Schwanger im ambulanten Dienst?!

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Ypolita

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Hallo zusammen,

ich habe folgende Frage bzw. hoffe ihr könntet mir da ein wenig Info zu geben...
Ich möchte gerne wissen was ich, wenn ich schwanger bin, noch im ambulanten Dienst an Tätigkeiten verrichten kann/darf?! Man hat mir gesagt das ich noch nicht einmal mehr Auto fahren dürfte es sei denn ich unterschreibe dafür...

Vielleicht kann mir da jemand Auskunft drüber geben.

Danke
 
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sirades

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Hallo Ypolita,
ich weiß nur aus eigener Erfahrung, daß man zwischen 20:00 und 06:00 nicht mehr arbeiten darf.
Oft werden die Touren dann so vergeben, daß man keine schweren oder infektiösen Patienten dabei hat.
Das man dann nicht mehr Auto fahren darf bzw. dafür unterschreiben soll, habe ich noch nie gehört.
Hoffe, es hat etwas geholfen...
Liebe Grüße,
Sirades
Es gelten halt die normalen Bestimmungen des Mutterschutzgesetzes.
 
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Ypolita

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Wo sich mir jetzt auch noch die Frage stellt ist: Ich habe einen Jahresvertrag bekommen der Ende September ausläuft... wenn ich schwanger bin könnte es darauf hinauslaufen das mein Arbeitgeber den Vertrag nicht verlängert? Oder muss er ihn dann verlängern?
 
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Altenpflegerin
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sirades

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Mh, da habe ich auch keine Ahnung - ich glaube, er muß ihn dann verlängern, bis zum Ende des Mutterschutzes, also bis kurz nach der Geburt.
Tut mir leid, daß ich Dir da nicht mehr sagen kann.
 
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Krankenschwester
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Murkel

Herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft, Ypolita :eek:riginal:

In unserem Pflegedienst haben wir gerade eine schwangere Mitarbeiterin.
Seit der Feststellung der Schwangerschaft besteht ein Verbot von schwerer körperlicher Arbeit und Arbeiten in Zwangshaltung. Dazu zählen das regelmäßige Heben und Tragen von Lasten per Hand von mehr als 5kg Gewicht sowie häufiges erhebliches Strecken, Beugen, Hocken oder Bücken, z.B. beim Lagern von Patienten, Bettenmachen und bestimmte Reinigungsarbeiten. Du darfst nicht mehr als 5-10 kg heben.
Wird mit schneidenden oder stechenden Instrumenten/Gegenständen umgegangen, wie z.B. Skalpellen oder Injektionsnadeln, die mit Blut, Serum, Sekreten oder Exkreten kontaminiert sind, reichen Handschuhe als Schutzmaßnahme nicht aus, da ein Verletzungsrisiko und damit verbundene Infektionsmöglichkeit weiterhin besteht. Deshalb ist auch das Aufräumen/Reinigen und Desinfizieren der Instrumente nicht zulässig.
Unzulässig ist somit die Beschäftigung werdender/stillender Mütter z.B. mit der Blutabnahme, dem Verabreichen von Injektionen, Tätigkeiten bei denen das Risiko des Kontakts mit Blut besteht.
Sonntagsarbeit ist verboten, bzw. muß für jeden einzelnen Sonntag eine Sondergenehmigung eingeholt werden. Die Genehmigung ist mit 15€ kostenpflichtig.
Dein Arbeitgeber ist verpflichtet, den zuständigen Aufsichtsbehörden (staatl. Arbeitsschutz oder Gewerbeaufsichtsamt) die Schwangerschaft mitzuteilen, sobald Du ihn davon in Kenntnis gesetzt hast. Dort bekommst Du auch ein Merkblatt, in dem alle zu beachtenden Vorschriften nachzulesen sind.
Vom Verbot des Autofahrens habe ich noch nichts gehört.
Alles Gute für die Zukunft
Birgit
 
emmielie

emmielie

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Hallo und Glückwunsch!

Ich spreche in unserem Pflegedienst sofort ein Arbeitsverbot für die werdende Mutter nach der Bekanntgabe der Schwangerschaft aus. Die Gefahren im häuslichen Krankenpflegedienst sind kaum einzuschätzen, insbesondere was die Gefahr der Infektionen angeht. Ich denke nur daran, bei wieviel Patienten wir mal so nebenher erfahren, dass sie MRSA besiedelt sind.
Mir ist das Risiko einer Ansteckung für meinen Arbeitnehmer zu hoch.
Da wir ansonsten keine Stelle haben, kann ich den AN auch freistellen und bekomme den Ausfall außer den üblichen vom AG zu tragenden Zeiten von der KK bezahlt.

Meines Erachtens eine gute Regelung für beide Seiten.
 
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ex.Krankenpfleger
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Ypolita

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Erstmal vielen Dank von euch,

das Problem der ganzen Sache ist das unser Pflegedienst erst seit 1.10.04 besteht und wir mit 4 Personen sind (ich bin 0,5 Stelle). Meine Chefin hat vor kurzem als ich noch nicht wusste das ich schwanger bin noch zu mir gesagt das ich ja nicht schwanger werden solle weil das sonst ein riesiges Problem geben würde. Schon alleine dieser Satz war sehr schlimm für mich... hört sich ein wenig so an als würde der AG darüber entscheiden wann ich nun Nachwuchs zu erwarten habe und wann nicht.
Was mich halt nur weiter beschäftigt ist die Frage ob man mir wohl meinen befristeten Vertrag der am 30. September 05 ausläuft verlängert oder ob ich mich dann arbeitslos melden muss.
Eine Freistellung wird wohl kaum möglich sein da ich erst kürzlich erfahren habe das das Einkommen gerade mal die laufenden Kosten abdeckt und somit auch an keine weitere 0,5 stelle zu denken sein wird.

Hoffe ihr kommt mit meinem Wirr-Warr klar aber ich mache mir halt ein wenig Sorgen.
 
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emmielie

emmielie

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Hi nochmal,

die Freistellung ist für Deine Chefin nicht teuer. Rufe bei der zuständigen AOK an und informiere Dich über das "Umlageverfahren". Sie benötigt zwar eine zusätzliche Stelle, Dein Ausfall wird aber quasi über die KK finanziert.

Ob sich Dein AV bei Schwangerschaft verlängert, kann ich Dir nicht sagen. Rufe bei der entsprechenden Gewerkschaft an, die haben bestimmt eine Info für Dich.

Grundsätzlich sollte eine Schwangerschaft heutzutage planbar sein. Kein Mensch sollte vom AG verlangen, dass er die eigene, unvollkommene Familienplanung finanziert.
 
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Leithammel

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Hallo und von mir auch die besten Wünsche,

zur befristeten Arbeitsverträgen: Der AG ist nicht verpflichtet, die Beschäftigung über den Befristungszeitraum hinaus aufrecht zu erhalten. Anders bei Probezeit und anderen unbefristeten Verträgen (daher solltest du deinen AG zeitig danach fragen, da du dich rechtzeitig beim Arbeitsamt melden müsstest).
Ein Beschäftigungsverbot ist für den AG ungünstig, da er für die weiterlaufenden Lohnkosten aufkommen muss, anders jedoch bei eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, hier ist er nur die ersten 6 Wochen und anschliessend in der Schutzfrist leistungspflichtig. (Kann man seinen AG nicht leiden, so besorgt man sich ein Beschäftigungsverbot) - aber vorsicht, der AG kann Tätigkeiten anbieten, die leichter Natur sind und im Büro abgeleistet werden können, wo natürlich eine Liegemöglichkeit für die Ruhephase vorhanden sein muss: Telefondienste, Pflegedokumentationsvisiten, Tourenplanung, vorbereiten von Unterlagen etc.
Da in meiner Station des öfteren Schangerschaften vorkommen (ich habe nix damit zu tun :eek:) ), habe ich festgestellt, dass diese Mitarbeiter gerne die Zeit nutzen, um diesen Arbeitsbereich kennenzulernen. Hieraus sind schon prima Einsatzleitungen hervorgegangen, die ungeahnte Talente aufzuweisen hatten.
 
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Leiter Amb. Pflege
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emmielie

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Ein Beschäftigungsverbot ist für den AG ungünstig, da er für die weiterlaufenden Lohnkosten aufkommen muss, anders jedoch bei eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, hier ist er nur die ersten 6 Wochen und anschliessend in der Schutzfrist leistungspflichtig.
Ein Beschäftigungsverbot, unterstützt vom Amt für Arbeitsschutz, muss vom AG vorfinanziert werden, wird aber im Umlagerverfahren von den KK zurück erstattet.
 
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Murkel

Hallo zusammen,

ich möchte mich auch nochmals zu Wort melden. Wir haben versucht unsere schwangere Mitarbeiterin freizustellen. Sowohl AOK als auch Gewerbeaufsichtsamt haben uns gesagt, dass dies nicht möglich ist. :sad: Büroarbeit war nicht möglich, da die Mitarbeiterin als Rußlanddeutsche so ihre Schreibprobleme im Deutschen hat. Also haben wir sie zu Medigaben und Ganz- bzw. Teilwäschen bei mobilen Patienten geschickt. Gesundheitliche Probleme brachten ihr 4 Wochen Krankschreibung ein. Leider nicht 6 Wochen und mehr, denn nach der 6. Woche springt die Krankenkasse der Mitarbeiterin ein. Die Frauenärztin war nicht bereit, die Mitarbeiterin trotz hohem Blutdruck, massiven Wassereinlagerungen und diversen weiteren Schwangerschaftsproblemen krankzuschreiben. Die Mitarbeiterin war kaum in der Lage Treppen zu steigen, die Hände so geschwollen, dass sie kein Glas halten konnte. Die Frauenärztin wollte sie nicht wechseln. Ich habe schließlich den Hausarzt informiert. Jetzt ist sie krankgeschrieben bis der Mutterschutz beginnt. :eek:riginal:
@emmielie, mich würde interessieren, wie Du die Freistellung Deiner schwangeren Mitarbeiterinnen erreichst. Da wir mehrere junge Frauen beschäftigen, haben wir sicher noch öfter mit dem Klapperstorch zu tun. :wink:

Ein schönes Wochenende
Birgit
 
emmielie

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@ Birgit
Ich schau am Montag mal im Büro nach, welche §§§ bei welchen Ämtern zu zitieren sind und stelle die Infos hier rein.
Schönes Wochenende
 
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Leithammel

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Ein Beschäftigungsverbot, unterstützt vom Amt für Arbeitsschutz, muss vom AG vorfinanziert werden, wird aber im Umlagerverfahren von den KK zurück erstattet.
Danke für den Hinweis, ist in diesem Fall korrekt, betrifft nur Betriebe bis 20 (30) Mitarbeiter. Da diese Berichte aber sicherlich auch von Forenbesuchern gelesen werden, die in größeren Betrieben arbeiten, wollte ich darauf hinweisen.
 
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emmielie

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Re: Arbeitsverbot

Zur Info
Der AG stellt nach Bekanntwerden der Schwangerschaft ein schriftliches Arbeitsverbot aus: "Auf Grund der Schwangerschaft kann sie Arbeiten, die aus mutterschutzrechtlicher Sicht verboten oder erheblich eingeschränkt sind, nicht mehr ausführen. Eine entsprechende Information an das staatl. Amt für Arbeitsschutz sowier an die KK, bei der sie versichert ist, erfolgte mit gleichem Datum."

Info an
Staatliches Amt für Arbeitsschutz Köln
Schanzenstr. 38
51063 Köln

"Bei Frau X besteht eine Schwangerschaft. Sie ist für die Dauer der Schwangerschaft von Ihrer Tätigkeit als KS freigestellt. Ihre Arbeit erfordert häufig Arbeiten, die aus mutterschutzrechtlicher Sicht verboten oder erheblich eingeschränkt sind. Eine Umbesetzung in meinem Betrieb ist nicht möglich."

Eine Bestätigung des Amt für AS folgt sofort. Zitat" Die zum gesundheitlichen Schutz der werdenden Mutter veranlasste Freistellung aufgrund § 4 Abs.1 MuSchRiV wurde zur Kenntnis genommen und ich sehe die Angelegenheit unter Hinweis auf § 19 MuSchG (Pflicht zu wahrheitsgemäßen Angaben) von hier aus als erledigt an.

Davon eine Kopie an AOK. (Von dort aus erfolgt die Zahlung nach dem
LFZG U2)
Gleichzeitig Info an die Kasse, bei der die AN versichert ist.
Dann mit zahlender Kasse in Verbindung setzen, hier AOK und monatliche Erstattung der Arbeitgeberaufwendungen beantragen.

Alles klar?
Gruß
Emmielie
 
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Murkel

Hallo Emmielie, :eek:riginal:
vielen Dank für Deine Auskunft. Ich habe mir Deine Zeilen kopiert und unter Mutterschutz abgelegt. So können wir der nächsten Begegnung mit dem Klapperstorch ruhig entgegen sehen.
Auch Dir, Leithammel, vielen Dank für Deine Ergänzung. :eek:riginal:
Eine schöne Woche
Birgit
 
Sonnensturm

Sonnensturm

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Hallo und Glückwunsch!

Ich spreche in unserem Pflegedienst sofort ein Arbeitsverbot für die werdende Mutter nach der Bekanntgabe der Schwangerschaft aus. Die Gefahren im häuslichen Krankenpflegedienst sind kaum einzuschätzen, insbesondere was die Gefahr der Infektionen angeht. Ich denke nur daran, bei wieviel Patienten wir mal so nebenher erfahren, dass sie MRSA besiedelt sind.
Mir ist das Risiko einer Ansteckung für meinen Arbeitnehmer zu hoch.
Da wir ansonsten keine Stelle haben, kann ich den AN auch freistellen und bekomme den Ausfall außer den üblichen vom AG zu tragenden Zeiten von der KK bezahlt.

Meines Erachtens eine gute Regelung für beide Seiten.

Genau so kenne ich es auch.
Damals ging es sogar gleichzeitig um drei(!!!!!) Schwangere.
 
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Krankenschwester
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babydax

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mhh hab da auch mal eine Frage, darf ich in der schwangerschaft auch zu Bewohnern mit MRSA, da ist sich nämlich in meinem Umfeld niemand so sicher.. vielleeicht wisst ihr ja was genaues..
 
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Pflegeheim
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babydax

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dankeschön leithammel
 
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exam. krankenschwester
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