Saroten

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Bluemchen

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Hallo,

nachdem wir meine Krankenakte der Klinik durchgeschaut haben, mußten wir feststellen, dass mir das Medikament "Saroten" wie folgt 10-10-25 verabreicht wurde. Mir wurde gesagt, dass es ein Schmerzmittel sei. :mad_2:

Als ich wieder zu Hause war, meinte mein Hausarzt, dass ich dieses Medikament nicht brauchte. :heul: Dies stand zur Weitergabe im Bericht der Klinik an den Hausarzt.

Bekommen hatte ich das Medikament, nachdem ich die Klinik verlassen wollte, weil mir hier ein Schaden am Bein durch die Vakuumversiegelungstherapie zugefügt wurde.

Bis dato war mir dieses Medikament nicht bekannt und jetzt wurde mir gesagt, das es ein Antidepressivum gewesen sei. :innocent:

Wer kennt dieses Medikament und kann mir einiges dazu sagen. Leider habe ich nach diesem Medikament auch erheblich an Gewicht zugenommen und ob die Gewichtszunahme mit diesem Medikament zusammenhängt.:angry:
Danke für eine Antwort.
MfG Bluemchen
 
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catty2

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Hallo Blümchen!
Antidepressiva werden auch oft in der Schmerztherapie eingesetzt, vor allem bei neuropathischen Schmerzen sind sie sehr wirksam. Von daher kann es schon sein, dass es dir verordnet wurde auf Grund der Schmerzen. Neuropathsiche Schmerzen werden oft als messerscharf, brennend oder dumpf beschrieben. Hattest du solche Schmerzen?
Wie sind denn deine Schmerzen jetzt? Und vor allem waren sie mit dem Medikament Saroten besser? Ob es was geholfen hat, kannst letzendlich nur du entscheiden...
Lg
Catty
 
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pdlandy

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Hi,
Saroten ist ein Trizyklisches Antidepressiva und wird v.a. bei schweren Depressionen eingesetzt.es wirkt sedierend und analgetisch. Nebenwirkungen wie Xerostomie , Akkommodationsstörungen und Mictionsbeschwerden sind bekannt , da diese Substanzgruppe einen anticholinergen Effekt hat. Deshalb kann ich mir eine Gewichtszunahme nicht erklären. Der Arzt hat seiner Aufklärungspflicht nachzukommen und hätte dir über mgl. NW Informationen geben müssen. Desweiteren hätte er dir mitteilen müssen , das dieses Präparat ein Antidepressiva ist , denn es hätte ja sein können , dass du dir denkst:,,Ach , ich hab keine Schmerzen mehr - da kann ich ja aufhören , dieses Medikament zu nehmen." ->dies ist jedoch v.a. bei Antidepressiva gefährlich , da diese langsam auszuschleichen sind.
mfg
 
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Saroten ist ein völlig gängiges Medikament auch auf den Intensivstationen. Hier werden Patienten mit Saroten leicht "abgedämpft" (sediert) um die ganze Situation ein wenig erträglich zu machen. Könnte mir vorstellen, dass es dir auch deshalb verschrieben worden ist. So eine VAC Therapie ist ja meistens eine sehr Zeit intensive Therapie.
Ich sage nur: Immer wieder fragen WAS für Tabletten denn da so verabreicht werden. Die meisten Patienten schlucken leider immer wieder Medis und fragen nicht danach. Jeder Arzt hätte dir sagen müssen, warum welche Medis gegeben werden.

Gruß
Heike
 
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Meatball

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Hallo,

Saroten ist - neben der gängigen Therapie bei Depressionen - ein häufig auch in der Schmerztherapie anzutreffendes Medikament. Es kann insbesondere bei neuropathischen Schmerzen einen gut wirksamen Effekt haben und wird z.B. gern bei Bandscheibenbeschwerden, Herpes Zoster, Tregeminus-Neuralgien und anderen neuropathisch bedingten Schmerzen eingesetzt.

Eine (gelegentlich stärkere) Gewichtszunahme ist bei der Einnahme von Saroten nicht selten und unter den gängigen Nebenwirkungen festgehalten.

Grüße

Hannes
 
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Bluemchen

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Hallo,
ich danke allen recht herzlich für die Informationen zu dem Medikament "Saroten".
Mir wurde es damals nach dem Mißerfolg der Vakuumversiegelungstherapie im Klinikum, nachdem ich die Klinik verlassen wollte, vom Arzt verordnet. Mir sagte man allerdings, dass es gegen die Schmerzen sei, heute weiss ich mehr.
Danke!
Bluemchen
 
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pdlandy

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Hi Meatball,
ich gebe mich nicht damit zufrieden , dass Gewichtszunahme eine gängige NW sei - ich würde mich freuen , hierzu eine Begründung zu bekommen - also wie sich diese erklären lässt. Bitte schreib nicht idiopathischer Genese - das ist keine Begründung. Danke dir vorab und bin dann auch zufrieden , grins.
mfg
 
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Achim

Achim

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Hallo pdlandy.

Hier die aktuelle Nebenwirkungen laut Fachinformation des Herstellers von Saroten:

Nebenwirkungen:
Sehr häufig (10 %)
können insbesondere zu Beginn der Behandlung
auftreten: Mundtrockenheit, verstopfte
Nase, Müdigkeit, Benommenheit,
Schwitzen, Schwindel, Hypotonie, orthostatische
Dysregulation, Tachykardie, Herzrhythmusstörungen,
Aggression, Sprachstörungen,
Tremor, Akkommodationsstörungen,
Obstipation, Gewichtszunahme und
meist passageres Ansteigen der Leberenzymaktivität.

Häufig (1 % bis 10 %)
kommt es zu Miktionsstörungen, innerer Unruhe,
Hyponatriämie, Durstgefühl, Hautausschlägen,
Libidoverlust bzw. Impotenz. Bei
älteren Patienten besteht ein erhöhtes Risiko
für das Auftreten von deliranten Syndromen.

Gelegentlich (0,1 % bis 1 %)
kann es zu Kollapszuständen, paralytischem
Ileus, Harnsperre, Blutbildveränderungen
(insbesondere Leukopenien), Galaktorrhoe,
Leberfunktionsstörungen (z. B. cholestatische
Hepatose) und Erregungsleitungsstörungen
kommen. Eine bestehende Herzmuskelschwäche
(Herzinsuffizienz) kann verstärkt
werden. Allergische Reaktionen der
Haut und auch entzündliche Veränderungen
der Gefäße (allergische Vaskulitis) können
auftreten. In einem Fall wurde eine Hypersensitivitätsmyokarditis
beobachtet.

Sehr selten (0,01 %)
können durch Amitriptylin Agranulozytose,
zerebrale Krampfanfälle, motorische Störungen
(Akathisie, Dyskinesien), Polyneuropathien,
Glaukomanfälle, allergische Entzündungen
der Lungenbläschen bzw. des Lungengewebes
(Alveolitis, Löffler-Syndrom)
oder Kardiomyopathien ausgelöst werden.
Darüber hinaus wurden für Amitriptylin folgende
Nebenwirkungen beobachtet: Kopfschmerzen,
Mydriasis, Verwirrtheit, Konzentrationsmangel,
Manie, Photosensibilisierung,
Halluzination, Gynäkomastie und Hyperthermie.
Amitriptylin kann das QT-Intervall im EKG
verlängern; sehr selten sind Torsades de
pointes aufgetreten. In diesen Fällen ist die
Behandlung mit Amitriptylin abzubrechen.
Wie bei anderen trizyklischen Antidepressiva
können außerdem auftreten: Ataxie, Störungen
des Geschmacksvermögens, Ödeme
(Gesicht, Zunge), Tinnitus, Angst, Paranoia,
Diarrhoe, Hypertension, Alopezie und
Anorexie.

Stand: 03/2006

Gruß
Achim
:eek:riginal:
 
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pdlandy

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Hi Achim,
danke dir für deine Ausführungen. Nunmehr würde mich trotzdem noch interessieren, auf welchem Effekt die Gewichtszunahme beruht.
mfg
 
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Achim

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Hallo pdlandy.

Falls Du ein Doccheck Passwort hast, kannst Du Dich unter
FachInfo-Service
anmelden und Dir sämtliche Fachinformationen durchlesen die Du willst.
Denn ich kann hier schlecht die ganze Fachinfo von Saroten reinschreiben.

Die Fachinformationen sind 1000mal besser als die Angaben auf den Beipackzetteln oder in der Roten oder Gelben Liste. :thumbsup2:


Gruß
Achim
:wink:
 
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Bluemchen

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Hallo Achim,
danke für die ausführliche Information zu SAROTEN.
Inzwischen hat mein Hausarzt mich auch über dieses Antidepressivum-Medikament aufgeklärt und kann es nicht begreifen, dass man mir dieses in einer Uni-Klinik in Bochum verabreicht hat und dazu noch angab, es sei ein Schmerzmittel.
Danke nochmal !
MfG Bluemchen
 
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Fleschor_Max

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Dann sollte sich dein Hausarzt nochmal kundig machen. Das ist nicht unüblich, dass man das gegen bestimmte Schmerzarten gibt. Was macht euch sicher, dass es bei dir nicht gegen Schmerzen war?

Schau doch einfach mal in deine komplette KKH-Krankenakte, also Papierform und elektronischer Teil. Irgendwo wirste auch ne Begründung fürs Saroten finden, und ich wäre sehr überrascht, wenn als Grund nicht "Schmerzen" dasteht.

Gruß, Max
 
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Achim

Achim

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Hey!

Es wird leider auch von ärztlicher Seite nicht immer alles gut dokumentiert. :mad_2:
Deswegen würde es mich wundern, wenn Blümchen etwas näheres erfahren würde.

Gruß
Achim
:wink:
 
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Bluemchen

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Hallo Achim,

danke für Deine Information.
Es ist in der Tat so, dass ich neben Tramal- und Novalgin-Tropfen dreimal täglich die Saroten Tablette von dem Pfleger/in gereicht bekam und dann in ihrem Beisein einnehmen mußte. Klar und deutlich wurde mir gesagt, dass es sich um eine zusätzliche Schmerztablette handeln würde. Kein Arzt in der Klinik klärte mich über Saroten auf.
Erst als ich meine Krakenunterlagen durchgesehen habe, bin ich auf die Verordnung von Saroten gestossen und sprach dann darüber mit meinem Hausarzt. Da es ein Antidepressivum war verschrieb er es mir nach meiner Entlassung aus der Klinik, wie im Bericht angeordnet, auch nicht. :thumbsup2:
MfG Bluemchen
 
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Fleschor_Max

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Erst als ich meine Krakenunterlagen durchgesehen habe, bin ich auf die Verordnung von Saroten gestossen und sprach dann darüber mit meinem Hausarzt. Da es ein Antidepressivum war verschrieb er es mir nach meiner Entlassung aus der Klinik, wie im Bericht angeordnet, auch nicht. :thumbsup2:
Es ist beides, Antidepressivum und Schmerzmittel.
Wie wirkt der Inhaltsstoff?

Amitriptylin wird zur Behandlung depressiver Zustände mit den Leitsymptomen Schlafstörungen, Angst und innere Unruhe, sowie zur Behandlung chronischer Schmerzzustände eingesetzt
Saroten® Tabs 50 mg Filmtabletten | NetDoktor.de

Ich hab Zyban genommen, weil es mir bei der Rauchentwöhnung half, da ist mir das doch egal, ob das auch als Antidepressivum eingesetzt wird. Ich wurde nicht verspult dadurch und hatte ne gute Depressions-Prophylaxe ;).
Ich versteh deine Probleme mit dem Schmerzmittel nicht, nur weil es auch AD ist.

Gruß, Max - denk nochmal drüber nach, oder befrag die behandelnden Ärzte im KKH
 
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Schatti

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Hallo,

Es ist in der Tat so, dass ich neben Tramal- und Novalgin-Tropfen dreimal täglich die Saroten Tablette von dem Pfleger/in gereicht bekam und dann in ihrem Beisein einnehmen mußte. Klar und deutlich wurde mir gesagt, dass es sich um eine zusätzliche Schmerztablette handeln würde. Kein Arzt in der Klinik klärte mich über Saroten auf.
Das geht im Klinikalltag oft unter, dass nicht wie bei Blutverdünnern bspw. etwas exzessiver über JEDE Medikamenten-Neuanordnung geredet wird. Zeitmangel halt.

Dennoch bleibt hier ganz klar zu betonen:
Amitriptylin ist - wie schon etliche Vorredner hier im Thread betont haben - üblich in der medikamentösen Schmerztherapie und man kann es ohne schlechtes Gewissen oder Falschaussage dabei zu tätigen als Schmerzmittel bezeichnen! Dies steht sogar im Zulassungstext des genannten Präparates, wird also nichtmal off-label verwendet wie sonst hier und da in der analgetischen Therapie.

Nur den Passus "Antidepressivum" zu lesen und danach abzuschalten ist hier völlig fehl am Platz.

Erst als ich meine Krakenunterlagen durchgesehen habe, bin ich auf die Verordnung von Saroten gestossen und sprach dann darüber mit meinem Hausarzt. Da es ein Antidepressivum war verschrieb er es mir nach meiner Entlassung aus der Klinik, wie im Bericht angeordnet, auch nicht. :thumbsup2:
Schöne Schei*e wenn man mich fragt.
Auch wenn es sicherlich einige fragwürdige Entlassungsmedikationen gibt, die der Hausarzt hier und da sinnvollerweise absetzt, sehe ich in dem Fall keinen Grund das zu tun.
Zumal man gerade nach Langzeitgebrauch von Amitriptylin dieses nicht strikt absetzen soll, da hier leicht mal Absetzsymptomatiken zum Vorschein kommen. Ich weiß zwar nicht, wie lange es nun tatsächlich eingenommen wurde, aber dennoch ist ein Absetzen nicht immer so ganz ohne.

Gruß,
Schatti - verwundert über soviel Skepsis
 
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