[Sammlung] Rechtfertigungen, weshalb sich Kolleg/innen nicht berufspolitisch engagieren

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Christian Kröhl

Christian Kröhl

Administrator
Teammitglied
25.06.2000
In dieser Diskussion wurde mir mal wieder bewusst, dass es für alles entweder Gründe oder Rechtfertigungen geben kann: http://www.pflegeboard.de/arbeitsrecht/47971-dienstplan-fotografieren-kopieren-post332612.html#post332612. Frei nach dem Motto "Wer nicht will findet eine Ausrede - wer will einen Weg."

Ich fände es nicht nur spannend sondern sicherlich auch sehr unterhaltend, wenn jede/r hier mal die Liste der Gründe vervollständigen würde, wie man sie von Kollegen schon mal gehört hat, als es um deren eigenes berufspolitisches Engagement ging. Ich fang einfach mal an:



  1. "Damit kenn ich mich doch gar nicht aus."
  2. "Das wissen oder können andere doch viel besser."
  3. "Ich hab ohnehin zu viel Stress und für sowas keine Zeit oder Energie."
  4. "Das funktioniert doch eh nicht!"
  5. "Ja, dann macht ihr mal schön.."
  6. "Dann kann ich mir ja gleich nen neuen Job suchen."


Und nun seid ihr am Zug :wink:
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger für Anästhesie & Intensivpflege
Weiterbildungen
Fachkraft für Leitungsaufgaben in der Pflege
Studium
Gesundheits- und Sozialökonomie, Betriebswirtschaft (VWA)
T

Tryit

Unterstützer/in
Basis-Konto
22.10.2005
Köln
AW: [Sammlung] Rechtfertigungen, weshalb sich Kolleg/innen nicht berufspolitisch engagieren

Grüße zuvor!
Folgendes Gespräch hab ich so oder ähnlich öfters führen müssen:
Bist du irgendwo organisiert, DBfK oder Gewerkschaft?
Nein,da habe ich keine Zeit für.
Du mußt ja nicht unbedingt dort mitarbeiten, aber je mehr organisiert sind, umso besser ist doch die Verhandlungsposition der Organisationen.wenn die 50% und mehr vertreten, ist doch besser als 10% und weniger.
Ja aber der Beitrag, den ich zahlen müßte, wer steckt sich das Geld denn in die Tasche?
Beim Sportverein oder Kaninchenzüchterverein ist allen irgendwie klar, daß so ein Verein Ausgaben hat usw, aber bei einem Berufsverband oder auch Kammer hat man Angst, das einige Leute dick vom Geld der anderen profitieren.
Stephan
 
Qualifikation
FKP An / Int
Fachgebiet
Beatmung / Weaning
Böserwolf

Böserwolf

Unterstützer/in
Basis-Konto
29.09.2008
kassel
AW: [Sammlung] Rechtfertigungen, weshalb sich Kolleg/innen nicht berufspolitisch engagieren

Gewerkschaft:

7. die können doch nix machen
8. welche Gewerkschaft? Kenne keine
9. Hier ist keiner drin
10. Das kostet doch Geld, oder?
 
Qualifikation
Altenpfleger
Fachgebiet
Freiberufler
clemo

clemo

Unterstützer/in
Basis-Konto
05.10.2006
Hessen
AW: [Sammlung] Rechtfertigungen, weshalb sich Kolleg/innen nicht berufspolitisch engagieren

"Die Pflege kann doch sowieso nicht streiken, also kommt auch nix bei rum"
"Global gesehen geht es uns doch prima, never fix a running system"
 
Qualifikation
freigestellter PA
Fachgebiet
Klinik, interdisziplinär
F

Fuchs1205

Neues Mitglied
Basis-Konto
18.04.2007
35516
AW: [Sammlung] Rechtfertigungen, weshalb sich Kolleg/innen nicht berufspolitisch engagieren

Interessantes Thema! Da kenne ich auch ein paar Phrasen:
1. "Für mich tun die sowieso nichts."
2. "Ich will hier nur meine Arbeit machen"
3. "Früher war alles besser, da hat die ÖTV noch etwas für die Pflege erreicht."
4. "Das ist nur etwas für die Studierten." (Mitgliedschaft bei einem Berufsverband)
5. "Dann müsste ich ja ständig zu Fortbildungen gehen. Wer macht dann meine Arbeit?" (Freiwillige Registrierung)
6. "Das ist viel zu teuer - und außerdem steht da immer dasselbe drin." (Lesen einer Fachzeitschrift)
7. "Zwangsbeitrag? Dann steige ich aus dem Beruf aus. Das mache ich nicht mit." (Pflegekammer)
8. "Ich brauche keine Kammer, um gut zu arbeiten."

Bedauerlicherweise sind es auch gerade die jungen KollegInnen, die sich durch eine unkritische und unpolitische Haltung auszeichnen.
Hauptsache: Ein Job und am Ende des Monats kommt das Geld aufs Konto... Und wenn ich die Bedingungen bei dem einen Arbeitgeber nicht mehr aushalte, dann suche ich mir halt einen neuen. Für bessere Konditionen kämpfen möchte kaum jemand. Schade.

Ich bin gespannt auf die weiteren "Sammlungsergebnisse". :super:
 
Qualifikation
Krankenschwester, STL, Lehrer f. Pflegeberufe, Berufsbetreuer, Schulleitung
Fachgebiet
Schule f. Gesundheitsberufe in einer Fachklinik für Psychiatrie
Weiterbildungen
Krankenpflegeausbildung mit Examen, STL-Lehrgang, div. Führungskräfte-Trainings, QM-Assistent, WB zum Lehrer f. Pflegeberufe, Stressbewältigungstrainer, Fernlehrgang f. Berufsbetreuer,
leaving-the-moon

leaving-the-moon

Unterstützer/in
Fördermitglied
29.06.2011
Karlsruhe
AW: [Sammlung] Rechtfertigungen, weshalb sich Kolleg/innen nicht berufspolitisch engagieren

"das kann man hier an einem so kleinen Haus nicht machen, da ist man unten durch"
"Ich habe noch ein paar Jahre die krieg ich noch rum.."
"Ich bin noch ganz neu hier, da will ich nicht gleich unangenehm auffallen"
"Ich bin mit dem Gehalt eigentlich zufrieden (Teilzeitkraft, Haus, zwei Kinder, Mann in guter Position)
"Ich fände das schon gut wenn alle mal streiken würden" (heißt wenn alle streiken streike ich vielleicht mit)
"Gewerkschaft? Ich finde ja alle sollten einfach mal streiken" (Das ist ein wilder Streik und verboten und du bekommst nix, auch kein Streikgeld - das kommt dich teuere zu stehen als der Gewerkschaftsbeitrag - aber da eben nicht alle streiken bist du auf der Seite der guten und braucht weiter nix zu tun)
"Gewerkschaft, die hat noch nie was für mich getan"
"Das bringt doch eh nix, die Politiker sind sowieso ein verlogenes Pack"
"Den müssten einfach mal jemand sagen was hier so abgeht" (JEMAND, nicht ich!)
"Der Job ist schon stressig genug, da kann ich mich nicht auch noch engagieren"
"Was soll das bringen, ich kann doch eh nix beitragen"
"Die wissen doch was hier abgeht, warum ändert keiner was"
"Du musst verstehen, die Leute sind froh einen Arbeitsplatz zu haben" (ist ja auch schwer zu kriegen bei der Schwemme an arbeitslosem Pflegepersonal)
"Immerhin kriegen WIR noch Weihnachtsgeld" (da kann ich doch nicht womöglich mit Wissen meines AG demonstrieren gehen - sondern muss ihm dankbar zu Füßen liegen)
"Wenn ich mir da ne Erkältung hole beim Rumliegen auf dem Boden krieg ich vielleicht ne Abmahnung" (nein, du kannst auch im 4°c kalten Baggersee baden gehen, Paragliding machen und Mountainbike-Downhill)
"Ich bin ja hier der einzige, da macht sonst niemand mit" (genau, weil jeder mitmachen würde und keiner Anfangen"
"Den Betriebsrat bei uns kannste vergessen - und der ist in der Gewerkschaft - NE danke!"

... ... ... ...

- - - Aktualisiert - - -

Leute ich kriege ANGST:

Es werden so viele Pflegekräfte aussteigen, sobald die Zwangsbeiträge für die Pflegekammer zahlen müssen, dass die Pflege in Deutschland unmittelbar ins Mittelalter zurückfallen wird.
Wir verbleibenden Restidioten werden so gesucht sein , dass man uns die Bettpfanne vergoldet und einen roten Teppich ausrollt. ;-)


Ich schließe jede Wette ab, dass kaum einer deswegen den Beruf verlässt... Hauptsache mal laut getönt (das aber nur am Rande )
 
Qualifikation
PFK Intensiv und Anästhesie
Fachgebiet
Freiberufler, Intensiv und Anästhesie
Weiterbildungen
abgebrochenes Studium von anno dunnemal, FWB Anästhesie und Intensiv, FWB Stationsleitung, Peer Toutoring Kinaesthetics,
Christian Kröhl

Christian Kröhl

Administrator
Teammitglied
Themenstarter/in
25.06.2000
AW: [Sammlung] Rechtfertigungen, weshalb sich Kolleg/innen nicht berufspolitisch engagieren

Da es in diesem Beitragsfaden nur um das Sammeln der Aussagen geht, habe ich soeben alle Diskussionen hierzu in einem anderen Thread zusammengeführt: [Diskussion] Rechtfertigungen, weshalb sich Kolleg/innen nicht berufspolitisch engagieren | Pflegeboard.de .

Ein Kommentar unter den fortgeführten Rechtfertigungen ist völlig okay, aber Diskussionen bitte "drüben" führen, da das die Sammlung sonst schlicht zerfleddert.
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger für Anästhesie & Intensivpflege
Weiterbildungen
Fachkraft für Leitungsaufgaben in der Pflege
Studium
Gesundheits- und Sozialökonomie, Betriebswirtschaft (VWA)
Falada

Falada

Mitglied
Basis-Konto
17.11.2010
70374
AW: [Sammlung] Rechtfertigungen, weshalb sich Kolleg/innen nicht berufspolitisch engagieren

Viele der genannten Ausreden höre ich auch oft und auch welche wie:
"In kirchlichen Einrichtungen darf man doch nicht demonstrieren gehen...." :nono:
"Dann werden wir womöglich gemobbt..." :cry:
"Wenn alle mitmachen, bin ich dabei - aber es machen sowieso nicht alle mit ..." :ka:
"Ich hab mir an dem Tag schon was vorgenommen..." (es ist immer so)
"Ich muss ja leider arbeiten..." (sprich: Gott sei Dank bin ich zur Schicht eingeteilt...):pfeif:
"Es bringt ja eh nichts..." :sad:
"Das können wir eben nicht ändern...":(
"Du hast eben Mut, aber ich habe den nicht....":(
"Ich habe gehört, da waren das letzte Mal nur 4 Leute dabei... hat also gar keinen Sinn..." :(
"Wir haben schon so oft versucht, dass zu ändern, aber es geht eben nicht..."
"Das nächste Mal mache ich vielleicht auch mit. Ich schau diesmal nur wie's so läuft..." :innocent:
"In anderen Häusern/ auf anderen Stationen ist es noch viiiiiel schlimmer, da geht es uns noch echt gut...."
"Die Politik müsste eben was ändern...." (ich kann ja da eh nichts machen)
"Die Pflege müsste sich halt wehren..." (ich fange aber nicht damit an)
"Wir müssten mehr zusammenhalten..." (aber ich schaue lieber, wie ich mir Freiräume verschaffe)
"Wir müssten auch mal NEIN sagen..." (aber ich sage lieber aus Angst immer JA und jammere dann - ist ja auch viel leichter)
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Psychosomatik
Weiterbildungen
Praxisanleiter, Palliative Care, Entspannungstherapie
Morbus Bahlsen

Morbus Bahlsen

Unterstützer/in
Basis-Konto
25.11.2011
Leipzig
AW: [Diskussion] Rechtfertigungen, weshalb sich Kolleg/innen nicht berufspolitisch engagieren

Kommentar eines Freundes und Kollegen (den bringt er schon seit einem Jahr) ich engagiere mich nicht, weil ich noch keine Zeit hatte mir eine Meinung zu bilden und mich zu positionieren (Thema Pflege am Boden). In der Gewerkschaft ist er (wegen dem Rechtsschutz). Berufsverband: "So dicke hab ich es nun auch nicht"
 
Qualifikation
PDL
Fachgebiet
Heimbeatmung
Weiterbildungen
Krisenintervention, Ernährungsberatung, PDL, Mentor, Pflegeexperte außerklinische Intensivpflege
Christian Kröhl

Christian Kröhl

Administrator
Teammitglied
Themenstarter/in
25.06.2000
Qualifikation
Fachkrankenpfleger für Anästhesie & Intensivpflege
Weiterbildungen
Fachkraft für Leitungsaufgaben in der Pflege
Studium
Gesundheits- und Sozialökonomie, Betriebswirtschaft (VWA)
sophia65

sophia65

Unterstützer/in
Basis-Konto
05.11.2011
celle
AW: [Sammlung] Rechtfertigungen, weshalb sich Kolleg/innen nicht berufspolitisch engagieren

Zur Teilnahme einer Pflege am Boden Aktion: wir dürfen doch nicht zum Streik aufrufen....
Ich kann am Samstag nicht, ich muss putzen.
Dazu ist mir meine Freizeit zu schade.
Wir können doch sowieso nichts ausrichten, besonders, wenn nur so wenige da liegen. (Hm, ist klar, wenn keiner hingeht, passiert auch nichts).
Zum Thema Gewerkschaft/Berufsverband (da den meisten Kollegen der Unterschied nicht klar ist, fasse ich die Aussagen dazu zusammen):
Das kostet Geld und bringt nichts.
Die tun ja auch nichts für uns, warum sollen wir die bezahlen? (Auf die Antwort: Wenn mein AG mich nicht bezahlen würde, dann würde ich auch nicht für ihn arbeiten. Kam nichts mehr).
Sollen Die erstmal was für uns tun, dann trete ich auch ein.
Zum Thema Streik in der Charitè: Nja, das ist ein Krankenhaus, die können sich sowas leisten, wir können unsere Bewohner doch nicht allein lassen. Wer soll die denn versorgen.
 
Qualifikation
Ergotherapeutin
Fachgebiet
Seniorenheim
Examinierter Aktenpfleger

Examinierter Aktenpfleger

Aktionsbetreuung
Basis-Konto
01.07.2015
AW: [Sammlung] Rechtfertigungen, weshalb sich Kolleg/innen nicht berufspolitisch engagieren

Auch nicht schlecht, war das hier: "Flashmobs sind was für Teenies, ein Hauch von unkonkretem Revoluzzertum. Wo ist Euer klares Konzept, Forderungen, Konsequenzen? Den einzelnen Passanten von der Strasse bewegt ihr nicht. Die Masse der Pflegenden mobilisiert ihr nicht, weil die schon längst durchschaut haben, das Hinlegen niemals zum Aufstehen wird."

Ich finde das immer sehr erfrischend, wenn Leute Dinge kritisieren, ohne sich konkret informiert zu haben. Als jemand der Userin dann die entsprechenden Forderungen und bisher erreichten Ziele verlinkte, war Ruhe.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
AIP
Pflegeboard.de

Pflegeboard.de

Administrator
Teammitglied
05.07.2001
www.pflegeboard.de
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