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Schlüsselproblem

  1. Hallo zusammen!

    Ich bin neu hier und habe direkt mal eine Fachfrage.
    Ich bin 38 und arbeite seit 20 Jahren in der Pflege, seit 6 Jahren im ambulanten Dienst
    Nun zum Problem. Ich hatte eine gestürzte Patientin vorgefunden in ihrer Wohnung. Sie gab Schmerzen an, ich rief den Notdienst, sie kam ins KH.
    Ich packte noch schnell eine Tasche und vergaß den Wohnungsschlüssel der Patientin mit hineinzutun. Die Frau ist nicht voll orientiert.

    Als sie weg war, schloss ich die Wohnung ab und rief die Angehörigen an, denen ich mitteilte was passiert war und das das KH sich bei ihnen melden würde.
    Ich sagte ihnen, ich hätte vergessen den Schlüssel mit zu geben.
    Sie wohnen 35km weit weg.
    Es gab einen unfassbaren Aufstand wegen des Schlüssels. Der Sohn meinte, ich wäre haftbar, ich müsse gewährleisten, daß wenn die Frau aus dem Kh kommt, die Tür aufgeschlossen werden könne. Ich sagte ihm, er könne uns anrufen, wenn es soweit ist, wir fahren hin und öffnen die Tür. Er beschimpfte mich, weil es ihm nicht gefiel, daß sein Telefon nun erreichbar sein müsse und ich eben die Verantwortung für die Frau und den Schlüssel hätte. Dafür hätte er uns ja schließlich engagiert.

    Meine Kollegen können mir nicht sagen, ob er Recht hat. Ich hoffe ihr könnt es. Entschuldigt den langen Text...

    Vielen Dank!
     
  2. Frage doch den Sohn, wer dafür verantwortlich ist, wenn der Schlüssel im Kh abhanden kommt.
     
  3. Also, erstmal bist du nur für die Leistung zuständig, die gebucht wurde.

    Da die Dame, wie du schreibst, nicht mehr voll orientiert ist, hat sie einen Betreuer/Bevollmächtigten?

    Ansonsten... ist er Sohn und ggf. auch Ansprechpartner. Sonst hättest du können nach auffinden der Dame ja auch sagen, dass er direkt kommen muss....

    Sophie
     
  4. Hallo ihr Beiden

    Der Sohn ist Vormund und Betreuer.
    Selbst meine Chefin konnte mir nicht sagen, ob ich tatsächlich persönlich dafür Hafte, wenn die Dame nach Hause kommt und vor verschlossener Tür steht.
    Gibt's dafür denn keine Regelung per Gesetz?
    Der Betriebsrat konnte mir da auch nichts sagen.

    Im Netz finde ich Standarts dazu, in denen steht, das persönliche Gegenstände, wie Schmuck und Schlüssel zu Hause bleiben sollten.

    Der Mann hat nicht mal gefragt, wie es seiner Mutter geht...
    Ich bin nach so vielen Jahren manchmal immernoch schockiert darüber, was es da so für Leute gibt...
     
  5. Ich habe keine Ahnung über die rechtliche Sache. Ich arbeite im Krankenhaus.
    Ich kenne unsere praktische Seite: Wenn wir wissen, dass der Patient keinen Haustürschlüssel hat und wir wissen wer ihn hat, rufen wir dort an, rechtzeitg vor Entlassung.
    Rechtzeitig kann allerdings manchmal auch 3 Stunden heißen :mecker:
     
  6. Genau so hab ich es ja dem Sohn auch mittgeteilt. Und auch ebenfalls, daß wir die Dame in Empfang nehmen, wenn sie denn heim kommt.

    War trotzdem nicht Recht für den Mann. Er wollte unbedingt diesen Schlüssel bei der Dame wissen..
     
  7. dann macht es
     
  8. Ich finde das eine Unverschämtheit von dem Sohn!!
    Man sollte ihn mal fragen, wie oft seine Mutter für ihn ständig bereit stand?
    Wird er seine Mutter nicht im KH besuchen? Dort wird der zuständige Arzt doch sicher die anstehende Entlassung mit ihm besprechen.
    Dann weiß er den Termin und kann euch in Kenntnis setzen, da ihr ab diesem Termin wieder für die Versorgung zur Verfügung steht.

    Außerdem seid ihr nicht versklavt, nur weil er euch bezahlt.

    Haftbar bist du m. M. für gar nix, weil das Angebot ja steht, die Tür aufzuschließen, wenn die Mutter aus dem KH nach Hause kommt.
    Zuhause kann der Schlüssel wenigstens nicht wegkommen:)

    Ich hoffe, deine Chefin sieht das ähnlich und steht hinter dir.

    Ob er Recht hat oder nicht kann ich nicht sagen, aber moralisc
     
  9. Hallo Microknee

    ja das ist schon krass. Menschen, die so mit ihren Eltern umgehen, da will ich gar nicht wissen, was passiert, wenn die Kinder mal ein Glas umwrrfen oder in der Schule ne 4 kassieren

    Aktueller Stand ist, die Dame bleibt noch ein paar Tage im Kh. Wie es dann weitergeht...
    Ich vermute sie kann nicht mehr allein Zuhause bleiben. Das ist schon länger bekannt und klar. Da muss er sich dann eh selbst drum kümmern.
     
  10. OT:
    wir wissen nicht, was in dieser Familie passiert ist! Wir kennen die Beziehungsbiographie nicht!
    Ja, so eine Nichtbeziehung ist krass - der Grund dafür wohl auch.
    Ich habe in den 42 Jahren Pflegeberuf von vielen Familientragödien erzählt bekommen - mich wundern solche Reaktionsweisen überhaupt nicht mehr.
    OT Off
     
  11. Du hast Erste Hilfe geleistet und den KTW gerufen. Fürs einpacken bist du nicht zuständig, ob Unterhosen oder Schlüssel ist egal. Das war Nettigkeit von dir. 35 km sind ja wohl zu überwinden, um für einen gesicherten Rücktransport nach Hause zu sorgen. Bleibe sachlich und biete Unterstützung an, aber mehr nicht. Weshalb allerdings deine Chefin so etwas auch nicht weiß, frage ich mich schon.
     
  12. Du hast alles vollkommen richtig gemacht. Ja, er hat euch beauftragt (was auch immer) seine Mutter zu versorgen. Diese Versorgung wird, nehme ich an, von der Pflegekasse übernommen.
    Du bist für den bei euch hinterlegten Schlüssel zuständig und für alles andere der Sohn, zumal dieser ja auch die Betreuung hat.
    Und Du hast ihm ein Angebot gemacht.....entweder er nimmt es an oder kümmert sich selbst. Da kann er dich nicht für verantwortlich machen, dass Du den Schlüssel der Patientin nicht in die Tasche gelegt hast. Er hat sicherlich auch noch einen und kann beim Besuch seiner Mutter im KH diesen mitnehmen und ihr aushändigen, oder holt den aus der Wohnung.
    Wofür soll man denn noch alles zuständig sein? Unglaublich so ein Verhalten.....aber leider häuft sich das. :(
    (Wenn Deine Chefin hinter Dir steht, dann könnte Sie fürs RTW rufen, warten bis zum eintreffen und Sachen zusammenpacken eine Privatrechnung schreiben.)
     
  13. Manchmal muss man sich nur wundern... :confused:.
    Du hast doch alles getan und angeboten, dass jmd von Euch die Dame nach Entlassung in Empfang nimmt. Mehr kannst Du doch im Moment gar nicht machen.
    Ich arbeite auch im ambulanten Pflegedienst und wir sind nicht befugt, das Haus/die Wohnung eines Klienten zu betreten, wenn dieser sich außerhalb (also z.B. im Kkh) aufhält.
    Ich würde den Schlüüsel nicht nachträglich noch holen. Wenn der Sohn sich das tatsächlich so sehr wünscht, muss er sich schon selbst drum kümmern.
    Hoffe, der Dame geht´s bald wieder gut.
     
  14. Es geht sicher auch um die rechtliche Seite. Solche Feinheiten sind immer ganz speziell. Sehr persönliche Dinge wie Prothese gehören ja mit. Obwohl sogar diese leider im KH; man glaubt es kaum, verloren gehen. Aber Dinge wie Schlüssel und so, die sind da nicht unter Beobachtung. Schnell kann sich die Sache komplett umdrehen, wenn der Schlüssel wegkommt im Krankenhaus. Dann geht es bestimmt umgedreht mit der sinnlosen Jappelei. Ja, ich glaub, wenn ich nochmal den Schlüssel vergessen würde, würde ich das wohl nicht sagen. Hast halt keine Ahnung, wo er ist. Sollen etwa die Rettungssanitäter vom Krankentransport zurück mit dem Schlüssel der alten Dame die Wohnung aufschließen und in deren Sachen kramen? Ich denke mal, dass sie nicht ohne Kommentar entlassen wird und einfach vor der Tür steht?
     
  15. In der ambulanten Pflege sind wir "Gast" in der Wohnung des Kunden. Wir haben normalerweise überhaupt nichts an den privaten Dingen unserer Patienten verloren. Das gilt auch für Wohnungsschlüssel bei KH- Einweisung. Es sei denn, ein orientierter Kunde gestattet uns dies, und selbst dann sollte man Vorsicht walten lassen.
    Im Fall der TE hätte ich dem Sohn gesagt, dass er sich den beim Pflegedienst hinterlegten Schlüssel abholen kann um den in der Wohnung "vergessenen" Schlüssel zu holen. Um es auf die Spitze zu treiben, gestatte ich ihm das auch nur dann, wenn er bevollmächtigt ist. Ansonsten hat der gar nichts zu melden. Punkt.

    Pevaueff
     
  16. Man man, also:
    1.) TE hat die Wohnung betreten und eine gestürzte Person vorgefunden. Sie hatte also einen Schlüssel aus der Obhut des Pflegedienstes.
    2.) TE hat nach dem Abtransport der Klientin, die Wohnung wieder verschließen MÜSSEN.

    ergo, verbleibt bis auf Weiteres der Schlüssel (wie vorher auch) in Obhut des Pflegedienstes. Es sei denn, es gibt eine abweichende Regelung in solchen Fällen mit dem Betreuer.
    Sicherlich wurde auch eine Unterschrift zur Übergabe des Schlüssels an den Pflegedienst geleistet.
     
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