Runterstufen, um eine Kündigung zu verhindern?

S

Suseline

Hallo!
Einem schwerbehinderten Kollegen sollte gekündigt werden. Nun hat man ihm den Vorschlag gemacht, dass er einen neuen Vertrag als Altenpflegehelfer bekommt, also runtergestuft wird und die Arbeit, die ihm die Kündigung eingebracht hat nicht mehr ausführen muss.
Er ist seit zwanzig Jahren examinierter Altenpfleger und er soll sich bis Montag entscheiden.
Was meint ihr?
Susi
 
K

Kalimera

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Hallo!
Einem schwerbehinderten Kollegen sollte gekündigt werden. Nun hat man ihm den Vorschlag gemacht, dass er einen neuen Vertrag als Altenpflegehelfer bekommt, also runtergestuft wird und die Arbeit, die ihm die Kündigung eingebracht hat nicht mehr ausführen muss.
So ganz verstehe ich nicht, was Du meinst mit:" ....und die Arbeit, die ihm die Kündigung eingebracht hat nicht mehr ausführen muss."

Eine Meinung dazu kann ich, auf Grund der fehlenden Hintergründe, kaum äußern. So leicht kann man einem Schwerbehinderten nicht kündigen, also müssten da schon schwerwiegende Gründe vorliegen, so dass auch die MAV zustimmt.
So ein bisschen liest es sich, als wenn man ihm gewisse Verantwortung nicht mehr übertragen kann/mag, ihn aber als Arbeitskraft weiter beschäftigen möchte, allerdings für weniger Geld.
Was möchte denn der Kollege überhaupt?
 
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haduloha

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...Einem schwerbehinderten Kollegen sollte gekündigt werden. Nun hat man ihm den Vorschlag gemacht, dass er einen neuen Vertrag als Altenpflegehelfer bekommt, also runtergestuft wird...
Hallo Suseline,
war das Integrationsamt und die MAV beteilgt?
Ein Arbeitgeber kann einem Schwerbehinderten nicht ohne Beteiligung des Integrationsamtes kündigen.
Wenn er es trotzdem macht, dann
hält eine solche Kündigung (auch eine Änderungskündigung) vor keinem Arbeitsgericht stand!
Der Arbeitgeber hätte eigentlich schon im Vorfeld (vor der Erwägung einer Kündigung) die betrieblichen Möglichkeiten zu einem Wechsel der Einsatztätigkeit auf gleichem Anspruchs- und Lohnniveau geprüft und mit dem Mitarbeiter besprochen haben sollen.
Hat er das getan?

und die Arbeit, die ihm die Kündigung eingebracht hat nicht mehr ausführen muss.
Das Integrationsamt verfügt über Finanzmittel, die dem Arbeitgeber zur Verfügung gestellt werden können, wenn er von einer Kündigung absieht und den Mitarbeiter weiter (wenn auch eingeschränkt und /oder herabgestuft bezahlt).
Das heißt der Arbeitgeber kann als Dauerleistung (!) bis zu 75% des Bruttolohnes als Zuschuß erhalten.

Ich an der Stelle Deines Kollegen würde auf eine Beteiligung der MAV und des Integrationsamtes bestehen und keine Kündigung akzeptieren bis nicht ein gemeinsames Gespräch geführt wurde.
Hier soll das Integrationsamt dem Arbeitgeber ein Angebot zur Förderung unterbreiten.

Gruß
haduloha

 
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Clavius

Clavius

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Hallo!
Einem schwerbehinderten Kollegen sollte gekündigt werden.
Schwerbeschödigte unterliegen einem besonderm Küngigungsschutz nach SGB IX. Eine Kündigung ist nur dann wirksam, wenn das Integrationsamt zustimmt. Das tut das Amt nur bei verhaltensbedingten oder betriebsbedingten Kündigungen. Eine Kündigung wegen der Arbeitsminderung durch seine Schwerbeschädigung ist ausgeschlossen.
Alles andere kann ich wegen der etwas dürftigen Fallschilderung zur Zeit nicht als Tipp schreiben.
Bitte kläre uns über die Hintergründe des Falls auf!
Überigens ist eine Herabgruppierung in der Regel eine Änderungskündigung, und unterliegt ebenfalls dem Kündigungsschutz.

Grüsse von Clavius
 
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Suseline

Hallo!
Vorweg: das Integrationsamt wurde eingeschaltet, die MAV hat der Kündigung zugestimmt, die Abstimmung innerhalb war zwei zu eins gegen den Kollegen. Ein Gespräch mit dem Kollegen und der MAV gab es nicht, mit der Führungsetage schon, dabei ging es aber nur um die "Tatumstände", eine Lösung wurde dabei nicht gesucht.
Der Kollege hat Fehler beim Medikamentenstellen gemacht, wobei die Richtigkeit der Prüfung, die Umstände die zum Fehler geführt haben bei sämtlichen Gesprächen zwar diskutiert, aber als wenig relevant betrachtet wurden. Der Mann vom Integrationsamt sagte, er müsse das Kündigungsbegehren daraufhin prüfen, ob es etwas mit der Behinderung zu tun haben könnte und das müsse er im Vorliegenden Fall verneinen. Er könne höchstens eine Empfehlung aussprechen, dass beim Arbeitgeber Anteile von Organisationsverschulden vorgeworfen werden können, aber der Kollege habe die Fehler nun mal gemacht und diese Tatsache könnte er nicht wegdiskutieren.
Wir streiten nun aber schon die ganze Zeit wegen der Bedingungen der Medikamentenrichterei (anderes Thema) und der Gefahrengeneigtheit wegen des Umfangs dieser Tätigkeit.
Wir bitten seit vielen Monaten um eine Umststrukturierung der Tätigkeit des Medikamentenstellens und außer vermehrten Kontrollen hat sich nichts geändert.
Die Kündigung soll übrigens verhaltensbedingt begründet sein.

HADULOHA: Wo kann ich das nachlesen mit den Zuschüssen?

SIGJUN: Der Kollege soll sich zum Pflegehelfer herunterstufen lassen, dann bräuchte er keine Medikamente mehr zu richten.

Ich bin der Meinung, der Kollege soll es drauf ankommen lassen und die Kündigung vorm Arbeitsgericht prüfen lassen. Ein Rechtspfleger von Verdi der mit dabei war meinte, das Arbeitsgericht würde eine stärkere Gewichtung auf die Umstände die zum Grund der Kündigung geführt haben legen und zweifelsfrei kann man dem Kollegen die Fehler einfach nicht nachweisen.
Und: in dubio pro reo!

Gruss
Susi
 
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haduloha

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HADULOHA: Wo kann ich das nachlesen mit den Zuschüssen?
Die genauen Rahmenbedingungen zu solchen Förderungen kannst Du vom Integrationsamt bekommen.

Ich weiß von dieser Möglichkeit nur, weil ich einen Patienten hatte, der aufgrund seiner Psychose sowie seines Krampfleidens (Hauptdiagnose für die 80%ige Schwerbehinderung ist das Krampfleiden) und der resultierenden Leistungsminderung gekündigt werden sollte.

Bei dem Gespräch mit Arbeitgeber etc. war ich mit anwesend und da hat das Integrationsamt die 75%ige Förderung zugesichert, wenn der Arbeitgeber das Kündigungsbegehren aufgrund der Leistungsminderung gegen eine Fortsetzung der Beschäftigung bis zum Eintritt in die Altersrente umwandelt.

Er musste dann aber dennoch eine Gehaltskürzung hinnehmen, weil er aufgrund der Epilepsie keine Maschinen mehr bedienen durfte und folglich nur deutlich geringer qualifiziert einsetzbar war.

Zu Deiner Schilderung:
Für MICH, liest sich das Ganze etwas komplexer, geradezu so als wolle man diesen Mann "los" werden oder "abschieben".
Medikamente falsch zu stellen ist weder ein Kapitalverbrechen noch (aus meiner Sicht) ein rechtfertigender Grund eine Kündigung auszusprechen.
Die Durchführungsverantwortung liegt doch eindeutig bei der Pflegekraft, die die Medikamente an die Bewohner austeilt.
Ich verteile als examinierte Pflegekraft doch keine Medikamente, bei denen ich nicht geprüft habe, ob sie in Dosis und Applikation der Verordnung entsprechen.
Egal wer die Tabletten stellt, ich zeichne dafür ab, ich bin verantwortlich!

Gruß
haduloha

P.S. Wolltest Du nicht schon lange dort weg sein....:kopfkratz:
 
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Barbara*

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Hallo!
Dein Kollege sollte sich schnell einen Anwalt mit dem Schwerpunkt "Arbeitsrecht" suchen und den Personalrat/Betriebsrat oder den Gewerkschaftsvertreter einschalten bzw. um Rat fragen !!!
Grüße!
Barbara*
 
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mirko123

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hallo,
der kollege sollte sofort mit der gewerkschaft reden, die freuen sich über solche fälle. wenn er mitglied ist, fällt das unter die vertretung des sozialrechts. ansonsten sofort zum betriebratr. wenn ihr weniger als 5 schwerbehinderte habt. wenn ihr einen "kette" (casa reha oder sowas) könnt ihr auch mit weniger als 5 schwerbehinderten bilden, als übergreifende schwerbehindertenvertretung. dann braucht ihr nur 5 für das ganze unternehmen. ansonsten der kündigung wiedersprechen, der betriebsrat muß sofort wiedersprechen.
mirko
 
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Sonnensturm

Sonnensturm

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Hallo, bei dieser Kündigung geht es doch, dem Anschein nach zumindest, nicht nicht um die Behinderung.
Wurde vom Integrationsamt bestätigt.
MAV hat der Kündigung zugestimmt.
Ohne mit dem "Täter" zu sprechen?:mad_2:
Bleibt also nur noch Anwalt und/oder Gericht.

Ach, war es ein einmaliger Fehler oder machte er immer wieder den gleichen?

:angry: Wassermann
 
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Christian Kröhl

Christian Kröhl

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Hallo Suseline,

noch einmal eine Frage dazu - der Kollege wird auf Grund einer einmaligen Verfehlung mit Kündigung bedroht? Gab es im Vorfeld denn bereits Abmahnungen wegen der gleichen Fehlleistungen ?

Es beißt die Maus dem Ganzen tatsächlich wirklich nicht den Faden ab, aber Dein Kollege kommt nicht umhin sich arbeitsrechtlich beraten zu lassen. Nicht nur das dieses "Angebot" als Altenpflegehelfer beschäftigt zu sein ihm zusätzliche Nachteile bringt und finanziell deutlich schlechter stellt - und ich vermute weit über den Geldwert des "Medikamenten richten" hinaus.
Zum anderen hat sich die Heimaufsicht doch bereits bei Deinem/Eurem Problem
des Medikamente richtens und der Umstände eingeschaltet. Was ist denn dabei heraus gekommen und was wurde seitdem durch das Haus an QS-Maßnahmen umgesetzt ? Oder ist heute wieder alles buisseness-as-usual und das ganze erneut ein Tabu-Thema ?

Wenn ich das richtig verstanden habe, soll ein im Grunde beinahe unkündbarer Kollege auf Grund einer einmaligen Verfehlung, der - bekanntermaßen - ein hoher Grad an Organisationsverschulden zu Grunde liegt, hierfür belangt und gekündigt werden. Alternativ hierzu wird der Kollege durch das Haus vor dem Hintergrund der angekündigten und in die Wege geleiteten Kündigung zum Abschluß einer Änderungskündigung und vertraglichen Neugestaltung genötigt, die ihn in allen Bereichen zum Nachteil gereicht.

Sofern sich das mit den Tatsachen deckt, ist die Frage ob er sich derart eingeschüchtert darauf einlassen soll, hinfällig. Ich schicke Dir per PN die Adresse einer Fachanwältin für Arbeitsrecht, die ich aus eigener Erfahrung vollumfänglich weiterempfehlen kann und rate Deinem Kollegen nachdrücklich, sich - mit der Fristsetzung bis Montag vor Augen - umgehend (!!) von ihr oder einem anderen Fachanwalt für Arbeitsrecht beraten zu lassen.

Gruß,
Christian.
 
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Gesundheits- und Sozialökonomie, Betriebswirtschaft (VWA)
S

Suseline

Hallo Christian,
es war keine einmalige Verfehlung, es geschah angeblich im vergangenen Jahr, dass er ein Opiat mit der normalen Medikation gerichtet haben soll und jetzt im Januar, wo man ihm zwei Richtfehler nachgewiesen hat. Ein Fehler war ein H2-Blocker, den er anstatt abends am morgen gerichtet hat und beim anderen Fehler hat er angeblich nur drei Tage der Woche gerichtet, obwohl genug Tablettenvorrat da war.
Diese Geschichte hat mit meinen Vorfällen nur das gemein, dass meine Abmahnung ebenfalls zu diesem Zeitpunkt entstand, ich hatte mit ihm gemeinsam Dienst.
Zur anderen Geschichte, da ist noch nichts passiert. Die Heimaufsicht, der medizinische Dienst waren im Haus, die Staatsanwaltschaft ist angeblich informiert worden und es läuft Strafantrag gegen Unbekannt.
Inzwischen werden jede Schicht (also vier mal) jeweils eine Portion der Medikation eines Bewohners kontrolliert, beim Vorkommen eines Fehlers erfolgt eine Meldung an die PDL, daraufhin folgt in der Regel die Sanktion. Ich habe zu meiner Abmahnung einen Kommentar (auf Anraten von Verdi) beilegen lassen.
Beim Kollegen ist der allgemeine Eindruck hier schon richtig, man will ihn loswerden und er ist zu 80% schwerbehindert. Das Integrationsamt ist ihm keine wirkliche Hilfe, zumal er mitbekommen hat, dass der Herr vom Amt sich mit unserer Geschäftsführung geduzt hat. Kann man die Entscheidung des Integrationsamtes eigentlich auch von Seite des Betroffenen anzweifeln und von einem zweiten Mitarbeiter überprüfen lassen?
Ich habe dem Herrn auch gesagt, dass dieses Kündigungsbegehren meiner Meinung nach ein willkommener Grund für unseren AG ist den Kollegen los zu werden. Wenn er da zustimmt, macht er für uns Mitarbeiter eine Tür zur Hölle auf. Wenn ich z. B. noch einen Fehler mach, bin ich die Nächste ...
Die Karte von Fr. Mittländer habe ich noch! :eek:riginal:
Lieben Gruss
Susi
Ich werde dem Kollegen deine und die anderen Infos zukommen lassen, soweit ich weiss, hat er keine Rechtschutzversicherung, könnte sich aber vielleicht doch mal ne Rechtsberatung leisten.
Mir kommt dieses Angebot der Runterstufung zu seiner Sicherheit auch a bissi komisch vor, aber ich konnte nachlesen, dass es ab und zu mal angewand wird, um jemanden die Arbeitslosigkeit zu ersparen.
Und ich bin der Meinung, er hätte eine reele Chance, vor Gericht zu gewinnen, die Organisationsfehler sind einfach zu schwer, als dass die Fehler zu einer Entlassung führen dürften. Seit damals kontrollieren wir uns übrigens gegenseitig beim Richten und die Fehlerquote ist stark gesunken, bzw. "eigentlich" dürfte es keine Fehler mehr geben. Die Möglichkeit für Terroristen etwas an den Medis zu verändern ist meiner Meinung nach eine Idee schwieriger geworden, weil die Schrankschlüssel in einem Tresor mit Nummernschloss aufbewahrt werden, eine Entnahme wird dokumentiert. Allerdings findet sich immer ein Grund an den Tresor zu gehen, dort werden auch die Opiate gelagert.
Nach meinem Geschmack ist einfach noch nicht genug Tacheles geredet worden.
 
S

Sittichfreundin

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Zitat von Suseline:
Hallo Christian,
es war keine einmalige Verfehlung, es geschah angeblich im vergangenen Jahr, dass er ein Opiat mit der normalen Medikation gerichtet haben soll und jetzt im Januar, wo man ihm zwei Richtfehler nachgewiesen hat. Ein Fehler war ein H2-Blocker, den er anstatt abends am morgen gerichtet hat und beim anderen Fehler hat er angeblich nur drei Tage der Woche gerichtet, obwohl genug Tablettenvorrat da war.

Suseline, das ist doch alles kein Kündigungsgrund! :spinner: Ich bin ziemlich entsetzt! :mad:
Erstens ist es, wie Christian schreibt, in erster Linie ein Organisationsverschulden. Zweitens sind solche Fehler bei immer höher werdenden Arbeitsbelastungen und Personalmangel kein Wunder. Drittens haftet ein Mitarbeiter i.d.R. bei gefahrengeneigter Arbeit bei leichter Fahrlässigkeit überhaupt nicht!
Der Mitarbeiter muß der Kündigung schriftlich widersprechen und dringend Rechtsberatung suchen! Eine Kündigungsschutzklage muß innerhalb von 3 Wochen nach Zugang erhoben werden!
 
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mirko123

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wie kann die mav es wagen, der kündigung zustimmen????
die mav sollte nie und nimmer irgendeiner kündigung zustimmen. egal was passiert ist.
mirko
 
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Suseline

Ich bin auch in der MAV und habe gegen die Kündigung gestimmt. Leider wurde ich von meinen Kolleginnen (wir sind zu dritt) überstimmt. Begründet wurde es damit, dass die MAV Sorge für alle MA zu tragen habe und nicht nur für den Einzelnen. Man habe sich schon immer mal wieder über den Kollegen ärgern müssen und nun wär mal Schluss.
Der betroffene Kollege ist seit 14 Jahren im Haus und kann einen schon zur Weissglut bringen, er ist hibbelig und wie ein Quecksilber, kann schon manchmal tierisch nerven. Er kam vor Jahren vom Tagdienst in die Nachtwache, weil er da "weniger anstellen kann". :rolleyes:

Damals war er oft krank, das war zu der Zeit, als er seine HIV Infektion geoutet hatte. Inzwischen ist er diesbezüglich stabil, ist ansonsten wie er halt ist, aber ich finde, er nervt nicht weniger oder mehr als manche andere Kollegen auch, vielleicht ab und an auch ich.
Jeder steht mal im Fadenkreuz und das geht auch wieder vorbei.
Bei ihm meint man es aber scheinbar bitterernst.
Ich danke euch für die Hinweise. Gut gefällt mir das mit der gefahrengeneigten Arbeit und wie die Fahrlässigkeit definiert wird.
Die anderen Kollegen sind auch sehr erschrocken über die Vehemenz der Geschäftsführung und drücken ihm die Daumen.
Ich denke auch manchmal, dass dieser Fall nicht sehr einfach ist. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass egal wie der Kollege gestrickt ist - es einfach nicht geht, einen Grund für eine Kündigung zu suchen, oder zu konstruieren?
Einige Vorfälle in den letzten Monaten lassen leider diesen Gedanken aufkommen und schon aus dem Grund dürfen die damit nicht durchkommen.
Liebe Grüsse
Susi
 
S

Suseline

Hallo!
Der Kollege hat sich heute dazu entschieden das Angebot der Runterstufung nicht anzunehmen und für den Fall das die Kündigung dann tatsächlich ausgesprochen wird, den Sachverhalt vom Arbeitsgericht prüfen zu lassen.
Diese Entscheidung hat er gemeinsam mit einem Mitarbeiter der Rechtsabteilung bei Verdi getroffen und nach dessen Meinung sind die Chancen für ihn gut.
Nun heisst es warten ...
 
R

romana

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Ostrach
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Hallo Suseline !

Ich drücke Dir und Dem Kollegen die Daumen !

Liebe Grüße !

Romana
 
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Bin Praxisanleiterin und MAV
Weiterbildung Stationsleitung mit Zusatzqualif. QMB
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Jungsmama4

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Hallo Suseline,

halt uns mal auf den laufenden, wie die Sache ausgeht
 
Qualifikation
Altenpflegerin
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Alten- und Pflegeheim
S

Suseline

:tanz::tanz::tanz::tanz::tanz:

1:0 für uns!

Liebe Kollegen,
mit Freude darf ich euch verkünden, dass das Integrationsamt die Zustimmung zur Kündigung des betroffenen Kollegen versagt hat.
Nun gibt es noch die Möglichkeit des Arbeitgebers das Kündigungsbegehren vor dem Arbeitsgericht durchzukriegen, aber ein erster (kleiner) Sieg ist errungen.

Liebe Grüsse
Susi
 
Christian Kröhl

Christian Kröhl

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Studium
Gesundheits- und Sozialökonomie, Betriebswirtschaft (VWA)
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