Report-Sendung: Abrechnungsbetrug

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Valentina

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Hallo,
ich wundere mich, dass noch keiner das Thema ins Forum gebracht hat, aber vielleicht, weil es (bis jetzt) nur um Hessen geht:
Am Montag wurde im ARD-Report REPORT MAINZ | SWR.de über die AOK Hessen berichtet, die die These aufstellt, dass 50% der hessischen Pflegedienste falsch und vorsätzlich betrügerisch abrechnen.
Auch in der heutigen Frankfurter Rundschau FR online - Startseite ist ein Artikel zu diesem Thema zu finden.
Das es auch in der Pflegebranche schwarze Schafe gibt ist mir klar, aber 50% erscheinen mir doch sehr hoch und ich frage mich, wie solche Prozentzahlen wohl erhoben werden? Geht es hier nur darum, das Sommerloch zu füllen oder steckt da eine gewisse Strategie der Krankenkassen dahinter?

Gruß
Valentina :smile:
 
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G

gladius

Hallo Valentina,

habe den Bericht auch gesehen. Die AOK sagt aber nur:
50% der Abrechnungen seien falsch. Davon wären einige vorsätzlich betrügerisch. Es gibt bestimmt genügend Abrechnungen die auch in der Statistik erscheinen, wo auch falsch abgerechnet wurde, aber zu ungunsten der Mobilen.
Dies wurde nicht so öffentlich präsant dargestellt.

Erinnert mich sehr an die reisserische Szene von Defacto (HR) über Pat.versuche in Gießen.

Presse halt.


Und diese Abmoderation finde ich absolut in Ordnung:

Abmoderation Fritz Frey:
Um es klar zu sagen, es geht nicht darum, ambulante Pflegedienste unter Generalverdacht zu stellen. Viele von ihnen arbeiten ganz seriös und sind nicht zu kritisieren. Unser Film hat aber gezeigt, wie leicht es den schwarzen Schafen gemacht wird, gnadenlos abzuzocken. Hier muss jetzt angesetzt werden. Es muss ein effektives Kontrollsystem her, das die Plünderungen der Krankenkassen verhindert, ohne dass die Qualität der Pflege auf der Strecke bleibt

schönen gruss
Thomas
 
Griesuh

Griesuh

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Hallo, auch ich habe den Beitrag gesehen, und war schokiert darüber. Es war eine sehr einseitige Geschichte dieser Bericht.
Deshalb kann ich den Pressebericht des BPA , in dem ich Mitglied bin nur begrüßen und voll zustimmen.
Hier der Pressebericht des BPA:

bpa Pressemitteilung Veröffentlichung frei,
Bundesverband
privater Anbieter sozialer Dienste e.V. Landesgeschäftsstelle Hessen
Schiersteiner Str. 86 65187 Wiesbaden
Telefon: (06 11) 34 10 79 0 Telefax: (06 11) 34 10 79 10
[email protected] www.bpa.de
Wiesbaden, 15. August 2006 (Nr. 54/06)


Schwarze Schafe verfolgen – seriöse Pflegedienste vor Verunglimpfung schützen!
Hessische Pflegedienste wehren sich gegen haarsträubende
Pauschalverurteilung durch AOK Hessen
„Wenn Pflegedienste mit krimineller Energie Leistungen abrechnen, die
nicht erbracht wurden, gehören diese zur Rechenschaft gezogen“, stellt
Manfred Mauer, Landesbeauftragter des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) in Hessen, anlässlich aktueller Behauptungen der AOK Hessen (u. a. in Report Mainz vom 14.08.2006) über angeblich massenhafte Falschabrechnungen unmissverständlich klar.
„Ehrlich arbeitende Pflegedienste leiden aber genauso darunter, wenn Einzelne sich zu Unrecht bereichern wollen.“
Mit dem im Mai 2006 abgeschlossenen neuen Rahmenvertrag zur häuslichen Krankenpflege habe man gemeinsam mit den gesetzlichen Krankenkassen viel tun können, um die vielen ehrlich arbeitenden Pflegedienste zu schützen.
Faire und transparente gemeinsame Lösungen seien zu jenem Zeitpunkt von den Krankenkassen noch ausdrücklich gelobt worden.
Dass nun ausgerechnet die AOK Hessen wider besseren Wissens die Hälfte aller hessischen Pflegedienste unter Generalverdacht stellt, sei unangemessen und reißerisch.
Manfred Mauer: „Wenn zudem behauptet wird, man könne derzeit nichts gegen kriminelle Dienste unternehmen, so ist das schlichtweg falsch.
Nicht erst seit dem von der AOK Hessen unerwähnt gebliebenen Vertrag gibt es klare Regelungen bei Vertragsverstößen einschließlich der fristlosen Kündigungbei schweren Verstößen.“
Bei der jetzigen Vorgehensweise der AOK Hessen scheinen jedoch auch strategische Interessen eine beachtliche Rolle zu spielen, so Mauer.

[Keine andere Kasse tue sich so hervor mit der Ablehnung ärztlich verordneter Leistungen bzw. der Verweigerung vertraglich vereinbarter Vergütungen. So habe erst kürzlich das Landessozialgericht (Az: L 1 KR 105/04) in einer für hessische Dienste grundsätzlichen
Entscheidung festgestellt, dass die AOK Hessen jahrelang zu Unrecht
die Vergütung der Medikamentengabe beim Zusammentreffen mit Grundpflegeleistungen flächendeckend verweigert hat. Im Ergebnis erhielten die Pflegedienste für unstrittig erbrachte Leistungen keine Vergütungen, und die Versicherten wurden mit einem höheren Anteil an der Wegepauschale belastet.
Auch hier sei es wichtig zu betonen, dass sich die meisten anderen Krankenkassen an die vertraglichen Vereinbarungen gehalten haben. Zur Vorgehensweise der AOK Hessen bei Abrechnungsprüfungen kommentiert die südhessische Fachanwaltskanzlei Iffland & Wischnewski, die selbst eine Reihe beschuldigter Pflegedienste vertritt: „Es ist immer das gleiche: Zunächst kommen horrende Rückforderungen der AOK Hessen wegen angeblicher Falschabrechnungen, die leider von einigen Diensten aus Angst vor Vertragskündigung akzeptiert werden.
Bei denjenigen, die sich wehren und anwaltlich vertreten lassen, sind die Betrugsvorwürfe zumeist nicht haltbar und entpuppen sich als Übertragungsfehler in der Dokumentation oder vergessene
Handzeichen.“
Am Ende werde das Ermittlungsverfahren wegen Betruges eingestellt; allenfalls ein Bruchteil der geforderten Summe bleibe übrig.
Rechtsanwalt Sascha Iffland: „Die Vermutung liegt nahe, dass das Prüfteam der AOK Hessen vor allem neue Einnahmequellen zu Lasten der Pflegedienste erschließen soll.“


Grüße Griesuh
 
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Griesuh

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Re: Report-Sendung: Abrechnungsbetrug, es gibt auch eine andere Seite

Hier die andere Seite des Geschehens, worüber nicht berichtet wurde.
Das Leben in der tgl Praxis mit der AOK :

Was nicht berichtet wurde ist das, wie im Beitrag zuvor erwähnte Ablehungsverfahren der AOK.
Mit fadenscheinigen Begründungen werden Verordnungen nicht bewilligt, oder sie werden wochenlang nicht bearbeitet.
Neustes beispiel der Fürsorglichkeit der AOK:
Eine unserer Kundinen, lebt mit dem ebenfalls betagen Ehemann zusammen, sie ist hochgradig dement , mit Verlust der Alltagskompetenz, querschnittsgelähmt, Kontrakturen der Arme und Hände, schlaffe Parese der Beine, Dysphagie, PEG-Anlage, DK-Anlage, überwiegend bettlägerig, bei Z. n. Lungenembolie, Z. n. Beinvenenthrombose, Z. n. Wirbelsäulenzysten OP, Dekubitus am Steiß Grad II, kam so aus der Klinik.
Sie befindet sich in einem wachkomaähnlichem Zustand, erhält von uns (ambl. pflegedienst) 1 x tgl. Heparin s.c., wir versorgen die PEG mit Verbandwechsel, wechseln den DK und versorgen den Dekubitus wir übernehmen 4 x tgl. Grundpflege.
Folgende Storry dazu:
Auf der Verordnungen und den Rezepten zu Hilfsmitteln stehen die oben genannten Diagnosen.
1.)
Bei der Bestellung per Rezept einer Wechseldruckmatraze und eines Therapierollstuhles geschah eine Woche lang nichts.
Wir haben nachgefragt warum das so lange dauere. Angeblich sei kein Rezept angekommen. Rezept zur AOK gefaxt. Sofort wurde von der AOK angefragt, ob diese Hilfsmittel denn tatsächlich erforderlich seien. Am vergangenen Freitag kam die Matratze. Auf den Rollstuhl warten wir noch immer. Er sei in Arbeit heisst es von Seiten der AOK.
Gestern erhielt die Kundin Post von der AOK, der Brief mit Rezept sei erst am 31.7.06 eingegangen. Er war dann ca. 3 Wochen unterwegs. Nur wo ist die Frage!!
2.)
Jetzt hat die AOK in ihrer Fürsorge die Kundin angeschrieben. Ich zitiere Sinngemäß:
Sehr geehrte Frau xyz, wir haben ein lukratives Angebot für Sie.
Sie und oder ihre Angehörigen können bei unseren Vertragspartnern oder in einer unserer Niederlassungen durch geschultes Personal erlernen sich ihre s.c. Injektionen selbst zu spritzen oder durch Angehörige geben zu lasen.
Machen Sie von diesem lukrativen Angebot gebrauch und teilen uns mit ob Sie oder welche in ihrem Haushalt lebenden Personen oder Angehörigen an einer Schulung teilnehmen wollen. Die Schulung ist für Sie kostenlos, wir Ihre AOK übernehmen die Kosten für Sie!!!!
Dem Brief lag ein Fragebogen bei, in dem nach Angehörigen gefragt wird, wer mit der Versicherten im Haushalt lebt, oder ob andere Angeörige die s.c Gabe übernehmen können.
Auch wird unscheinbar gefragt warum sie sich nicht selbst die s.c. Injektion geben kann.
Lesen die verantwortlichen die Diagnosen nicht???
Wenn sie diese lesen wissen die AOK verantwortlichen dann überhaupt um welche Erkrankung es sich handelt und welche Auswirkungen dies auf die Mobilität und Alltagsausführung hat??
Fakt ist, die Erstverordnungen mit PEG-VW, Dekubitus-VW, DK-Wechsel, und Heparin s.c. ging bis zum 3.8.06/ 9.8.06 und dass wir die am 31.7.06 eingereichten Folgeverordnugen bist Heute, 16.8.06, noch nicht bewilligt zurück erhalten haben. Wir wissen jetzt nicht ob wir unsere erbrachten Leistungen als kostenlose Serviceleistung erbringen müssen.
Das ist die andere Seite des Berichtes, die leider in der TV Sendung nicht beachtet wurde.

Grüße Griesuh
 
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Fakt ist, die Erstverordnungen mit PEG-VW, Dekubitus-VW, DK-Wechsel, und Heparin s.c. ging bis zum 3.8.06/ 9.8.06 und dass wir die am 31.7.06 eingereichten Folgeverordnugen bist Heute, 16.8.06, noch nicht bewilligt zurück erhalten haben. Wir wissen jetzt nicht ob wir unsere erbrachten Leistungen als kostenlose Serviceleistung erbringen müssen.
Diese Kosten sind bis zum Tag der Entscheidung durch die Krankenkasse zu tragen (auch bei Leistungen, die komplett abgelehnt sind), sofern die Verordnung fristgerecht eingegangen ist. Bei Ablehnung sofort Widerspruch einlegen.

Dem Brief lag ein Fragebogen bei, in dem nach Angehörigen gefragt wird, wer mit der Versicherten im Haushalt lebt, oder ob andere Angeörige die s.c Gabe übernehmen können.
Auch wird unscheinbar gefragt warum sie sich nicht selbst die s.c. Injektion geben kann.
Lesen die verantwortlichen die Diagnosen nicht???
Das ist eben die Hinhaltetaktik der AOK, aber nach Rücksendung des Briefes, wird die Leistung doch genehmigt. Nach dem 100. Brief regt man sich über attraktive Angebote nicht mehr auf (wirklich attraktiv sind sie ja auch nicht, am schönsten ist es immer, wenn die Anleitung durch eine Pflegefachkraft der AOK angeboten wird, ha ha ha).

Das Schreiben vom BPA finde ich gut, ob andere Verbände reagiert haben, habe ich noch nicht herausgefunden.
Es ist schade, dass im Fernsehbericht und in der FR nur so einseitig und oberflächlich recherchiert wurde, weil nicht wenige Pflegedienste gerade über die AOK Hessen einiges zu berichten hätten....
Valentina:wink:
 
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Hallo Valentina,
da gebe ich dir ja recht was die Bewilligung der Verordnungen anbelangt. (Ist mir auch so bekannt)
Nur weis das auch die AOK???:blushing:
Noch ein beispiel:
Brief der AOK an uns:
Ihre Leistungsnachweise sind zwar vom Kunden und ihnen mit Datum Unterschrieben, jedoch fehlt bei der Kundenunterschrift das Kundenunterschriftdatum.
Die Honorarzahlungen werden nur noch angewiesen, wenn die Leistungsnachweise korrekt ausgefüllt sind:ermm:

Alles weiter ohne worte
Grüße Griesuh
 
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Ist ja wohl so, dass diese Magazine, wie Report, auf entsprechende Informationen hin recherchieren. Wenn sie keine anderen Informationen erhalten, passiert dann auch nichts.

Da müssten die PD's diese Informationen liefern. Wendet Euch doch mal an Report, der AOK mal so richtig eine verpassen.

:dafür:wäre auch der Wasserman.
 
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Valentina

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Prima Idee,
alle Pflegedienste in Hessen, bitte die schönsten Beispiele nennen, ich werde sie sammeln und dann gebündelt an die Presse weiterleiten.
Gruß
Valentina :innocent:
 
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Die anderen Bundesländer könnten sich doch dann anschliessen im Kampf gegen die Schreibtischtäter.
:thumbs: :thumbs: :thumbs:
 
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empörli

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Großer Aufschrei?
Oder doch eher betroffenes Schweigen?

Warum seid Ihr nicht ehrlich in dieser Frage?
Wenn man durch Pflege eigener Angehöriger oft mit Pflegediensten zu tun hat, dann kann man doch erahnen (ohne das jedoch behaupten zu wollen!!), was da alles geschoben, gemogelt, erfunden, improvisiert und gemauschelt wird.
Das System ist krank und mit ihm auch alle Abrechnungsparameter.
Das scheint mir symptomatisch für eine in sich kranke Gesellschaft, wo die Oberen (Manager) nicht mehr wissen, was die Unteren tun und lassen oder brauchen.
Da klaffen nicht nur Lücken, sondern wahre Abgründe.

Deutschland....Deine Kontrollsysteme....:)
 
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Griesuh

Griesuh

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Hallo empörli,
sie reden so, als ob sie genau wüssten wie, was und wann die Pflegedienste die Kassen besche.... und die kassen betrogen werden, der Kunde über den Tisch gezogen würde. So eine pauschale Aussage wie die ihre trägt nicht zur Lösung und guten Komunikation zu diesem Thema bei.
Keine Frage, es gibt zugelassene Einrichtungen, ob ambulant oder stationär die nicht korrekt abrechnen. Das brauchen wir nicht schön zu reden.
Was die AOK hier aber vom Stabel lässt, 50 % der Pflegedienste betrügen absichtlich, grenzt an Rufmord.
Die Berufverbände werden evtl. gegen die AOK klagen.
Bekannt ist aber auch, dass sich keine Krankenkasse so hervor tut wie die AOK mit Ablehnungen von Behandlungspflegen und technischen Hilfsmitteln. Bekannt ist, dass die AOK seit Jahren trotz besserem Wissens versucht, gegen geltende Rechte, Vertragevereinbarungen, Honararvereinbarungen und Datenschutzgesetze verstößt. Die AOK legt die Gesetze nach ihrem gutdünken aus.
Vertraglich festgelegte Honorare werden verweigert. Fadenscheinige Gründe zur Nichtbewilligung von Verordnungen zur Behandlunsgpflege werden genannt.
Es wird von der AOK an den Haaren herbei gezogen was nur zu ziehen geht um Leistungen nicht bewilligen und bezahlen zu müssen.
Obwohl die AOK in dieser Hinsicht etlche Prozesse verloren hat, versucht sie es immer wieder, die Versicherten und die Pflegeeinrichtungen in die Enge zutreiben.
Jetzt wird es Zeit, das sich die Kunden und die Pflegeeinrichtungen gemeinsam gegen diese Wilkür der AOK wehren.

Gerne bin ich bereit, sollte ihrerseits wirklich interesse bestehen die tgl. Probleme mit der AOK, die Vertragsverstöße durch die AOK näher kennen zu lernen, Beisiele der eigenständigen Gesetzesauslegung der AOK zu geben. Auch können Sie bei einem der vielen Berufsverbände anfragen. Diese Beispiele hier alle zunennen sprengt den Rahmen des Forums.

In einem Punkt stimme ich ihnen zu: unser Gesundheitswesen ist krank!!!!!!
Grüße Griesuh
Ps. An anderer Stelle im Forum wurden schon beispiele der AOK wilkür genannt.
 
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Lisy

Hallo Thomsen,
ich komm aus BW bei uns kommt der MDK alle 2 Jahre und schaut sich unter anderem auch die Rechnungen an, vergleicht diese mit dem Kostenvoranschlag und dem Pflegevertrag. Da müßten Unregelmäßigkeiten auffallen.
Ich hab den von dir hier im Tread gestellten Reportbericht gelesen und komm zu dem Ergebniss, das die Art von Falschabrechnung ärztlich ( und von der AOK) gedeckt sein muß. Ich kann keine z. B. Wundversorgung ohne ärztliche Verordnung häuslicher Krankenpflege abrechnen. (Dies gilt für jede Art der Behandlungspflege). Kleine Körperpflege kann ich nicht beurteilen, gibts bei uns in der Form nicht.
Wenn wir die Kompressionsstrümpfe an/ ausziehen und die Patientin eingestuft ist in die Kombinationsleistung ist es Auslegungsache ob das An/Ausziehen der Hose, der Strümpfe, der Schuhe dazugehört oder nicht.
Viele Kunden wollen dann ganz umgezogen werden und realiesieren nicht, das dies eine Leistung der Pflegeversicherung ist.
Die Art der Berichterstattung des Reports erinnert mich immer an die alten Menschen, die nie was im Heim zu Essen erhalten und trotzdem 70 Kilo wiegen.
Sicher es gibt schwarze Schafe unter uns, aber 50 %???
und wie gesagt wir in BW werden flächendeckend alle 2 überprüft!
Es lebe das Sommerloch der Presse
Gruß Lisy
P. S. Thomsen, ich meins allgemein, sprech dich an, weil du den Reportbericht freundlicher Weise ins Tread gestellt hast, kannte den nämlich nicht und konnt deshalb auch noch keine Stellung beziehen.
 
Griesuh

Griesuh

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Die Aussage war nicht, dass 50% aller Pflegedienste betrügen, sondern 50% der überprüften Pflegedienste. Siehe
Betrogene Pflegekassen - REPORT MAINZ | SWR.de
hallo, kennst du den hausinernen Bericht der Kasse???
Die Kasse hat nach ihren angeblichen recherchen und Überprüfungen "festgestellt" dass 50% der überprüften PD in betrügericher Absicht falsch abrechnen. Das hat sie nun einfach auf alle Dienste übertragen und kommt zu dem entschluß, dass 50 % der Dienste betrügen. Diese Aussage ist eindeutig.
Da gibt es nix schön zureden.
Die AOK unterstellt deb Pflegediensten allgemein betrug!!!!!!!
Jetzt sucht sie den offenen Kampf.
Inhalte der Rahmenverträge werden nach gutdünken der AOK ausgelegt.
Es wird von der AOK trotz besserem Wissens gegen geltende Rechte, Gerichtsurteile, Honorarvereinbarungen und Inhalte der Rahmenverträge verstoßen. Es werden Gründe an den Haaren herbeigezogen was es nur zu ziehen gibt, um eine Leistung nicht bezahlen oder erbringen zu müssen.
Frag mal die Kollegen von ambul. Pflegediensten, die könnten dir ein Buch über die Willkür der AOK schreiben.

Grüße Griesuh
 
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Ambl. Pflegedienst
T

thomsen1

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12.07.2006
65931
Nein, natürlich kenn ich den Bericht nicht. Habe die Sendung gesehen und dann (siehe Link) nachgelesen, was der Pressesprecher gesagt hat.
Der Satz, dass 50 % aller Pflegedienste betrügen, wurde nicht gesagt, sondern 50 % aller Überprüften. Da mag man der AOK vorwerfen, was man will, aber diese Verallgemeinerung wäre auch nicht klug.


hallo, kennst du den hausinernen Bericht der Kasse???
Die Kasse hat nach ihren angeblichen recherchen und Überprüfungen "festgestellt" dass 50% der überprüften PD in betrügericher Absicht falsch abrechnen. Das hat sie nun einfach auf alle Dienste übertragen und kommt zu dem entschluß, dass 50 % der Dienste betrügen. Diese Aussage ist eindeutig.
Da gibt es nix schön zureden.
Die AOK unterstellt deb Pflegediensten allgemein betrug!!!!!!!
Jetzt sucht sie den offenen Kampf.
Inhalte der Rahmenverträge werden nach gutdünken der AOK ausgelegt.
Es wird von der AOK trotz besserem Wissens gegen geltende Rechte, Gerichtsurteile, Honorarvereinbarungen und Inhalte der Rahmenverträge verstoßen. Es werden Gründe an den Haaren herbeigezogen was es nur zu ziehen gibt, um eine Leistung nicht bezahlen oder erbringen zu müssen.
Frag mal die Kollegen von ambul. Pflegediensten, die könnten dir ein Buch über die Willkür der AOK schreiben.

Grüße Griesuh
 
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Valentina

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Hallo,
hier der neueste Bericht der Frankfurter Rundschau:
Pflegedienste

In der kriminellen Grauzone

VON JUTTA RIPPEGATHER (FRANKFURT)


"Na, seid Ihr auch Betrüger." So werden Mitarbeiter hessischer Pflegedienste neuerdings bei ihren Hausbesuchen empfangen, sagt Manfred Mauer vom Landesverband privater Anbieter sozialer Dienste. Dabei schummeln oder irren sich die hessischen Pflegedienste bei ihren Abrechnungen vermutlich nicht häufiger als ihre Kollegen in anderen Bundesländern. Doch die Allgemeine Ortskrankenkasse (AOK) Hessen spürt besonders intensiv Auffälligkeiten bei Abrechnungen nach - schon seit sieben Jahren mit einem Spezialteam. Jetzt konnten die Fachleute von der AOK sogar den Landesdatenschützer Michael Ronellenfitsch davon überzeugen, dass sie im Verdachtsfall die Pflegedokumentationen einsehen dürfen. "Das Thema wird schon sehr lange ausdauernd unter Datenschützern konträr diskutiert", sagt dessen Mitarbeiter Michael Sobota. Der Bundesdatenschützer Peter Schaar erlaubt den Zugriff auf die Unterlagen nicht.

So erklärt sich die hohe Zahl von Falschabrechnungen, die die AOK-Hessen in der vergangenen Woche veröffentlichte und die bundesweit für Schlagzeilen sorgte: Von 307 Pflegediensten, die auf Grund von Hinweisen in den vergangenen drei Jahren geprüft wurden, habe die Hälfte falsch abgerechnet.

Die AOK-Hessen gilt bundesweit als Vorreiterin. Seit Anfang 2004 muss jede Krankenkasse eine "Stelle zur Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen" vorhalten. Das hatte Rot-Grün in der Gesundheitsreform festgeschrieben. Wie intensiv dort gearbeitet wird, sei "regional und von Kasse zu Kasse sehr unterschiedlich", sagt ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums. Fakt ist: Keiner weiß, wie viel Fälle bislang bundesweit aufgedeckt wurden - auch dem Bundesversicherungsamt fehlt der Überblick.

Schwarze Schafe unter den Diensten

Jede Kasse führt ihre eigene Statistik, die auch nicht immer aufbereitet ist. Beispiel AOK-Bayern: Die verzeichnet für den Zeitraum von April 2004 bis vergangenen Dezember 209 "Verdachtsfälle", in denen zurzeit ermittelt werde, der Schaden belaufe sich auf drei Millionen Euro. Oder die Kaufmännische Krankenkasse (KKH): Sie meldet bundesweit für das erste Halbjahr dieses Jahres 43 Fälle mit einem Schadenvolumen von 470 000 Euro.

Falschabrechnung heißt nicht automatisch Betrug, stellt Oliver Wist von der KKH-Zentrale in Hannover klar. Es komme häufig vor, dass ein Pflegedienst nur Leistungen erbringe und abrechne, die nicht im Vertrag ausgemacht seien. Oder dass unqualifiziertes Personal zum Einsatz kommt - etwa angelernte Kräfte, die Spritzen setzen. Die schwarzen Schafe unter den Diensten zu entdecken sei ein schwieriges Unterfangen. Viele Patienten seien altersdement, könnten sich nicht erinnern. Judith Petrich von der AOK-Bayern spricht ein weiteres Problem an: "Die meisten sind allein und hilflos." Sie hätten Angst ihre Betreuung, ihre Bezugsperson, zu verlieren. Die emotionale Abhängigkeit nutzten gewisse Pflegedienste schamlos aus. Die Kassen seien deshalb dringend auf Hinweise von Angehörigen oder Bekannten angewiesen. Eine weitere Quelle sind die Rechnungsprüfungen. Bei durchschnittlich fünf Prozent der rund 10 000 Rechnungen pro Quartal stellt die AOK-Bayern "Auffälligkeiten" fest. Da werden Leistungen für Tage abgerechnet, an denen sich der Patient im Krankenhaus aufhielt. Oder es wird für Blutzuckerstreifen kassiert, die dem Patienten selbst gehören.

Kommt es zu Rückforderungen, regeln die Kassen und die Pflegedienste dies oft unter sich, sagt Riyad Salhi von der AOK-Hessen. Denn wenn die Staatsanwaltschaft sich der Sache annimmt, müsste die Kasse Jahre auf ihr Geld warten. Alexander Badle von der Eingreifreserve der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt macht für die langen Bearbeitungszeiten mangelnde Sachkompetenz verantwortlich. Die Strafverfolger seien oft überfordert, die komplexen Sachverhalte zu verstehen. In Frankfurt werde gerade eine Spezialeinheit aufgebaut, die mit externen Sachverständigen zusammenarbeitet. Um kriminelle Machenschaften nachweisen zu können, müssten oft hunderte handschriftliche Aufzeichnungen gesichtet und mit anderen Unterlagen abgeglichen werden. Deshalb brauche man externe Fachkräfte.

Nicht alles ist Betrug und Täuschung

Bedarf an Spezialisten sieht auch ein Kollege Badles von einer Ermittlungsbehörde in Niedersachsen. "Jeder Staatsanwalt muss das Rad neu erfinden", sagt er. Es dauere seine Zeit, um die komplizierten Strukturen zu durchschauen. Nach neun Jahren hat er den Durchblick und gibt seine Kenntnisse weiter - an Polizisten, Staatsanwälte, Krankenkassen-Mitarbeiter. Der Fachmann warnt vor pauschalen Verurteilungen. Betrug sei ein schwerer Vorwurf. "Es passieren auch viele Irrtümer, nicht jede Unregelmäßigkeit ist ein Täuschungsmanöver." Dass eine Pflegekraft sich in der Eile des Tagesgeschäfts verschreibt, könne vorkommen. Es gebe aber auch Patienten, die beim Abrechnungsbetrug mitspielten. "Die bekommen dafür dann Geld vom Pflegedienst."



[ document info ]
Copyright © FR online 2006
Dokument erstellt am 24.08.2006 um 17:44:01 Uhr
Letzte Änderung am 24.08.2006 um 17:56:32 Uhr
Erscheinungsdatum 25.08.2006

________________________________________________________________
Das wirklich Empörende ist, dass ausgerechnet die Krankenkasse, die sich bei der Bewilligung von ärztlich verordneten Leistungen am häufigsten (fast immer) querstellt, diese Initiative anzettelt.
Erst nach monatelangem Kampf, unzähligen Widersprüchen, Attesten, Telefonaten und hohen Portokosten kommen Versicherte im besten Fall bei dieser Krankenkasse zu Ihrem Recht. Eine Versicherten-/Patientenfreundliche Zusammenarbeit ist kaum möglich.

Der AOK geht es bei dieser Aktion ausschließlich um die Einsichtnahme in die Pflegedokumentation, die ihr bisher - zu Recht- versagt ist.
Auch ich bin dafür, dass kriminell arbeitende Pflegedienste zur Rechenschaft gezogen werden und plädiere deshalb für externe Gutachter und eine positiv/negativ-Liste. Der Generalverdacht ist unangebracht.
Valentina
 
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Griesuh

Griesuh

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Hallo,

________________________________________________________________
Das wirklich Empörende ist, dass ausgerechnet die Krankenkasse, die sich bei der Bewilligung von ärztlich verordneten Leistungen am häufigsten (fast immer) querstellt, diese Initiative anzettelt.
Erst nach monatelangem Kampf, unzähligen Widersprüchen, Attesten, Telefonaten und hohen Portokosten kommen Versicherte im besten Fall bei dieser Krankenkasse zu Ihrem Recht. Eine Versicherten-/Patientenfreundliche Zusammenarbeit ist kaum möglich.

Der AOK geht es bei dieser Aktion ausschließlich um die Einsichtnahme in die Pflegedokumentation, die ihr bisher - zu Recht- versagt ist.
Auch ich bin dafür, dass kriminell arbeitende Pflegedienste zur Rechenschaft gezogen werden und plädiere deshalb für externe Gutachter und eine positiv/negativ-Liste. Der Generalverdacht ist unangebracht.
Valentina

hallo Valentina,
Genau das sagen auch die Berufsverbände, die eine Strafanzeige gegen die AOK ins Auge gefasst haben. Ambl. PD's haben tgl. mit der Wilkür der AOK zu kämpfen. Am Sonntag Abend in HR 3 TV gibt es eine Sendung dazu. Muss nochmal schauen welche Uhrzeit.
Deshalb sage ich dazu nur noch:
AOK-----wer im Glashaus sitzt soll nicht mit Steinen werfen!!!!!

Grüße Griesuh
 
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hallo Valentina,
Genau das sagen auch die Berufsverbände, die eine Strafanzeige gegen die AOK ins Auge gefasst haben. Ambl. PD's haben tgl. mit der Wilkür der AOK zu kämpfen. Am Sonntag Abend in HR 3 TV gibt es eine Sendung dazu. Muss nochmal schauen welche Uhrzeit.
Deshalb sage ich dazu nur noch:
AOK-----wer im Glashaus sitzt soll nicht mit Steinen werfen!!!!!

Grüße Griesuh
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Zitat des Moderators: ...maffiaähnliche Zustände.
Wenn ich bei AOK Hessen arbeiten würde, ich würde es niemandem verraten und mich im Dunkeln nicht auf die Strasse trauen.

Es wird ja wohl nicht nur Hessen betreffen. Nur hier wurde es public geworden, weil sie sich zu weit aus dem Fenster gelehnt haben. Siehe Zitat von Griesuh.
Man kann nur hoffen, dass es nicht nur eine Sommerlochfüllung ist, wenn die Medien sich mit diesem Thema beschäftigen.

:thumbsup: Wassermann
 
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Valentina

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Hallo Wassermann,
ich fand den Beitrag leider etwas wirr, mein Freund (arbeitet nicht in der Pflege-kennt aber die Problematik) hat nur Bahnhof verstanden. Da wurde die Krankenkasse mit der Pflegekasse verwechselt und der Patientensprecher war leider auch nicht gerade qualifiziert....
Schade, dass hier niemand im Forum zu den mafiaähnlichen Zuständen der AOK Stellung nehmen möchte, obwohl doch die Anonymität gewahrt bleibt. Da käme doch eine prima Mängelliste zustande.
Gruß
Valentina :sad:
 
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