Innere Medizin Reduzierung der Planstellen in der Pflege

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steffikamen

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04.10.2002
59174
Hallo an alle Leser!

Ich möchte heute nun auch mal einen Beitrag schreiben,in Bezug auf eine Frage,die mich doch brennend interessiert!

Bei uns im Haus werden seit einiger Zeit die Planstellen der Stationen auf ein Minimum reduziert (bestimmt nicht nur bei uns,euch geht es bestimmt nicht anders)!

Allerdings rechnet unsere Pflegedienstleitung ganz Pauschal immer auf zwölf Patienten eine Schwester/Pfleger! Egal was in den Betten liegt! Auch wenn es zwölf Pflegefälle wären,muß sie die Pflege leisten können!
In Bezug auf die Qualität der Pflege,bekamen wir die Antwort, "wir haben keine gute Pflege,sondern eine ausreichende Pflege!"
Zur Hilfe bekam jede Station eine Stationssekretärin, die vier Stunden am Vormittag arbeitet,die Telefonate annimmt,Visiten ausarbeitet und Untersuchungen anmeldet etc.!
Ebenfalls erhielt jede Station eine Stationshilfe,die alle hauswirtschaftlichen Tätigkeiten übernimmt,wie z.B. Nachttische putzen,tägliche Abfrage der Essenskarten,hygienische Reinigung der Zimmer nach Entlassung etc.!
Dann gibt es bei uns im Hauss keine Praktikanten und Zivi´s auf den Stationen mehr! Diese haben nun neue Funktionen! Die Praktikanten/innen wurde zu einem Service zusammen gefaßt,die morgendlich das Sterilgut abholen,die Post abholen und bringen,alle Bestellungen und Ausgaben abholen und dann auch bringen! Wenn wir z.B. mal Bettgitter aus der Bettenzentrale benötigen,dann ist dieser Service mit einem Funk ausgestattet und man bekommt sofort was man braucht! 24 Stunden am Tag,7 tage die Woche!
Die Zivildienstleistenden,wurde zu einem Transportservice zusammen gefasst! Jede Funktionsabteilung hat einen Zivi,der die Patienten von den Stationen abholt und auch wieder zurückbringt. Das setzt vorraus,das auf den Anforderungsscheinen der Funktionen steht,wie der Patient transportiert wird! Auch dieser Service steht uns von 8:00 - 20:00 Uhr zur Verfügung! Ebenfalls haben die Zivi´s einen Funk,so das Notfalluntersuchungen auch transportiert werden können! Ausschließlich Patienten mit schlechtem AZ oder schlechtem Allgemeinzustand,müssen von examinierten Personal transportiert werden! Z.B Patienten nach Narkose oder Patienten mit akuten Beschwerden,wie Pat.mit z.B. Angina Pectoris oder auch dyspnoeische Patienten!

Uns ist also jede Menge Hilfspersonal zur Seite gestellt worden,die alle billiger sind und viele "nicht-pflegerischen" Tätigkeiten übernehmen!
Und erfordert der Schlüssel zwölf zu eins manchmal hohe Anforderungen! Manchmal kann man wirklich nur eine ausreichende Pflege gewährleisten!

Meine Frage ist einfach,wie ist es bei euch? Habt ihr auch so viel Hilfspersonal? Gilt bei euch auch so ein Patienten/Schwester bzw. Pfleger Schlüssel?
Würde mich über viele Beiträge freuen!

Mit freundlichem Gruß
Steffikamen
 
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exam. Krankenschwester
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Zentrale Aufnahmestation
E

Elisabeth Dinse

Gesperrter Benutzeraccount
13.08.2000
00000
Hallo Steffie

Worin unterscheidet sich gute von ausreichender Pflege? Wie wird der Begriff ausreichende Pflege von der PDL genau deffiniert und konkretisiert? Was sollt ihr genau reduzieren?

Elisabeth

PS Unser Haus arbeitet noch wie ehedem: kein Transportdienst, keinen Hauswirtschaftsdienst, keine Stationssekretärin etc., Hol- und Bringedienst für Material von 6-18 Uhr/ WE 6-14 Uhr (reinigt in der Zeit auch die Entlassungsbetten) Zivis und FSJ auf Station, Azubis Krankenpflege, Pflegepraktikanten aus dem Medizinstudium. Der Pflegeschlüssel ist mir leider nicht bekannt.
 
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steffikamen

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04.10.2002
59174
Hallo Elisabeth!

Nach dem viele Planstellen gekürzt worden sind,kam beim Pflegepersonal Unzufriedenheit in Bezug auf die Versorgung der Patieneten auf! Bei einem Schlüssel von zwölf zu eins kann man vielen Ansprüchen der Patienten und zum Teil notwendiger Versorgung nicht immer mehr nachkommen! Die Pdl wurde dann mit dieser Unzufriedenheit konfrontiert und man bekam dann die Antwort "wir haben keine gute,sondern eine ausreichende Pflege"! Dies bezog sich auf die Argumentation des Pflegepersonals,das man nunmal nicht pauschal diesen Schlüssel benutzen kann! Hat man mal mehrere Pflegefälle,Patienten die etwas intensiver betreut oder beobachtet werden müssen,dann kommt man doch echt ins Schwitzen!
Auch die Patienten kommen damit nicht gut zurecht,denn man hat auf einmal wirklich garkeine Zeit mehr für ein persönliches Wort oder gar ein pflegerisches Aufklärungsgespräch! Natürlich ist es nicht immer so,meistenteils kommt doch gut zurecht! Aber man kann es meiner Meinung nach eben nicht so pauschalisieren! Dafür arbeiten wir doch mit Menschen?

Ich bin nur wirklich mal interessiert,ob es auch woanders solche Pauschale gibt!

MFG Steffikamen :eek:
 
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exam. Krankenschwester
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C

Claudi

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28.04.2002
12 Patienten pro Schwester Pfleger ist natürlich heftig, ob Pflegefall oder nicht. Immerhin habt ihr Hilfskräfte erhalten, das spart einem ja auch ein bißchen Zeit, oder? Wir haben seit langem eine Stationssekretärin von 8.oo bis 12.oo Uhr, und wir sind echt froh drum, dass sie uns den ganzen Schreibkram mit Aufnahmen, Befunden etc abnimmt. Ansonsten dürfen wir aber trotz Stellenstreichungen nicht mit Hilfskräften rechnen (dafür werden viel mehr Schüler eingestellt. Wahrscheinlich denkt sich die Klinikleitung, die könnten uns dann die ganzen "patientenfernen" Tätigkeiten abnehmen!). Also: Du stehst mit deinem Schicksal nicht allein da. Unsere PDL reagierte auf unsere mehrfachen Beschwerden schon mal mit "was habt ihr denn, IHR MüSST DIE PATIENTEN DOCH NICHT JEDEN TAG WASCHEN!?" :eek:
 
Qualifikation
Krankenschwester, Mentorin
Fachgebiet
Hämatologie/Onkologie
S

steffikamen

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Themenstarter/in
04.10.2002
59174
Hallo Claudi!

Also,das habe ich ja ganz vergessen zu erwähnen! Wir haben zwar viele Hilfskräfte zur Seite gestellt bekommen,aber unsere Krankenpflegeschule wird demnächst geschlossen! Die Kurse jetzt laufen alle noch bis zum Examen,und es gibt auch noch dieses Jahr einen Unterkurs! Aber ab nächstes Jahr nicht mehr! Dann hat sich das mit den Schülern!

Na ja kann man nichts machen!

Mit freundlichen Gruß Steffikamen :confused:
 
Qualifikation
exam. Krankenschwester
Fachgebiet
Zentrale Aufnahmestation
K

Kai-Uwe Klöting

Mitglied
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17.07.2000
44225
Hallo Steffikamen

Den Ansatz bei euch im Haus alles was Hilfsarbeiten angeht auch von Hilfen leisten zu lassen finde ich gut.Die andere Seite ist diese Pauschalbesetzung die m.E. so nicht in Ordnung ist ,welche Fachabteilungen habt ihr denn in eurem Haus? Könnte man den da nicht eine bessere Verteilung hinbekommen?
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger A+I
Fachgebiet
Anästhesie
S

steffikamen

Mitglied
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Themenstarter/in
04.10.2002
59174
Hallo Kai-Uwe!

Wir haben vier Innere Stationen,wobei eine nur 24 Betten faßt (Privat) und die anderen jeweils 30-36 Betten haben!
5 Chirugische Stationen,wo auch eine die Privatstation ist mit 24 Betten und die anderen ebenfalls mit 30-36 Betten!
Zwei neurologische Stationen mit jeweils 36 Betten! Eine Gyn. und eine WÖ mit auch jeweils 30-36 Betten!Die Planstellen wurden auf allen Stationen nach dem Schlüssel 12 zu 1 berechnet! Auch in den Funktionsabteilungen wurde
radikal reduziert! Schwester in den Fachabteilungen (z.B. Kardiologie,Röntgen) werden durch Arzthelferinnen ersetzt, auf den Stationen Zeitverträge nicht verlängert und die Schwestern aus den Funktionen zurück in die Pflege! Da kann man nur froh sein,das man keinen Zeitvertrag hat! Das Pflegepersonal wird ständig im Haus hin und her geschoben,die Stimmung im Haus ist schlecht,jeder hat Angst morgen arbeitslos zu sein! Wenn man sarkastisch ist,glauben alle daran,das eines Tages wir uns morgens an der Pforte den Namen der Station abholen auf der wir an diesem Tag arbeiten sollen! Na ja,ich bin eigentlich optimistisch,mir macht es auch nichts aus flexibel zu sein,aber viele andere sehen das anders....

Mit freundlichem Gruß Steffikamen
:rolleyes:
 
Qualifikation
exam. Krankenschwester
Fachgebiet
Zentrale Aufnahmestation
K

Kai-Uwe Klöting

Mitglied
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17.07.2000
44225
Hallo Steffikamen

Mit dieser Angst(Arbeitslosigkeit) Leben zu müssen ist nicht sonderlich ermutigend.Die Frage ist natürlich muss eine Chirugische Station und oder eine Wöchnerin und oder Gyn genauso bestzt sein wie eine Innere, oder andersherum.Ich denke das dies was im Moment bei euch geschieht auch in anderen Häusern geschehen wird aufgrund des Kosten und Konkurenzdruckes.Die Frage ist wie Konkurenzfähig bleibe ich auf Dauer mit dieser Personalpolitik?
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger A+I
Fachgebiet
Anästhesie
F

Frank Fischer

Hallo,

um in die Disku einzusteigen beschreibe ich mal kurz was ich über unserer Haus sagen kann.

Wir sollen in nächster Zukunft ebenfalls mit Krankenpflegehelfer/innen arbeiten, wieviel Stellen wir von unserer Station bereitstellen müssen ist noch nicht geklärt.
Erosionen hat es schon gegeben....Stationssekretärinnen sollen eingeführt werde( 8:00-16:00), dafür soll eine Stelle von der Station wegfallen(Visiten wird sie a´ber nicht ausarbeiten, fände ich auch nicht sinnvoll), dann gibt es noch Leute die die Patienten aufnehmen, die med. Akte führen....ich glaube die Stationen mussten je eine Viertel Stelle abgeben.
Ein Ende ist noch nicht abzusehen....

Der Transportdienst wurde Privatisiert, ebenfalls der Hol- und Bringedienst, wie dort die Konditionen sind kann man/frau sich vorstellen. Der Krankentransport/Hol-und Bringedienst läuf bei uns(noch)24h.

Ich habe mal kurz in einem anderem Haus hospitiert wo der Transport/Hol-und Bringedienst von dem Pflegepersonal mit gemacht werden musste, das war Chaos....eine Pflegekraft war 8h damit beschäftigt Pat. von A nach B zu bringen, Blutkonserven abzuholen oder Zytostatika aus dem Kellen zu besorgen........schönen Dank.

Einen Zivi haben wir nicht, brauchen wir auch nicht.
Da wir Intensiv- Status haben, haben wir auch eine dementsprechende Personalzahl... :smile:

Auf den anderen Stationen sieht es natürlich anders aus, die kommen ohne Zivi fast nicht mehr zurande.....Essen austeilen, Hilfe beim Betten, Apotheke auspacken, Essen reichen usw..

Wenn der mal fehlt :(

Gruss
 
E

Ehemalige

Mitglied
Basis-Konto
07.08.2001
8600
Hallo,

wenn ich Eure Beiträge so durchlese, kommt mir echt das kalte Grausen. Ich finde es ebenfalls gut, Pflegeferne Arbeiten mit Hilfspersonal zu besetzen, aber 12 PatientInnen auf 1 Schwester! - Wo bleibt die Pflegequalität?
In der Kinderkrankenpflege ist der Schlüssel zwar schon immer günstiger (max. 4-6 Kinder)aber auch hier in der Schweiz hat man einen günstigeren Schlüssel (zumindest auf den Abteilungen, die ich bis jetzt kannte). Soviel ich weiss und mitbekommen habe ist auch bei uns auf den Wochenbettabteilungen der Schlüssel von max. 6 PatientInnen mit Säugling/Pflegende. Auf der Gyn, glaube ich auch.
Im Haus, wo ich zuvor gearbeitet habe, hatten wir auch im Frühdienst max. 5 PatientInnen, wobei darauf geachtet wurde, dass max. zwei voll pflegebedürftige dabei waren.
Aber ich kann mich auch noch an Zeiten in D erinnern, wo's auf Abteilungen mit 35 Betten, 1 Abt.-Ltg, 1 Dipl. 1 Lernende im 1. Jahr, 1 Zivi und dann hat sich's. 10-12 Aufnahmen und genauso viel Entlassungen gab. Fand ich schon damals unverantwortlich!
 
Qualifikation
dipl. Pflegefachfrau, HöFa 1, Ausbildnerin
Fachgebiet
Administration
A

alinz

Hallo Steffi(kamen),

kann es sein, dass Eure PDL die Gründe für diese Strukturanpassungen nicht transparent gemacht hat und auch nicht über die dadurch notwendigen Prozessanpassungen gesprochen wurde?
Ich halte die von Dir geschilderten Maßnahmen prinzipiell für eine gute Sache, Pflege von "pflegefremden" (sind sie es wirklich?) Tätigkeiten zu entlasten. Der Gedanke, den ich hinter diesen Maßnahmen sehr ist ein Tätigkeitsbezogener. Jetzt höre ich natürlich den Aufschrei, eine Bezugspflege würde somit gar nicht mehr möglich sein, da denke ich anders. Pflege muß sich von auch "neueren tradierten" Aufgaben verabschieden und die Herausforderung annehmen, dass nicht nur die Stationsleitungen organisatorische Aufgaben wahrnehmen, sondern jede(r) Krankenschwester (-pfleger)!

Unter diesen Bedingungen muß ich auch Abschied davon nehmen, jede Pflegeverrichtung selbst vorzunehmen. Ich muß vielmehr in der Lage sein, zu entscheiden, welche Qualifikation des Kollegenkreises dies übernehmen kann und muß delegieren können. Zur Delegation gehört Vertrauen und Anerkennung der Leistung des Arbeitskollegen ebenso wie Kontrolle. Ich kann die Grundpflege durchaus einer z.B. Schwesternhelferin übertragen, wenn sie genau weis, dass sie mich z.B. rufen soll, wenn der VW durchgeführt oder der Hautzustand dokumentiert werden soll. Es ist ihr gegenüber kein Mißtrauen, sondern die Wahrnehmung von Verantwortung durch beide. Darüber hinaus hat die Krankenschwester dann die Aufgabe in der Praxis anzuleiten - sie steuert damit die Pflegequalität maßgeblich durch Beratung, Anleitung, Organisation der Arbeitskollegen ohne Examen als Krankenschwester. Mein Gedanke dahinter ist der, des primary nursing und der Weg dahin.

Ohne den Weg dahin, ohne Kommunikation, z.B. in Arbeitsgruppen, besser Qualitätszirkeln, entsteht nur Angst und Unzufriedenheit, welche schlimmstenfalls im Burn Out und Fluktuation endet.

Soweit meine Gedanken zu Deiner Beschreibung,

Gruß, Andreas Linz
 
I

Ingo Tschinke

Hallo Steffikamen,

das was du da berichtest, hört sich alles ziemlich frustrierend an. Aber das scheint m.E. daran zu liegen, dass eure PDL ihre Entscheidungen nicht transparent gemacht hat.

Faktisch ist es ein Missbrauch von examiniertem Pflegepersonal - insbesondere welchem mit weiteren Qualifikationen - diese von der Pflege am Patienten abzuhalten, in dem man sie mit Lauf- und Schreibtätigkeiten belastet, die auch ohne weiteres durch minder Qualifiziertes Personal versehen werden kann. In vielen Krankenhäusern, die ich kenne wird über solcherartige "Synergieeffekte" nachgedacht, d.h. Vereinheitlichung von Hol- und Bringediensten und Outsourcing von Seitenbereichen, die mit dem Kerngeschäft, der medizinischen und pflegerischen Versorgung nichts zu tun haben.

Es ist eine richtige Entscheidung den Pflegenden mehr Zeit für die Pflege zu geben, denn daran muss man meist am meisten knausern. Allerdings wird meist nur dabei nach ökonomischen Gesichtpunkten entschieden. Wie du schon richtig erkannt hast, hat allerdings die Krankenhausbetriebswirtschaft keine Antwort auf Fragen der Humanität und Mitarbeiterorientierung. Da heißt es nur, so und soviele Betten = so und soviel Personal. Das dies manchmal zu einer Milchmädchenrechnung wird, wird nicht bedacht.

Momentan seht ihr ja nur, dass man euch Tätigkeiten wegnimmt (Hol- und Bringedienste und Verwaltungsarbeiten) und diese durch preiswertere Leute machen läßt. Dadurch streicht man euch Stellen weg, die ihr brauchen könntet und ihr seht, wie eurer Team schrumpft. Da wäre es die Aufgabe der PDL gewesen, diese Entscheidungen so transparent zu machen, dass ihr das auch mittragen und mitentscheiden könnt. Das war scheinbar nicht der Fall.

Sich dann auf die Definition der ausreichenden Pflege zu berufen ist dann in diesem Falle richtig, aber schlecht vermittelt. Diese Einteilung stammt von Huhn,S./Kämmer,K. zu Merkmale in der Pflegequalität vom DBfK. Danach teilt man in folgenden Stufen ein:
1. Gefährliche Pflege (verdammungswürdig)
2. Routinepflege (suboptimal und nicht akzeptabel)
3. Ausreichende Pflege (die Pflege wie sie zu 95% in Deutschland stattfindet)
4. Optimale Pflege (super, aber mit den jetzig vorherrschenden Personalbesetzungplänen kaum leistbar)

Dies bedeutet, dass sich ausreichend zwar mies anhört aber, schon im oberen Qualitätsbereich angesiedelt ist. Dazu wäre für euch zu ermitteln, was den die Pflegequalität der ausreichenden Pflege für euren Fachbreich bedeutet und zu analysieren, ob ihr das erreicht. Wenn ihr das nicht schafft und nur in den Bereich der Rountinepflege leisten könnt, dann bedeutet dies, dass ihr eurer PDL auf die Füsse treten müsst.

Cheers

Ingo :redface:
 
H

heiner

Mitglied
Basis-Konto
25.01.2002
69121
Hallo Ingo,
sehr guter Beitrag....
Heiner
 
Qualifikation
ex.Krankenpfleger
Fachgebiet
ambul.Pflege
B

BenJusuf

Neues Mitglied
Basis-Konto
07.07.2001
members.aol.com
Hallo Steffikamen,
Deine Pflegedienstleitung hat grundsätzlich recht wenn Sie die Aussage tätigt, "wir brauchen nur eine ausreichende Pflege gewährleisten". Tatsächlich sieht die Qualitätssicherung im Gesundheitsstrukturgesetz (GSG) der Bundespflegesatzverordnung(BPflV - in dieser Verordnung werden die Leistungen der Krankenhäuser und der Krankenkassen geregelt) vor: (Wortlaut)"...dass unter Berücksichtigung des jeweiligen Standes der Medizin und ihrer erprobten Standards einerseits und der begrenzten Finanzmittel andererseits der Patient eine ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Versorgung erhält, Unter- und Übertherapie verhindert werden."
Das immer mehr weniger qualifizierte Berufsgruppen in die Krankenhäuser drängen (und auch gerne genommen werden!) liegt natürlich am der prekären Finanzsituation im Gesundheitswesen und an der Tatsache, dass die Krankenschwester/pfleger, bzw. die Vereine die die Interessen der Pflege vertreten, es einfach nicht schaffen bestimmte Tätigkeiten alleine für die Berufsbezeichnung Krankenschwester/pfleger gesetzlich festzuschreiben. Die Tätigkeit eines Arztes ist gesetzlich verbrieft. Kein anderer als eben ein Arzt darf ärztliche Funktionen wahrnehmen. Dagegen kann (fast)jede Tätigkeit einer Schwester/Pfleger durch eine angelernte Hilfskraft durchgeführt werden, wenn der Nachweis der Eignung (z.B. ausreichende Anleitung) erbracht werden kann.
Was wir brauchen ist eine PFLEGEKAMMER, die Länderweit die Zuständigkeit des Berufes examinierte Krankenschwester/pfleger per Einbringung in die Gesetzgebung regelt.
Gruß
 
Qualifikation
Kinderkrankenpfleger
Fachgebiet
NICU
C

Claudi

Mitglied
Basis-Konto
28.04.2002
Hurra, der dritte im Bunde der sich organisieren will.

Schau mal in "Pflegewissenschaft" nach dem Artikel von stuff und mir, dann weißt Du Bescheid.

Im Ernst, wir brauchen dringend ein politisches Gremium für uns, und das wird kein anderer für uns basteln, da müssen wir schon selbst für sorgen. Aber bis es soweit ist, bleibt uns nur eine möglichst gute Burnout-Prophylaxe. Wir sind zur PDL, zum Chefarzt,zum Betriebsrat,zum Geschäftsführer - Du rennst jedesmal gegen eine Wand. Stellenstreichungen sind schon beschlossene Sache, ohne Rücksicht auf Verluste, es täte allen ja furchtbar leid aber eine Alternative gäbe es nicht. Allmählich denke ich, es muss erst die ersten Toten geben, bis klar wird, dass wir nicht immer nur meckern, sondern wirkliche Probleme haben.
 
Qualifikation
Krankenschwester, Mentorin
Fachgebiet
Hämatologie/Onkologie
M

marathonCR

Mitglied
Basis-Konto
22.08.2001
Hallo Steffikamen,

bei uns ( in einem Haus mit ca. 600 Betten) haben wir seit Jahren einen Hol- und Bringedienst, ich arbeite auf einer Intensivstation, ohne die wären wir oft aufgeschmissen, d.h. wir haben oft stdl. Blut für´s Labor. Stationsassiisten haben wir insges. 3 die Pflege fremde Tätigkeiten übernehmen, z.B. auffüllen von Materialien, putzen von Patientenplätzen usw.
Bis jetzt haben wir noch einen relativ guten Stellenschlüssel, aber auch bei uns wird sich einiges ändern, d.h. es werden pfelgerisch Stellen eingespart/gestrichen.
Machmale denke ich so für mich, wo soll das ganze noch hinführen, reicht es bald nicht mehr mal für ein kurzes Gespräch mit dem Patienten!!!!!!!!!

Gruß MarathonCR :confused:
 
Qualifikation
krankenschwester für Intensiv- u. Anästhesiepflege
Fachgebiet
Operative Intensivstation
H

heiner

Mitglied
Basis-Konto
25.01.2002
69121
Hallo Ihr,
Ich bin schon seit über 30 Jahren in der Krankenpflege tätig.Früher war die Struktur Jung/Alt noch nicht so eklatant wie heute.Das Geld ist so nicht mehr vorhanden und so wundert es keinem,daß bei einem Lobbylosen Berufsstand heftig geschraubt wird.Man wundert sich eigentlich,daß in den Krankenhäusern überhaupt noch Personal tätig ist,welches durch das Examen legitimiert ist und fachbezogen arbeitet.
Ich kenne europäische Länder,da müßen die Patienten ihre eigenen Wäsche mitbringen und die Familie ist auch noch für die Ernährung und Medikamente zuständig.Wenn man nun eine Patientenwaschanlage mit Riesenbürsten entwickeln würde,dann wäre doch der Idealzustand geschaffen-hier bräuchte man allerdings einen Computerspezialisten,der Programme zum Waschen und Trocknen schreibt und einrichtet.
Hoffen wir Alle,daß es soweit nicht kommen mag.
Übrigens habe ich 10 Jahre Intensiv/Anaesthesie hinter mich gebracht und bin jetzt in der häuslichen Pflege zugange.
Man kennt die Patienten hier noch mit Namen und ist froh,oft ein heiteres Gespräch führen zu können.In der Klinik werde ich nicht mehr arbeiten wollen,dazu ist mein Beruf zu menschlich...
Heiner :redface: :redface: :redface: :redface: :redface:
 
Qualifikation
ex.Krankenpfleger
Fachgebiet
ambul.Pflege
C

Claudi

Mitglied
Basis-Konto
28.04.2002
So eine Patientenwaschanlage haben die Japaner bereits erfunden, bzw. einen Roboter, um Patienten zu waschen. Ich fürchte, es ist nur eine Frage der Zeit, bis er in Aktion tritt. :mad:
 
Qualifikation
Krankenschwester, Mentorin
Fachgebiet
Hämatologie/Onkologie
H

heiner

Mitglied
Basis-Konto
25.01.2002
69121
Hallo Claudi,
hoffentlich nicht.....
Gruß
Heiner :eek:
 
Qualifikation
ex.Krankenpfleger
Fachgebiet
ambul.Pflege
Pflegeboard.de

Pflegeboard.de

Administrator
Teammitglied
05.07.2001
www.pflegeboard.de
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