Referat "ambulante Pflegedienste"

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lounge

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Hallo, all ihr ambulant (und nichtambulant) Pflegenden!

Ich habe die Aufgabe bis zum Herbst (viel Zeit, ich weiß:grin:) ein Referat für meinen Ausbildungskurs vorzubereiten. Thema ist: ambulante Pflegedienste.

Nun wollte ich euch fragen, was ihr denn alles besonders wichtig finden würdet vorzustellen. Da ich noch nicht in der ambulanten Pflege war und es bis Ende meiner Ausbildung auch nicht sein werde (ist von unserem Krankenhaus aus nicht geplant für KiKra-Azubis... was ich nicht sehr gut finde), habe ich leider überhaupt keinen Einblick, was euch so beschäftigt und worauf es in der ambulanten Pflege so ankommt.

Nur, dass ihr alle einen rasanten Fahrstil habt und irgendwie zuwenig Freizeit... das habe ich auch schon bemerkt. :wink:

Ich hatte mir auf jeden Fall vorgestellt, dass ich neben der Organisation eines Amb. Pflegedienstes auch die "andere Art der Belastung" und die Patientenkontakte zum Thema nehme. Schließlich ist die soziale Interaktion ja das A und O in der Pflege und sollte somit immer Thema sein.

Für ein paar Anregungen wäre ich euch sehr dankbar.



MfG, lounge.
 
Qualifikation
Pflege, B.A.
Fachgebiet
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sirades

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Hallo lounge,
ich habe ein paar Jahre in der ambulanten Pflege gearbeitet, und das was mir im Gegensatz zum Krankenhaus besonders (auf)gefallen hat, ist der enge, manchmal schon fast familiäre Kontakt zu den Patienten. Besonders zu den "Stammpatienten". Oft hat mein ein sehr herzliches Verhältnis, über die Arbeit hinaus. Schlimm ist es dann, wenn ein Patient stirbt, den man Jahre betreut hat und richtig gemocht hat.
Die Zeit, die einem zur Pflege des Patienten zur Verfügung steht läuft ja im Minutentakt. Für den einen braucht man länger, für den andern kürzer als vorgegeben. Mich hat das "Hau-Ruck-Verfahren": Rein, Hose runter, Popo sauber, Hose hoch, raus - schon mal echt belastet, was auch der Grund war, aus der ambulanten Pflege zu gehen. Ich konnte das mit meinem Gewissen teilweise nicht vereinbaren.
Die Dienstzeiten waren furchtbar, Wechselschichten, ständig Doppeldienste, 3 Wochenenden hintereinander - die Folge war überlastetes, genervtes Pflegepersonal.
Das man alleine arbeitet, ist teilweise gut - keine nervenden Kollegen, teilweise aber auch schlecht, wenn man 150 kg Patienten lagern bzw. in den Rollstuhl wuchten muß.
Es gibt viele für und wider, für mich persönlich überwiegt momentan das "wider", was ich alles gesehen und erlebt habe...
Viel Erfolg mit Deinem Referat,
Sirades
 
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Krankenschwester
Fachgebiet
Suchtwohnheim
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lounge

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Hallo sirades,

danke erst mal für deine Antwort. Ja, mit dem Patientenkontakt habe ich mir das auch ungefähr so vorgestellt, wie du es beschrieben hast. Schade, wenn man dann nur so und soviel Minuten Zeit hat.

Werden die Minuten vom MDK festegelegt?

MfG, lounge.
 
Qualifikation
Pflege, B.A.
Fachgebiet
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anja1

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Hallo!
Finde die amb. Pflege als Thema für die Ausbildung sehr spannend- spukt doch noch in vielen Köpfen das Bild der "Gemeindeschwester" rum.
Ich selber arbeitet jetzt seit 5 Jahren in einem privaten amb. Pflegedienst, nachdem ich `94 mein Examen als Krankenschwester gemacht habe und danach im Krankenhaus ( Innere) gearbeitet habe- und es mach mir viel Spaß.
Aber zu deinen Fragen:
Das "Besondere" ist tatsächlich, wie schon im vorigen Beitag erwähnt, der enge Kontakt zu PAt. und Angehörigen. Meist ist das gut, kann aber auch anstrengend sein. Man nimmt viel stärker am Umfeld / am Familienleben teil als im stationären Bereich, hat also ein ganz anderes Hintergrundwissen und kann dadurch auch bestimmt Verhaltensweisen besser oder anders verstehen ( die Kritik: " die Kindern kümmern sich ja gar nicht um diese nette alte Dame" gewöhnt man sich schnell ab, wenn man beide Seiten kennt.)
Und ich persönlich finde es sehr schön, das man normalerweise tatsächlich über ein lang Zeitraum einen Pat. betreut und dadurch Fortschritte sehen kann, bzw. auch bis zum Tod des Pat. dabei ist.
Vielleicht noch ein Wort zur Arbeitsweise / Organisation:
Natürlich gibt von Seiten dem MDK`s einen " Zeitkorridor", der wird für die Ermittlung der Pflegestufe eingesetzt wird, das der MDK Zeiten für die Pflege vorgibt, stimmt nicht.
Ich weiß aus anderen Pflegediensten, das die Arbeitgeber dies gern behaupten, um "kostengünstig"zu pflegen.
Wir benutzen die Zeitkorridore bei Erstellen des Kostenvoranschlags, für die Pflege am Pat.sind sie nicht relevant. " Die Pflege dauert so lange, wie sie dauert", und damit "fahren"( kleines Wortspiel) wir sehr gut und zahlen nicht drauf.
Auch gibt es bei uns immer die Möglichkeit, sich eine 2 Pflegekraft dazu zu holen, um körperlich schwere Tätigkeiten nicht alleien durchführen zu müssen.
Klingt alles prima, aber ein paar Sachen gibt es dann doch, die nicht so toll sind:
die Arbeitsbelastung ist tatsächlich sehr hoch- kann man in diesem Forum ja gut nachlesen, wann man Feierabend hat, ist meist unklar, da man bei Start eiener Tour nicht weiß, was einen erwartet und eine Ablösung kommt leider nicht.
Außerdem fehlt mir persönlich der Kontak zu Kollegen- im statiönären Bereich hat man einfacher die Möglichkeit, mal eben jemanden zu fragen, wie es es denn jetzt machen würde, oder sich einfach mal "Frust abzulassen" . Man trifft sich zwar im Büro oer bei Besrechungen, aber der relativ enge Kontakt, wie ich ihn von Station kenne, findet nicht statt.
Der große Teil an " Schreibtischarbeiten" wird von vielen auch als Nachteil empfunden, ich selber finde diesen Bereich spannend, man erwirbt eine Menge Hintergrundwissen und auch die Arbeitsweise ändert sich, wenn man weiß, das Krankenkassen bestimmt Verordnungen nicht genehmigen, wenn es keine vernünftige Dokumentation gibt ( und schließlich geht es dabei ja letztendlich um mein Gehalt)

So, ich hoffe , ich konnte dir ein wenig weiterhelfen, für weitere Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen, Anja
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
amb. Pflege
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guinan

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Hallo Lounge,

ich arbeite nun schon seit ca. 7 Jahren in der ambulanten Pflege.
Wie die "Kollegen" vor mir schon berichtet haben gibt es Vor- und Nachteile, denen ich mich im goßen und ganzen anschließen kann.
Einiges möchte ich noch ergänzen.
Im Gegensatz zum Krankenhaus, (teilweise auch zu manchem Pflegeheim, leider!!) kommen wir "Pflegende" als Fremde/Besucher zu den Patienten.
Das bedeutet, dass wir keine Vorschriften machen und die Patienten in ihrer häuslichen Umgebung so akzeptieren wie sie sind. Wir können sicherlich Vorschläge machen, z.B. in Punkto Hygiene (Handtuchwechsel u.ä.). Aber wir kommen auch oft an unsere Grenzen, weil wir eben nur zu Gast sind.
Größtenteils sind die Patienten sehr kooperativ. Manchmal ist eine gute Versorgung aber recht schwierig.
Patientenzufriedenheit ist ein weiteres Stichwort. Das ist manchmal gar nicht so einfach die Touren so zu planen, dass alle Wünsche (bestimmte Pflegekraft, bestimmte Uhrzeit, bestimmtes Geschlecht der Pflegekraft, anpassen an einmalige Termine etc. ) der Patienten zufriedengestellt sind. Dazu kommt natürlich Service (Post mitbringen, Müll wegbringen u.ä.), Freundlichkeit und fachliche Kompetenz der Pflegekraft.

Ich wünsche erstmal viel Erfolg.

guinan
 
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Soz.Pad
Fachgebiet
Altenpflege
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lounge

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Danke erst mal für eure Antworten. Ich hab da aber schon wieder eine neue Frage:

Ich weiß, dass es 3 Pflegestufen gibt. Aber gibt es da nicht noch irgendwie eine Art "4."? Die 3+ oder so? Irgend so ein Zusatz? Ich habe es letztens in meinen Unterlagen gelesen, aber leider wurde es quasi nur mal so nebenbei erwähnt. Was hat es damit auf sich? (Leider habe ich die Unterlagen gerade nicht hier. Sonst könnte ich es genauer formulieren, aber vielleicht wisst ihr trotzdem, was der Autor meinte...)

Und wie sieht euer Dokumentationssystem aus? Gleicht es dem aus dem stationären Bereich? Gibt es vielleicht ein link oder eine website zu diesem System? Mir würde es aber auch schon reichen, wenn ihr mir sagen könnt, wie das System heißt, mit dem ihr arbeitet.

Wird in der ambulanten Pflege eigentlich auch mit Skalen gearbeitet? (z.B. Norten-Skala zum Festlegen des Schweregrades eines Dekubitus u.a.)


MfG, lounge.
 
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Pflege, B.A.
Fachgebiet
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anja1

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Hallo!

Mal sehen, ob ich dir etwas weiterhelfen kann:
Es gibt eine Pflegestufe "4", die sogenannte Härtefallregelung und wenn ich das richtig in Erinnerung habe, kommt die nur im Bereeich der stationären Pflege zum Tragen- jednfalls gibt es die nur als Pflegesachleistung, also nicht als reines Pflegegeld. Wie die Vorraussetzungen dafür sind, kann ich dir leider nicht beantworten, aber schau doch mal im SGB XI.
ZUr Dokumentation: Bei uns läuft die komplette Doku über den PC. Dafür haben wir eine Software" Pflegemanager", in der wirklich alles auftaucht:
- Erfassung der Vitalwerte
- Pflegebericht
- Stammblatt
- Med.- Blatt mit der aktuellen Medikation
- Erfassung der Pflegebedürftigkeit
- Pflegeplanung
- Diagnoseerfassung
- Hautzustand
Alles relevante wird beim Pat. erfasst und am PC bearbeitet und eingegeben- dann ausgedruckt und beim Pat. hinterlegt, Ausnahme sind die Bericht- die werden direkt beim Pat. in der Dokumappe aufgeschrieben, müssen dann aber natürlcih auch im PC eingegeben werden- die Dokumappe beim Pat. ist also "nur" die Kopie- hat den Vorteil, das man bei Anfragen der KK oder Ärzte ( die ja meist im Büro eingehen) auch die aktuellen Infos zur Hand hat.
Es ist natürlich auch bei uns üblich, mit Skalen zu arbeiten, im Programm ist die Bradenskala bei dem Hautzustand das erste, was man ausfülen muß- ach ja und Fotoos kann man auch noch einfügen, hat also eine prima Überblick über den Wundverlauf.
Das Pogramm mit dem wir arbeiten , ist von C&S, findest du unter http://www.managingcare.de.
Hoffe, das hilft dir etwas weiter,
schöne Woche, Anja
 
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Krankenschwester
Fachgebiet
amb. Pflege
emmielie

emmielie

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Danke erst mal für eure Antworten. Ich hab da aber schon wieder eine neue Frage:

Ich weiß, dass es 3 Pflegestufen gibt. Aber gibt es da nicht noch irgendwie eine Art "4."? Die 3+ oder so? Irgend so ein Zusatz? Ich habe es letztens in meinen Unterlagen gelesen, aber leider wurde es quasi nur mal so nebenbei erwähnt. Was hat es damit auf sich? (Leider habe ich die Unterlagen gerade nicht hier. Sonst könnte ich es genauer formulieren, aber vielleicht wisst ihr trotzdem, was der Autor meinte...)
Kannste hier lesen:

http://www.pflegestufe.info/gesetze/originaltexte/haertefall.html

Wird in der ambulanten Pflege eigentlich auch mit Skalen gearbeitet? (z.B. Norten-Skala zum Festlegen des Schweregrades eines Dekubitus u.a.)
Also, die Norten Skala ist schon länger out, da sie zu schwammig ist. Zur Zeit preferiert der MDK und auch wir die Braden Skala.
Kannste hier schauen:

http://www.dekubitus.de/dekubitusprophylaxe-braden-skala.htm
 
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ex.Krankenpfleger
Fachgebiet
amb.Pflegedienst
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lounge

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Danke für den link, er ist wirklich sehr hilfreich.


Ich habe jetzt noch 2 weitere Aufgaben hinzu bekommen. Ich soll die Grundzüge der Verträge mit der Krankenkasse und der Pflegekasse vorstellen. Wie heißen die denn? bzw. wo finde ich die?

Desweiteren soll ich mir ein Fallbeispiel ausdenken und dazu mal die Kosten zusammenrechnen. Dafür habe ich jetzt folgende Tabellen:
Tabele 1
Tabelle 2
und Tabelle 3
Sind die denn überhaupt noch aktuell? Wer bestimmt die Preise? Und was bedeutet DTA? Ist das dem code der DRGs vergleichbar?

Fragen über Fragen... ich werd bis Herbst bestimmt nicht fertig...:cry:
 
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Pflege, B.A.
Fachgebiet
Intensiv
emmielie

emmielie

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Hallo, hier ein paar Antworten:

DTA heisst DatenTrägerAustausch= Kennziffer, mit der eine Leistung elektronisch mit den Kassen abgerechnet werden kann.

Die Verträge sind folgende:

- Vertrag gemäß §§ 132, 132 a SGB V zur Durchführung der häuslichen
Krankenpflege, häuslichen Pflege und Haushaltshilfe = Tabelle 1 und 2.
Kostenträger ist die Krankenkasse

- Rahmenvertrag über die ambulante pflegerische Versorgung gemäß § 75 Abs. 1 SGB XI = Tabelle 3. Kostenträger ist die Pflegekasse und der Patient. Er bekommt von der Pflegekasse ein Budget je nach Pflegestufe zur Verfügung gestellt . Ist dieses Budget aufgebraucht, muss der Patient die Leistungen bezahlen.

Die Preise der Tabellen sind aus Niedersachsen, ob die aktuell sind, weiß ich nicht. (Stand 01.04.2003)
 
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ex.Krankenpfleger
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amb.Pflegedienst
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Murkel

Hallo lounge,
die Preise handelt der einzelne Pflegedienst mit Pflege- bzw. Krankenkasse aus. Für die SGB XI - Leistungen wird in NRW mit dem vdak in Dortmund verhandelt. Jede Leistung ist mit Punkten versehen. Z.B. hat die Ganzwäsche 410 Pkte. und die Teilwäsche 220 Pkte. Der Pflegedienst handelt nun einen Punktwert aus, mit dem die Punkte der einzelnen Leistungen multipliziert werden. Mein Pflegedienst hat den Punktwert 0,037€ und die Diakonie hat 0,042€. Also kostet die Ganzwäsche bei mir 15,17€ und bei der Diakonie 17,22€. Genauso bei der Teilwäsche: 8,14€ gegenüber 9,24€ usw.
Die Preise der SGB V - Leistungen, häusl. Krankenpflege, werden verhandelt mit: (BEK + DAK); (AOK); (Knappschaft) und (IKK + BKKs). Häusliche Krankenpflege muß vom Arzt auf einem speziellen Formular verordnet werden. Die KK genehmigt die Leistung oder auch nicht. Besonders die AOK macht Hausbesuche bei den Klienten und setzt Angehörige unter Druck, um z.B. Medigaben und/oder Insulingaben selbst durchzuführen. In NRW werden BZ-Messungen und RR-Messungen nicht bezahlt. Ich staune, dass dies in Niedersachsen bezahlt wird. Wir erhalten 8,76€ von der AOK für Hausbesuch incl. BZ-Messung + Insulingabe. Sollten wir noch Medigabe + Kompressionstrümpfe an/ ausziehen müssen, bleibt der Preis gleich.
Viel Erfolg bei Deinem Referat
Birgit
 
emmielie

emmielie

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Hallo Birgit,

ist zwar jetzt kleinlich, aber die SGB XI Verhandlungen werden je nach Region mit unterschiedlichen Vetretern der Pflegekassen gemacht. Für meine Region ist z.B. die IKK zuständig.

"In NRW werden BZ-Messungen und RR-Messungen nicht bezahlt" Das stimmt so nicht. Es muss schon begründet sein, warum diese BZ oder RR Messungen getätigt werden sollen. So ist es unsinnig zwei mal täglich RR Messungen durchzuführen, wenn keine Konsequenz, also Behandlung erfolgt. Und das darf die KS nicht. BZ Messungen werden nur bei schwer einstellbaren, oder Diabetikern mit ICT übernommen. Hier ist es auch sinnvoll.

In diesem Sinne:eek:riginal:
 
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ex.Krankenpfleger
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Murkel

Hallo emmielie :rolleyes: ,
ist nicht schlimm. Ich hatte halt diese Infos bezüglich SGB XI Verhandlungen. Ok, wir sind OWL.
Du scheinst aber, im Gegensatz zu mir, sehr positive Erfahrungen mit der Verordnung und Genehmigung von SGB V Leistungen zu haben. Es wäre schön, wenn Du mir einen Tipp geben könntest: Wir haben einen Patienten, versichert bei der DAK, mit externem Fixateur und offener Knöchelwunde. Der Verbandswechsel dauert ca. 40-45 Min, durchgeführt von einer exam Krankenschwester. Im Krankenhaus wurde der VW von 2 Pflegekräften ca. 25 Min. durchgeführt. Ich bekomme pro Einsatz 11,64€. Bei der DAK habe ich nachgefragt, ob in diesem besonderen Fall 2x pro Einsatz abgerechnet werden kann. Ablehnung! :angry: Nun muß die Verordnung in dieser Woche erneuert werden. Was sollte Deiner Erfahrung nach der Arzt auf die Verordnung schreiben, damit ich einen erhöhten Satz abrechnen kann?
Liebe Grüße, Birgit :eek:nline2lo
 
emmielie

emmielie

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Hi Birgit, hier verwenden die Kassen das Wort "Mischkalkulation". Das heisst, dass Du das zum normalen Leistungsgruppe 2 Abrechnungssatz durchführen darfst.
Die Kassen müssen sich nicht auf Sondervereinbarungen einlassen.
Als kleiner Tip:
Was ist die Ursache des offenen Knöchels?
Kann es kein Dekubitus 3-4 Grades sein, der bei einem Fixateur schon mal vorkommen kann?
Wir haben die gleiche Geschichte mit Fixateur. Hier erwarb der Pat. einen heftigen Dekubitus durch eine vom KH falsch angelegte Schiene.
 
Qualifikation
ex.Krankenpfleger
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amb.Pflegedienst
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Murkel

Hallo emmielie, :rolleyes:
schade, dass Du auch kein Patentrezept für diesen Fall hast. Es ist kein Dekubitus, sondern Knöchelbruch durch Osteoporose. So werde ich die Mehrkosten wieder unter dem großen Posten: Werbung abhaken. :cry:
Dir jedenfalls, vielen Dank und bis bald
Birgit
 
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rvq

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Bautzen
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Also die Berrechnung ist gar nicht so einfach da jedes Bundesland seine eigenen Verträge mit den Pflegekassen und Krankenkassen führt. Somit kann man immer nur für ein bestimmtes Bundesland die ganzen Berrechnungen durchführen, auch die Pflegeverbände, privaten träger können leicht unterschiedliche Verträge haben. Wir hier in Berlin haben z.B.: ganz andere Sätze! Hier mal ein Link zu einer PDF ist der Inhalt einer Fortbildung die ich vor 2 Wochen, in unserer Firma zum Thema gemacht habe. http://www.rvq.de/fb-lks.pdf
 
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Krankenpfleger (stellv. PDL)
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Hauskrankenpflege
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lounge

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Danke für den link! Ich musste das Referat wegen anderer Prüfungen erst mal links liegen lassen und stürz mich ab heute erst wieder rein. Hoffentlich hab ich es bis Ende nächster Woche fertig (danach muss ich mich schon wieder für anderes vorbereiten), aber ich hab ja ne gute Vorarbeit mit euch geleistet. Danke nochmal! :eek:riginal:
 
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Pflege, B.A.
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Marion Pinkhaus

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Hallo, du hast ja die Fragen soweit gut beantwortet bekommen. Ich habe da nur noch wenig hinzu zu fügen. Der größte Unterschied meiner Meinung nach von der ambulanten zur stationären Pflege und Pflege im Altenheim, ist die relativ stabile Persönlichkeit der Pat. im häuslichen Bereich. Sie sind Hausherr(in), haben das Sagen und agieren selbstständig.Wenn sie denn dankbare Menschen sind , erfährt man sehr viel Wohlwollen, Dankbarkeit und Wertschätzung für seine Einsätze.
Ich bin seit 3 Jahren bei einem Ambulanten Dienst tätig, die Wohnviertelbezogen ihre Kunden mit dem Fahrrad aufsuchen. In meiner Kundengruppe habe ich zurzeit Einsatzzeiten zwischen 30 - 120 Min. Wenn keine Besonderheiten passieren, habe ich bei keinem Pat. das Gefühl, ich müsse mich abhetzen. Das Radfahren zwischen den EInsätzen empfinde ich, mittlerweile auch bei Regen, als sehr wohltuend und entspannend. Eine Kollegin und ich teilen uns die Woche mit den Früheinsätzen. Sie ist wie ich 50 Jahre alt und wir haben beruflich ein gutes Verhältnis. Es ist sebstverständlich, dass wir uns regelmäßig eine schriftliche Übergabe machen, aber auch trotzdem noch telefonieren. Wenn es Probleme geben sollte, hat jede ein Ohr für die andere. Dienstplan, auch kein Thema, wir tauschen, wenn es sein muss und haben bei allen Pat. bekundet, das wir uns alles erzählen würden und keine Geheimnisse hätten. Somit gibt es kein Gegeneinanderausspielen. Dabei machen wir privat vielleicht 2x im Jahr etwas miteinander. Das schöne in der ambulanten Pflege ist, dass unsere Kunden sehr auf uns fixiert sind und auch gerne bereit sind, wenn es mal sein muss sich auf unsere Bedürfnisse einzustellen. Z.B. Einsatzzeitenänderung oder wenn es einem mal nicht so gut geht, sie sind immer bereit auch mal was für uns zu tun. Wir bringen z. B. morgens fast allen Brötchen mit, erledigen kleinere Einkäufe, gehen auch schon mal ehrenamtlich zum Pat.,begleiten ihn zum Arzt usw.
Ich habe neben der Pflegeplanung auch Pflegeberichte über jeden Kunden angelegt, eine Annamnese mit Besonderheiten, eventuell tägl. oder 1x die Woche oder 1x im Monat, je nach dem was so anliegt. Bei manchen steht nicht viel, weil nicht viel passiert, bei anderen steht manchmal alle 2 - 3 Tage etwas. Das ist eine super Sache. Eine Dame wurde kürzlich ins Hospiz verlegt und wir haben den komletten Verlauf mitgeben können. Das Pflegepersonal hat sich sehr bedankt, weil sie die Pat. viel besser verstehen konnten. Der PC ist schon eine tolle Erfindung. Bislang macht diese Berichte niemand von den anderen Pflegegruppen, aber sie finden es immer gut, wenn sie einen Pat. aus unserer Gruppe in ihre Gruppe bekommen, einen solchen Überblick zu haben. Macht ja Arbeit, aber ich meine es lohnt sich. Ich liebe die Arbeit mit dem Rad zum Pat. nach Hause, ich bin so frei und weiß immer wo ich Hilfe bekomme, habe einen Draht zu den behandelnden Ärzten und den Angehörigen. Wenn ich unsicher bin, hole ich mir Hilfe und meine Chefs und Kollegen stehen hinter mir. Egal, wie banal die Pflege ist und wie oft man das gleiche macht,es wird mir nicht langweilig. Vielleicht habe ich auch Glück mit dem Pflegedienst, wo ich arbeite und Glück mit mir und meiner Einstellung. Schöne Grüße marion :rolleyes:
 
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Krankenschwester
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lounge

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Hallo, danke für diesen interessanten Beitrag. Wäre es ok, wenn ich einen Teil davon sozusagen als persönlichen Bericht von jemanden, der dort arbeitet, mit in mein Skript übernehme? Ich würde es wortwörtlich von hier
...Der größte Unterschied meiner Meinung nach von der ambulanten zur stationären Pflege und Pflege im Altenheim, ist die relativ stabile Persönlichkeit der Pat. im häuslichen Bereich. Sie sind Hausherr(in), haben das Sagen und agieren selbstständig.Wenn sie denn dankbare Menschen sind , erfährt man sehr viel Wohlwollen, Dankbarkeit und Wertschätzung für seine Einsätze.
Ich bin seit 3 Jahren bei einem Ambulanten Dienst tätig, die Wohnviertelbezogen ihre Kunden mit dem Fahrrad aufsuchen. In meiner Kundengruppe habe ich zurzeit Einsatzzeiten zwischen 30 - 120 Min. Wenn keine Besonderheiten passieren, habe ich bei keinem Pat. das Gefühl, ich müsse mich abhetzen. Das Radfahren zwischen den EInsätzen empfinde ich, mittlerweile auch bei Regen, als sehr wohltuend und entspannend. Eine Kollegin und ich teilen uns die Woche mit den Früheinsätzen. Sie ist wie ich 50 Jahre alt und wir haben beruflich ein gutes Verhältnis. Es ist sebstverständlich, dass wir uns regelmäßig eine schriftliche Übergabe machen, aber auch trotzdem noch telefonieren. Wenn es Probleme geben sollte, hat jede ein Ohr für die andere. Dienstplan, auch kein Thema, wir tauschen, wenn es sein muss und haben bei allen Pat. bekundet, das wir uns alles erzählen würden und keine Geheimnisse hätten. Somit gibt es kein Gegeneinanderausspielen. Dabei machen wir privat vielleicht 2x im Jahr etwas miteinander. Das schöne in der ambulanten Pflege ist, dass unsere Kunden sehr auf uns fixiert sind und auch gerne bereit sind, wenn es mal sein muss sich auf unsere Bedürfnisse einzustellen. Z.B. Einsatzzeitenänderung oder wenn es einem mal nicht so gut geht, sie sind immer bereit auch mal was für uns zu tun. Wir bringen z. B. morgens fast allen Brötchen mit, erledigen kleinere Einkäufe, gehen auch schon mal ehrenamtlich zum Pat.,begleiten ihn zum Arzt usw. ...
bis da übernehmen. Falls das ok ist. Gruß, lounge.
 
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Pflege, B.A.
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stern3007

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@ Marion Pinkhaus

Vielleicht habe ich auch Glück mit dem Pflegedienst, wo ich arbeite und Glück mit mir und meiner Einstellung.
So würde ich auch gerne sprechen wollen, aber leider sieht es in anderen Pflegediensten oft anders aus. Zeitdruck ist da an der Tagesordnung und wenn man etliche Jahre unter immer größerem Druck arbeiten soll, hat man irgendwann nicht mehr die Kraft, immer eine positive Denkweise einzusetzen.

Man laugt auf die Dauer aus und ehrenamtliche Einsätze habe ich mittlerweile aus "meinem Programm" gestrichen, weil ich meine Freizeit zum Abschalten brauche.

Es ist schade, aber die Zukunft wird noch schlimmer werden unter dem zunehmenden Kostendruck. Ein Großteil wird auf unseren Köpfen ausgetragen.
 
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Krankenschwester
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ambulante Pflege
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