Sanktionen in der Forensik

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Ralf09

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26.01.2016
Ich hab da mal eine Frage. Ein Patient der seit über 11 Jahren auf der Forensik ist mit dem Paragraph 64 wegen schwerer Gewalt. Dieser hat seit kurzem Geländeausgang für täglich 1 Stunde. Nun beginnt dieser telefonisch jemanden Gewalt anzudrohen. Welche Sanktionen drohen diesem Patienten sollte er angezeigt werden? Kann das zufällig jemand beantworten? Danke schon mal.
 
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Diogenes

Diogenes

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23.01.2016
Wie kann man denn als 64er Patient 11 Jahre in der Forensik sitzen? Und dann nur 1Stunde Gelände?
Hat der evt. auch 66?
Das eine sind sicher "disziplinarische Maßnahmen" von der Anstalt: die Stunde Gelände streichen, Telefonate die nicht amtlich sind weg, Besuche weg, Stufen weg, bis hin zum Abbruch der Maßregel.
Das andere liegt dann am Staatsanwalt bzw Richter: Was ergibt die Ermittlung und wenn er es war würde er wohl "ganz normal" verurteilt werden. Also von Nachschlag bis neuem Paragraphen (63) wäre alles drin. Ist ja erstmal egal das der schon einsitzt.
Aber ist schon irgendwie ein komischer Fall, allein wegen der langen "Therapiezeit"...ein paar Hintergrundinfos wären hilfreich.
 
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Behindertenhilfe
Schwester Christa

Schwester Christa

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10.03.2007
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Ich kann Diogenes nur zustimmen...
Zunächst verwundert mich auch die lange Verwahrungszeit. 11 Jahre mit §64, das habe ich noch nie gehört. §64 heißt ja landläufig "Zwangstherapie" bei irgendeiner Form von Suchterkrankung im Hintergrund. Und da wüsste ich nicht, was da so lange dauern soll.
Die Insassen bei uns sind längstenfalls 5 Jahre hier und einen guten Teil davon im offenen Vollzug.
Bist du sicher, dass der keinen 63er hat?

Natürlich kann einer auch während eines offenen Vollzugs Straftaten begehen. Inwieweit Telefonterror dazu gehört, kommt sicher auf den Einzelfall an.
Woher weißt du eigentlich, dass er jemandem telefonisch Gewalt androht?
Rücknahmen von verschiedenen Freiheitsstufen wären sicherlich denkbar; in schwerwiegenderen Fällen oder bei Wiederholung sicher auch irgendwann einmal die Aufhebung des §64 und Rückverlegung in den regulären Vollzug

Ansonsten gilt: wo kein Kläger, da kein Richter. Wenn der Bedrohte schweigt, dann passiert da wahrscheinlich gar nix...

Bei einer erneuten Straftat wird übrigens nichts angehängt, das ist seit geraumer Zeit verboten. Dann ergeht ein neues Urteil!
 
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Fachkrankenpfleger f. Psychiatrie
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Niederschwelliger Drogenentzug
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