Allgemeinchirurgie Rückenmarkschwellung nach OP

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Hallo,

meine Patentante wurde vor einer Woche an der HWS operiert, sie bekam 2 Platinen eingesetzt, sollte bei normalen Verlauf nach 4 Tagen in die Reha.
Nach der OP hatte sie höllische Schmerzen und ist vollkommen gelähmt. Dieser Zustand hat sich auch innerhalb einer Woche nicht gebessert.

Meine Frage: ist es "normal", dass eine Rückenmarksschwellung auftreten kann, d.h. ohne, dass durch den Chirurg eine Verletzung verursacht wurde? Es ist ein MRT gemacht worden, keine Einblutung vorhanden.

Wir sind uns darüber klar, dass - je länger dieser Zustand dauert - die 100% Wiederherstellung schwieriger wird.

Hat jemand Erfahrungswerte?

Operiert wurde sie in Bad Ems.

Danke für eure Einschätzung.
 
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AW: Rückenmarkschwellung nach OP

Generell reagieren Gewebe auf Reizung mit Schwellung.
Es gab keine Duraverletzung?
Kein Druck von irgendwelchen Schrauben auf das Gewebe?

So ganz ohne Grund und ohne geärgert zu werden schwillt auch kein Rückenmark.

Tetralogie für eine ganze Woche hört sich nicht gut an. Meiner Erfahrung nach wird viel operiert an der Wirbelsäule und irgendwie habe ich den Eindruck, wenn da irgendwie nicht alles ganz nach Plan läuft (und 4-5 Tag KH und dann Reha ist durchaus realistisch bei komplikationslosem Verlauf) stehen alle ein bißchen hilflos da und es passiert erst mal nicht viel. Habe häufig genug erlebt, dass höllische Schmerzen nicht ernst genommen wurden nach neurochirurgischen Eingriffen - Leider! Insgesamt ist mein Vertrauen in die Neurochirurgie nicht das Größte - würde mich selbst nur operieren lassen, wenn es keine andere Möglichkeit (konservative Therapie + SCHMERZMITTEL) mehr gibt.

Ich wünsche deiner Tante nur das allerbeste - Ratschläge habe ich leider gar keine.
 
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Christian Kröhl

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AW: Rückenmarkschwellung nach OP

Generell reagieren Gewebe auf Reizung mit Schwellung.
Es gab keine Duraverletzung?
Kein Druck von irgendwelchen Schrauben auf das Gewebe?
So ganz ohne Grund und ohne geärgert zu werden schwillt auch kein Rückenmark.
Um einen Neurochirurgen aus einer ehemaligen Klinik sinngemäß wiederzugeben:
"Man wartet solange ab, bis sich in bildgebenden Verfahren eine Ursache erkennen lässt. Jetzt explorativ einen Second-Look durchzuführen, lässt sich weder dem Professor noch dem Patienten schmackhaft machen, erzeugt erhebliche Zusatzkosten und versaut dann auch noch die OP-Statistik."

Wie LTM schon schreibt, es gibt bei einer reinen Verplattung nicht viele Gründe, weshalb eine Tetraplegie oder solche Schmerzen auftreten sollten. Irgendwas muss also "ausserplanmäßig" verletzt worden sein. Als Reflexhandlung wird man anzunehmend jetzt hochdosiert Cortison verabreichen und auf eine Abschwellung hoffen. Das Nervengewebe eben Einmalgewebe ist und dauerhafter Druck zu irreversiblen Schäden führt, ist ja nun nicht neu. Nach einer ganzen Woche unveränderter Symptomatik sollte aber längst Ende der Fahnenstange und interveniert worden sein..

Vielleicht können die Kolleg/inen aus der NC hier ihre Erfahrungen mal einbringen. Gibt ja eine ganze Reihe von euch hier im Forum.
 
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AW: Rückenmarkschwellung nach OP

Danke schon mal.
Ja, Cortison bekommt sie.
Habe heute gelesen, dass ggf. auch die Implantate wieder entfernt werden, um den Druck zu mindern und dann wieder eingesetzt werden.

Da sie Ausfallerscheinungen hatte (Arm und Hand) war eine OP die letzte Möglichkeit.

Was wäre denn jetzt eine sinnvolle Maßnahme? Einfach nur abwarten macht sie und uns wahnsinnig, vor allem wenn wir an die Folgen denken:sad:

Wir haben in der Nähe auch eine Klinik mit einem guten Ruf, ich dachte schon daran, dass man den dortigen Spezialisten mal kontaktiert, denn diese Klinik ist für die Reha-Maßnahme ausgesucht worden. Wie kommt das bei den Ärzten an? Man will ja nichts unterstellen, aber die Ungewissheit ist schon schwer auszuhalten.
 
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AW: Rückenmarkschwellung nach OP

Ob Second-Look oder Ausbau, es birgt beides Risiken in sich. Persönlich würde ich vermutlich den Ausbau favorisieren und in Kauf nehmen, dass ich bei einem zukünftigen Eingriff mit Komplikationen durch Narbengewebe im OP-Gebiet rechnen muss. Allerdings wäre das vermutlich das, womit am ehesten (d.h. schnellsten) ein Rückgang der Symptomatik einhergehen würde und weiterer Schaden von den Nervenbahnen ferngehalten würde.

Second-Look ist ein zweischneidiges Schwert. Man kann (und sollte!) die Ursache finden (eingeschraubter Nerv, gequetschter Nerv zwischen Platte und WK, etc, etc), was klar die beste Lösung wäre. Findet man nichts, bliebe alles beim alten. Ob man die Ursache letztlich beseitigt hat, stellt man eben erst dann fest, wenn der Pat. wieder wach und ansprechbar ist. Bei fortbestehender Symptomatik dann jedoch ein drittes Mal die gleiche zu operieren, mit Aussicht auf die vierte notwendige zum korrekten Wiedereinbau nach Abheilung Monate später,.. Günstig ist anders.

Klinikwechsel sind nie beliebt. Weder beim abgehenden noch annnehmenden Arzt. Allerdings sollte einen das nicht davon abhalten, zumindest eine zweite Meinung einzuholen, sofern die Möglichkeit besteht.

Tough call für Deine Patentante. Aber sie sollte da in Ruhe abwägen.
 
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kann man die ursache auf dem mrt feststellen?
 
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AW: Rückenmarkschwellung nach OP

Pauschal kann man das nicht mit Ja oder Nein beantworten.
 
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danke. dann werden wir wohl abwarten müssen.
 
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AW: Rückenmarkschwellung nach OP

Heute ist nun der 17. Tag nach der OP, das Einzige was sich gebessert hat: sie kann den linken Arm etwas bewegen, aber nicht die Hand bzw. die Finger und ansonsten ist sie nach wie vor vom Hals an gelähmt. Am Montag wird sie in eine neurologische Reha überstellt. Wir machen uns grioße Sorgen, die Ärzte wissen auch nicht ob die Rückenmarkschwellung zurück gegangen ist. Wir haben alle die Hoffnung, dass sie wieder hergestellt wird - aber Zweifel bleiben.
 
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AW: Rückenmarkschwellung nach OP

Neurologische Reha? Das ist jetzt bitte ein Witz, oder?
 
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AW: Rückenmarkschwellung nach OP

nee, Christian, kein Witz. Grund? In Neuro kenne ich mich auch nicht so aus...
 
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danke für deinen anruf. gruss:thumbsup2:
 
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