schwierige Patientin

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Anroka

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Hallo,
Bin ratlos. Weiß nicht wie ich mich verhalten soll.
Ich bin Altenpflegehelferin ( staatl. gepr. ) und bei einem Personaldienstleistungsservice noch geringfügig beschäftigt, werde aber in nächster Zeit fest angestellt. Ende Juli wurde ich bei einem ambulanten Pflegedienst eingesetzt, der u.a. in der häuslichen Beatmung tätig ist. Man schulte mich drei Tage theoretisch, danach wurde ich von einem Mitarbeiter insgesamt fünf Tage eingearbeitet. Eigenverantwortlich hab ich jetzt sechs Dienste hinter mir.
Die Patientin hat eine COPD im fortgeschrittenen Stadium. Außerdem leidet sie an Angstzuständen. Bei einem schweren Anfall bricht die Sauerstoffsättigung rapide ein. Für den Fall gibt es einen Notfallplan, in dem wird genau beschrieben wie zu handeln ist ( Medikation, O2-Gabe).
Die Pat. ist dafür bekannt neue PK erst mal sehr kritisch anzusehen und zu testen z. B. durch lockern des Sprechventils oder abziehen des Schlauchs zum Expirationsventil usw. Es folgen Aussagen wie "hätten sie drauf achten müssen" oder "das wird ja wohl nichts" u.ä.Das macht es Einem, der ganz neu in dem Fach ist, nicht leicht.
Hab mich aber nicht beirren lassen und mich intensiv zu Hause mittels Fachbüchern und Internet mit der Pflege ihres Krankheitsbildes auseinander gesetzt. Weiß nicht wie viele verschiedene Tipps und Lernhilfen ich mir allein zum trachealen absaugen durchgelesen habe!?!
Naja, mittlerweile hatte ich auch das Gefühl sie würde mit der Situation etwas besser umgehen.
Aber am Montag hat sie sich dann bei einer Kollegin darüber ausgelassen, wie man denn so einen Anfänger wie mich bei ihr einsetzen könnte. Ich würde ständig Fehler machen ec. Dienstag sagte sie mir, sie könnte auf keinen Fall drei Tage hintereinander ( Fr., Sa., So. ) mit mir aushalten. Sie fühle sich nicht sicher, müsse mich ständig kontrollieren und traut mir im Falle eines Anfalls nicht zu richtig zu reagieren!
Hab gestern mit der PDL gesprochen. Der Dienstplan kann nicht geändert werden, weil zwei PKs fehlen. Eine hat Urlaub, die Andere ist krank.
Wenn ich daran denke, wie sie ihren Unwillen an mir auslassen wird, dreht sich mir der Magen um.
Was meint ihr denn dazu?
LG Anroka
 
Qualifikation
Altenpflegehelferin
Fachgebiet
ambulanter Dienst
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josi83

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AW: schwierige Patientin

Sag mal, hast du keine Kollegen oder PDL, die sich mal bei der Pat. für dich einsetzen, dich loben und nicht ur mit den Schultern zucken.
Solche "ART" von Patienten kennt doch jeder, die die PK austesten, ausspielen und vor allen DIngen unsicher sind. Auch wenn es nicht um Intensivpflege geht, z.B. die, die kritisieren, dass PK das Waschbecken nicht richtig auswischen, oder die Teetassen in den falschen Schrank stellen, wenn diese noch neu sind. (Und später sind es die Lieblingsschwestern....)
Is da keiner, der für dich mal in die Bresche springt und deine Arbeit nebenbei lobt, oder irgendwelche "tollen Geschichten" über dich erzählt. Sollten sich doch vorstellen können, wie es dich verunsichert. Kommt mir irgendwie wie eine Schwäche des teams und der Leitung vor.

Ich habe mich bisher immer durchgebissen und auf bessere Zeiten gehofft, da meine Vorgesetzten nicht in der Lage waren.
Tipp: Zeige Professionalität im Auftreten, deinen Handlungen und Kommunikation um die Frau von dir zu überzeugen. Vielleicht könntest du auch versuchen sie direkt Anzusprechen. Signalisiere, dass du wahrgenommen hast, dass sie sich eventuell nicht so sicher mit dir fühlt. Frage eventuell woran es liegt und wie du sie vom Gegenteil überzeugen kannst, da es dir wichtig ist, dass sie sich sicher fühlt. Sage ihr vielleicht auch, dass du dich sicher fühlst mit deinen Aufgaben und du möchtest, dass es ihr ebenso geht.
Ich weiß nicht, was der Rest hier davon hält so vorzugehen?
LG
 
Qualifikation
Altenpflegerin, Studentin Pflegeentwicklung und Manangement BA
Fachgebiet
Qualitätsmanagement
Weiterbildungen
Pflegeentwicklung und Management (BA)
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Anroka

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AW: schwierige Patientin

Die PDL muss ja gestern mit ihr gesprochen haben. Wäre schön, wenn er sich für mich eingesetzt hätte. Zu mir meinte er gestern ich sollte das nicht so ernst nehmen. Er hätte keine Bedenken. Was die Anderen sagen weiß ich natürlich nicht. Das versucht sie wohl bei Jedem. Ich werde mich auch durchbeissen und deinen Tipp so gut ich kann umsetzen. So was ähnliches hab ich ihr auch schon gesagt. Ein Gutes hat es ja, es kann nur besser werden!!! Bevor ich da eingesetzt wurde bin ich ja von Haus zu Haus getingelt. Da waren natürlich auch Bewohner bei, da warste froh, wenn du die Tür von aussen zu machen konntest. Aber bei dieser 1 zu 1-12 Std. Pflege kannste dich noch nicht mal einen Moment zurückziehen.
.......und dann haben se mir auch noch hammer-viele Dienste aufgedrückt :I. Hab schon gesagt, ich geb meine Tochter zur Adoption frei. Die weiß sowieso nich mehr wer ich bin.......kleiner Scherz!!! :)
Es tat gut mir das von der Seele zu schreiben. Geht schon viel besser!
Danke! Hab mich über deine Antwort gefreut!!!!!!
GLG Anroka
 
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Altenpflegehelferin
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ambulanter Dienst
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Lisy

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AW: schwierige Patientin

Hallo Ankora,
mit etwas Verwunderung lese ich, das du Altenpflegehelferin bist und als solche in der Intensivpflege arbeitest. Mit Verlaub, als pflegende Angehörige- sowie als Patient, wäre ich auch sehr kritisch dir gegenüber.
Ich würde schon erwarten, das nur Pflegefachkräfte mit einer einschlägigen Weiterbildung eingesetzt werden.
Nichts gegen Pflegehelferinen, aber Intensiv, sprich beatmete Patienten, sollten nur von besonders geschultem Personal versorgt werden.
Gruß Lisy
 
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Altenpflegerin
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pdl
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Fripi

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AW: schwierige Patientin

@Lisy Da steht genau worum es geht - es ist mitnichten Intensivpflege, es ist eine COPD Patientin die im Notfall Medikamente und Sauerstoff erhält - dazu gibt es einen genauen Ablaufplan, ich vermute das alternativ der Notarzt gerufen wird wenn der Plan versagt, aber zunächst mal ist es eine "normale" Patientin mit COPD und einer Trachealkanüle.
Ich verstehe jedoch auch zu einem gewissen Teil das ein Patient gerne optimal betreut wird, ist nur die Frage ob es notwendig ist.

lg, Nils
 
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Fachgebiet
Humanitäre Hilfe
Weiterbildungen
Algesiologische Fachassistenz
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Lisy

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AW: schwierige Patientin

Hallo Fripi,
hast Recht, wer Lesen kann ist echt im Vorteil.
Trotzdem würde ich keine Altenpflegehelferin, eigenverantwortlich in der häuslichen Pflege dafür einsetzen.
Grüßle Lisy
 
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Altenpflegerin
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Fripi

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AW: schwierige Patientin

Da kenne ich den fall nicht gut genug, aber ich würde dazu tendieren dir da recht zu geben. In einer Notfallsituation sind eigentlich Kenntnisse gefordert die doch über die einjährige Ausbildung hinausgehen.

lg, Nils
 
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josi83

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AW: schwierige Patientin

Hey, weiß ja nicht, ob das so günstig ist sie nun noch weiter zu verunsichern, wo ein langes Wochenende vor ihr liegt.
Ob das nun gut ist oder nicht steht auf einem anderen Blatt geschrieben. Die Situation ist diese, dass sie da eingesetzt wird und mit Problemen umgehen muss, bei denen sie nach unserem Rat gefragt hat.
Scheint ja in dem PD möglich zu sein, dass sie die (Behandlungspflege-, Grundpflege- und Beaufsichtigungs-) Aufgaben übernimmt (verstehe es zwar nicht ganz, vertragstechnisch, abrechnungstechnisch). Vielleicht ist die Frage, die ihr euch stellt, eher eine politische. Ihr Anliegen ist ein rein menschliches.
Und hat ein Altenpflegehelfer nicht eine 2jährige Ausbildung?
 
Qualifikation
Altenpflegerin, Studentin Pflegeentwicklung und Manangement BA
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Pflegeentwicklung und Management (BA)
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