Rivanol und Desitin??? :(

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pepples25

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Hallo ihr Lieben... war bisher nur passiver Teilnehmer im Forum und hab hier schon viel von Euch profitiert... Danke dafür!! ;)
Nun muss ich aber auch mal aktiv um Hilfe bitten weil ich fast am Verzweifeln bin....
Jeder weiß das Rivanol und Desitin in der Wundversorgung überhaupt nix mehr zu suchen haben... nur leider all meine Kollegen nicht... ich hab erzählt und erzählt... ich hab gebeten und die Lsg und Salbe weggetan... selbst nach meiner Weiterbildung zur Wundexpertin nimmt man mich überhaupt gar nicht ernst (OK, bin ich schon selbst dran schuld)...
Hab schon im I-Net schon geschaut aber keine wirklich aussagekräftigen Berichte/Seiten/Studien gefunden..... Habt ihr da was parat???
Ganz lieben Gruß aus einer ganz ruhigen Nachtschicht von Mareike
(die, die sich die Haare rauft)
 
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Krankenschwester, Praxisanleiterin, Wundexpertin
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Fragmentis

Fragmentis

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Hallo Pepples,

jetzt lasse mich mal eben von Dir profitieren...
Wieso hat Rivanol nichts mehr in der Praxis zu suchen ?!?

Ich kenne es zur Kühlung z.B. bei Abszessen...natürlich ungeöffneten...also ohne offene Wunden...und ich muß sagen, daß es als "Kühlmittel" erstmal einen guten Eindruck macht...

Mit der herzlichen Bitte um Aufklärung,
Fragmentis
 
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pepples25

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10.03.2007
51143
Schon, aber die Wirksamkeit ist nirgendwo nachgewiesen und belegt (zum Kühlen kann man dann auch NaCl oder schlicht Wasser nehmen) und somit ist Rivanol obsolet.

und... "Der Farbstoff von Ethacridinlactat erschwert die Wundbeurteilung. Ethacridinlactat-Lösung trocknet die Haut aus und zerstört so die frisch gebildeten Zellen. Allergische Reaktionen sind häufig beobachtet worden"
(aus: "Moderne Wundversorgung"/Kerstin Protz; S.124)

aber.. DAS REICHT MANCHEN KOLLEGEN NICHT.. das hat man früher immer gemacht, das kühlt, das hilft, PUNKT... dann sorgen die dafür das nen Arzt das anordnet und...voila....
ich brauch noch irgenwas in die Hand...
INSBESONDERE AUCH WEGEN DER ZINKSALBEN ... die kommt dann auf die gefährdete Haut oder in (!!!) schon offenen Stellen und das gilt dann für manche schon als Dekubitusprophylaxe/ bzw -versorgung (zusätzlich zu den üblichen Maßnahmen!!)
 
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Krankenschwester, Praxisanleiterin, Wundexpertin
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geschlossene Gerontopsychiatrie
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pepples25

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10.03.2007
51143
Vielen Dank liebe Evelin....
Sowas könnte mir echt helfen!! ;)
 
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U

UlrichFürst

Ich kenne es zur Kühlung z.B. bei Abszessen...natürlich ungeöffneten...also ohne offene Wunden...und ich muß sagen, daß es als "Kühlmittel" erstmal einen guten Eindruck macht...
Als Kühlmittel wohl etwas zu teuer. Die Nebeneffekte wurden ja schon beschrieben. Und "Kühlung" und "Wundbehandlung" ist für mich jetzt nicht identisch.
Neben Wasser usw usf. gehen z. B. auch Kühlelemente:wink:

Ulrich
Für Phlegmone soll tatsächlich ein Wirkungsnachweis bestehen (ich hab noch nicht danach gesucht).
 
K

kwohner

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08.11.2005
09113
zu Desitin würde ich Dir am liebsten gleich mal ein Bild von dem Dekubitus zeigen, den unser Pat. unter anderem durch die Verwendung dieses Leims bekommen hat.
Ich kannte das vorher nicht, aber ich hab noch nichts erlebt, was dermaßen kleistert und sich so unheimlich schwer wieder entfernen lässt.
Studie kenn ich dazu leider keine, aber aus persönlicher Erfahrung kann ich das auch überhaupt nicht empfehlen...
 
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Krankenschwester
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T

Tinimaus

Hallo,
also bei uns ist Rivanol auch total out... Obwohl wir noch eine Flasche haben :wink:
Wir nehmen Octenisept...
LG Tini
 
HBR69

HBR69

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05.10.2000
58644
Leider kann ich dem Ganzen hier nicht zusprechen....(auch wenn ich die Links dazu sehr interessant finde...und in unserem Haus auch genau diese Meinung offiziell vertreten wird. Da die Intensiv aber immer etwas anderes ist....)

Wir arbeiten sowohl mit Desitinsalbe/spray als auch noch (gelegentlich) mit Rivanol.

Zum Desitinfan bin ich durch meine Kinder geworden. Die hatten beide massive Windeldermatiden und mit Desitinsalbe war die Akutphase (danach habe ich sie nur noch mit dem Hintern in die Sonne gelagert und gut war) sehr gut behandelbar. Man bekommt Desitin übrigens hervoragend mit Öl wieder ab. Neuerdings haben wir Desitin als Spray!! Wunderbare Sache! Damit "klebt" nicht alles zu und der Effekt ist noch mal wesentlich besser!
Und einen Decu durch Desitin????? Sehr merkwürdig!

Beim Rivanol sind wir auch etwas zurückhaltender geworden. Aber bei Phlegmonen haben wir super gute Erfahrung damit gemacht.

So, jetzt könnt ihr über mich "herziehen".....

Gruß
Heike
 
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Fachkrankenschwester I/A, freie Dozentin
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M

matras

Es geht bei den Einschränkungen bei den genannten Mitteln inspesonders um die Verfärbungen die durch diese hervorgerufen werden. Um eine Wunde zuverlässig beurteilen zu können, darf sich die Wunde nicht verfärben. Insbesondere durch Rivanol wurde durch die Verfärbung und die Mazeration die Umgebungsverhältnisse so stark verändert, dass eine Beurteilung des Befundes nicht sicher möglich ist. Das selbe gilt für Zinkpaste! Ein stures daran festhalten hat mit einer professionellen Pflege nichts zu tun. Es gibt eben im 21 sten Jahrhundert doch ein paar Mittelchen die wirksamer sind. Desitin kenne ich nicht, wenn aber in der Produktbeschreibung angegeben ist, dass es in Wunden angewendet werden kann und obengenanntes zutrifft, - bitte....
Wende Dich doch an die Firmen, die moderne Wundverbandsysteme vertreiben, diese verfügen meist über umfangreiches Material mit dem sich die Kollegen überzeugen lassen müssten - vorausgesetzt, sie sind nicht komplett vernagelt!

matras
 
wernecla

wernecla

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26.03.2007
32427
Ethacridinlactat (z.B. Rivanol®) hat seine Bedeutung als Wundantiinfektivum verloren. Es besitzt eine ausgeprägte Sensibilisierungspotenz. Insbesondere gegen gramnegative Erreger besteht eine nur geringe Wirksamkeit mit überwiegend bakteriostatischer und nur in höheren Konzentrationen (0,2-0,5 %) bakterioziden Wirkung. Gegen Ethacridinlactat kann eine Resistenzentwicklung stattfinden. Eine mutagene Wirkung ist nicht auszuschließen.Prof. Dr. Kramer Greifswald

Lavasept® ist als Wirkstoff der Wahl zur antiinfektiven Wundbehandlung akuter und chronischer Wunden einschließlich Anwendung zur Spül-Saug-Drainage und zur antiinfektiven Lavage von Körperhöhlen einzuordnen. Beim direkten Vergleich mit Betaisodona® auf Brandwunden wurde durch Lavasept® die Reepithelisation speziell bei zweitgradigen Verbrennungen gefördert, die in dieser Form bei keinem anderen Wundantiinfektivum zu beobachten war (Bruck et al. 1998).
Im Vergleich ist Lavasept® zu PVP-Iod-Lösung bei Verbrennungswunden grundsätzlich vorzuziehen. Zur Lavage und wiederholten Anwendung auf Wunden ist 0,1% Lavasept® in Ringer-Lösung effektiv und verträglich. Initial kann bei verschmutzten und stark vereiterten Wunden mit 0,2% Lavasept® begonnen werden. (Als Fertigpräparat in Deutschland nicht verfügbar)
 
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wernecla

wernecla

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26.03.2007
32427
Sorry, aber Desitin kenn ich nicht, und bekomme auch keinen Eintrag in der roten Lisrte, sonst würde ich auch hierzu gerne auskunft erteilen.
 
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scarletta

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Hallo Pepples !
Bin selber Wundexpertin ICW ,hatte auch zum Anfang meine Schwierigkeiten !
Ich kann Dir die grundsatzstellungsnahme des MDK zum Decubitus empfehlen !Dort sind obsolete "Arzneimittel " aufgeführt und es wird ja auch ganz klar verlangt ,nach neuesten wissentschaftlichen Erkenntnissen zu arbeiten !Es ist auch ein Gerichtsurteil anhängig ,weil falsch behandelt wurde!
Konfrontiere dei MA damit und hau das andere Zeug in die Tonne!
LG scarletta
 
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wernecla

wernecla

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32427
Hast du einen Link oder literaturhinweis zu der stellungnahme?
Bitte hier reinstellen, ist für viele interessant
 
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HBR69

HBR69

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05.10.2000
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Aber die Frage war doch nicht: Desitin/Rivanol bei Behandlung eines Decubitus sondern es ging doch um die generelle Frage der Einsatzfähigkeit dieser Medis. ( bei der Decubehandlung haben beide Substanzen natürlich nichts zu suchen...)

Außerdem gibt es bestimmt aktuellere Bestimmungen. Danke aber trotzdem für den Link, scarletta. Es hat geklappt!

Gruß
Heike
 
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scarletta

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27.08.2006
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Aber die Frage war doch nicht: Desitin/Rivanol bei Behandlung eines Decubitus sondern es ging doch um die generelle Frage der Einsatzfähigkeit dieser Medis. ( bei der Decubehandlung haben beide Substanzen natürlich nichts zu suchen...)

Außerdem gibt es bestimmt aktuellere Bestimmungen. Danke aber trotzdem für den Link, scarletta. Es hat geklappt!

Es ging doch darum ,wie den MA begreiflich machen ,dass einige Mittel absolut nich tmehr angewendet dürfen !Grundsätzlich nicht,nicht in der dekubitusbehandlung oder auch Hautpflege!Das geht eben nur ,wenn man was schriftlich vorlegt!Da denke ich sind die Richtlinien des MDK schon bindend !Man findet auch von K.Protz und herrn Sellmer einiges dazu !Ich hatte letztens erlebt ,dass eine PFK einen Bew. mit franzbranntwein eingerieben hat!Da fiel mir absolut nichts zu ein!Als ich sie darauf hingewiesen hab ,kam die Frage "Und wo steht das?" .DA hatte ich ganz schnell die Tabelle des MDK zur Hand !
Ich warte sehnlichst auf den Expertenstandard Wundbehandlung ,dann hast Du auch was aktuelles !
Ich frage mich auch ,warum so an diesen alten Mitteln festgehalten wird und warum es so schwer fällt die Moderne Wundbehandlung (die ja nun schon seit einigen Jahrzehnten existiert ) durchzusetzten . Ich habe jedoch gute Erfolge damit und werde es auch weiterhin konsequent einsetzten .(Natürlich nach Anordnung des Arztes!)
LG Scarletta
 
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pepples25

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10.03.2007
51143
Hallo Scarletta!!
Dieser MDK Link ist ziemlich gut!!! Alles vom MDK hat immer ein gewisses "Druck-Potential" und das kam mir gerade jetzt ziemlich recht....

Super!!
Und Euch anderen auch vielen vielen Dank für Eure Zeit und Mühe!
Wünsche Euch ein schönes WE...
....eine endlich-aufatmende Mareike
 
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