Arbeitsrecht Rückforderung des AG

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egria

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Ich brauche dringend mal ein paar Meinungen zu folgendem Szenario:
Eine AN auf 32-h-Basis hat viele Überstunden und wird "hochgestuft" auf 40h um die Ü-Stunden abzubauen (ist so üblich). Sie arbeitet aber weiter 32h. Als die Ü-Stunden soweit abgebaut sind, gibt die SL einen Antrag auf "Runterstufung" auf 32h an den Geschäftsführer. Dieser nimmt dies zur Kenntnis, unterschreibt auch, dass die AN wieder für 32h bezahlt wird und alles ist angeblich in Ordnung. Die AN vertraut auf die Angabe des GF und prüft ihre Gehaltsabrechnung nicht wirklich nach. Nach ca 1 1/2 Jahren fällt der Buchführung auf, dass dieselbe AN weiter für 40h bezahlt wird, obwohl sie ja nur 32 h leistet. Die vom GF unterschriebene "Runterstufung" ist aus unerfindlichen Gründen nicht bei der Buchhaltung gelandet:mad_2:.
Nun soll die AN den Schaden durch diese Überbezahlung wieder gutmachen bzw. abarbeiten:spinner:. Doch sie ist doch eigentlich nicht wirklich Schuld, oder? Sie hat schließlich in gutem Glauben gehandelt. Was meint ihr dazu?
 
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Teetrinkerin

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AW: Rückforderung des AG

Hallo Egria,
ist diese Arbeitnehmerin bei einem öffentlichen/kirchlichen oder privaten AG angestellt?
Beim öffentlichen oder kirchlichen wäre es nämlich so, dass sie vermutlich nur bis zu einem halben Jahr zurückzahlen müsste. Das nennt sich Ausschlussfrist.
Allerdings erlaube mir bitte die Annahme, dass es mir nicht besonders glaubwürdig erscheint, wenn ein AN über 18 Monate hinweg niemals auf seine Abrechnung schaut! Ich prüfe auch nicht akribisch jeden Monat, aber mir fällt es schon auf, wenn ich z.B. viele Nächte oder Feiertage habe und dadurch ein etwas höheres Netto als sonst rauskriege. Und der Unterschied von 32 auf 40h macht sich - wenn auch nicht exorbitant - bemerkbar.
Allerdings müsste man vermutlich der AN den Vorsatz nachweisen und auch der AG hat da gewaltig geschlampert.
Im Zweifelsfall würde ich mich erkundigen wegen der Ausschlussfrist und dem AG dann Ratenzahlung anbieten.
Ich habe das schon erlebt, dass vor ewigen Zeiten über zwei Jahre ein zu hoher Ortszuschlag bezahlt wurde, als es bemerkt wurde, musste die Kollegin nur ein halbes Jahr zurückgeben.
Viel Glück!
 
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egria

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AW: Rückforderung des AG

Hey Teetrinkerin,

danke für den Hinweis auf die Ausschlussfrist.
Sie ist bei einem großen Verein angestellt. Ihr Einkommen hier ist sehr niedrig, der Unterschied zwischen dem Netto bei 32h und dem bei 40h ist bei ihr nicht wirklich groß (etwa 150€). Sie hat sich überhaupt keinen Kopf gemacht. Ich glaube ihr das auch, denn sie ist in der Beziehung nicht die Hellste. Sie hat einfach geglaubt, dass das alles so seine Richtigkeit hat und leider nicht nochmal nachgefragt.
Ich selbst versuche ihr da ein wenig zu helfen.
 
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Krankenschwester, stellvertretende PDL
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Teetrinkerin

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AW: Rückforderung des AG

Hallo Egria!
Unkenntnis schützt vor Strafe nicht, mal so nebenbei.
Allerdings kommt mir der Unterschied zwischen den beiden Gehältern sehr gering vor. Bei meinem Arbeitgeber haben examinierte Fachkräfte in Vollzeit ein Brutto von 2600.- und eine Teilzeitkraft mit 32 Stunden ein Brutto von 2100.-.
Wenn da echt nur ein Unterschied von 150.- ist, scheint ihr aber insgesamt nicht sonderlich gut zu verdienen?
Naja, ich wünsche euch viel Glück, aber ich würde vermuten, sie muss zurückzahlen.
Mal eine andere Frage: wenn das Überstunden abbummeln bei euch mit Höhergruppierungen gemacht wird, was sagt denn da euer Betriebsrat oder die MAV dazu? Ich bin mir nicht sicher, ob das ein gängiges Mittel zum Überstundenabbau ist.
Welcher Tarifvertrag gilt für euer Haus?
 
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traveler

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AW: Rückforderung des AG

Hallo,

Forderungen gegenseitig, sind nur bis zu einem Zeitraum von 6 Monaten rückwirkend möglich.

Gruß
 
Qualifikation
GuK, Lehrer, Sozialbetriebswirt FH
Fachgebiet
Angestellt
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