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Schmerztherapie

  1. Wir haben bei uns eine Bewohnerin, welche seit ihrem 25 Lebensjahr immer wieder Krebs hat. Nun ist sie bei uns (mittlerweile um die 65), weil sie niemandem zur Last fallen möchte. Der Krebs ist nun überall und die Knochen sind auch befallen. Vor einer Woche hat sie sich den Arm gebrochen, da der Knochen so porös ist. Unser Hausarzt hat die Schmerzmittelgabe verändert. Sie bekommt Palladon 16mg - 8 mg - 24mg und kann zusätzlich Palladon 1,3 mg so viel sie möchte erhalten. Es hilft ihr, aber sie fühlt sich dennoch miserabel und zeitweise sind die Schmerzen echt schlimm.

    Habt ihr eine Idee was es für Alternativen gibt, die man dem Hausarzt vorschlagen könnte?
     
  2. AW: Schmerztherapie

    Palliativmediziner hinzuziehen.
    :rolleyes:Sonnensturm
     
  3. AW: Schmerztherapie

    Mh, dazu müsste ich erstmal recherchieren. Also wo es so jemanden in unserer Gegend gibt. Wie sucht man da am besten?
    Die Sache ist auch die, dass sie noch völlig klar, orientiert und selbstständig ist und diverse Morphine dies ja stark beeinträchtigen können.
     
  4. AW: Schmerztherapie

    Na, der einfachste und schnellste Weg ist doch das Internet. HP Eurer Stadt, "meinestadt.de" und der HA sollte seine Kollegen doch auch kennen. Wofür gibt es denn Fachärzte? Wenn ich mir mal wieder den Fuss breche, gehe ich auch nicht zum HA.:nono:
    :super:Sonnensturm
     
  5. AW: Schmerztherapie

    Hallo DanaScully!

    Als Grundmedikation Palladon wie angeordnet + Novaminsulfon Trpf 40-40-40-40 fest.
    Bei Schmerzspizten zusätzlich Palladon. Falls nicht ausreichend, MSI 10 s.c. bei Bedarf.
    Falls Unruhe & Angst: Tavor expidet bei Bedarf.
    So ungefähr würde wohl unser Palliative Care Team (mit dem unser Haus zusammen gearbeitet hat) die Medikation ansetzen.
    ...naja, ...und wenn die Dame orientiert ist kann man doch wunderbar mit ihr über die Medikamentengabe sprechen und sie
    über das "Teufelszeug" Morphium aufklären lassen :)...Kann ja der Hausarzt machen.
    Frag doch mal in der nächst gelegenen Klinik nach, ob die nicht ein Palliative Team haben, welches auch "außerhalb" der Klinik
    agiert.
    Gruß Ulmerich
     
  6. AW: Schmerztherapie

    Nova hat sie auch in dieser Dosierung. Also scheint das ja mal nicht so schlecht zu sein. Der Armbruch ist halt das dicke Problem zur Zeit. Ich würde ihr halt gerne etwas gutes tun. Vielleicht gibt es ja auch irggendwelche alternativen Behandlungen?
    Auf jeden Fall schonmal danke für eure Antworten.
     
  7. AW: Schmerztherapie

    Also wenn kein Palliativmediziner zur Hand, dann Schmerztherapeuten. Die sind größtenteils selbständig und fahren von Haus zu Haus. Wenn nichts mehr geht, dann Schmerzpumpe, da kann man alle möglichen Medis mit reinmischen, von Übelkeit bis starkes Schmerzmittel. Natürlich auch Beruhigungsmittel, wenn Bedarf besteht. Die Kassette kommt befüllt an, der Schmerztherapeut anfangs täglich, später nur noch einmal die Woche, besorgt auch alles selbst, ist Tag und Nacht erreichbar, eine sehr gute Alternative zu Ärzten. Ach ja und Bonus bei Schmerzspitzen gibts natürlich auch.

    Neuer Flyer wird einmal die Woche gelegt, Bauchdecke s.c. Meiner Meinung nach eine wirklich ideale Lösung bei Dauerschmerz, allerdings wird noch zu wenig angewendet. Meist bei Krebspatienten, was ja auch völlig richtig ist.
     
  8. AW: Schmerztherapie

    Das kam mir auch schon in den Sinn. Wir werden uns jetzt alle mal zusammensetzen und die Köpfe zusammenstecken.
     
  9. AW: Schmerztherapie

    entschuldigt bitte meine Nachfrage:(.....
    Aber was ist der Unterschied zwischen dem Palliativmediziner und dem Schmerztherapeuten?
    Ist der P-mediziner nicht der Schmerztherapeut? In einem PC-Team ist der Arzt doch derjenige, der die Therapie
    ansetzt, bzw. verordnet und regelmäßige Visiten durchführt. Die Pain Nurses sind die Exekutive, sozusagen. Machen
    ebenfalls Symptomkontrolle, befüllen ggf. die Schmerzpumpen, überprüfen zusätzlich den Bedarf etc.
    Hab ich da was nicht mitgekriegt, werte Nofretete?

    Gruß Ulmerich
     
  10. AW: Schmerztherapie

    Das ist leider so nicht ganz richtig.

    Palliativmedizin- und pflege beschäftigt sich mit Menschen mit einem fortschreitender und nicht mehr heilender Erkrankung. Die Lebenserwartung ist gering.
    Ein Schmerztherapeut kümmert sich um Menschen, die z.B. chronisch krank sind und dadurch chronische Schmerzen entwickelt haben. Dies geht vom jungen bis zum alten Menschen mit oder ohne tödliche Erkrankung. Die Pain- nurse ist sozusagen die Überwachung bzw. diejenige, die durch eine spezielle Weiterbildung die Berechtigung hat dort mitzuwirken und darauf einzuwirken (Schmerzmanagement). Eine Fachpflegekraft für Anästhesie- und Intensivpflege ist auch durch die FWB darauf ausgebildet und kennt sich ebenso gut damit aus. Zu den Aufgaben einer Fachpflegekraft A+ I gehört auch das Schmerzmanagement.

    Die Anordnungen werden selbstverständlich auch dort vom Arzt getroffen. Allerdings im Bereich der Intensivmedizin agieren die Pflegekräfte und Ärzte eher in einem Behandlungsteam, wie in der Psychiatrie und treffen meist die Überlegungen gemeinsam und somit auch die Therapie. Die Pflegekraft verabreicht die Analgetika selbständig, aber selbstverständlich immer im Rahmen eines Therapieplans und ausser der Reihe wird später einfach der Arzt darüber informiert und wird es auch nachdokumentieren. Wenn ein Arzt eine Pflegekraft gut kennt und ihr vertraut bzw. sich von ihren Fähigkeiten überzeugt hat, dann stellt dies keinerlei Problem da. Das ist die Praxis.
     
  11. AW: Schmerztherapie

    Hallo Rundumsorglospaket!
    Bitte entschuldige....:) Wahrscheinlich habe ich mich falsch ausgedrückt in meinem Beitrag! Habe mich auf Nofretetes
    Beitrag bezogen. Sie schreibt: "Also wenn kein Palliativmediziner zur Hand, dann Schmerztherapeuten" Dem habe ich
    entnommen, dass der "Schmerztherapeut" kein Mediziner sein müsse..........dies könnte man zumindest dem Beitrag entnehmen.
    Weiter schreibt sie, dass der Schmerztherapeut eine gute Alternative zum Arzt sei. Dahin ging meine Frage. Ein Nichtmediziner
    der "offiziell" legitimiert ist BTM`s anzuordnen, die Dosierung festzusetzen und Medikamente zu applizieren?
    Der Arzt kann natürlich Palliativmediziner; Anästhesist oder was weiß ich was sein. Ja, und natürlich weiß ich auch um die Befugnisse von dafür geschultem Personal. ....Bin selbst Pain Nurse :)
    War vielleicht etwas schlecht ausgedrückt. Trotzdem vielen Dank für Deine Erklärung

    Gruß Ulmerich
     
  12. AW: Schmerztherapie

    ..dann hab ich das wohl falsch aufgefasst...sorry....:) Schön das du eine pain nurse bist...das freut mich sehr. Denn es braucht so Kollegen wie Dich, die sich damit speziell befassen. :)
     
  13. AW: Schmerztherapie

    Gut da hab ich mich falsch ausgedrückt, also der Schmerztherapeut kümmert sich um alles, natürlich auch um den HA, der natürlich Rezepte ausstellt. Sorry war nicht meine Absicht.
     
  14. AW: Schmerztherapie

    <off topic>
    ..aber Eure "Missverständnisse" haben mir eine verständliche Erklärung gegeben, die ich gut weiter geben kann :happy:
    Also... ein Hoch auf die falschen Ausdrücke!!" :super: :smile:
    </off topic off>
     
  15. AW: Schmerztherapie

    @ weissbrk ....hat rundumsorglospaket ja auch wunderbar erklärt und die Unterschiede sehr gut aufgeführt :)

    @ nofretete....hätte ja durchaus so sein können, ...deshalb meine Nachfrage :)

    Gruß Ulmerich
     
  16. AW: Schmerztherapie

    Morphin ist nicht bei allen Arten von Schmerz das geeignete Mittel, v.a. bei Knochenschmerz hilft es nicht unbedingt. Da in dem geschilderten Fall "der Krebs überall" ist, kann die Medikation ihre Berechtigung haben, sollte aber mit einem weiteren Analgetikum speziell gegen Knochenschmerz kombiniert werden.
    Dazu gibt es schon reichlich Fachliteratur; es macht Sinn, ein kleines Standardwerk zum Thema 'Arzneimitteltherapie in der Palliativmedizin' auf Station zu haben, da sicher verschiedene Hausärzte ins Heim kommen, die unterschiedlich "vorgebildet" sind. Die oben angegebene Dosierung von Palladon (retard? zeitlicher Abstand genau definiert?) ist merkwürdig, da ein Schmerzmittelspiegel kontinuierlich auf einer Höhe gehalten werden sollte, mit der Option auf Bedarfsgaben bei akuten Schmerzattacken.
     
  17. AW: Schmerztherapie

    Palladon ist ein Hydromorphon und zählt somit auch unter die Gruppe der Opioid- Analgetika. Es ist sogar potenter, als Morphin.
    Die Nebenwirkungen sind übrigens die gleichen, wie bei allen anderen Opiaten. Eine Kombination von einem peripheren und zentralen Analgetika macht immer Sinn, da somit mehr Rezeptoren belegt werden können und um die unerwünschten Nebenwirkungen etwas zu minimieren. Somit würde ggfs. auch das Wohlbefinden vielleicht noch gefördert.

    Wurde schon mal ein Cox-II- Hemmer eingesetzt oder ein Antidepressiva oder Oxycodon + Naloxon (= Targin ) in einer 3-4 - fach Kombi probiert? Es erschließt sich mir allerdings nicht ganz, wieso nur Opiate eingesetzt werden?
     
  18. AW: Schmerztherapie

    ....die bei dieser Patientin gewählten Analgetika sind ja eine Kombination aus Opiod- und Nichtopiod.
    Sie erhält Hydromorphon, sprich Palladon und als peripher wirkendes Analgetikum (wobei man wohl sagt, dass die
    analgetische Wirkweise zum gr. Teil ebenfalls auf spinaler und zentraler Ebene liegt ) Novaminsulfon. Wir haben ebenfalls eine
    Patienten mit der gleichen Problematik versorgt, die vom PC-Team Novalgin als Nichtopiod der Wahl angesetzt gekriegt hat.
    Die Dame ist super damit klar gekommen.
    Man würde wohl, wie Du auch schreibst, bei der massiven Knochenbeteiligung zuerst an NSARs oder Coxibe denken. ....
    Aber wer weiß, welche gastrointestinalen oder renalen Probleme da von vornherein schon vorliegen/ vorgelegen haben?
    Kann nur sagen, dass das Novaminsulfon gut funktioniert hat, auch wenn das ja eher spasmolytisch, analgetisch &
    antipyretisch wirkt. ...Naja, und welche adjuvanten Medikamente und Begleitmedikamente die Dame erhält, entzieht sich hier im
    Forum unserer Kenntniss.
    Gruß Ulmerich
     
  19. AW: Schmerztherapie

    @ulmerich: Die Patientin aus diesem Thema erhält kein peripher wirksames Medikament. Wo steht das ? Im Eingangsposting zu diesem Thema steht zumindestens nichts davon.
    Gastrointestinale und renale Probleme entstehen immer bei Opiaten, aber selbstverständlich können auch renale und hepatische Probleme durch die Gabe von peripher wirksamen Analgetika entstehen.

    Wie interessant ist dies allerdings im Endstadium ?

    Gerade Opioide bringen genau diese Problematik. Daher Oxycodon+ Naloxon = Targin bei chronischen Schmerzpatienten. Das Naloxon ist der Antagonist. Somit entstehen wesentlich weniger Magen-Darmatonien sprich die Motilitätsstörungen des Magen- Darm- Traktes können somit gemindert werden.

    Nachtrag: O.k. hab es dann im dritten oder vierten posting entdeckt und gehe nun davon aus, dass Nova = Novamin bedeutet oder?

    Aber das wird nach meiner Erfahrung nicht ausreichen und Novamin wird in dieser Dosierung genau da nichts mehr bringen. Sorry...aber diese Patientin braucht in jedem Falle noch ein drittes Medikament dazu. Novamin ist in jedem Falle nicht jederzeit das Mittel der Wahl in der peripheren Analgetikagabe. Wie wäre es noch mit Ibuprofen 1600 mg und zusätzlich Targin 40 mg am Tag und z.B. einem Antidepressiva wie z.B. Saroten ( da liegt die Problematik eher darin, dass es erst vorr. nach 14 Tagen anschlagen wird).
     
  20. AW: Schmerztherapie

    Aber die Anordnung darf dann doch noch ein Arzt treffen?
    :kopfkratz:Sonnensturm
     
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