seltsame Sollarbeitszeitberechnung

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M.Nachtwache

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Hallo an Alle!
Ich bin neu hier und komme gleich mit einer seltsamen/komplizierten Frage. Ich arbeite als Nachtwache in einem Pflegeheim und habe sehr regelmäßig nach einer Woche Arbeit eine Woche Frei.
Mein Arbeitgeber berechnet die Sollstunden nach einem völlig anderem System, als ich es bisher kannte. Er kommt damit auf völlig andere Sollarbeitszeiten, als ich, wenn ich die monatlichen Sollarbeitszeit errechne.
Bsp. für 2010: Januar 177.08 h
Februar 160 h
März 177.08 h
April 171.08 h
Mai 177.08 h....... usw.
Diese Art der Berechnung führt dazu, daß wir alle mehr arbeiten müssen, um unser Zeitarbeitskonto auszugleichen. Für meine Schicht bedeutet das z.B., daß wir allein in diesem Jahr bisher 5.5 Minusstunden "erarbeitet" haben. Nach meiner Rechnung mit der monatlichen Sollarbeitszeit, hätten wir bisher 59,5 Plusstunden.
Daß mein Arbeitgeber ein Interersse daran hat, daß für für das selbe Geld mehr arbeiten, ist mir natürlich klar, aber die Frage, die sich mir hier stellt: Geht denn das?!?!? Ist sowas rechtlich abgesichert?
Hat irgendjemand vielleicht schon Erfahrungen mit dieser Art von Berechnung (das System, das den Dienstplan erstellt, ist, glaub, von Mikis?)
Hat irgendjemand einen Tip?
Danke schonmal!
M.
 
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traveler

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AW: seltsame Sollarbeitszeitberechnung

Verstehe deine Frage nicht im Zusammenhang.

Der Februar 2010 hat 20 Arbeitstage.

Wenn du am Tag 8Std. arbeiten musst, also eine 40Std./Woche hast stimmt das genau.

Was steht denn in deinem Vertrag über Wochenstunden?

Wer rechnet was?
 
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M.Nachtwache

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AW: seltsame Sollarbeitszeitberechnung

Hallo Renje,
Ich habe 40h/Woche. Daß daher die 160 h im Februar richtig sind, ist mir auch klar, aber es geht um ja auch um alle anderen Monate.
Für den Januar komme ich auf 152 Sollstunden (BW) und nicht auf 177.08.
Für den März komme ich auf 184 Sollstunden, statt auf 177.08.
Für den April komme ich auf 160 Sollstunden, statt auf 171, 25. usw.
Es gibt einfach eine Differenz, die damit erklärt wird, daß die Jahressollarbeitszeit auf Monate und Tage heruntergebrochen wird. Dadurch der von mir beschriebene Effekt mit den Minusstunden. Ich finde das irgendwie nicht richtig und habe auch nicht vor, daß so zu akzeptieren. (Diese Berechnungsweise gab es nicht immer in der Einrichtung.)
Ich wollte wissen, ob man das so ohne weiteres anders rechnen kann. Ob das rechtens ist, ob es jemanden gibt, der das selbst schon erlebt hat, jemand der diese Berechnungsweise kennt und sie mir besser erklären kann... Irgendsowas eben.
Weißt Du mehr?
M.
 
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Lisy

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AW: seltsame Sollarbeitszeitberechnung

Hallo M. Nachtwache,
ich vermute mal, ich weiß, was du meinst. Es ist vermutlich diese eigenwillige, aber erlaubte Berechnung, das die Feiertage, die auf einen Wochentag fallen, als Arbeitstag gezählt werden.
(Nur mit dieser Art von Berechnung kommt man im Januar auf diese Sollstunden)
Was sagt denn euer BR dazu? Oder habt ihr keinen? Wenn nicht, wende dich an einen RA oder an die Gewerkschaft, weil sonst kommst du nicht (denke ich mal) nicht wirklich weiter.
Lisy
 
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Kalimera

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AW: seltsame Sollarbeitszeitberechnung

Bei einer 40 Stundenwoche ist es doch irgendwie gar nicht mgl., dass Stundenzahlen mit Stellen nach dem Komma berechnet werden können.
Jegliche Stundenzahl muss doch irgendwie durch 8 teilbar sein, egal ob nun die Feiertage mit einberechnet werden oder nicht?
Ich kann da aber überhaupt keinen regelmäßigen Multiplikator erkennen, bei den angegebenen Stunden.
Kann es irgendwie sein, dass die Gesamtarbeitszeit im Jahr errechnet wird und dann auf die Monate umgelegt wird?
Welches Programm benutzt wird ist unerheblich, es muss zumindest auf irgendeiner Basis die Stunden ausrechnen und Programme neigen dazu dies immer gleich zu tun. Vielleicht solltest Du bei den entsprechenden Stellen nachfragen.
Habe mir mal gerade die Mühe gemacht etwas zu rechnen.
Wenn in den Monaten mit 30 Tagen immer 171,08 und den mit 31Tg. 177,08Std, gerechnet werden kommst Du, inclusive den 160 Std. im Februar, auf 2083,88 Arbeitsstunden im Jahr.
Im Jahr 2010 sind es 261 Arbeitstage (ohne dass die Feiertage rausgerechnet sind) diese mit der tgl. Arbeitszeit von 8 Std. multipliziert ergeben 2088 Gesamtarbeitsstunden. Summa summarum müssten sich bei Euch übers Jahr verteilt die Stunden ausgleichen. Bliebe noch die Frage offen wie die Feiertage vergütet werden (Freizeit oder Bezahlung).
Wenn ich jetzt keinen Denk-/Rechenfehler habe dann unterschieden sich diese beiden Berechnungen lediglich um wenige Stunden.
 
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M.Nachtwache

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AW: seltsame Sollarbeitszeitberechnung

Hallo Lisy, Hallo Sigrid!
Danke für Eure Antworten. Vor allem Dir, Sigrid, daß Du Dir die Mühe gemacht hast, das alles auch noch durchzurechnen. Natürlich ist die Differenz gar nicht so groß (wobei mich wundert, daß es überhaupt eine Differenz gibt, weil doch die Jahresarbeitszeit für alle Arbeitnehmer mit 40 h/Woche gleich sein sollte?), aaaber: Dadurch, daß die Monate fast alle die selbe Sollarbeitszeit haben, haben wir auch in manchen Monaten nicht mehr so viel Plusstunden wie früher, die wir aber bräuchten, wenn wir unser Minus ausgleichen sollen. Monat für Monat gerechnet, ergibt sich, wie schon geschrieben, allein für dieses Jahr eine Differenz von ca. 60 h zu unserem Nachteil. Deswegen ist es mir ja auch so wichtig zu wissen, ob man das Soll so berechnen kann, wie man es eben möchte, oder ob es da Richtlinien gibt, an die man sich halten muß. Es steht ein Gespräch mit dem BR und PDL an, aber im Vorfeld würde ich mich gern, so gut es geht, informieren.
Insofern bin ich für jede Info dankbar. Aber klar, Lisy, wenn alle Stricke reißen, werde ich wohl mit einem RA sprechen. Aber wenn es geht, will ich so drastische Schritte doch gern vermeiden... ;-)
M.
 
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AW: seltsame Sollarbeitszeitberechnung

Danke für Eure Antworten. Vor allem Dir, Sigrid, daß Du Dir die Mühe gemacht hast, das alles auch noch durchzurechnen. Natürlich ist die Differenz gar nicht so groß (wobei mich wundert, daß es überhaupt eine Differenz gibt, weil doch die Jahresarbeitszeit für alle Arbeitnehmer mit 40 h/Woche gleich sein sollte?
Zmal die Differenz bei Eurer Berechnung zu Euren Gunsten ausfällt.
Du kannst auch noch anders vergleichen: Wenn Du diese 2088 Arbeitsstunden im Jahr 2010 durch 12 Monate teilst erhälst Du ein Mittel von 174 Std/Monat.
Nach Eurer Berechnung liegt Iht bei 171,08 ca 3 Stunden drunter, bei 177,08 ca. 3 Stunden drüber, was sich eben auch ausgleicht übers Jahr verteilt.
Wie erwähnt, was herauszufinden ist sind die Feiertagsvergütungen.
Mach Dir doch einfach mal die Mühe bis zum Ende des Jahres Deine Berechnung gegenüber zu stellen. Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass es dabei große Differenzen gibt, bzw. ihr viel Minusstunden macht, es sei denn ich habe da wirklich einen Denkfehler.
Viel Erfolg für Euer Gespräch.
 
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thorstein

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AW: seltsame Sollarbeitszeitberechnung

Bei einer 40 Stundenwoche ist es doch irgendwie gar nicht mgl., dass Stundenzahlen mit Stellen nach dem Komma berechnet werden können.
Hallo Sigrid,

du gehst bei deiner Berechnung von der 5-Tage-Woche aus. Grundsätzlich ist auch der Samstag ein Werktag. Es gibt AG die nach der 5,5 Tage-Woche oder der 6-Tage-Woche berechnen. Dann wird es schnell krumm.

Hallo Nachtwache,

allein aus deinem Input schliesse ich, dass dir die Rahmenbedingungen für solche Berechnungen nicht geläufig sind und es ist leider meist komplizierter, als es scheint. Euer Betriebsrat kann sich dazu aber gezielt schulen lassen, falls nicht schon geschehen. Um deine Behauptung, dass dir 60h verloren gehen, zu überprüfen, müßten alle Berechnungsgrundlagen und alle abgerechneten Dienstpläne vorliegen. Alles andere wäre Kaffeesatzleserei.

Grüsse
 
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M.Nachtwache

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AW: seltsame Sollarbeitszeitberechnung

Hallo!
Ich bin inzwischen etwas schlauer.
Aussage BR=Verwaltung: Wir haben eine 7-Tage-Woche (keine Sonn- und Feiertage) und daher diese Sollarbeitszeit (5.71h/d). Die Probleme entstehen nur dadurch, daß wir im wöchentlichen Rhythmus 7 Nächte arbeiten (10.45h) und 7 Frei haben. Das ist völlig normal und es wird nun eine Lösung gesucht, wie wir NW mehr arbeiten können.
Ich habe im Forum mal gestöbert, aber wenig zur 7-Tage-Woche gefunden (falsch gesucht?). Ist das rechtlich wirklich ok? Werden die Urlaubstage dann anders berechnet? Ich wüßte auch gern, wie Urlaub für Nachtwachen überhaupt berechnet wird. Gibt es irgendwo eine Seite - hat jemand vielleicht einen link, wo ich mich informieren kann? Ich habe mich in den letzten Jahren immer darauf verlassen, daß PDL das alles schon gut macht. Etwas sehr blauäugig, ich weiß....
Vielen Dank schonmal für Eure Hilfe!
M.
 
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thorstein

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AW: seltsame Sollarbeitszeitberechnung

Hallo M,

von so einer Berechnung habe ich auch noch nichts gehört. Entscheidend bleibt aber nach wie vor, wieviele h ihr tatsächlich arbeiten müsst.
Vielleicht schlägst du mal für die nächste Betriebsversammlung vor, das die Sollstundenberechnung für die MitarbeiterInnen allgemeinverständlich erklärt wird.
Arbeitsrechtlich macht die monatliche Sollzeitberechnung eigentlich gar keinen Sinn, da du in deinem Vertrag ja eine wöchentliche Arbeitszeit vereinbart hast!
Zur Urlaubsberechnug gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Entweder alle Mitarbeiter bekommen die gleiche Anzahl an Urlaubstagen, zum Beispiel 30 Tage a 8h(Vollzeit) bei einer 5-Tage-Woche. Oder man schaut, wieviele Tage pro Woche im Durchschnitt gearbeitet wird. Du hättest dann 23 Urlaubstage a 10,45 h. Auch über diese Berechnungen gibt es viel Streit!
Eine 7-Tage-Woche habt ihr natürlich nicht. Es muss ja klar sein, an wievielen Tagen in der Woche ihr normalerweise arbeiten müsst. Am leichtesten sieht man das bei Vollzeitkräften im Tagdienst. Wenn eine Schicht 8h dauert, arbeitet ihr in der 5-Tage Woche.

Hier ein Link mit weiteren Links:
Sollarbeitszeit

Vielleicht könntest du herausfinden, welches Dienstplanprogramm bei euch verwendet wird. Dann könnte man gezielt nach jemandem suchen, der sich damit auskennt.
 
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AW: seltsame Sollarbeitszeitberechnung

Habe hier mal eine Berechnung für eine 7 Tagewoche gefunden, auf der Grundlage der U-Tage nach dem Bundesurlaubsgesetz.

Wieviel Urlaub steht mir zu? | aus Forum Arbeitsrecht | wer-weiss-was

Demnach braucht man für 4 Wochen Urlaub (Mindesturlaub per Gesetz) in der 7 Tagewoche 28 Urlaubstage.
In Eurem NW-Rhythmus arbeitet ihr 3,5 Tage/Woche. Nach der angewendeten Formel müsstet ihr dann 14 Tage Urlaub haben.
Mindesturlaubstage X Tagewoche, das Ergebnis dividiert durch 6 ( = Tagewoche, die im BUurlG zu Grunde gelegt wird.)
Ergibt: (24x3,5)/6 = 14 Tage
Insofern müsstest Du jetzt nur noch in Erfahrung bringen wieviel Urlaubstage Eure Vollzeitkollegen im Tagdienst haben und könntest Deine Urlaubstage anhand dieser ANgaben berechnen.
 
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