Medizinrecht Rollstuhl arretiert= freiheitsentziehende Maßnahme?

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Pflegeangi

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Hallo ihr Lieben
Habe gerade eben in der Pflege Konkret vom DPV folgendes gelesen.
Das arretieren eines Rollstuhles kann neben zivielrechtlichen Regressansprüchen, auch eine strafrechtliche Haftung wegen Freiheitsberaubung nach § 239 StGB darstellen.?
Grundsätzlich sind mir die Richtlinien für eine Fixierung bekannt.
Aber davon hab ich noch nie etwas gehört. das googeln hat mich auch nicht weiter gebracht.
Wir alle machen es doch auch täglich, weil es eben vielen Gründe für das arretieren gibt.
Wir können doch auch nicht jedesmal den vorgeschriebenen gesetzlichen Weg gehen.
Meine Frage: gibt es in irgendeinem Bundesland nach dem Betreuungsrecht oder Psych.KG eine generelle richterlliche Anordnung für das feststellen des Rollstuhles.?
Wie seht ihr zu dieser Aussage?
Welche Erfahrungen habt ihr?
Wie seht ihr es grundsätzlich, macht ihr die Bremse nicht fest?
Danke für die Antworten
Pflegeangi
 
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BastianD

BastianD

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AW: Rollstuhl arretiert= freiheitsentziehende Maßnahme?

Hab grad mal ein wenig gegoogled aber nichts konkretes dazu gefunden.
Ich denke aber das hier im Klagefall die Motivation des PP hinterfragt werden würden weil man ja wie gesagt die Bremsen normalerweise nur als Sturzprävention o.ä. einsetzt.
Ansonsten würde ich mich mehrmals täglich strafbar machen.
 
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pegean

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AW: Rollstuhl arretiert= freiheitsentziehende Maßnahme?

Wir "arretieren" doch auch die fahrbaren Pflegebetten .Strafbar würde ich mich doch machen wenn ich einen Rollstuhl nicht fest stelle und dieser würde dann
z.Bsp. eine Treppe hinab stürzen . Da käme doch als erstes die Frage warum war der Rollstuhl nicht festgestellt .

Habe gerade eben in der Pflege Konkret vom DPV folgendes gelesen...
Was stand denn genau in dem Artikel ? Auf welchen Vorfall bezieht sich dieser ?

LG
 
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Pflegeangi

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AW: Rollstuhl arretiert= freiheitsentziehende Maßnahme?

Wir "arretieren" doch auch die fahrbaren Pflegebetten .Strafbar würde ich mich doch machen wenn ich einen Rollstuhl nicht fest stelle und dieser würde dann
z.Bsp. eine Treppe hinab stuerzen . Da käme doch als erstes die Frage warum war der Rollstuhl nicht festgestellt .


Was stand denn genau in dem Artikel ? Auf welchen Vorfall bezieht sich dieser ?
s. oben
LG
Der Titet lautet: Freiheitsentziehende Maßnahmen u. der richtige Umgang mit freiheitsentziehenden Maßnahmen.
Der Auftrag wurde dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen u. Jugent im Jahr 2002 im Auftrag gegeben.
Weiter sprechen sie davon, das es bei 35% der Bewohner immer angewendet wird.
Und bei ca. 20 % gelegentllich angewendet wird.
Das bedeutet : das 50% fast immer ohne Genehmigung fixiert sind.?
Getragen wird der Einsatz häufig auch von der Halftungsangst der professioneken Pflege
Ferner heist es hier; Der Einsatz der Freiheitsentziehenden Maßnahme ist nie wiederrechtlich, wenn der Bewohner in die Durchführung einstimmt.
Wer findet den noch solche Fälle vor.
Das sind aber nicht die normalen Probleme der Pflegekräte im Altenheim.
Wir stellen die Bremse doch fast immer fest, damit sie nicht wild durch die Gegend fahren u, andere Verletzen.
Oder sie fahren rückwerts in die Richtung der Treppe, drohen runterzustürzen.
So wie ich den Ansatz verstanden habe, mus jeder Bereuer u. Richter eine extre- Erlabnis för die Feststellbremse geben.
Wir Alle machen es ziegmal am Tag u. nach diese Atikel machen wir uns auch ziegmal straffällig
Geschrieben: Rechts u. Fachanwältin für Strafrecht
Frau Alexdrs Zimmermenn
Ich bin gespannt wie das beu euch so läuft.
Pflegeangi
 
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pegean

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AW: Rollstuhl arretiert= freiheitsentziehende Maßnahme?

Also ich weiß das bei uns wegen "arretieren " noch keine gerichtl.Erlaubnis eingeholt wurde .Auch bei der Transp.prüfung interessierten sich die Prüfer nur für die Genehmigungen für Bauchgurte ,Bettgitter und Overalls .Aber von Rollstühlen war keine Rede.

LG
 
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Ren-Hoeck

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AW: Rollstuhl arretiert= freiheitsentziehende Maßnahme?

Das heist, wir brauchen jetzt zusätliche Betreuungakräfte mit dem Aufgabenfeld "beaufsichtigung ungebremster Rollstühle"? Kann man eigentlich auch mal die Kirche im Dorf lassen?
 
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sibell67

sibell67

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AW: Rollstuhl arretiert= freiheitsentziehende Maßnahme?

Hallo an alle zusammen,
ja das ist ein "heißes" Thema...aber es ist tatsächlich so....fixieren des Rollstuhles nur, wenn der Bewohner in der Lage ist, diese selbstständig wieder zu lösen!!!!
Das gleiche gilt an Pflegerollstühlen, die mit einem Brett versehen werden können, zum Bsp. um Getränke darauf zu stellen.Das Brett ist ebenfalls eine Fixierung!!
In unserer Einrichtung holen wir uns von Betreuern oder Angehörigen das schriftliche Einverstänndnis dafür, bis vom Gericht die Bestätigung dafür vorhanden ist, die Angehörige oder Betreuer auf unser Anraten beantragen müssen.
Seht es dochmal so:
Wenn ihr Angehörige in einer Einrichtung hättet, würde es euch auch nicht gefallen, diese ständig fixiert zu sehen...wenn dafür kein für euch ersichtlicher Grund vorliegt ( nicht jeder Angehörige ist jeden Tag anwesend und kennt die Gefahren!!)!!
Also müssen die PK Angehörige und Betreuer darüber informieren, aufklären und gemeinsam eine Lösung finden...in eurem Interesse als gute AP und zur Sicherheit der Bewohner!!!
Hier ist wirklich gute Kommunikation und Verständnis füreinander gefragt...dieser Weg funktioniert bei uns sehr gut und keiner muss ein schlechtes Gewissen haben, wenn die Bremsen am Rollstuhl festgestellt werden oder ein Tisch am Pflegerollstuhl angebracht wird!!!

Ich wünsche allen eine schöne Woche.

liebe Grüßle sibell67
 
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bronzelöwe

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AW: Rollstuhl arretiert= freiheitsentziehende Maßnahme?

Es ist zwar schon etwas her seit dem letzten Beitrag, aber ich geb mal meinen Senf dazu...

Nach §1906 Absatz 4 BGB ist für jede Person, die in einer Anstalt, Heim, oder sonstigen Einrichtung untergebracht ist, eine Genehmigung des Vormundschaftsgerichts notwendig, wenn eine Freiheitsentziehende Maßnahme erforderlich ist. Das gilt für mechanische Vorrichtungen (also Bremsen an Rollstühlen u.ä.) Medikamente oder für jede andere Weise, die regelmäßig angewandt wird.
Das heißt im Klartext: jedes Feststellen der Bremsen, in die der Pat./Bew. nicht eingewilligt hat, ist Freiheitsberaubung und bedarf eines Gerichtsbeschlusses. Hier greift zusätzlich das Grundgesetz § 1 mit dem Recht auf Freiheit. Ohne Genehmigung des Gerichtes ist es nur zur Abwendung einer akuten Gefahr erlaubt (Selbsttötung oder erheblicher gesundheitlicher Schaden) und muss unverzüglich nachgeholt werden.

Für die Pflegenden, die Bewohner mit "Weglauftendenz" oder einfach unvorsichtige oder demente Personen betreuen, heißt das tatsächlich, dass sie mit einem Bein im Knast stehen. Einfach mal die Bremsen feststellen oder einen Tisch am Rollstuhl anbringen, Batterien rausnehmen und und und... Alle Situationen, die den Bew. in seiner Bewegung oder freien Äußerung hindern oder einschränken sind grundsätzlich ohne sein Einverständnis nicht erlaubt.

LG
bronzelöwe
 
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Krankenschwester, QMB
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Ambulante Pflege
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Hein

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AW: Rollstuhl arretiert= freiheitsentziehende Maßnahme?

Hallo Ihr Lieben,

im Text steht am Anfang, dass es auf den Einzelfall ankommt. Ist die Situation so das der Patient verwirrt und weglaufgefährdet ist, dann ist unverzüglich ein Arzt zu beachritigen der vor Ort Entscheidungen trifft. Als Pflegefachkraft muß ich alles dafür tun das der Pat geschützt wird und ich rechtlich abgesichert bin.
Grundsätzlich nicht ohne rechtliche Grundlage fixieren. Wenn ich in Pflegeeinrichtungen komme wo ich gegenden Willen des Bewohners und ohne rechtliche Grundlage in der Dokumentation einen Bewohner fixieren soll dann lehne ich das ab. Das feststellen eines Rollstuhls wird dann ein Problem wenn der Pat seinen Standort verändern möchte und das nicht kann - weil z.B. keine Pflegekraft ind der Nähe ist.
Dast feststellen als solches ist nicht strafbar.

L.G.
Hein
 
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Freiberuflicher Krankenpfleger
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Bundesweit
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Krankenpflege - Altenpflege
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ms-sophie

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AW: Rollstuhl arretiert= freiheitsentziehende Maßnahme?

Hallo,

ch denke aber das hier im Klagefall die Motivation des PP hinterfragt werden würden weil man ja wie gesagt die Bremsen normalerweise nur als Sturzprävention o.ä. einsetzt.
Wenn du den Expertenstandard Sturzprophylaxe aufmerksam liest, wirst du schnell merken, dass diese Massnahme nicht als Sturzprävention zugelassen ist.


Ich verstehe nicht, weshalb es so unklar ist, dass es eine Fixierung ist, wenn ich einen Rollstuhl feststelle, der Kunde ihn deshalb nicht mehr fortbewegen kann. Ich mach vielleicht mal ein Beispiel.

Ein dementer fährt den ganzen Tag mit seinem Rollstuhl über den Wohnbereich. Die PK haben Angst, dass er den Wohnbereich verlässt und die Treppe runter stürtzt. Deshalb schliessen sie zu manchen Zeiten die Bremsen, da alle bei der pflegerischen Versorgung sind und niemand ihn beaufsichtigen kann. Ganz klar Freiheitsentzug.

Selbst die "Auto-Gurte" in den Rollstühlen, die dafür da sind,dass die Leute nicht aus dem Stuhl rutschen sind eine freiheitsentziehende Massnahme.

LG
Sophie
 
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QM
Fachgebiet
ambulante und stationäre Altenhilfe, Hospiz
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