Rettungsassistent in der ambulanten Pflege

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_atilein

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Schönen Guten Tag!

Ich bin Rettungsassistentin und wollte in der nächsten Zeit mal in andere Bereiche mit denen wir täglich zusammenarbeiten reinschauen.
Jetzt habe ich eine Stellenaussschreibung gefunden, in der ein ambulantes Pfelgebüro auch ungelernt Kräfte auf 400Euro Basis einstellen würde und da ich nur die Ausbildung zum RettAss habe, bin ich ja ungelernt.

Ich habe mich dann vorgestellt und nun hätte der Chef gerne eine Liste von dem was ich darf und was ich nciht darf, also z.b darf ich Insulin Spritzen und und und.

Das Problem an der Sache ist folgendes. Im Rettungsdienst hängen die Kompetenzen die man hat von dem jeweiligen ärztlichen Leiter ab. Der bestimmt meine Leute dürfen dies und jenes, anderes nicht. So kommt es, dass in jedem Kreis oder in jeder Stadt andere Dinge erlaubt sind.

Meine Frage ist nun, ob jemand von euch Erfahrung mit ungelernten Kräften hat oder sogar RettAss und mir schildern kann, was diese bei euch machen dürfen.

Vielen Dank schon mal!:eek:riginal:
 
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AW: Rettungsassistent in der ambulanten Pflege

Wie stellst du dir denn dein Arbeitsbereich so vor??
Gelernt hast du in deiner Ausbildung von reiner Pflege nichts! Im Notfall richtig zu handeln bzw. erkennen von Erkrankungen und Verletzungen und kompetente Maßnahmen durchzuführen ist ja im Grunde deine Aufgabe als RA. Pflegerische Aufgaben haben mit dem Berufsbild Rettungasassistent relativ wenig zu tun. Ich denke mal, eine Pflegehelferinnenausbildung oder eine Krankenpflegeausbildung wäre in deinem Fall vieleicht eine gute Alternative. Oder hat der Pflegedienst einen Transportunternehmen? Das haben bei uns einige und die haben dann auch RD Personal im Einsatz.

Ich muß leider schreiben, dass ich ein absoluter Gegner davon bin, ungelernte Kräfte mal eben in die Kranknepflege einzuschleusen. Egal wo! Auch in der Intensivpflege haben wir bei Zeiten knapper Kassen die Diskussionen ob Rettungsdienstpersonal eigenständig in die Pflege aufgenommen werden sollen oder nicht. Mir stäuben sich die Haare dagegen. Hat jetzt aber nichts mit deiner berechtigten Anfrage hier zu tun!!:eek:riginal:

Gruß
Heike
 
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_atilein

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03.04.2012
48165
AW: Rettungsassistent in der ambulanten Pflege

Hey!

Ja du hast Recht, von Pflege habe ich in meiner Ausbildung nichts gelernt, und du kennst dich ja wie ich sehen kann in beiden Bereichen aus.

Die Sache ist die, wie ich mir den Arbeitsbereich vorstelle, kann ich aufgrund meiner Ahnungslosigkeit nur grob vorstellen.
Heute war ich einen Tag mit einer Dame unterwegs, die auch keine examinierte Pflegekraft ist, aber Familienhelferin gelernt hat.
Wir haben ganz verschiedene Sachen gemacht: Thrombosestrümpfe an/aus gezogen, Insulin gespritzt, Bz gemessen, gewickelt, aber auch bei der Körperflege geholfen, oder wie bei einer Dame, die bettlägerig ist, eine komplette Waschung (sagt man das so?) durchgeführt.

Der Chef des Pflegedienstes hat mir gesagt, dass ich am Anfang mit "leichten" Sachen beauftragt werden würde.
Heißt, helfen beim Waschen, Tabletten stellen, Essen zubereiten, die Wohnung putzen.

Ich kann gut verstehen, was du meinst. Ungelernte Kräfte sind immer unprofessioneller als examinierte und die Qualität der Pflege ist nicht so gegeben wie bei euch.

Aber auf der anderen Seite denke ich, Tabletten stellen, Strümpfe anziehen und Haare kämmen, dabei kann ich gut helfen. Dadurch das ihr profis die leute dann nicht mehr anfahren müsst habt ihr vielleicht auch mehr Zeit für die Menschen, die intensivere Hilfe brauchen, oder?
Die Frage ist eben, ob es bei meinen kleinen Hilfen bleibt, oder ob man nach und nach in die größeren Dinge geschoben wird, aber da bin ich ja selbst mit dabei.
Ich habe auch ehrlich gesagt "Angst" davor, irgendetwas falsch zu machen, z.b bei einer ganzen Körperwaschung, oder einer Wundversorgung. Das will ich auch garnicht, denn dafür gibt es ja examinierte Leute.

Aber mit Medikamenten kenn ich mich aus, das ist kein Problem und ich glaube, wenn ich jemandem die Haare nicht so kämme wie er das will, dann ist das wenig gravierend für die Gesundheit des Menschen, weil ich das ja jederzeit nach deren Wünschen ändern kann.
Meinst du nicht, dass die Übernahme von diesen Kleinen Dingen eine Entlastung ist?
 
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05.10.2000
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AW: Rettungsassistent in der ambulanten Pflege

Mir geht es nicht nur darum, dass jemand der nicht aus der "Pflege" kommt diese einfachen Tätigkeiten nach entsprechender Einarbeitung übernehmen kann. Das könnte ich mir bei Dir (ich kenne ja nur die Inhalte der RA Ausbildung und nicht dich als Mensch) gut vorstellen. Mir geht es u.a. dabei um das Gehalt, was bei dir als ungelernte "Pflegekraft" wahrscheinlich billiger ausfällt als bei examinierten Kräften. Warum brauchen wir eine dreijährige Ausbildungzeit wenn angelernte Kräfte dies auch mit einem kurzen Einarbeitungskonzept (wenn vorhanden) erledingen können. Das bedeutet doch: Pflegen kann jeder! Und für die Pflegekräfte heißt es: Es gibt immer jemanden der die Arbeit billiger erledigen kann.
Wenn eine examinierte Pflegekraft im RD mitfahren will (nicht als "Dritter" sondern verantwortlich) muß er/sie einen Aufbaulehrgang durchlaufen. Dies hat seine Berechtigung! Anders herum muß es ebenso laufen. Es spricht ja nichts dagegen, wenn jemden aus dem RD einen Aufbaulehrgang durchläuft um für "Pflegehilfsarbeiten" eingesetzt zu werden. Ich muß allerdings dabei schreiben, dass ich von ambulanter Pflege wenig Ahnung habe. Bei mir auf der ITS werden keine RA´s als Pflegekräfte eingesetzt. Nicht einmal zur Hilfe. Sie werden auf die Planstellen voll angerechnet und da müssen schon voll einsetzbare Kollegen eingestellt werden.

Gruß
Heike
 
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Lisy

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AW: Rettungsassistent in der ambulanten Pflege

Hallo rettungsmaus,
in der ambulanten Pflege gibts schon einige Dinge, die von Ungelernten gemacht werden können. Nehmen wir zum Beispiel das Baden:
wenn eine alte Dame sich eigentlich noch alleine Baden kann, aber Angst hat, nicht mehr aus der Wanne allleine raus zu kommen und Hilfsmittel ablehnt, dann kann die Hilfestellung duraus eine Ungelernte machen.
Oder wenn nur ein Frühstück gemacht werden muß, nur der Rücken gewaschen werden soll, das können Ungelernte auch- mit entsprechender Einarbeitung.
Klar muß sein, es muß sehr oft eine Fachkraft "drüber sehen" ob auch alles richtig gemacht wird und es müßen ständig geschult werden.
@atilein,
egal ob du dich mit etwas, wie z.B. Tabletten gut auskennst, dur darfst keine Behandlungspflege erbringen.
Du darfst eigentlich nur einfache Grundpflege erbringen.
Ich bin immer etwas zwiespältig, wenns um die Ungelernten (vornehm ergänzende Hilfen genannt) geht, weil sie sind eine Entlatung der Examinierten, aber sie habens halt nicht gelernt und können oft bestimmte Dinge nicht erkennen oder richtig deuten und dann kann es für die Kunden auch mal gefährlich werden. Auf der anderen Seite sind sie halt auch billiger für den Kunden und so mancher, der sich die Pflege nicht wirklich leisten kann, die einzige Möglichkeit Hilfe im erforderlichen Masse zu bekommen.
Lisy
 
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nofretete

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AW: Rettungsassistent in der ambulanten Pflege

Das Problem an der ganzen Sache ist, dass "ungelernte" sehr wohl examinierte PKs entlasten können, wenn es denn dann dabei bliebe!!!! Sind wir ehrlich die momentane Situation ist doch so, einmal angelernt, kommt immer mehr dazu, und keiner fragt mehr, ob derjenige das wirklich machen kann/darf! Ist jetzt bissele überspitzt ich weiß, aber oft genug auch in diesem Forum gelesen und natürlich auch gehört von Kollegen und selbst auch schon erlebt. Die Ex ist überlastet in fast jedem Heim! Ambulant ist es ähnlich (Lisy sicher nicht bei dir), aber "schwarze Schafe" gibt es auch da sicher genug!
 
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Lisy

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SCHWÄBISCH GMÜND
AW: Rettungsassistent in der ambulanten Pflege

Hallo Nofretete,
ich gebe dir zu 100% Recht. Es gibt immer mal wieder schwarze Schafe. Im Groß und Ganzen halten sich die meisten Pflegedienste aber an die Vorgaben der Krankenkassen. Denn spätestens bei einer MDK Prüfung ist es, zumindest in BW, fällt das auf und dann kommt die große Rückzahlaktion. (man nennt auch Betrug)
Oder der Pflegediennst verschenkt Unsummen an Geld, weil er die Behandlungspflege nicht abrechnet.
Und die Überlastung der Fachkräfte reduziert sich nicht automatisch, wenn Helfer eingesetzt werden. Weil genau diese schwarzen Schafe dann meistens die Touren aller in der Pflege beschätigten mit viel zu vielen Kunden "vollstopfen".
Dann sind die Helfer und die "Profis" schnell ausgebrannt.
Lisy
 
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