Sehr schwieriger Bewohner...wie am Besten vorgehen?

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aluro

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Hallo

Wir haben auf unserer Generationenpflegestation einen sehr schwierigen Bewohner, er ist 45 Jahre alt, hatte einen Schlaganfall und nun alle euch bekannten Symptome und Einschränkungen.Er hat mittlerweile ein langes "Untatenregister": hat einigen Schwestern die Nasen blutig geschlagen, blaue Augen verteilt.Hat einigen Kolleginnen in den Magen getreten und zwar so,dass diese zu Boden gingen.Dazu kommen seine unablässigen Beleidigungen als "****", "Schlampe", "blöde Sau" oder Kommentare wie "ich besorge mir eine Knarre und dann knall ich euch alle ab"! usw....die Liste lies sich beliebig verlängern.
Ich hab es mittlerweile auf die verschiedensten Arten versucht mit ihm klar zu kommen,alles vergebens.Meine Versuche reichten von Freundlichkeit über Ignorieren bis hin zu ganz klaren Worten,dass er sich mit seinem Verhalten lächerlich und unbeliebt macht.Hat jemand von euch eine gute Idee mit so jemandem klar zu kommen? Ich hab langsam keine Lust mehr auf blutende Nasen und blaue Augen.Bei desorientierten Bewohnern bin ich das gewohnt,und es macht mir auch nichts aus, was mich so ärgert ist,dass er ganz genau weiß was er tut...kennt jede Schwester mit Namen und erzählt seinem Bruder (der ihn wegen seiner boshaftigkeit kaum noch besucht) immer stolz wem er was angetan hat.Andere Heime haben ihn immer nach kurzem wieder "vor die Tür gesetzt" und die 4 Privatschwestern die er hatte aben alle nach 24 Stunden gekündigt.
 
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AW: Sehr schwieriger Bewohner...wie am Besten vorgehen?

wie wäre es mal mit einer anzeige wegen körperverletzung? Nee, im Ernst: da ist guter Rat teuer. Ich hatte auch schon mal Bewohner, die aggressiv wurden, aber aufgrund ihres Alters nicht mehr "so schnell sind"...
Habt ihr keine männlichen Pfleger? Vielleicht verhält er sich dann etwas anders...
Ansonsten schmeisst ihn raus, das muss sich niemand bieten lassen, vor allen Dingen wenn man weiß, dass er genau weiß was er macht. Ich würde mich als Frau weigern den Bewohner zu betreuen, denn blutige Nasen, blaue Augen und Tritte in den Magen sind ja nun keine Kavaliersdelikte, sondern Körperverletzung. Was sagt denn die PDL bzw. die Heimleitung?
 
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aluro

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AW: Sehr schwieriger Bewohner...wie am Besten vorgehen?

Die PDL hat ihm schon mehrmals die Meinung gegeigt, in einem Ton,den würd ich mich z.B. nicht trauen, aber das war vergebens.Eine Heimleitung haben wir im Moment nicht, kommt bald ein neuer.Wir sind ja ein Haus für psychisch kranke Menschen, so einfach rausschmeißen geht nicht.
 
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der Pfleescher

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AW: Sehr schwieriger Bewohner...wie am Besten vorgehen?

habt ihr vill schonmal versucht heruaszufinden was die gründe und ursachen solcher boshaftigkeit sind ??? Villeicht solltet ihr nen psychologen zu rate ziehen ?!
wenn das alles nicht hilft evt was an der medikation ändern ( auch wenn ich davon kein freund bin bew psychopharmaka mit absicht/notwendigkeit verschreiben zu lassen ) aber so ein verhalten von dem bew sollte nicht wirklich geduldet werden
 
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aluro

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AW: Sehr schwieriger Bewohner...wie am Besten vorgehen?

Wie gesagt, wir sind eine psychiatrische Einrichtung, der Psychologe war schon x-Mal bei ihm, mit dem Resultat, dass er auch beleidigt wurde.Die Medikation wurde schon so oft geändert, dass er als "austherapiert" gilt.Oft weigert er sich auch die Medis zu nehmen,oder man bekommt den Medibecher an den Kopf geworfen. Sein Bruder hat erzählt,dass er schon sein ganzes Leben lang so ein Ko**brocken war.
 
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AW: Sehr schwieriger Bewohner...wie am Besten vorgehen?

dann reicht ihn weiter...vielleicht merkt er irgendwann mal, dass er sich sein Leben selbst schwer macht.
Kann man denn nicht mal Tacheles mit ihm reden?
 
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aluro

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AW: Sehr schwieriger Bewohner...wie am Besten vorgehen?

Ich hab schon ganz klare Worte mit ihm gesprochen.Habe ihm gesagt,dass er sich lächerlich macht mit Drohungen,er würde uns eine Motorradgang oder die Mafia auf den Hals hetzen.Er reißt sich z.B. immer die Einlage raus, pinkelt absichtlich ins Bett und stopft sich Einmalwaschlappen in den Po.-Ja, richtig gelesen...IN den Po-und dann verkloppte er mich als ich ihn frisch machen wollte,dann hab ich ihm gesagt,wenn er sicht aufhört muss ich ihn darin liegen lassen,weil verschlagen lass ich mich nicht....keine Reaktion.
Ich hab es auch mit "umgekehrter Psychologie" versucht wegen der GP.Als er die bei mir zum 2.Mal in Folge verweigerte dann hab ich ihm gesagt dass ich das ganz toll finde,weil wenn ich ihn nicht waschen muss,kann ich Pause machen und einen Kaffee trinken.Ich weiß dass er mir diesen Gefallen auf keinen Fall tun wollte und habe gehofft dass er sich dann waschen lässt....keine Chance.
 
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mary_jane

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AW: Sehr schwieriger Bewohner...wie am Besten vorgehen?

Ganz ehrlich, ich würde mich weigern jemanden zu versorgen der mich schlägt.
Es kann doch nicht sein, dass sich Ärzte und PDL damit abfinden und euch dieser Sitation aussetzen.
 
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AW: Sehr schwieriger Bewohner...wie am Besten vorgehen?

da kann ich mich nur anschließen, ich würde mich ebenfalls weigern.
 
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Baldr

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AW: Sehr schwieriger Bewohner...wie am Besten vorgehen?

Hm, schwierig. In dem Fall würde ich zu mechanischer Fixierung greifen. Müsste man rechtlich abklähren. Oder man sucht nach einer anderen Einrichtung, die Problemfälle aufnehmen.
Ansonsten würde ich auch Strafanzeige stellen, wenn auch nur um ihn in die Forensik abschieben zu können. Oder damit zumindestens mal die Leute den Ernst der Lage erkennen. Meist wird das ja verkannt weil es einfacher ist, nichts zu tun und die Pflegekraft das ganze ausbaden zu lassen. Einmischung von aussen kann da Bewegung reinbringen, helfen den inneren Schweinehund zu überwinden.

BTW, was sagt den der Psychologe zur Zurechnungsfähigkeit des Patienten?
 
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aluro

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AW: Sehr schwieriger Bewohner...wie am Besten vorgehen?

Naja, zurechnungsfähig ist er allemal.Er hat einen gesetzlichen Betreuer, weil er durch die Hemiparese re.sich um keinerlei Schriftkram mehr kümmern kann.Wir haben noch so einen Bewohner auf der Station, bei dem hab aber mittlerweile den Dreh raus.Der ist bettlägrig, 54 Jahre alt, Tracheostoma, PEG, und hat außer MRSA so ziemlich jeden Keim,den unser lieber Gott erfunden hat.Er kann durch die TK halt nicht sprechen hat aber auch immer um sich geschlagen. Aber wie schon gesagt, bei unserem "Sonderfall" bringen auch Drohungen nix.Der hat weder Angst noch juckt ihn das überhaupt.Er ist absolut Gleichgültig sich selbst und anderen gegenüber.
 
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Baldr

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AW: Sehr schwieriger Bewohner...wie am Besten vorgehen?

Dann kläre mal ab für welche Bereiche die Betreuung gilt. Sollte sie auch für die gesundheitliche Versorgung gelten könnt ihr den Betreuer vieleicht davon überzeugen dass er eingreift oder einer Fixierung zustimmt. Ansonsten schaut wie ihr den weiterreichen könnt. Es gehört bestimmt nicht zu den normalen Berufsgefahren das man andauernd der Gefahr von Schlägen ausgesetzt ist. Wenn Gefahr für Leib und Leben besteht, und das sehe ich hier nach deinen Schilderungen, muss gehandelt werden. Allerdings ist die Trägheit anderer Menschen (die nicht der Gefahr ausgesetzt sind) meist sehr hoch wenn keine bleibenden Schäden sichtbar sind.
 
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Sonnensturm

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AW: Sehr schwieriger Bewohner...wie am Besten vorgehen?

Da lässt die Fürsorgepflicht des AG's aber sehr zu wünschen übrig. :mad_2::mad_2::mad_2:
Als was wurden die Verletzungen denn bisher bewertet?:kopfkratz:
Da ist der Krankenstand auch noch höher, als "normal".
:confused:Wasserfrau
 
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Schwester Christa

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AW: Sehr schwieriger Bewohner...wie am Besten vorgehen?

Ich hatte zu Beginn der Lektüre so meine Schwierigkeiten, das alles nachzuvollziehen.

hatte einen Schlaganfall und nun alle euch bekannten Symptome und Einschränkungen
Wenn jemand nach Apoplex alle Symptome und Einschränkungen hat, die MIR bekannt sind, dann schlägt der nicht um sich und beleidigt auch niemanden...

Aber sei´s drum. Die nachfolgenden Beschreibungen sind wirklich eindrücklich und ganz offensichtlich habt ihr ein Riesenproblem.

Zunächst mal:
Eine Krankenstation ist kein rechtsfreier Raum! Egal welcher Bereich, egal welche Diagnose - eine Pflegekraft muss sich nicht auf übelste Art beleidigen geschweige denn blutig schlagen lassen.
Zeigt ihn an wegen Körperverletzung!

Das ändert zwar akut nichts, aber irgendwann wechselt dann die Zuständigkeit zum Maßregelvollzug.

Wenn er laut Psychologen zurechnungsfähig ist, warum liegt er dann überhaupt bei euch stationär?
Wer trotz Hemi so aktiv und beweglich ist, der hat doch mehr als genud Ressourcen, um ambulant oder in einer Reha behandelt zu werden...
Und das Argument, ihr könnt ihn nicht entlassen, weil ihr eine Psychiatrie seid, ist für mich jetzt auch nicht ganz schlüssig. Wir entlassen aus unserer Entgiftung öfters mal Leute, wenn sie sich nicht an die Regeln halten.
Bei Gewaltandrohung bzw. -anwendung kriegen sie gleich noch eine mindestens halbjährige Aufnahmesperre mit dazu.

Darüber hinaus würde ich mal darüber nachdenken, einen Richter sich das anschauen zu lassen, und ihn dann in eine Fixierung legen.
 
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AW: Sehr schwieriger Bewohner...wie am Besten vorgehen?

Ich würd mich auch weigern, so nen Bewohner zu versorgen. das sein Bruder ihn nicht mehr besuchen will, ist auch verständlich. Ich würde meiner PDL klipp und klar zu verstehen geben, daß ich nicht bereit bin, diesen Bewohner zu versorgen. Blaue Augen, blutige Nasen und Tritte in die Magengrube sind Tätlichkeiten und Angriffe auf meine Gesundheit. Wenn lt. Pschologe zurechnungsfähig ist, dann zeigt ihn an und /oder reicht ihn weiter. Was anderes bleibt Euch nicht. Oder Ihr müßt weiterhin blutige Nasen, blaue Augen und/oder Tritte in die Magengrube hinnehmen. Und die Einrichtung einen hohen Krankenstand...
 
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