Intensiv Schmerzerfassung beim beatmeten Patienten

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W

Wüstenfuchs

Hallo miteinander,

wollte mich fragen welche Skala/Beurteilung ihr auf eurer ITS für beatmete und sedierte bzw. komatöse Patienten nutzt. Wie sind eure Erfahrungen damit?
Bei uns wir im Moment die Numerische Skala verwendet, aber die hat ja gerade beim "ITS-Patient" ihre Grenzen.

Vielen Dank für eure Antworten!
 
K

Kerschi

Neues Mitglied
Basis-Konto
03.11.2008
Neumarkt
Hallo "Wüstenfuchs",

zur Schmerzerfassung gibt es eine Menge Möglichkeiten. Die wohl am weitesten verbreitete dürfte dabei die Nutzung der NRS oder die visualisierte Varianter der VAS sein, mit denen eine Einschätzung der Schmerzstärke möglich ist.
Im Setting der Intensivstation, insbesondere bei beatmeten und/oder sedierten Patienten stößt man damit aber schnell an Grenzen.
In der S3-Leitlinie "Analgesie, Sedierung und Delirmanagement (2016)" wird daher darauf hingewiesen, auch für diese Klientel eine geeignete Einschätzung vorzunehmen. In der Leitlinie wird beispielsweise die BPS (Behavioral Pain Scale) als Instument vorgeschlagen.
Diese haben wir an unserer Klinik für den Bereich der Intensiv und IMC-Station in der erweiterten Form der BPS-NI implementiert.
Bislang scheint damit die Schmerzeinschätzung ganz gut zu funktionieren, das sich das Instrument auf Beobachtungskriterien konzentriert. Anhand von Gesichtsausdruck (Mimik), Körperspannung (Gestik) und Adaption ans Beatmungsgerät bzw. Lautäußerungen werden mit diesem Instrument Einschätzungen zur Schmerzstärke ermöglicht. Es sind aber keinerlei Rückschlüsse auf Schmerzqualität oder Lokalisation oder gar subjektives Empfinden des Patienten möglich. Allerdings hat es sich bewährt als Steuerungsinstrument für die Schmerzmedikation.
In Zürich wurde vor kurzem die ZOPA entwickelt, validiert und publiziert. Diese ist ebenfalls auf beobachtbare Kriterien aufgebaut und lässt so Rückschlüsse auf mögliche Schmerzen des Patienten zu.
Schmerzen sind sehr individuell und werden auch so erlebt. Daher sind solche Beobachtungsinstrumente eher als Hilfsmittel in schwierigen Lebenssituationen zu verstehen.

Vielleicht konnte ich Dir damit ein wenig weiter helfen.

LG, Christian
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Intensivstation
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05.07.2001
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