Arbeitsrecht Schwanger und unsicher was das Mutterschutzgesetz betrifft.

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akasha78

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12.07.2006
70597
Hallo!

Habe mich heute angemeldet und habe auch gleich etwas auf dem Herzen.:sad:

Also, ich bin in der 23.SSW und weiß nicht mehr wie ich mich genau verhalten soll an meinem Arbeitsplatz.

Von Anfang an war es recht schwierig meine Kollege zu sensibilisieren daß ich jetzt nunmal schwanger bin und nicht mehr so kann und sollte wie es früher ging.
Ich durfte mir einige Sprüche anhören und beleidigt abrauschende Kolleginnen anschauen wenn ich gesagt habe nein den Bewohner bzw Patient hebe ich nicht hoch und bei mir war es dann oft genug so daß ich alles alleine machen mußte weil keiner Zeit hatte oder haben wollte.

Natürlich hatte ich auch überlegt ob ich zu überempfindlich reagieren würde und habe beschlossen da drüber zu stehen auch wenn es mir vorallem am Anfang nicht gut ging ich Kreislaufprobleme, Übelkeit hatte und einfach auch Angst davor hatte das Kind zu verlieren.

Jedenfalls ist die Situation so daß ich gebeten hatte nicht mehr im ambulanten Dienst fahren zu müssen auch wenn die Kunden(ich mag dieses Wort gar nicht) nicht schwer pflegebedürftig sind aber ich möchte einfach nicht alleine sein, da ich diese Kreislaufprobleme habe und es sowieso zur Zeit extrem heiß ist. Auch bekomme ich nicht mal ein Handy, soll mein privates mitnehmen.
Es wäre eigentlich auch kein Problem, da ich in einer Einrichtung arbeite wo wir Betreutes Wohnen haben und auch einen Pflegedienst und meine Tour sowieso gemischt ist aber ich aus diesem Grund wegen meinem Befinden einfach nicht alleine mit dem Auto und vorallem bei den Kunden unterwegs sein möchte.
Mir wurde nur gesagt ob ich daS nicht lächerlich finden würde
ich würde doch auch privat noch mit dem Auto fahren , aber ich finde das sind zwei paar Schuhe da ich nicht müde und kaputt in meinem privaten Auto rumfahr. Ich finde es echt traurig daß da kein Entgegenkommen von irgendeiner Seite ist nicht von KOllegen und nicht von Chefs. Es ist ja nicht so daß ich nicht arbeiten möchte und meinen Kollegen Pflegefälle unterjubel.
Naja jedenfalls würde ich gern wissen wie das so in der Praxis ist mit dem Mutterschutzgesetz und ob man überhaupt fahren darf. Auf manchen Seiten im Internet steht nämlich verschiedenes, von Bundesland zu Bundesland.
Danke
Grüße
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Betreutes Wohnen/Pflegedienst
M

Malteser1968

Mitglied
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26.01.2006
79369
Hallo,
ich finde die Vorgehensweise deines Arbeitgebers höchst bedenklich. Ich weiß zwar nicht ob es spezielle Regelungen für die ambulanten Pflegedienste gibt aber in § 4 Abs. 1 Mutterschutzgesetz steht ausdrücklich, daß werdende Mütter nicht mit schweren körperlichen Arbeiten auch diese sind eindeutig definiert) und nicht mit Arbeiten bei denen sie ...Hitze, Kälte oder Nässe, von Erschütterungen oder Lärm ausgesetzt sind. Ich denke, daß diese Dinge bei dir schon gegeben sein dürften. Wie sich dein Arbeitgeber verhält finde ich verantwortungslos und sogar strafwürdig. Frag ihn doch mal ob er schon mal etwas vom Mutterschutzgesetz gehört hat. Er ist verpflichtet dich auf einen adäquaten Arbeitsplatz umzusetzen - und nicht erst auf deinen Antrag hin, sondern von sich aus. Andernfalls macht er sich strafbar.
Falls er sich auf keine Diskussionen einlassen will oder fadenscheinige Ausflüchte macht würde ich an deiner Stelle das Gewerbeaufsichtsamt einschalten, da dies für die Überwachung der Schutzgesetze zuständig ist. Wäre in deinem Fall auch dringend anzuraten so wie sich das darstellt.
Es geht schließlich um deine Gesundheit ... und nicht nur um deine!
Viele Grüsse
Michael
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Innere
M

Malteser1968

Mitglied
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26.01.2006
79369
PS: Das Mutterschutzgesetz ist ein Bundesgesetz! Es gilt in jedem Bundesland gleichermassen!
 
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Krankenpfleger
Fachgebiet
Innere
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akasha78

Neues Mitglied
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Themenstarter/in
12.07.2006
70597
Hallo Michael!

Hatte lange PC-Probleme deshalb keine Antwort.Sorry!!!!!!!!!

Wollte mich noch für deinen Beitrag bedanken. Ja bei mir ist es leider weiterhin total angespannt und ich habe echt keine Lust und Kraft mehr mich mit denen anzulegen. Letztens hatte ich sogar einen kleinen Autounfall bei der Arbeit weil mir schwarz vor Augen geworden ist aber da hat auch keiner richtig reagiert. Ich fühl mich echt wie in einem falschen Film. Naja ich bin jetzt erstmal krankgeschrieben da es mir eben kreislaufmäßig nicht gut geht. Zum Glück ist nichts schlimmes passiert.
Bis Mitte September noch und dann bin ich im Mutterschutz und danach werde ich mir eine andere Stelle suchen.

Machs gut und alles gute.

Akasha78
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Betreutes Wohnen/Pflegedienst
Sonnensturm

Sonnensturm

Aktives Mitglied
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05.01.2006
63110
Nach meiner Erfahrung ist Autofahren im Dienst nicht gestattet. Wenn kein adäquater Arbeitsplatz angeboten werden kann, musst Du freigestellt werden. Egal ,ob Du privat fährst oder nicht, ist Dein Problem(oder Risiko). Wird, so wie ich mich erinnere, über Berufsgenossenschaft und Krankenkasse geregelt. Glaube ich.
Sieh doch mal im Forum, wurde schon im Arbeitsrecht behandelt, dieses Problem.

Viel Glück weiterhin wünscht der Wassermann

P.S Halt die Ohren steif:thumbsup:
 
Qualifikation
Krankenschwester
K

ksp2002

Mitglied
Basis-Konto
02.03.2006
Bad Neuenahr
Ich schließe mich den Meinungen aller anderen an!!!
Wenn ich an Deiner Stelle wäre:

Denk an Dein Kind geh zum Arzt und laß Dich für den Rest der Zeit krank schreiben !! Gründe gibt es genug für eine AU!!!
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Innere medizin
B

Batz

Mitglied
Basis-Konto
15.05.2006
64625
Hallöle!:eek:riginal:
Ich kann mich da nur anschließen! Es gibt keine Gründe auch noch ein schlechtes Gewissen zu haben weil man schwanger ist.
und nach der Gesetzesvorgabe ist die Vorgehensweise deines Arbeitgebers nicht in Ordnung!! :mad_2:
Ich wünsche dir und dem kleinen Purzel alles gute!!!:grin:
Lg Batz
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Wachstation
A

akasha78

Neues Mitglied
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Themenstarter/in
12.07.2006
70597
:dankoe: Vielen lieben Dank für eure Antworten! Nach dem ganzen Theater seit Monaten tut so ein Zuspruch wirklich gut, endlich ein paar normale Menschen. Und auch die rechtliche Seite ist nicht ohne muß endlich was unternehmen.

Drück euch alle!:eek:riginal:
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Betreutes Wohnen/Pflegedienst
M

Manu5959

Aktives Mitglied
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19.10.2005
Rosenheim
Hallo akasha78:eek:riginal: ,

ich finde es unmöglich, wie sich deine Kolleginnen verhalten, das Mutterschutzgesetz ist bindend, du hast das Recht auf deiner Seite.

Natürlich ist man erst mal nicht "krank", wenn man schwanger ist, und man selbst macht vielleicht doch Tätigkeiten, die man als Schwangere eigentlich nicht machen sollte. Ich kenne das von mir selbst auch.

Während meiner Schwangerschaft habe ich penibel darauf geachtet, das ich meine Pause mache( sonst bin ich da nicht so:laughing: ), und habe die Pause auch außerhalb der Einrichtung verbracht.

Wenn ich Hilfe brauchte, habe ich um diese gebeten, und sie auch bekommen.

Allerdings muß ich auch sagen, das jede Schwangere darauf achten sollte, das sie von anderen Kollegen bei Bedarf Hilfe einfordert, die Kollegen denken da manchmal nicht dran, und dabei bestimmt nicht aus böser Absicht.:thumbsup:

Man sollte sein eigenes gesundes Maß an Egoismus zurückstellen, und an das heranwachsende Leben denken!

Ein gesundes Kind ist ein Geschenk, das nicht jeder bekommt!

Grüßle Manu
 
Qualifikation
KS,PA,WBL,stellv. PDL, Pain Nurse, Pain Nurse, Pall. care
Fachgebiet
Altenheim
Weiterbildungen
Leitung des Arbeitskreises zur Implementierung von Palliative care und des Hospizgedankens
S

Steffi

Mitglied
Basis-Konto
23.08.2000
25361
Ich an Deiner Stelle würde mit dem FA reden, er kann Dir auch ein Beschäftigungsverbot ausstellen bis zum Mutterschutz. Ansonsten reich eine Beschwerde beim Gewerbeaufsichtsamt ein, die kontrollieren dann Deinen Betrieb und werden Deinen Chef darauf hinweisen, wie er sich zu verhalten ht, wenn er schwangere Mitarbeiterinnen beschäftigt. Du hast alles Recht auf Deiner Seite und das solltest Du auch nutzen, denn es dankt Dir keiner, wenn Du Dein Baby verlierst.

Ich wünsch Dir alles Gute und eine Kugelzeit
LG Steffi
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
Alten - und Pflegeheim
N

Nandi

Mitglied
Basis-Konto
04.08.2006
91004
ich hatte auch ein Beschäftigungsverbot in der ss, da wir in der ambulanten Pflege nur "schwere" Patienten hatten. Das ist normalerweise auch gar kein Problem und für deinen AG auch gut, denn dein Lohn wir von der KK gezahlt - also haben die auch keinen finanziellen Verlust wegen dir.
hab sobald ich erfahren hab, dass ich ss bin keinen Pflegepatienten mehr gehoben! und eine Tour wo nur Tabletten geben oder ähnliche "leicht" Sachen waren gabs nicht!
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Altenpflege
G

gelöscht

Ich rate dir ebenso dazu, dir von deinem Frauenarzt ein Beschäftigungsverbot verordnen zu lassen. Das kann er, das muß er sogar, wenn du ihm die Verhältnisse schilderst, die an deiner Arbeitsstelle vorherrschen.
Bei meiner Partnerin war es ein ebensolches Problem: schwanger auf Intensivstation, dort wurde zwar von Kollegenseite eigentlich schon auf die Schwangeren geachtet, allerdings nicht von allen, und es gab keinerlei Rückendeckung von Seiten der Leitung.
Man muß als Schwangere seine Rechte einfordern, dh keine schweren Hebearbeiten, keine ungünstigen Haltungen bei den Arbeitsschritten, keine Arbeit mit infektiösen, beatmeten, deliranten Patienten, keine Arbeit mit Blut oder anderen kontaminierten Medien, usw usf...
Wenn dies sich nicht durchsetzen lässt und der Arbeitgeber nicht in der Lage ist, einem einen Ersatzarbeitsplatz an anderer Stelle zuzuweisen, dann ist das Beschäftigungsverbot der einzige Ausweg.
Es geht um das Leben, die Unversehrtheit deines Kindes, pfeiff auf das Gejammer deines Arbeitgebers oder deiner Kollegen.

Ich wünsche dir eine schöne Schwangerschaft und viel Freude mit eurem Kind.
Gruß derpfleger
 
G

gelöscht

Ein kleiner Nachtrag:
bei der Geburt unseres Sohnes gab es schliesslich Probleme (Notfallkaiserschnitt, Mekoniumaspiration...), so daß er erst mal 10 Tage auf der Neugeborenenintensiv lag (geht ihm heute gut).
Dort haben wir erschreckend viele Mütter kennengelernt, die Opfer ihrer desinteressierten Frauenärzte wurden (die Opfer waren natürlich gleichermassen die Kinder). Da gab es eindeutige Anzeichen für Probleme in der Schwangerschaft, die einfach ignoriert wurden, da wurden Frauen bis zum bitteren Ende (Frühgeburt) auf ihren stressigen Arbeitsplätzen im Stich gelassen usw...
Vor allem aus diesem Grunde auch schreibe ich nochmal: wenn dein Frauenarzt dir das Beschäftigungsverbot verweigern sollte, wechsele den Arzt, lass dir so etwas nicht bieten.

Gruß derpfleger
 
N

nurse2000

Neues Mitglied
Basis-Konto
17.08.2006
68519
Hallo Akasha 78
Wenn Schwangerschaft ein Männerproblem wäre , bin ich mir sicher gäbe es hier deutlichere Regeln, aber noch bekommen wir die Kinder :)
Hier ist die 5Kg-Regel eindeutig und nicht wegzudiskutieren. Wer darüber lächelt dem sei gesagt es geht hier eigentlich nicht um das Gewicht, sondern um den Hebelpunkt beim Patienten und sind wir uns sicher allle einig, daß Hilfestellung oder gar Lagern oft nicht so einfach ist und für Schwangere ist das einfach untersagt. Eine gute Hilfestellung bzw. ein guter Leitfaden ist "Mutterschutz im Krankenhaus" dies kann Dir das Sozialministerium Bad-Wü zuschicken. ( Postfach 103443 in 70029 Stuttgart) Vielleicht haben die auch was für amb.-Dienste. Laut Muschug MUSS Dir die Möglichkeit gegeben werden öfters kleine Ruhepausen einzulegen und wie Du das im Auto bzw. auf der Strasse machen sollst ist mir ein Rätsel. Deine Vorgesetzten verletzen hier eindeutig Rechtsvorschriften. Wenn es garnicht mehr geht dann lass Dir ein Beschäftigungsverbot nach MuschG § 3 attestieren, dann müssen sie Dir einen entsprechenden Arbeitsplatz zuteilen. Und wenn das auch nicht geht dann eben Beschäftigungsverbot nach § 4 Abs. 2 Punkt 7. Hier steht eindeutig, dass keine Schwangere auf Beförderungsmitteln eingesetzt werden darf - als Beiwerk hier darf der Arbeitgeber für die ganze Zeit Dein Gehalt weiter zahlen (nicht nur 6 Wochen wie bei Krankmeldung)
Gute Zeit
 
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Stationsleitung / Betriebsrätin
Fachgebiet
Chirurgie / Betriebsrat
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05.07.2001
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