt als nächstes, die die keinen Spätdienst im Winter machen können weil es abends schon dunkel ist?

Sophie
 
Qualifikation
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Fachgebiet
ambulante und stationäre Altenhilfe, Hospiz
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Tilidin

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AW: Sicherheit der Pflegemitarbeiter

Hallo
Natürlich habe ich auch für alles Verständnis, aber gleichzeizig kommt das Unverständnis hoch.
Die Mitarbeiter haben sich diesen schwierigen med.- Bereich freiwillig ausgesucht. Pflege wird nun mal in drei Schichten gefahren.
Trotzdem würde ich intern mal besprechen, ob man nicht so etwas wie ein Nottelefon einrichten könnte,( Pat. liegt auf dem Boden) vieleicht findet sich jemand der in solchen Nots. eben mal kommen kann.
Zu den Opiaten: würde ich mir einen Blender hinstellen, sollte jemannd kommen, dann bekommt er halt den kleinen Inhalt.
Einbrecher: auch hier kann man eine Notrufleitung einrichten.
med. Notfälle: Status epilepticus oder hämorrhagisches Erbrechen, hier kenne ich nicht eure Handlungskompetens, aber was kann die zweite Kraft besser machen?
Vieleicht: kann man sogar einen Hintergrunddienst einrichten???????
Scheinbar habt ihr sehr gute Arbeitsbedingungen, wobei ich die Gefahr sehe, das einige sich immer noch mal ein größeres Stück vom Kuchen abschneiden wollen.
Wer bei euch arbeitet, ist doch bestimmt schon etwas Lebenserfahrener u. sein Leben ist doch ansonsten auch nicht von pathologischen Ängsten gekennzeichnet.
Reden ist sicherlich erstmal Sinnvoll, ich hätte aber auch klare Erwartungen an meine Kol.
 
Qualifikation
Krankenpfleger,Fachpfleger Psych,PDL
Fachgebiet
Erwerbsunfähig
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Krankenpfleger
Fachpfleger für Psych.
große PDL- Ausbildung
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nofretete

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01983
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AW: Sicherheit der Pflegemitarbeiter

Ich überlege gerade wie oft ich schon gehört habe, dass Junkies auf Pflegestationen oder in Altenheimen einbrechen, aber Scherz beiseite, eine Traumbesetzung vom Feinsten,schick mir ne PN komme gerne bin Dauernachtwache. Aber nein aber eine Dauernachtwache oder eben zwei und ein anderer Hintergrunddienst, das wäre doch die Lösung (wurde ja schon geschrieben)! Dauernachtwachen sind es gewöhnt allein zu arbeiten, und einen Bewohner der stürzt kann man zur Not auch auf die Matraze rollen, die man vorher aus dem Bett nimmt, Kopfkissen, zudecken, fertig. Gibt nämlich auch Bewohner, die man auch zu zweit nicht aufheben kann.
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
Altenheim
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Lisy

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AW: Sicherheit der Pflegemitarbeiter

Nun, all das was bisher geschrieben wurde, seh ich auch so. Trotzdem würde auch ich nicht alleine, egal ob am Tag oder in der Nacht, arbeiten wollen. Nicht wegen den Patienten, Einbrechern oder sonst was, sondern wegen mir dem Personal. Was ist, wenn mir schlecht wird, ich stolpere und mir den Fuß breche, oder was weiß ich was da alles kommen kann, sprich was macht man, wenn man plötzlich ausfällt?
Wenn ich Teetrinkerin richtig verstanden habe, ist es auch nicht der ausdrückliche Wunsch des AG das bei 10 oder weniger Bewohner nur einer Nachts wacht- sie schrieb- hat sich eingeschlichen-
Ich würde grundsätzlich auf einen Nachtdienst zu zweit pochen, vor allem, wenn 2 Nachtwachen im DP stehen- denn auch hier gilt: ein geschriebener Dienstplan ist verbindlich und mit Seitenblick auf einen anderen Tread: wer bekommt dann frei? Was passiert mit den Minusstunden, was mit den Nachtzuschlägen?
Lisy
(die sich freut, das es auch noch humane Arbeitsplätze gibt)
 
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Altenpflegerin
Fachgebiet
pdl
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PflegeSunshine

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66636
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AW: Sicherheit der Pflegemitarbeiter

Trotzdem würde auch ich nicht alleine, egal ob am Tag oder in der Nacht, arbeiten wollen. Nicht wegen den Patienten, Einbrechern oder sonst was, sondern wegen mir dem Personal. Was ist, wenn mir schlecht wird, ich stolpere und mir den Fuß breche, oder was weiß ich was da alles kommen kann, sprich was macht man, wenn man plötzlich ausfällt?
Ich glaube nicht, dass dieses Argument vor der PDL Bestand hätte.
Aber solche Gedanken habe ich mir auch mal gemacht. Sitze bei nem Patienten mit Lipidspeichermyopathie. Der kann nicht mal jemanden rufen, wenn ich umkippe. Und ich habe nur 1 Patienten. Mein Chef würde mich auslachen, wenn ich mit deinem Argument käme und eine zweite PP für die Nacht fordern würde.
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpflegerin
Fachgebiet
Pneumoligie
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SvenJ

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AW: Sicherheit der Pflegemitarbeiter

Das kann ich so unterschreiben. Es gibt doch sehr viele Bereiche in denen nachts alleine gearbeitet wird.
Ich hatte mal ein Heim mit 40 Bewohnern alleine. Bricht jemand ein nutzt der 2. auch nichts, wenn die Einbrecher nicht alleine kommen. Ausserdem würde ich nie meine Gesundheit, oder mein Leben wegen ein paar Opiaten auf`s Spiel setzen.
Also solltet Ihr noch NW`s suchen. Ich bin bereit;-)
Klar ist die Atmosphäre manchmal gruselig, aber das ist halt Nachtdienst!
 
Qualifikation
Fachpfleger IMC und ausserklinische Beatmung
Fachgebiet
Heimbeatmung, IMC, Altenpflege bundesweit
Weiterbildungen
Verein zur Förderung der Beatmungspflege
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Lisy

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AW: Sicherheit der Pflegemitarbeiter

Das find ich jetzt schon fast ein bischen witzig.
Da fragt ne Kollegin an um Argumentationen zu bekommen um eventuell die Arbeitsbedingungen zu verbessern- und was kommt?
"Stell dich nicht so an" wir arbeiten doch schon immer unter diesen (schlechten) Bedingungen.
Bei einer solchen Einstellung darf man sich nicht wundern, wenn die Bedingungen in der Pflege eher schlechter als besser werden.
Und ich frage nochmals:
Wenn im Dienstplan 2 MA für die Nacht eingeteilt sind, wer wird dann wann in die Minusstunden geschickt? Was passiert mit dem Nachtzuschlag? Was mit den Minusstunden?
Lisy
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
pdl
M

ms-sophie

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Mannheim
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AW: Sicherheit der Pflegemitarbeiter

Hallo Lisy,

deine Argumentation kann ich nur bedingt nachvollziehen. Hier geht es doch in keinster Weise darum die Bedingungen in der Pflege zu verbessern? Ich bin sicher du als PDL kennst den Kostendruck. Wenn sie auf 2 NW bestehen, weil im DP so vorgesehen, aber nicht genügend Geld reinkommt, wird an anderer Stelle gespart werden. Es kann nicht mehr Geld ausgegeben werden, wie eingenommen wird. Die Themenstarterin hat nicht genau erläutert, was für ein Bereich das ist. Palliativ Station, Hospiz, etc. Beispielsweise palliativ Stationen müssen nun auch nach dem DRG´System abrechnen, was den Kostendruck sicherlich nochmals verstärkt.



Nix für Ungut.
Sophie
 
Qualifikation
QM
Fachgebiet
ambulante und stationäre Altenhilfe, Hospiz
L

Lisy

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AW: Sicherheit der Pflegemitarbeiter

Hallo Sophie,
ich kenn den Kostendruck sehr genau. Eben deswegen weiß ich, das es fast keinen Unterschied macht ob in der einen Nacht 2 und in der nächsten Nacht eine Nachtwache arbeitet. Unabhängig von ihren Diensten bekommen sie nämlich ein Festgehalt- und das bekommen sie auch, wenn sie in die Minus rutschen.
Ich versteh schon, das man lieber ne Nacht frei hat, als zu arbeiten- nur muß man dann auch alle "Nebenwirkungen" im Griff haben.
Lisy
 
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Altenpflegerin
Fachgebiet
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SvenJ

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AW: Sicherheit der Pflegemitarbeiter

Hey Lisy,
Ich wollte hier keine arbeitspolitische Diskussion anregen;-)
Es geht doch einfach darum, das die Mitarbeiter zu zweit arbeiten möchten aus Gründen der Sicherheit und so wurde der Thread hier eröffnet.
Was wenn ein Notfall eintritt und was wenn jemand einbricht?
Natürlich ist es teurer eine zweite Kraft zu beschäftigen. Sollte die Einrichtung in dem Luxus schwelgen, das es dort keine Überstunden gibt, die dann z.B. abgebaut werden können hast Du natürlich recht.
Jedoch klagt doch da fast jede Einrichtung drüber?
Ich persönlich finde eine Anzahl von 8-10 Pat./ Bew. locker als zumutbar und ich bin mir sicher die meisten hier träumen davon "nur" sowenig zu tun zu haben.
 
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Fachpfleger IMC und ausserklinische Beatmung
Fachgebiet
Heimbeatmung, IMC, Altenpflege bundesweit
Weiterbildungen
Verein zur Förderung der Beatmungspflege
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Lisy

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AW: Sicherheit der Pflegemitarbeiter

Hallo Sven J.
mach dir doch mal die Mühe und lese den 1. Beitrag von Teetrinkerin, der Treadstarterin.
Da ist die Rede von in der Nacht grundsätzlich zu zweit und von hat sich eingeschlichen alleine zu arbeiten und von Minusstunden schreibt sie auch.
Klar kenn ich auch die Häuser, wo die MA total viel, zuviel Überstunden haben- aber es gibt auch noch die "Inseln" wo die "Welt" fast noch in Ordnung ist- gibts nicht oft- aber es gibt sie.
Lisy
 
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Altenpflegerin
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Pflegeangi

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AW: Sicherheit der Pflegemitarbeiter

Ich habe das Gefühl, das die ganze Diskusion an der eigentlichen Kernaussage vorbei geht.
Teetrinkerin: hat das Gefühl, das der AG die Mitarbeiter gegeneinander ausspielt. Und hier kann man doch nur als Team, den AG zu einem klärenden Gespräch bitten.
Bei einem wahrscheinlich kleineren Team, kann man doch auch mal den AG seine Grenzen aufzeichnen.

All die anderen angeführten Gründe, können uns auch im Nachtdienst ereilen, denn meistens hat die zweite NW auch gerade einen Notfall. ( 80-100 Betten- Haus)

Um die Sache noch besser verstehen zu können, währe ich z. B. Teetrinkerin dankbar wenn sie mir mal mitteilen könnte, wie die Pflegesätze im Hospitz eigentlich geregelt sind. Denn zwei Nachtwachen bedeuten doch für den AG bestimmt so 6500€ an Personalkosten.

Sollten die Pflegesätze so hoch sein, das zwei NW finanziert werden können, dann halte ich es schon aus moralischen Gründen für geboten, das die zweite NW eingesetzt wird.
Denn gerade im Hospitz sollte keiner alleine sein, wenn er den gehen muss.
Gruß
Pflegeangi
 
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Pflegehelferin
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SvenJ

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AW: Sicherheit der Pflegemitarbeiter

Hey Lisy,
wenn ich es richtig verstehe, hat es sich eher eingeschlichen, bzw. "war es schon immer so" dort zu zweit zu arbeiten. Und bei weniger Pat./Bew. wird der Nachtdienst auf 1 MA reduziert und das auch nur "wenn viel gestorben wird", also weniger zu tun ist. In der ambulanten Pflege würde man doch auch keine Touren zu zweit fahren, nur weil ein paar Patienten verstorben sind und der Rest der Patienten keine kompletten Touren mehr hergibt.
Von einem Ausspielen wird ja nur beiläufig berichtet und nicht mit Fakten belegt. Bzw. kann ich nicht erkennen, wo das Ausspielen näher erläutert wird.
Wenn man Angst hat im dunkeln, kann man doch einfach in den Tagdienst, wenn die Teilauslastung nur eine Nachtwache zulässt. Es scheint ja Kollegen zu geben, die gerne alleine die Nacht machen.
Man könnte ja vorschlagen eine Bereitschaft einzurichten, falls wirklich mal "Not am Mann" ist.
@Pflegeangi: 6500€ ist etwas hoch gegriffen. Zumal auch nur einer der beiden Nachtwachen examiniert sein muss.
 
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Fachpfleger IMC und ausserklinische Beatmung
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Weiterbildungen
Verein zur Förderung der Beatmungspflege
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Lisy

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AW: Sicherheit der Pflegemitarbeiter

Das glaub ich jetzt alles nicht,
das Arbeitsrecht scheint für manche von euch nur zu greifen, wenns euch in den "Kram" passt. Ist ne interessante Erfahrung.
Ach übrigens, in der ambulanten- zumindest bei uns ist jeder Einzelkämpfer, da bedient nie jemand eine Tour zu zweit, außer die jenigen die Schüler dabei haben. Und wieder nein, nö, ich streiche eigentlich nie Touren zusammen, weil jemand verstorben ist. Lohnt sich auch nicht, weil die Touren sehr schnell wieder "voll" sind.
Im "schlimmsten Fall" gibt es für die ein/ zwei Tage bis die Tour wieder gefüllt ist genügend Arbeit im Büro.
Lisy
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
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SvenJ

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AW: Sicherheit der Pflegemitarbeiter

Was genau hat das nun mit dem Arbeitsrecht zu tun?
Sie schreibt ja nicht, das jemand mit den Stunden in`s Minus gehen muss und über ein Arbeitszeitkonto verfügt, sondern halt die Stunden als Minus hat. Theoretisch kann es doch sein, das damit Überstunden abgebaut werden.
Das mit den Touren sollte nur ein Beispiel sein. Ein Palliativpflegedienst, dem 3-4 Pat. sterben bekommt die Touren nicht so schnell wieder voll;-)
Ich wollte einfach nur deutlich machen, das Du genausoweig Touren zu zweit fahren lässt, wie dort eben 2 Nachtwachen eingesetzt werden müssen.
 
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Fachpfleger IMC und ausserklinische Beatmung
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Pflegeangi

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24211
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AW: Sicherheit der Pflegemitarbeiter

Hey Sven
Man kann es sicherlich mit einer Exam. u. einer nichtexam. Berechnen, aber dann kommen noch alle Abeitgeberanteile u. dann sind wir bei der genannten Summe. Auf 100, € will ich mich nicht festlegen.
Vieleicht erfahren wirs noch
 
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Pflegehelferin
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Altenheim u. Klinik
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