schwierige Patientin, bin am verzweifeln!!!

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anette03

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Hallo an alle PDL`s aus der ambulanten Pflege!

Ich hätte gern ein paar Tipps zu einer schwierigen Patientin!
Die Patientin wird von uns im Bereich SGB XI, morgs. mit Teilpflege;selbstständiger Nahrungsaufnahme; Ausscheidungen und Lagern und Betten und zusätzlich BP anziehen der Kompressionsstrümpfe versorgt.
Abends mit Mobilisation und ausziehen der Strümpfe.
Morgens geben wir 45 Min. und abends 20 Min.

Jedoch brauchen die MA morgens fast 1 Std.und abends fast 40 Minuten, da die Patientin zwischen 30 und 45 Min. auf der Toilette sitzt und sich auch nicht aus der Ruhe bringen lässt, das selbe am Abend. Selbst wenn die MA sie bitten vielleicht etwas schneller den Toilettengang zu erledigen, bleibt sie hartnäckig so lange sitzen wie sie möchte. Schliesslich muss sie ja noch "abstrullern"

In der Zeit, wo die Patientin auf der Toilette sitzt, ruft sie dann die Schwester und fragt dann ob sie die Rolläden, den Sonnenschirm und in den einem Zimmer das Fenster zu, die Balkontür auf und das Fenster in der Küche aufmachen würde.
Ist sie dann fertig mit "abstrullern" kann man dann mit der Pflege anfangen.

Wenn die MA dann ihre eigentliche Arbeit machen möchten, fällt ihr dann ein das sie eigentlich garnicht gewaschen werden möchte,"ach Schwester Heute ziehen Sie mir bitte nur die Strümpfe an".
Wenn die MA dann endlich fertig sind und zum nächsten Pat. fahren wollen, fällt ihr immer noch eine Gefälligkeit ein was ja die Schwester noch machen könnte bevor sie geht.

Wir wissen bald nicht mehr ob wir sie noch weiterpflegen sollten oder ob wir den Vertrag mit ihr kündigen sollen.
Hat jemand vielleicht noch eine anderen Vorschlag?

Ich bin für jede Mitteilung offen.

LG
Anette
 
Qualifikation
Krankenschwester
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Intensivstation,seit 2008 ambulante Pflege
P

Parasympathisch

AW: schwierige Patientin, bin am verzweifeln!!!

Ist es denkbar, dass die Dame die ganze ausgedehnte Toilettensitzung nur veranstaltet, um Zeit zu schinden und so aus irgendwelchen Gründen die Körperpflege vermeiden will?
 
L

Lisy

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AW: schwierige Patientin, bin am verzweifeln!!!

Hallo anette,
wirf doch mal einen Blick in den Pflegevertrag. vielleicht könnt ihr die Grundpflege trotz kurzfristiger Ablehnung durch die Kundin abrechnen. Ansonsten die HW berechnen. Rolladen öffnen schliesen, Wäsche/ Geschirr wegräumen u.s.w. fallen zumindest in BW in das Modul waschen, bügeln, putzen und können nach der benötigten Zeit berechnet werden.
Ansonsten Privatrechnung stellen oder zu einem anderen Zeitpunkt den Hausbesuch machen, wenn die Dame ihren Toilettengang beendet hat
Es gibt auch noch das Modul Hilfe bei Ausscheidung, das man ihr in Rechnung stellen würde.
Meist reicht jedoch die Ansage, das diese Leistungen, die nebenbei auf Wunsch erbracht werden, ab sofort kostenpflichtig sind. Dies gekoppelt mit einem Kostenvoranschlag wirkt meist Wunder. Wenn nicht, dann stimmt zumindest die Bezahlung wieder.
Gruß Lisy
 
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Altenpflegerin
Fachgebiet
pdl
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anette03

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AW: schwierige Patientin, bin am verzweifeln!!!

Hallo Parasympathisch!
Wir vermuten es auch, da sich von ihren Kindern kaum einer blicken lässt.
Da hat sie aber auch eine Mitschuld. Sie ist auch ein sehr fordender Mensch und sehr egoistisch.
Nur sie ist schwer krank und alle müssen es verstehen.
So ein Patient ist mir noch nie begegnet.
Bei einem Besuch bei ihr habe ich ihr erklärt, das sie wenn sie nicht gepflegt werden möchte(man kann ja niemanden zwingen)
könnte sie doch auch beim eintreten der Schwester schon bescheid geben.
Habe ihr auch erklärt das alle nachfolgenden Patienten schon sehnsüchtig auf die Schwerster warten,die ja dann dort zu-
spät kommt. Das müssten die anderen Pat. aber verstehen da sie ja sooo Krank ist.
Sie hat natürlich ihre Krankheiten, das streitet auch niemand ab
aberes gibt auch Pat. die noch schlimmer dran sind und die sind so genügsam und bestehen darauf ,
das was sie noch allein können dieses auch allein zu machen.

LG
Anette
 
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Krankenschwester
Fachgebiet
Intensivstation,seit 2008 ambulante Pflege
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anette03

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AW: schwierige Patientin, bin am verzweifeln!!!

Hallo anette,
wirf doch mal einen Blick in den Pflegevertrag. vielleicht könnt ihr die Grundpflege trotz kurzfristiger Ablehnung durch die Kundin abrechnen.

Das möchte die Chefin nicht, da sie es als Betrug an den Kassen sieht und wir dieser Pat. es zutrauen, wenn der MDK eine überprüfung durchführt,das sie dann sagt das wir ja einige Tätigkeiten gar nicht gemacht haben.

Ansonsten die HW berechnen. Rolladen öffnen schliesen, Wäsche/ Geschirr wegräumen u.s.w. fallen zumindest in BW in das Modul waschen, bügeln, putzen und können nach der benötigten Zeit berechnet werden.

Das könnten wir aber nur einmal in der Woche abrechnen.

Ansonsten Privatrechnung stellen oder zu einem anderen Zeitpunkt den Hausbesuch machen, wenn die Dame ihren Toilettengang beendet hat

Bis vor ca. 2 Monaten haben wir sie später angefahren(10:00 Uhr) aber dann wollte sie um 7:00 Uhr versorgt werden da sie ja angeblich nicht mehr allein zur Toilette könne und wenn sie bis 10:00 Uhr warten müsse dann könnte das Bett eingenässt werden. Schließlich geht sie ja nicht in der Nacht zur Toilette ,da sie nicht allein aus dem Bett kommt und auf den Toilettenstuhl mag sie nicht gehen(nagelneues Teil).
Durch eine Nachbarin ,die im gleichen Haus wohnt, die sich sporadisch um sie kümmert, haben wir aber gehört das sie sehr wohl nachts zur Toilette geht, denn man hört in dem Haus jedes Geräusch und da die Pat.die einzige in dem Haus ist,die 20 mal die Toilette abzieht.




Gruß Lisy[/QUOTE]
 
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Krankenschwester
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Intensivstation,seit 2008 ambulante Pflege
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Parasympathisch

AW: schwierige Patientin, bin am verzweifeln!!!

Wir vermuten es auch, da sich von ihren Kindern kaum einer blicken lässt.
Da hat sie aber auch eine Mitschuld. Sie ist auch ein sehr fordender Mensch und sehr egoistisch.
Nur sie ist schwer krank und alle müssen es verstehen.

Habe ihr auch erklärt das alle nachfolgenden Patienten schon sehnsüchtig auf die Schwerster warten,die ja dann dort zu-
spät kommt. Das müssten die anderen Pat. aber verstehen da sie ja sooo Krank ist.
Besuch von der Schwester ist natürlich eine Abwechslung von der Einsamkeit.
Vielleicht hat sie wirklich kein Interesse an der Körperpflege - oder sie spielt irgendwelche seltsamen Machtspielchen bzw. sucht nach Aufmerksamkeit oder ist schlicht und ergreifend womöglich in einer depressiven Verstimmung (?). Gibt es denn überhaupt Kontakt zu den Kindern?
 
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anette03

Mitglied
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AW: schwierige Patientin, bin am verzweifeln!!!

Seit ca. 4 Wochen kommt 1x in der Woche eine Tochter, mit der sie zerstritten war (die 2 anderen Kinder haben schon seit mehreren Jahren den Kontakt abgebrochen).
Die hat aber auch keine Lust ständig bei der Mutter zu hocken und sich mit ihr zu streiten und kommt eigentlich auch nur um Geld abzustauben.

Die Patientin hat bei den Schwestern immer über ihre Kinder geschimpft, und die würden nur bei Gegenleistung etwas für die Mutter tun.
Dazu muss ich auch sagen das die Patientin sehr link ist. Sie redet hinter dem Rücken ihrer angebl. Lieblingsschwester mit den anderen MA.
Zieht eigentlich über alle MA her die sie im Moment nicht betreuen.

Wir sind auch der Meinung das die Patientin besser im Heim aufgehoben wäre, da hätte sie Abwechslung genug.
Aber die Tochter bekommt dann kein Geld mehr von ihrer Mutter und müsste evtl. fürs Heim noch dazu bezahlen.

Wie gesagt, so einen Pat. habe ich in dieser Form noch nicht erlebt.

LG
Anette
 
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Krankenschwester
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Intensivstation,seit 2008 ambulante Pflege
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traveler

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51
Kaufbeuren
0
AW: schwierige Patientin, bin am verzweifeln!!!

Ich würde mal spontan sagen,

je länger sie euch festhält, desto weniger ist sie alleine!

Privatrechnung und sie erhält die längere Zuwendung, da sehe ich kein Problem.

Sie hat ein Bedürfnis und dafür sollte eine Lösung gefunden werden.

Ich wehre mich auch immer wieder so eine Situation zu individualisieren und den Pat. als schwierig zu bezeichenen, was schwierig ist ist die Situation in der sich der Pat. oder/und Pflkr. befindet.

Ich verwende auch gerne den Begriff - Menschen in besonderen oder Ausnahmesituationen.
Dazu bedarf es eben Profis, die diese Situation lenken, leiten, bewältigen, organisieren, händeln - sonst könnte Pflege ja wirklich jeder!
 
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GuK, Lehrer, Sozialbetriebswirt FH
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Angestellt
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anette03

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AW: schwierige Patientin, bin am verzweifeln!!!

Hallo zusammen!
Ich möchte mich für eure Antworten und Gedanken bedanken.
Heute habe ich nochmal mit der Patientin eine Vertragserhöhung abgehandelt.
Mal schauen was in den nächsten Tagen so passiert.Begeistert war sie nicht,
da sie ja schon einiges mehr an Eigenleistung tragen muß.

wünsche Euch einen schönen Feierabend
Anette
 
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Krankenschwester
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Intensivstation,seit 2008 ambulante Pflege
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