Anleitungspraxis Schüler und was sie dürfen

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BlahBlub

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Hallo, ich habe bereits die Foren durchsucht aber dazu nichts gefunden.
Nich interessiert ab wann eure Schüler was eigenverantwortlich dürfen. Ich finde manchmal dass sie zu früh eigenverantwortlich behandlungspflegerische Tätigkeiten durchführen dürfen. Es fällt aber auch schwer, individuell den Ausbildungsstand mit festen Regeln zu kombinieren. Ich möchte verhindern dass sich der eine Schüler schlechter als der andere fühlt, wenn ihr versteht was ich meine. Wie wird ea bei euch gehand habt?
Vielen dank für die Anregung im voraus :)
 
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Kalimera

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Bei mir dürfen die Schüler all das tun, was sie theoretisch und praktisch beherrschen. Theorie frage ich vorher ab, die Praxis sehe ich mir an.
Da kann es auch schon mal vorkommen, dass ein Schüler im dritten Jahr erst mal sich Wissen und Bedeutung bzgl. der Körperpflege aneignen muss, bevor ich ihn alleine losschicke.
 
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Scherver

Scherver

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Erkrath
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Bei uns wird es so gehandhabt, dass was der/die Auszubildende theoretisch durchgenommen hat in der Schule, wird durch die PAL nochmals erfrag. Danach zeigt die PAL dies praktisch und erklärt dabei und die Auszubildende assestiert beim nächsten mal, darauf das Mal führt sie dies Unter Aufsicht der PAL durch und wenn die/der Auszubildende die Tätigkeit sicher beherrscht und die PAL keinerlei zweifel hat,dann darf es alleine von Auszubidenden durchgeführt werden. Ansonsten keinesfalls die Auszubildenden alleine machen lassen.
 
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Willy_Wuff

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Oh, das nen schwieriges Thema.
Grundsätzlich gilt bei uns eigentlich das der Auszubildende alles machen darf was er in der Schule hatte.
Dagegen spricht aber das ICH die anordnende Verantwortung habe, sprich wenn ich dem Auszubildenden das Delegiere, muß ich auch verantworten können, dass er es korrekt macht.
Und da kommen wir zum größten Problem.
Denn da die theoretische Ausbildung in unserer ….. sagen wir mal dazu Bildungsstätte...... gelinde gesagt unterirdisch ist, vergleichbar mit der Qualität des Hamburger Abiturs …...
muß ich dann erst mal Theorie Unterricht machen, bevor ich es auch nur ansatzweise verantworten kann irgendwelche komplexeren Tätigkeiten zu delegieren.
Da ich häufig, beim besten Willen, nicht die Zeit habe den Misst von der Schule zu kompensieren, handhabe ich es in der Regel so das meine Azubis so ziemlich alles machen dürfen, wenn ich daneben stehe, sprich grundsätzlich gehe ich mal davon aus das dieser/diese (Muß man jetzt eigentlich nach neuem Gesetz aus Karlsruhe auch „dieses“ dazu schreiben ? :) ) es nicht kann und ich Frage vorher ab wie es mit Risiken gefahren und Art der Verrichtung läuft, wenn diese Abfrage nicht zur Zufriedenheit ausfällt kann der Azubi davon ausgehen das ich ihn parallel zur Arbeit mit diesem Thema den Rest des Tages voll labere :)
 
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Monika58

Monika58

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Oh, das nen schwieriges Thema.
Wie wahr, wie wahr!!!!!
Grundsätzlich gilt bei uns eigentlich das der Auszubildende alles machen darf was er in der Schule hatte.
Dagegen spricht aber das ICH die anordnende Verantwortung habe, sprich wenn ich dem Auszubildenden das Delegiere, muß ich auch verantworten können, dass er es korrekt macht.
Und das ist eigentlich schon die Antwort: Ihr Menschen in der Praxis tragt die Delegationsverantwortung. Heißt: wenn nicht klar ist, ob der/die/das Schülermensch die Pflegetätigkeit sowohl praktisch als auch mit dem notwendigen theoretischem "knoffhoff" beherrscht, darf die Tätigkeit nicht delegiert werden.

Und da kommen wir zum größten Problem.
Denn da die theoretische Ausbildung in unserer ….. sagen wir mal dazu Bildungsstätte...... gelinde gesagt unterirdisch ist, (..)
muß ich dann erst mal Theorie Unterricht machen, bevor ich es auch nur ansatzweise verantworten kann irgendwelche komplexeren Tätigkeiten zu delegieren.
Ich teile die Einschätzung, dass Anspruch und Wirklichkeit sowohl auf Seiten des Bildungsträgers als auch des Ausbildungsträgers zuweilen weit auseinander klaffen.
Mein Wunsch und meine Bitte: trennt Euch, wenn es nicht passt, von Eurem Bildunggsträger, sowie ich an die Bildungsträger appelliere, sich von Ausbildungbetrieben zu trennen, die die Schülermenschen ohne ausreichende Begleitung einfach "laufen lassen".

Gruß
Monika
 
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Tilman Kommerell

Tilman Kommerell

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Der Status des Auszubildenden gebietet bis zum letzten Tag der Ausbildung, dass der Azubi noch keine Verantwortung für sein Handeln übernehmen kann / darf. Insofern bringe ich meine Antwort auf die Frage "Wann darf der Schüler eigentlich was?" auf eine relativ einfache Formel: "Er darf alles, wenn er jemand findet, der die Verantwortung trägt!" Insofern dürfen die Schüler bei uns Fäden ziehen, Venenverweilkanülen legen, Medikamente verabreichen, Blut abnehmen, ... wenn Sie jemand finden, der dafür die Verantwortung übernimmt. Es gibt nur eine einzige Ausnahme: Weil im Transfusionsgesetz ausdrücklich von "ärztlicher Tätigkeit" die Rede ist, ist die Verabreichung von Blut und Blutprodukten ausgeschlossen.

Ich weiß, dass dadurch dem Anleitenden oder Examinierten der "schwarze Peter" zugeschoben wird, und dass sich dieser gut überlegen kann (und soll), ob er für die Handlungen, die ein Schüler ausführt, die Verantwortung übernehmen kann. Leider wird in der Realität die Entscheidung, was an Schüler delegiert wird, meistens aus allen möglichen anderen Gründen getroffen außer der Frage der Verantwortbarkeit. Dass das so ist, bedeutet aber nicht, dass die oben getroffene Aussage falsch ist. Im Gegenteil. Eigentlich müssten wir unsere Praxisanleiter und Examinierten viel besser davor schützen, dass sie aus der Not heraus Tätigkeiten an Schüler delegieren, ohne die Verantwortung dafür übernehmen zu können...
 
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Zebra02

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"Er darf alles, wenn er jemand findet, der die Verantwortung trägt!"
Exakt so handhalte ich das mit meinen Azubis auch. Wenn irgendetwas Neues auftaucht, was die Azubis nicht kennen, scheue ich mich auch nicht davor, mal aus dem Netz etwas Informationsmaterial zu ziehen und den Schülern dies zur Bearbeitung/Ansicht vorab auszugeben. Bei einer geplanten anleitenden Situation ist der Lerneffekt sowieso am höchsten, je intensiver man das Thema angeht und schovor der praktischen Umsetzung bespricht.

Ob das Thema in der Schule bearbeitet wurde oder nicht, interessiert mich daher nur dahingehend, wie detalliert ich das Thema vorbereite. Aber das sollte auf keinen Fall ein Ausschlusskriterium sein. Je nach Lehrplan kommen manche Inhalte erst im dritten Jahr, solange muss ein/e Auszubildende/r ja nicht blöd bleiben. ;)

Wenn ich mir sicher bin, dass derjenige die Tätigkeit sicher beherrscht, darf er es nach mehrmaliger Beobachtung auch eigenständig.
 
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Eigentlich müssten wir unsere Praxisanleiter und Examinierten viel besser davor schützen, dass sie aus der Not heraus Tätigkeiten an Schüler delegieren, ohne die Verantwortung dafür übernehmen zu können...
Völlig d'accord .... die Frage ist, wie genau dieser Schutz aussehen kann/ soll, und wer "wir" ist, der diesen Schutz anbietet/ gewährt
 
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Fripi

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Der Status des Auszubildenden gebietet bis zum letzten Tag der Ausbildung, dass der Azubi noch keine Verantwortung für sein Handeln übernehmen kann / darf. Insofern bringe ich meine Antwort auf die Frage "Wann darf der Schüler eigentlich was?" auf eine relativ einfache Formel: "Er darf alles, wenn er jemand findet, der die Verantwortung trägt!"
Party, das ist genau die Antwort die verdammt noch mal jede Pflegekraft geben sollte. Es gibt rechtlich nicht "Theoretisch in der Schule gehabt" das sind alles Erfindungen von Menschen die so tun wollen als könne man die betreuende Pflegekraft von der Verantwortung entbinden.

Wer seinen ersten Einsatz in einer Diabetologie hat sollte BZ messen können, wer in einer Notaufnahme landet Zugänge legen können. Es rettet euch eh niemand wenn der/die PflegeschülerIn theoretisch Blutabnehmen kann und es dann verbockt, da muss man halt einfach selbst sicher sein das etwas klappt. Gute Stationen die ich kannte hatten für die wichtigsten Verrichtungen in den Bereichen einen individuellen Katalog, da gab es dann "Theorie besprochen" "zugeschaut" und dann "Unter Aufsicht gemacht", je nach Komplexität musste das letzte 1-3 mal gemacht werden. Das gibt wenigstens eine Grundlage bei wechselnden Anleitern.

Ich plädiere ja immer für mehr Vertrauen in die Auszubildenden, 10 Minuten Gespräche über die Erwartungen, Ängste und den individuellen Wissenshintergrund können den Tag gleich viel angenehmer machen :)
 
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Liebe Monika58,

sorry für das unpräziese "WIR": Hier die Klarstellung: Damit sind die für die Ausbildung verantwortlichen Schulen gemeint.


Praxisanleiter sind meiner Meinung nach:
- Erfüllungsgehilfen (Rechtsbegriff, nicht abwertend gemeint) bei der Ausbildung
- die wichtigsten Partner jeder Pflegeschule
- die wichtigste Bezugsperson für den Schüler/Azubi
- die, die am besten beurteilen können, ob ein Schüler über die Probezeit hinaus oder nach der Ausbildung übernommen werden sollte oder nicht..

Daher sollten wir, die Schulen, uns in jedem Fall schützend vor oder an die Seite "unserer" Praxisanleiter stellen, schon alleine deshalb, weil sonst den Job niemand mehr macht, denn für das deutliche Mehr an Verantwortung gibt es nichts oder allenfalls lächerlich wenig Mehr an Vergütung...

Meine Forderungen schon lange:
- Bezahlung der Praxisanleiter wie Praxislehrer;
- volle Kostenübernahme der Haftpflicht- und Rechtsschutzversicherung, also z.B. der Mitgliedsbeiträge für den DBfK ;-) durch den Ausbildungsträger...
- Beteiligung an Entscheidungen (wie oben: Probezeit und Übernahme)
- und damit Stärkung der Stellung im Haus ...
 
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Lieber Tilmann,
ich gebe Dir im Prinzip völlig Recht. Allerdings können Deine schon ebenso lange wie gerechtfertigte Forderungen von den "für die Ausbildung verantwortlichen Schulen" nicht erfüllt werden, sondern nur von den Ausbildungsträgern.

Von daher weise ich das "vereinnahmende WIR" für mich persönlich freundlich lächelnd zurück ;)

LG Monika
 
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