Innere Medizin s.c.Infusionen

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Polly-Püppchen

Hallo zusammen,
ich habe eine Frage. Als wir auf Station (vor längerer Zeit) eine Kollegin bekamen, die vorher ein halbes Jahr im Altenheim gearbeitet hatte, dachte ich, sie veräppele mich, als sie mir erzählte, dass die dort s.c.Infusionen verabreicht hätten.
Nun lese ich in einem anderen Beitrag, wo das so ganz normal diskutiert wird ("lebensverlängernde Maßnahmen").
Bin ich zu Krankenhaus-verwöhnt, lebe ich auf einem anderen Stern?
Das muss doch höllisch weh tun, au, wird da das Gewebe nicht nekrotisch, zumindest blau, ich mein, das kann doch nicht gesund sein?!?!?!
Liebe Kollegen, klärt mich auf. Danke.
Gruß Sonja
 
Isis

Isis

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16.05.2005
2
Hallo Sonja,
die s.c.-Infusionen laufen sehr sehr langsam, es kommt nicht zu Nekrosen (habe ich jedenfalls noch nie erlebt) und es tut anscheinend auch nicht weh (okay, Selbstversuch steht noch aus, aber es hat bisher auch noch niemand über Schmerzen geklagt).
s.c.-Infusionen sind meistens der Weisheit letzter Schluss, wenn PEG nicht gewollt ist und der Arzt aber noch etwas tun möchte. Ich habe auch schon mal erlebt, daß ein Bewohner sich unter s.c.-Infusionen erholt hat. Scheint wohl so zu sein, daß die NaCl- oder Ringerlösung tatsächlich dem Körper verwertbare Flüssigkeit bringt - es dauert natürlich wesentlich (sehr wesentlich) länger als bei einer i.v.-Infusion, und mein Favorit ist das auch nicht. Ich habe auch nicht schlecht gestaunt, als ich das erste Mal eine s.c.-Infusion gesehen habe....
 
Qualifikation
Krankenschwester/Nachtwache
Fachgebiet
Altenpflegeheim
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[email protected]

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12.08.2005
63154
Hallo!

Ich muss sagen, dass es gar nicht mal so unüblich ist subcutane Infusionen zu legen in den Altenheimen sowie auch im mobilen Pflegebereich. Man muß schliesslich bedenken, dass in den Heimen kein Arzt vorort ist um Braunülen zu legen und Infussionen anzuhängen, denn eigentlich ist das ja eine ärztliche Tätigkeit.
Deshalb ist es für die Hausarzt so bequemer, da die s.c. Gabe in den Tätigkeitsbereich einer Krankenschwester/Altenpflegerin gehört und er dann auch aus der Verantwortung heraus ist.​
 
Qualifikation
ex. Krankenschwester
Fachgebiet
Altenpflege
marion45_de

marion45_de

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13.11.2005
Wiesbaden
Hallo!!!
Ich arbeite schon eine ganze weile in einem Altersheim und bei uns ist es sogar ärtzlich angeordnet bei einigen BW,wenn sie zu wenig trinken( wie immer) s.c. Infusionen zulegen.
Oder aber auch wie Isis schreibt>>>> letzte Lösung als Ersatz für eine PEG ! und wenn es ganz langsam eingestellt ist bekommen unsere mir anvertrauten Menschen kein Hämatom oder sonstiges.
LG MARION
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
Altenheim
M

Manu5959

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19.10.2005
Rosenheim
und bei uns ist es sogar ärtzlich angeordnet bei einigen BW,wenn sie zu wenig trinken( wie immer) s.c. Infusionen zulegen.
Hallo Marion, ich hoffe doch, das nicht nur in eurer Einrichtung eine s.c. Infusion mit ärztlicher Anordung erfolgt!

Wer macht sie denn ohne?????:blink:

Grüßle Manu
 
Qualifikation
KS,PA,WBL,stellv. PDL, Pain Nurse, Pain Nurse, Pall. care
Fachgebiet
Altenheim
Weiterbildungen
Leitung des Arbeitskreises zur Implementierung von Palliative care und des Hospizgedankens
U

ulscharte

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Hallo. Grundsätzlich legen wir s.c. Infusionen nach Arztanweisung im Akut- oder Bedarfsfall (je nachdem wie vorgegeben). Das geschieht bei uns recht häufig. Indikationen sind z.B.: Unfähigkeit zur bedarfsgerechten oralen Flüssigkeitsaufnahme. Negative Flüssigkeitsbilanz bei akutem Fieber, Durchfallerkrankungen, mittelgradige Dehyderation. Keine PEG oder i.v. Indikation. Hier im Altenheim ist es sehr praktikabel eine s.c. Infusion zu legen. Im KH ist meist ein Arzt da um Braunüle zu legen. Im Heim nicht. Wichtig bei s.c. Infusion ist aber das sie sehr langsam läuft. Lt. unserem Standard max. 10 - 20 Tropfen pro Minute. Grund: Im subcutanen Gewebe wird die z.B. Ringerlösung nur langsam ins venöse Venensystem übernommen. Somit muss vermieden werden das sich z.B. Ödeme bilden. Ebenso wichtig ist, dass beim Legen steril vorgegangen wird. Soltest du weitere Fragen hierzu haben, beantworte ich sie gern.
:thumbsup:
 
Qualifikation
Altenpfleger u. techn. Betriebswirt / QM-Trainer, Mikrosystemtechnologe
Fachgebiet
Medizin- u. Automatisierungstechnik / Qualitätssicherung / CIT-IPC-USA / Pflege nur noch im Nebenberuf
Weiterbildungen
Betriebsswirtschaft / Qualitätsmangement / Miktrosystemtechnologie (Medizintechnik / Elektronik)
marion45_de

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13.11.2005
Wiesbaden
Hallo Manu!!!
Natürlich immer mit ärtzlicher Verordnung,Hätte ich wohl nicht dazu schreiben brauchen ,aber man weiss ja nie!!!
Schönes We MARION
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
Altenheim
L

Lisy

Themenstarter/in
Hallo, in der ambulanten Pflege ist es das Mittel der Wahl. Sonst müßte jeder, der zu wenig Flüssigkeit aufnimmt ins krankenhaus. Wäre unbezahlbar und für für unsere Kunden auch nicht gut. Krankenhaus verwirrt nämlich die meisten.
Gruß Lisy
 
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Kuschelmaus

Neues Mitglied
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23.08.2005
27305
Hallo
auch in dem Pflegeheim in dem ich arbeite sind s.c. Infusionen....
Allerdings dann bei den Bewohnern, die sich bereits in einer Sterbephase befinden. Da muss ich dann sagen "muss das noch sein?" denn solche Flüssigkeitszufuhren strecken die Phasen nur unnötig und wenn ein Bewohner/Patient alle Funktionen einstellt (essen und trinken), weil er einfach nur sterben will, dann sollte das respektiert werden. Ich finde eine solche Therapie kann den AZ nur für kurze Zeit bessern, aber nicht auf Dauer!
Aber das sind halt die Götter in Weiss, die dann die Anweisung geben.

Kuschelmaus
 
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Krankenschwester
Fachgebiet
Bremen
Sonnensturm

Sonnensturm

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05.01.2006
63110
Verdursten ist ein schmerzhafter Tod.
 
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Krankenschwester
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K

Kuschelmaus

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23.08.2005
27305
Sicher ist verdursten ein grausamer Tot, aber bei Demenz ist es so, das diese Leute keinerlei Durstgefühl mehr haben und somit bei Einstellung aller Funktionen auch die Getränke ablehnen und somit signalisieren das sie sterben wollen. Wobei die meisten schon eine Patientenverfügung haben.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Bremen
Sonnensturm

Sonnensturm

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05.01.2006
63110
Auch bei Sterbenden ist eine Basisiversorgung verpflichtend. Dazu gehört Körperpflege, Zuwendung, Schmerzlinderung, Freihalten der Atemwege und Flüssigkeitszufuhr.

s ärztl. Richtlinien zur Sterbebegleitung v. 1997
 
Qualifikation
Krankenschwester
C

Claudia Andrea

Neues Mitglied
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25.05.2006
59581
Hallo
auch in dem Pflegeheim in dem ich arbeite sind s.c. Infusionen....
Allerdings dann bei den Bewohnern, die sich bereits in einer Sterbephase befinden. Da muss ich dann sagen "muss das noch sein?" denn solche Flüssigkeitszufuhren strecken die Phasen nur unnötig und wenn ein Bewohner/Patient alle Funktionen einstellt (essen und trinken), weil er einfach nur sterben will, dann sollte das respektiert werden. Ich finde eine solche Therapie kann den AZ nur für kurze Zeit bessern, aber nicht auf Dauer!
Aber das sind halt die Götter in Weiss, die dann die Anweisung geben.

Kuschelmaus

Zum Sterben braucht man Energie, und im Altenheim ist halt nicht immer ein Arzt da, habe bis dato nur positive Erfahrungen gemacht, und bevor ich jemanden in das Krankenhaus schicke, der dann auch noch mit Dekubitus zurückkommt ( Ich will nicht alle über einen Kamm scheren, aber bei 70% der HB die zurückkommen ist das bei uns in der Gegend so)
Gruß Claudia
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
Stationäre Altenpflege
G

GPP

Themenstarter/in
Hallo,
mal aus der Sicht eines Aufnahmepflegers gefragt:
wo punktiert Ihr?, mit was punktiert Ihr? wie fixiert Ihr? und wieviel wird an einer Punktionsstelle appliziert?
S.c. Infusionen sind speziell in dieser Jahreszeit ne tolle Sache. Auseinandergesetzt mit dieser Thematik habe ich mich jedoch noch nie.

Noch ne Frage: hat von Euch schon mal jemand eine Infektion dabei / danach erlebt? Wenn nein: könnte ja auch mal eine Alternative zur i.v. Infusion im KH dastellen.

Gerhard
 
Isis

Isis

Aktives Mitglied
Basis-Konto
16.05.2005
2
Hallo,
also, wir punktieren mit einem Butterfly (tja, wenn ich jetzt wüßte, welche Größe das ist. Es sind jedenfalls die grünen, aber ich guck' Samstagabend nochmal genau nach). Punktionsort ist entweder Oberschenkel (meistens mittig) oder der Bauch (etwa in Höhe des Bauchnabels bzw. etwas darunter und seitlich davon). Ich persönlich ziehe den Bauch vor, aber das kommt auch darauf an, ob der Bewohner dazu neigt, sich den Butterfly zu ziehen oder nicht. Wenn ja, dann ist der Oberschenkel der bessere Punktionsort.
Infektionen nach einer s.c.-Infusion habe ich noch nie gesehen (kenne das Verfahren seit 16 Jahren), es gibt allenfalls mal ein kleines Hämatom, wie es nach Insulin- bzw. Heparin-Injektionen vorkommen kann (wobei es bei Insulininjektionen ja auch nur selten Hämatome gibt, jedenfalls seltener als bei Heparin).
Werden s.c.-Infusionen an mehreren Tagen hintereinander angwendet, dann wird täglich die Punktionsstelle gewechselt, wobei pro Tag maximal 1000ml Ringerlösung an einer Stelle infundiert wird.
Vorgehen: Hände und Haut desinfizieren, Einstichwinkel 45° (bei s.c.-Injektion bevorzuge ich die Methode Hautfalte bilden und halten, Einstichwinkel 90°), dann Infusion langsam laufen lassen un überprüfen, ob sie überhaupt läuft (kann nämlich sein, daß es nicht klappt, hatte ich aber auch selten), dann einen Tupfer unter den Butterfly legen (damit kein Abdruck entsteht), ein Tupfer über dem Butterfly und mit Pflaster/Mefix/Fixomull/Leukosilk fixieren, beim fixieren nochmal genau schauen, ob die Infusion läuft.
 
Qualifikation
Krankenschwester/Nachtwache
Fachgebiet
Altenpflegeheim
G

GPP

Themenstarter/in
Danke Isis,
weißt Du, oder weiß eine / einer von Euch, wo ich das nachlesen kann?
Wenn wirklich keine Infektionen auftreten, dann hat diese Methode u.U. Vorteile gegenüber der i.v. Infusion...solange keine i.v. Medis infundiert werden müssen.
Wir sehen häufig, gerade bei dehydrierten Patienten, am 2. Tag entzündete Einstichstellen bei Venenverweilkanülen.
Wir steuern im Moment wieder auf nen heissen Sommer zu...

Gerhard
 
M

Manu5959

Aktives Mitglied
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19.10.2005
Rosenheim
Qualifikation
KS,PA,WBL,stellv. PDL, Pain Nurse, Pain Nurse, Pall. care
Fachgebiet
Altenheim
Weiterbildungen
Leitung des Arbeitskreises zur Implementierung von Palliative care und des Hospizgedankens
Monika58

Monika58

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26.09.2005
Bonn
Wenn wirklich keine Infektionen auftreten, dann hat diese Methode u.U. Vorteile gegenüber der i.v. Infusion...solange keine i.v. Medis infundiert werden müssen.


Gerhard
Ich kann Dir auch keine echte Quelle benennen, stimme aber Isis zu .... s.c.- Infusionen kenne ich seit fast 30 Jahren und habe als Komplikation "lediglich" erlebt, dass es zu massiven Ödemen kam -- was aber auf einen Anwendungsfehler, nicht auf die Methode an sich zurückzuführen war und ist.

Die s.c.-Infusion zur Flüssigkeitssubstitution kam aus der Mode, als die Industrie wunderbare, unfehlbare, praktische und innovative (auf Erkenntnissen aus der Raumfahrt basierende) Produkte zur i.v.-Dauertherapie auf den Markt brachte.

Nicht alles, was alt ist, ist automatisch schlecht :wink:

Gruß
Monika
 
Qualifikation
Lehrerin für Pflegeberufe, Qualitätsmanagerin
Fachgebiet
Leiterin Fachseminar für Altenpflege
G

GPP

Themenstarter/in
Dankeschön...

Ich hab am Montag eh einen Termin mit unserem IBFler... werde mal die entsprechende Fortbildung anregen

Grüße aus Mannheim

Gerhard
 
U

UlrichFürst

Themenstarter/in
habe als Komplikation "lediglich" erlebt, dass es zu massiven Ödemen kam -- was aber auf einen Anwendungsfehler, nicht auf die Methode an sich zurückzuführen war und ist.
Darf ich mal dumm fragen, wie man das ohne Ödem macht? Dazu muss ich gleich mal anmerken, dass ich das bis vor kurzem auch als "mittelalterliche Foltermethode" eingestuft hätte. Üblicherweise laufen doch s.c. deutlich weniger als 100 ml rein, dann ist Ende :confused:
Falls irgendwie tatsächlich 1 Liter ins s.c.-Gewebe läuft, was verhindert denn dann eine Ödembildung mit der Größe von, naja, ungefähr einem Liter?:confused::confused:

Ulrich
P.S. ich kenne "s.c.-Infusion" nur von paragegangenen Venenverweilkanülen...
 
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