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Rotierende Pflege

  1. Habe mal eine Frage. Ich arbeite in der stationären Altenpflege und es wurde ein Konzept entwickelt, in der Tag täglich auf den Stationen rotiert werden soll. Laut Konzept soll eine Schichtleitung vor Dienstbeginn festlegen, welcher Pfleger welche Gruppe pflegt. Hinzu kommt, dass dies wohnbereichsübergreifend geschehen soll.D.h. PflegerA soll von dann bis dann auf der Station pflegen und dann auf einer anderen. So soll es dann für jeden Pfleger der mit in der Schicht ist ablaufen, und das im Früh und Spätdienst. Laut aktueller Berechnung sieht eine morgendliche Besetzung beispielsweise derzeit aus: Wohnbereich X mit 22 Bewohnern und Wohnbereich Y mit 26 Bewohnern sind besetzt durch 1 Schichtleitung(Fachkraft), eine Fachkraft mit Mutterdienst (8uhr bis 13uhr) 1 Pflegehelfer und ein Leiharbeiter/Zeitarbeit. Die Schichtleitung soll sich bei der morgendlichen Pflege möglichst aus der direkten Pflege rausziehen und im Hintergrund wohnbereichsübergreifend koordinieren und Aufgaben übernehmen, wie Mediverteilung, Arztvisiten, Wundversorgungen, Telefonate usw. Außerdem ist sie für den korrekten Ablauf während dieser rotierenden Pflege verantwortlich. Damit dieses übersichtlicher wirkt, sollte bei dem Konzept ein Zeitfenster berücksichtigt werden in welcher Zeit ein Bewohner versorgt werden sollte, bevor es dann zum nächsten geht. Also nach diesem Konzept zu urteilen, sollen 4 Pflegepersonen 12 Bewohner morgens pflegen. In einem Zeitfenster von 7 Uhr, je nach Schicht auch 8 Uhr bis ca. 11:30 Uhr. Was haltet ihr davon?
     
  2. Hmmm...... ich bin da einfach mal in meiner Antwort etwas undiplomatisch und schreibe wie ich denke.

    Einleitend.... von der Arbeit in einem Pflegeheim habe ich kaum Ahnung, da ich aus der Klinik komme, aber ich denke mal das man da vieles übertragen kann.

    Erstmal einleitend …...
    Als Arbeitgeber würde ich sagen : Wie Gail ist das denn, will ich auch haben.
    Als Arbeitnehmer würde ich sagen : Wollt ihr mich verarschen ? Wenn Ihr das einführt wechsel ich den Arbeitgeber :)

    Wie ich das verstanden habe :
    Da kommen Also zu Schichtbeginn nen Pool an Mitbarteitern, die haben keinen Dunst wo und wie sie denn heute arbeiten.
    Kriegen sozusagen ihren Rotationsplan und werden dann im Haus wild verteil.
    Sprich sie wissen nicht wo sie arbeiten, sie wissen nicht was sie arbeiten und ihre Bewohner kennen sie in diesem Konzept auch nicht wirklich kennen, denn den einen oder anderen haben sie Teilweise schon Tage oder Wochen lang nicht gesehen.
    DAS nenn ich mal (Ironie On) Qualifizierte und individuelle Betreuung (Ironie Off)

    Die Schichtleitung, die sich bei den Bedingungen die Verantwortung über alle Bewohner des Hauses auf die Augen drücken lässt muß Lebensmüde sein, oder hat kein Problem damit lange Zeit ihres Lebens in einem sehr kleinen und verschlossenen Raum zu verbringen :)
    Die muß ja täglich beten das sie nicht in den Bau wandert, denn wie will sie die Verantwortung für Leute Übernehmen, die sie Teilweise wahrscheinlich ga nicht zu Gesicht bekommt ?

    Wie sollen die Betreuenden Pflegekräfte einen Bewohner Beurteilen und feststellen das sich sein Allgemeinzustand langsam verschlechtert, wenn sie den nur alle paar Tage mal sehen ?
    Nach meinem Pflegeverständniss würde ich befürchten das die Mortalitätsrate in dem Haus merklich ansteigen könnte.

    Wie soll das mit dem Rotationsplan funktionieren, wenn es einem Bewohner, aus reiner Gemeinheit, versteht sich, einfach mal schlecht geht und die Pflegekraft ihn mal nicht in 10 Minuten Abfertigen kann, sondern ihn erst mal halbwegs stabilisieren muß, nen Notarzt rufen und dann beim Bewohner warten bis der Notarzt da ist ?
    Entweder kommt dann der ganze tolle Rotationsplan durcheinander, oder der Bewohner muß allein gelassen werden, was ja nicht geht.

    Und selbst wenn die Planung unglaublich genial funktioniert ….. soll ja mal vorkommen das Mitarbeiter aus reiner Gemeinheit das Telefon in die Hand nehmen und sich krank melden.
    Dann muß der Ausfall nicht in einem Wohnbereich kompensiert werden, sondern in allen in denen er denn geplant ist. Da ein Arbeitgeber, der so hinterhältige Konzepte entwickelt, ja vor Menschenfreundlichkeit überfließt, wird er sicherlich in seiner Personalplanung 1-3 Leute zu viel einplanen, damit diverse nicht Planbare Zwischenfälle kompensiert werden können und damit Poersonalausfälle kompensiert werden können. ( Oder sollen die Mitbarteiter die eh schon im Akkord am Robotten sind einfach nen büschen schneller arbeiten ? Ich mein das kreuz und Quer durch die Hütte laufen um von einem Wohnbereich in den anderen zu gelangen kostet ja glücklicherweise auch keine Zeit :) )

    So ganz nebenbei …...
    Wenn ich meine festen Patienten habe, dann gibt es auch immer wieder mal ein zwei Tage in denen alles super läuft und ich somit die Möglichkeit habe mal etwas entspannter zu Arbeiten, sprich ich habe kleine Erholungsphasen.
    Die dürften bei diesem Gailen Konzept weg fallen, denn für mich liest es sich so das die Pflegekraft dann die komplette Schicht nur am Robotten ist, und wenn denn in der tollen Planung was dazwischen kommt, Robottet ihr dann in der Pause im Akkord durch, damits Mittags einigermaßen passt ?

    Von Seiten des Arbeitgebers : Gaile Nummer, mit nem Minimum an Leuten ein Maximum an Bewohnern versorgen, spart immens Personalkosten und steigert exorbitant die Gewinne, Kohle scheffeln auf kosten der Mitbarteiter wird ja auch immer moderner. (Die meisten Pflegekräfte sind von Haus aus so dämlich, das sie alles mit sich machen lassen)

    Da ich vermute das durch dieses Konzept eine immense Arbeitsverdichtung auf die einzelnen Pflegekräfte zu kommt, vermute ich mal das es langfristig zu immens hohem Personalausfall kommen wird. (Permanent im Akkord arbeiten erschöpft, bei erschöpften Menschen bricht das Immunsystem zusammen und sie sammeln sich die übelsten Infektionen ein, die dann wegen Erschöpfung auch noch massiv lange brauchen um auszuheilen, nicht zu vergessen die Langzeit Kranken wegen Burn out. )

    Wie eingangs gesagt, ich würde den Arbeitgeber wechseln, solange meine Bandscheiben noch funktionieren, und mein Immunsystem in der Lage ist seinen Job zu machen :)
     
    resigniert gefällt das.
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