Senioren-Betreuung - nicht pflegerische Bereich - was muss ich beachten?

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Pfeiferin

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Hallo,
ich schlage mich seit Monaten mit den Gedanken herum, mich als Seniorenbetreuung selbstständig zu machen. Also im nicht-pflegerischen Bereich. Ich habe da so einige Ideen im Kopf, wie man den Senioren helfen und das vielleicht einsame Leben versüßen kann. Ich sehe nämlich immer mehr, wie viele echt vereinsamen. Sie bekommen keinen Besuch mehr, weil die Kinder weiter weg wohnen oder zuviel Arbeit um die Ohren haben. Sie sind aber doch fit genug, um noch allein zu leben und das soll man ja auch so lange wie möglich doch unterstützen. Bei uns boomen zwar im Moment viele dieser betreute Wohnen-Häuser, aber viele können sich das nicht leisten. Unsere Pflegedienste hier in der Stadt kommen da nicht mehr ganz nach, obwohl es schon einige versuchen. Aber leider fehlt den meisten wohl die Zeit?
Mal jetzt von dem ganzen geldlichen abgesehen, wird diese einzelne Senioren-Betreuung, wie ich sie anbieten könnte, überhaupt gewünscht? Wenn ja, was wünschen sich Senioren genau, außer dass man Ihnen vielleicht den Einkauf abnimmt, Wohnung säubert, Behördengänge erledigt, ihnen vorliest, spielen...
Würden Sie es gut finden, wenn man Kinder und Senioren zusammen bringt (denke da gerade so an Kindergartenkinder bzw. meine eigene 5-jährige Tochter)
Vielleicht können mir Ihre Antworten darauf helfen, mich in meinem Vorhaben zu bestärken und wenn ich dann richtig starte (es sind da ja noch ein paar Fragen zu klären mit dem rechtlichen und so), habe ich vielleicht noch mehr Ideen bzw. weiß dann genau, was sich Senioren wünschen und kann dann noch individueller darauf eingehen.
Gut zu wissen wäre es auch, was Sie von einer Seniorenbetreuung überhaupt erwarten. So weiß ich, was ich noch alles lernen muss, damit ich es auch richtig mache. Denn halbe Sachen mag ich nicht. Da ich keine pflegerischen Beruf gelernt habe, ist es ja nicht ganz so einfach. Möchte ja auch nichts falsch machen. Habe mich hier schon umgeschaut, aber noch keine passende Weiterbildung in dem Bereich gefunden. Wer könnte so etwas anbieten außer die VHS? Möchte aber keinen neuen Ausbildungsberuf erlernen. Meine Nachbarin z. B. hat früher im Lohnbüro gearbeitet und ist jetzt in der ambulanten Krankenpflege/Altenpflege tätig ohne große Ausbildung. Müsste ja also gehen, was ich vorhabe.

ganz viele liebe Grüße und schon vielen lieben Dank für Ihre Antworten.

Wie Sie sehen, bin ich noch am Anfang meiner Gedanken, ich will hier auf keinen Fall Werbung für mich machen oder Sie sonst irgendwie belästigen, aber ich bin für jede Hilfe dankbar.
 
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dieKathi

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Hallo Pfeifferin,

ich habe gerade die Unterlagen vom Diakonischen Institut Ba-Wü erhalten und dabei zwei Weiterbildungen gefunden, die Ihnen helfen könnten, Ihre Idee in die Tat umzusetzen.
Beide Weiterbildungen sind ausdrücklich für Nicht-Pflegekräfte angeboten und verlangen keine Voraussetzungen für die Teilnahme.

Das eine wäre Betreuungsassistentin, das andere Präsenzkraft. Für letzteres habe ich auch einen Link gefunden beim Diakonischen Institut Reutlingen:
http://di-dornstadt.dyndns.org/web/programm%202009/Weiterbildung/Behindertenhilfe-Sozialpsychiatrie/2009-10-14%20-%20Weiterbildung%20zur%20Praesenzkraft.pdf

Es geht bei beiden Weiterbildungen gezielt darum, Wissen und Kompetenz zur Begleitung und Unterstützung von alten, dementiell erkrankten, (aber auch psychisch kranken oder geistig behinderten) Menschen zu erwerben, damit diese Zuwendung und dadurch Wertschätzung erfahren und ihren Alltag soweit als möglich weiterhin selbstbestimmt gestalten können.

Beide Weiterbildungen könnten Ihnen Grundlagen vermitteln, wie Sie ein solches Betreuungsangebot, wie Ihnen vorschwebt aufbauen und durchführen könnten - vorausgesetzt, Sie wollen nicht nur als Organisatorin im Hintergrund auftreten und für Begleitung, Unterstützung und Beschäftigung jeweils Fach- und Hilfskräfte anstellen.
Übrigens wird in beiden Weiterbildungen auch Basiswissen Pflege gelehrt.

Auch wenn Sie nicht in Ba-Wü wohnen: Sicherlich gibt es vergleichbare Weiterbildungsangebote auch in Ihrem Bundesland - googlen Sie einfach mal nach "Ihrem" Diakonischen Institut. Da werden Sie sicher fündig.

Und auch wenn die genannten Weiterbildungen für Sie nicht in Frage kommen, vielleicht kann man bei den Instituten auch einige Ihrer Fragen beantworten oder sagen, wohin Sie sich wenden können.

Vielleicht haben Sie auch die Möglichkeit, bei einem ortsansässigen Pflegeheim ehrenamtlich tätig zu werden, bevor Sie weiter überlegen. Auch in Pflegeheimen werden Menschen gebraucht, die mit den Bewohnern spazieren gehen, vorlesen, spielen... Dort könnten Sie Erfahrungen sammeln, bei Aktivierungen mitmachen und feststellen, ob es Ihnen wirklich liegt, sich längerfristig in diesem Bereich zu engagieren.


Viele Grüße,
dieKathi
 
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Wohnheimbetreuerin / Krankenschwester
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Behindertenwohnheim
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Pfeiferin

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Hallo Pfeifferin,



Das eine wäre Betreuungsassistentin, das andere Präsenzkraft. Für letzteres habe ich auch einen Link gefunden beim Diakonischen Institut Reutlingen:
http://di-dornstadt.dyndns.org/web/programm%202009/Weiterbildung/Behindertenhilfe-Sozialpsychiatrie/2009-10-14%20-%20Weiterbildung%20zur%20Praesenzkraft.pdf


Vielleicht haben Sie auch die Möglichkeit, bei einem ortsansässigen Pflegeheim ehrenamtlich tätig zu werden, bevor Sie weiter überlegen. Auch in Pflegeheimen werden Menschen gebraucht, die mit den Bewohnern spazieren gehen, vorlesen, spielen... Dort könnten Sie Erfahrungen sammeln, bei Aktivierungen mitmachen und feststellen, ob es Ihnen wirklich liegt, sich längerfristig in diesem Bereich zu engagieren.


Viele Grüße,
dieKathi
Hallöchen,
puh, der Kurs kostet ja ganz schön...früher hat man eine Ausbildung gemacht und ist dafür bezahlt worden, heute möchte man sich weiterbilden und muss bezahlen :rolleyes:. Bei unserer VHS vor Ort habe ich jetzt auch einen gefunden, nur leider findet der vormittags statt und da ich z. Zt. noch arbeite...grrrr

Aber der Tipp mit dem Pflegeheim ist gut. Das einem das naheliegende nicht einfällt...dort könnte ich so eine Art Praktikum machen. Mein letztes Praktikum im Altenheim liegt schon ewig zurück. War damals in der 9. Klasse. :eek:riginal:. Aber an die Turnübung, die ich damals schon nicht konnte ( ein Arm über die Schulter, der andere Arm von unten hinterm Rücken und dann müssen sich linke und rechte Hand treffen.) kann ich mich gut erinnern. Bei den Turnstunden gab es immer was zu lachen. Das weiß ich noch, als wenn es gestern gewesen wäre.
vielen Dank.
lg

PS. Habe jetzt zumindest schon mal mein Übungsbuch Professionelle, nichtpflegerisce Seniorenbetreuung bekommen und gestern habe ich unsere Bücherei am Ort leergeräumt. Alles, was mir passendes zu dem Thema über den Weg gelaufen ist, habe ich mitgenommen.
 
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martina_me65

martina_me65

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Hallo Pfeifferin,
ich habe gerade die Ausbildung zur Begleitassistentin abgeschlossen. Leider ist es so, wenn du damit Geld verdienen möchtste kommst du nicht drumrum den Schein zu machen. Die Leistungen nach ( §45a )die die Patienten bekommen können nur über einen amb. Pflegedienst o.ä. abgerechnet werden und der muß nachweisen, daß die Betreuerin geschult ist. Soweit so gut. Wenn du aber sagst du machst das erstmal im Rahmen eines Ehrenamtes mit kleiner Vergütung bildet dich z.B. die Caritas kostenlos, in Wochenendkursen, aus. So ist es zumindest im Kreis RE ( NRW)
Ich hoffe ich konnte ein wenig helfen. Sonst melde dich einfach noch mal !
L.G. Martina
 
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Betreuungsassitentin
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Helmut60

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Hallo Pfeiferin,

einerseits... gibt es hier im Raum BOR z. B. vom Berufsbildungswerk, eine von der Arge/Arbeitsamt/Sozalamt geförderte "Qualifizierungsmaßnahme" in genau den Bereich. Andererseits... können sich Senioren, die sich "so Betreutes wohnen" nicht leisten können, sich solche " privat gewerbliche Betreuung" genau so wenig leisten. Hier werden Absolwendten solcher Maßnahmen eher in 400 Euro Jobs vermittelt, als das sie Aussicht auf eine "lohende Vollzeitstelle", geschweigenden eine sich tragende Selbstständigkeit haben.

:) Helmut
 
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phiorella

Hallo Martina,

habe deinen Beitrag mit Interesse gelesen.

Mache z. Zt. eine Fortbildung als Betreuungsassistentin nach § 87 b.

Bin neu in diesem Forum und kenn die einzelnen Funktionen noch nicht.

Da ich im Kreis RE wohne würde ich mich freuen von dir zu hören.

Liebe Grüße
Phiorella
 
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Brille18

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Hallo,
ich habe auch meine Umschulung als Betreuungsassistentin nach § 87 b jetzt abgeschlossen und suche einen Job für ca. 20 Std. die Woche. Irgendwie habe ich aber den Eindruck, dass manche Arbeitgeber nicht so richtig informiert sind über den Inhalt dieser Maßnahme. Interesse ist zwar da, aber mehr oder weniger als Altenpflegehelferin und nicht als Betreuungsassistentin für demenziell erkrankte Menschen. Steckt wohl alles noch etwas in den Kinderschuhen. Meine Ausbildung habe ich mit gut bzw. sehr gut abschlossen. Bin mal gespannt was sich jetzt so alles tut. Würde ja auch gerne selbständig arbeiten, aber ganz so selbständig geht ja wohl auch nicht lt. AOK in Eisenberg.
Na ja, werde mal berichten wie es weiter geht.

Liebe Grüsse
Brille18
 
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Betreuungsassistentin
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Bad Neuenahr-Ahrweiler
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Sr. Käthe

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Dein Aufgabenbereich sollte aber klar festgelegt sein, ist ja von den finanzierenden Kassen so vorgeschrieben. Wenn du diese Weiterbildung abgeschlossen hast, gibt´s da auch keine Diskussionen. Finanziert nach§87b ist eben so, wie´s ist.

Natürlich wird es Träger geben, die sowohl das eine als auch das andere wollen(fällt mir grad einer zu ein :innocent: ).. aber trotzdem ist deine Berufbeschreibung ganz klar, und deswegen: Halte dich dran!!

Für die Menschen,die du in Zukunft betreuen sollst, bist du ganz wichtig, und manchmal die einzige Möglichkeit ,außerhalb der Pflege, zwischenmenschlichen Kontakt aufzunehmen.

Alles Gute, Brille, und auch allen anderen "Betreuungskräften" :thumbsup2:

Wir und "unsere" zu Pflegenden brauchen euch!

Liebe Grüße;Käthe
 
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Multiplikatorin Fachkompetenz Demenz
demnächst Dementia Care Mapping
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Brille18

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Hallo Käthe,

vielen Dank für deine wirklich netten Worte. Ich sehe das genau so, ich lasse mich nicht entmutigen, wenn auch der erste Versuch fehlgeschlagen ist. So Aussagen wie: "die Alte zählt nicht zu dem Betreuungskreis nach 87 b, kümmere dich um die anderen bei denen es bezahlt wird" ist eine sehr ernüchternde Aussage.
Aber grundsätzlich finde ich die Richtung schon gut und ich werde auch dementsprechend tätig werden, ob nun innerhalb eines Seniorenheimes oder ambulant.
Ich werde berichten.
Liebe Grüsse
Brille18
 
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Betreuungsassistentin
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Bad Neuenahr-Ahrweiler
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XPegasusX

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Hallo erstmal hier im Forum,

bin auch gerade erst frisch geschulter Betreuungsassistent und fand den Kurs bei der Caritas richtig gut. :)
Dass man in vielen,vielen Pflegeheimen die BA's für Küchendienste usw. hernimmt, habe ich im Kurs leider auch viel zu oft gehört.
Aber wie bereits erwähnt: Das ganze steckt noch in den Kinderschuhen. :)
Wenn die KK das mitbekommen gibts von denen erst mal Ärger und wenn die Heime so weitermachen richtig Ärger. Denk ich mir mal so^^

Im Internet gibts übrigens einen Treffpunkt für Betreuungsassistenten unter
Home - Der 1.Treffpunkt für Betreuungsassistenten

Gruß
XPegasusX
 
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Brille18

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Hallo zusammen,
hallo XPegasusX willkommen in dem Club der BetreuungsassistentenInnen.
Wir freuen uns immer, wenn die Zahl steigt und steigt. Denn, viele, viele bringen frischen Wind und der ist schon gut. Ganz ganz langsam werden aus den Kinderschuhen jetzt Kleinkinderschuhe - grins. Wie heißt es so schön "stetig Tröpfchen füllt das Fass".
Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis so manche Pflegekräfte begriffen haben, dass wir in der Betreuung sind und die Betreuung ein Bestandteil der Pflege ist. Ach ja, und vielleicht auch der eine oder andere aus dem Winterschlag erwacht und feststellt, dass Menschen physisch und psysisch "betreut" werden sollten.
Berichte doch hier mal wie es so läuft bei dir.
Liebe Grüsse an alle
Brille 18
 
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Bunny

Bunny

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AW: Re: Senioren-Betreuung - nicht pflegerische Bereich - was muss ich beachten?

Hallo,
ich habe auch meine Umschulung als Betreuungsassistentin nach § 87 b jetzt abgeschlossen und suche einen Job für ca. 20 Std. die Woche. Irgendwie habe ich aber den Eindruck, dass manche Arbeitgeber nicht so richtig informiert sind über den Inhalt dieser Maßnahme. Interesse ist zwar da, aber mehr oder weniger als Altenpflegehelferin und nicht als Betreuungsassistentin für demenziell erkrankte Menschen. Steckt wohl alles noch etwas in den Kinderschuhen. Meine Ausbildung habe ich mit gut bzw. sehr gut abschlossen. Bin mal gespannt was sich jetzt so alles tut. Würde ja auch gerne selbständig arbeiten, aber ganz so selbständig geht ja wohl auch nicht lt. AOK in Eisenberg.
Na ja, werde mal berichten wie es weiter geht.

Liebe Grüsse
Brille18
Auch ich habe zum 31.12.2009 einen solchen Kurs mit sehr gut abgeschlossen und mußte leider beim Bewerben feststellen, daß viele überhaupt nicht informiert sind, was eine Senioren-Assistentin überhaupt tut und was ihr Arbeitsbereich ist. Kann es denn tatsächlich sein, daß nicht einmal Pflegeeinrichtungen richtig darüber aufgeklärt wurden? Oder ist dieser Berufszweig wirklich noch zu neu?
 
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Pflegehelferin und Betreuungsassistentin
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leider arbeitssuchend
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Helmut60

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AW: Senioren-Betreuung - nicht pflegerische Bereich - was muss ich beachten?

Hallo Bunny,

"zu neu" oder "nicht oder schlecht informierte Arbeitgeber" würde ich so nicht sagen. Die wissen sehr wohl das es sowas gibt. Die wissen nur halt auch, das sowas durch Fachkräfte mehr kostet, als es durch einfache Hilfskräfte kosten würde... oder ist irgendwo zu lesen, das mit Einführung der Ausbildung zum Betreuungsasisstenten, die Mittel für die Versorgung von Betreuungsbedürftigen erhöht wurden ? Bekommen Arbeitgeber von Betreuungsassitenten seit dem mehr Geld, das sie für solche Leistungen ausgeben könnten ? Ich hab von nix dergleichen gehört.... was man hört ist viel mehr, das Rentner den Gürtel enger schnallen müssen... also kaum Geld für sowas haben.

Was da helfen kann, ist Aufklärung von Anspruchsberechtigen .... aber das ist angesichts leerer Kassen bei den Kostenträgern ein Kapittel für sich.


:) Helmut
 
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Brille18

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AW: Senioren-Betreuung - nicht pflegerische Bereich - was muss ich beachten?

Hallo,

ich kann mich der Meinung von Helmut nur teilweise anschließen. Es entspricht wohl den Tatsachen, dass einige Einrichtungen schon wissen, was wir zu tun und zu lassen haben. Allerdings wird es leider so interprätiert, dass genau die Beschreibung des Tätigkeitsbereiches aus dem §87b übernommen wird, nämlich Basteln, Spielen, Fotoalben kleben etc.. Aber ist das in Wirklichkeit unsere Aufgabe? Ich für mein Teil kann nur sagen, dass Basteln, Spielen, Fotoalben kleben dafür brauchten ich keinen Lehrgang über 2 Monate mit einem anschließenden Praktikum von 4 Wochen. Das konnte ich bzw. wir alle schon vorher. Die Realität sieht nun mal anders aus. Entweder wir werden als billige Kräfte in der Pflege eingesetzt, da sollen wir auf einmal doch etwas Grundwissen mitbringen, da werden beide Augen zugedrückt und die Hühneraugen noch mit dazu. Anderseits sollen wir die Senioren "betütteln" und da reicht es durchaus aus, wenn wir nur basteln und spielen. Auch hier weis jeder von uns, dass es mit Basteln und Spielen nicht getan ist (z.B. "Spricht eine 85Jährige ich will nach Hause zu meiner Mutter" und hüte dich davor zu sagen, die ist doch schon längst tot (dieser Satz kommt ja nun mehr als häufig vor). So und nun wird der/die SeniorIn richtig "ärgerlich bzw. aggressiv" - ja und nun? Diese Situation wird dann mit den Worten beiseitegeschoben: "die ist schon immer so, lass sie in Ruhe, die beruhigt sich schon wieder".

Was muss ich beachten: Ehrlich gesagt - keine Ahnung. Mir jedenfalls geht dieser Tagesablauf ganz schön an die Nieren.

Gruss
Brille18
 
Qualifikation
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Joan Doe

Joan Doe

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AW: Senioren-Betreuung - nicht pflegerische Bereich - was muss ich beachten?

@all

Bei meiner Tochter auf Arbeit ist ein ganzes Team von Leuten, die Betreuung machen. Es ist nicht damit getan, zu basteln, spielen und Fotoalbum kleben :grin:

Sie kocht und backt mit den Bewohnern, deckt mit ihnen die Tische ein, hat morgens eine Zeitungsrunde, macht Gymnastik und Sitztäze mit ihnen. Sie fährt mit ihnen in die Stadt zum Einkaufen, zu Untersuchungen ins KH und zum Arzt/Zahnarzt - oder geht mit ihnen in der Ortschaft einkaufen.

Sie gestalten die jahreszeitlichen Feste und hilft beim feiern mit :grin:

Sie macht die entsprechende Doku.

Sie geht Sonntags mit ihnen in die Kirche.

UND - Gott sei Dank - weiss der AG ganz genau was die Aufgaben der Betreuungskräfte sind und was nicht!

Gruß Joan
 
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Bunny

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AW: Senioren-Betreuung - nicht pflegerische Bereich - was muss ich beachten?

Danke erst mal für Eure Feedbacks :super:

Leider mußte ich schon während meines Praktikums feststellen, daß zumindest in dem Haus, in dem ich das machen sollte, keiner da war, der mir auch nur Irgendwas auf meinem künftigen Gebiet hätte zeigen können. Aber ich möchte anmerkern, daß es diese Einrichtung auch erst seit Oktober 2009 gibt, und somit dort alles erst langsam ins Rollen kommt und ich ja zuvor schon jahrelang als Pflegehelferin (auch als "Mädchen für alles") bei einzelnen alten Damen tätig war, so daß für mich lediglich die Gruppenarbeit "neu" war.

Ich gab mir trotzdem alle Mühe, den "Alltag" der Bewohner und Bewohnerinnen etwas "kreativer" zu gestalten, veranstaltete z.B. mit allen Bewohnern (im Mom sind es nur ca. 35) einen "Adventstee" zu dem ich auch alle gerade Anwesenden Angehörigen und Besucher mit einlud (das bot sich eben grade so an). Ich hatte vieles vorbereitet, Gedichte, Geschihten und Lieder, bei dem sie gar nicht mehr aufhören wollten, zu singen. Das ganze Vorzubereiten war zwar eine Riesenaktion, aber als ich dann alle diese andächtig dasitzenden Menschen vor mir sah und in ihre Gesichter blickte, in denen die Augen glänzten, wie bei Kindern, da wußte ich, daß es das alles und noch viel mehr wert war :eek:riginal:

Ich hatte zusätzlich auch das Pech, daß wir eine Woche vor Weihnachten den "Norovirus" zu "Gast" hatten, wodurch natürlich alles ins Schleudern kam, bei den Bewohnern wie beim Personal. Ohne es zu wollen, war ich plötzlich mit in der Pflege integriert: ich half wo ich nur konnte, auch wenn es nicht "mein Gebiet" war, kochte Tee und verteilte diesen, hielt dabei Händchen und versuchte, den armen Bewohnern wenigstens das Gefühl zu geben, nicht allein dazuliegen. :troest: Ja, ich las sogar Märchen vor! Und es kam sehr gut an! Und auch dies wurde mir 1000-fach zurückgezahlt :eek:riginal: (nicht in Form von Geld natürlich, es gibt doch viel Schöneres!)
Am Ende meines Praktikums konnte ich mir zumindest sagen: Du hast alles gegeben, und es hat sich mehr als gelohnt, denn du hast jeden in diesem Haus zumindest für einen kleinen Moment glücklicher gemacht, und darin sehe ich nunmal einen Teil meiner Aufgabe. Ich verschenke nunmal gerne "Sonnenstrahlen" wie ich es nenne :wink:

Aber es war andererseits auch eine sehr traurige Sache für mich, zu sehen, wie manche der Pflegerinnen mit den dort wohnenden Menschen umgingen. :cry:
Ich hatte mehr als einmal das Gefühl, daß man diese alten Menschen nicht mehr ernst nimmt, selbst wenn diese keine Demenz oder anderes hatten. Da wurde vieles einfach mit einem dummen Spruch abgehandelt...und mir wurde mehr und mehr klar, daß sich da dringend etwas ändern muß, denn SO möchte ich auf keinen Fall eines Tages enden! Und ich werde alles mir mögliche tun, um dabei mitzuhelfen, daß sich das ändert und ich hoffe, Ihr seid dabei!

Oje, ich wollte hier gewiss keinen Roman schreiben oder Euch gar langweilen, aber das mußte mal raus! Sorry

LG
Bunny :icon_wave
 
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