Rechtschreibänderung

SchwesterWolfgang

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. . . hängt das jetzt mit der neuen Rechtschreibung zuammen, dass in der Forenübersicht Kreissaal, anstatt Kreißsaal geschrieben steht? Ich lasse mich gern belehren ;-)
 
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Krankenpfleger
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Altenpflegeheim
Munne

Munne

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Hallo Schwester Wolfgang!
Hm, ich denke es bleibt bei Kreißsaal. Ich habe im Duden nachgesehen. Kreißen, veraltet, heißt in den Geburtswehen liegen. Schaun wir mal.
Schöne Grüße
Munne
 
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Diplom Sozialarbeiterin
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Soziale Betreuung
Sahawe

Sahawe

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Hallo Schwester Wolfgang ;-)

Grundsätzlich stimmt der Link von Katta, aber es gibt Ausnahmen. Beim ß steht kein Großbuchstabe zur Verfügung. Bei Schreibung mit Großbuchstaben schreibt man SS. Straße - STRASSE. So schreibt man in der Schweiz immer ss (nachzulesen im Duden §25). Bei Kreißsaal wäre dann KREISSSAAL richtig.
Ansonsten muss es Kreißsaal heißen, da nach langesprochenen Vokal oder Doppelvokal immer ein ß folgt.
Bsp, essen - aber aßen, fließen - aber floss.
Ach so und noch eine Ausnahme: Namen unterliegen nicht der neuen Rechtschreibung sondern der standesamtlichen Schreibung.
LG Sabine
 
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Lehrerin für Deutsch und Pflege
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Berufliche Schule
Weiterbildungen
Studium der Germanistik und Pflegewissenschaften mit dem Schwerpunkt Gerontologie
Vaiolenz

Vaiolenz

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Hallo, sahawe!
Klasse, das Du auch Germanistik studierst und zur Aufklärung beitragen kannst :thumbsup2: :eek:riginal: ! Deutsche Sprache= schwere Sprache. Ich steige inzwischen nicht mehr so ganz durch und schreibe nach Gefühl. Wie in der Schule. Gut, ich hatte vor Jahrzehnten eine 1 in Deutsch. Ich sollte zeitweilig erklären, warum ich dieses oder jenes Wort so oder so geschrieben hab. Meine völlig naive Antwort war tatsächlich: "Immer nach Gefühl". Kam nicht sehr gut an. Kommt auch jetzt nicht besser, aber solange es halbwegs richtig ist, klann es doch nur ok sein, oder? Muß ich jetzt umlernen? so laang ä ich niecht nurr noch Miest schraipe un jäder miech verstähen tut, gäht woll alläs glatt. War ein Scherz. Und ich mach wirklich und ungelogen seit nun mehr seit knapp drei Jahrzehnten immer noch die gleichen (selben?) Fehler. Und es kommen noch mehr dazu. Durch diese elende, neue Rechtschreibung. Ich resigniere aber nicht. Ich bin halt auch schon ein alter Mann. Ich mag Leute, die den Durchblick bewahren, und das meine ich ernst. Ich bin auch für jede Art von Anregungen dankbar.
Wir sollten uns alle ein wenig mehr um eine gute Rechtschreibung kümmern, wenn ich teilweise hier die Beiträge lese, dann weiß ich ganz ehrlich nicht, worum es geht und was los ist. Was Fakt. So ein bischen Grammatik und Konsorten wäre zeitweilig schon sehrrr hülfreich getutet.
Was soll man von uns denken, wenn man als Außenstehender (?) hier die threads durchforstet? "Sind sowieso alle doof"?
Für das kommende pflegeboardtreffen würde ich gern einmal den Autor von "Der Genitiv ist dem ......" einladen. Mal als Gag. Seine Bücher sind genial, ich habe selten so gelacht!
Sorry ob des unqualifizierten Beitrags.
Wir verstehen uns,
Euer Jänß.
 
Qualifikation
Altenpfleger, Pflegeexperte Wachkoma, PA, Hygiene
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24- Stunden Heimbeatmung
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Ich würde mich auf eine Fachweiterbildung in Palliative Care freuen. Und das schon seit nunmehr sechs Jahren. Ich pack das..........!
Vaiolenz

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.....Ein paar Genies und meine Blödigkeit diskutierten einmal freiwillig über Eigennamen. Andy Warhol sollte nach Meinung der anderen Mitstreiter "Ändy Wärohl" heißen (beides ist tatsächlich falsch). "Pizza Hut" sollte "Pizza Hat" bedeuten. Aus der griechischen Sieges(?-)göttin "Nike" wurde "Neikie". Aus "Levis" wurde "Lieweiß". Das nur mal so eingedeutscht. Zum Verständnis.
Huh?! Bei "Ädidäs" hab ich dann rebelliert, "Pjuma" statt "Puma"?
Was hab ich nur verpaßt?! Ich glaub, ich geh in Rente.
Ein ra(s)tloser Jens.
 
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Vaiolenz

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......Zumal ein nicht öffentlich anerkanntes Genie letztens in einer Tageseitung aus dem schönen OWL festgestellt hat: Anglizismen (Anglezismen...) sind gar keine. Der Wortstamm sei lateinischen oder altgirechischen Ursprunges. Oder arabisch. Oder so. That suc.. gehörig. Ich hingegen freu mich auf das nächste Event, ist besser als alle Monotonie, stereo was auf die Ohren zu bekommen. Shure about das.
Ich komm da nicht mehr hinterher. Und nun gehe ich ins Bettchen. Kommt eh nichts Gutes mehr herum. Ich bereue. Jetzt schon.
Ich geh chillen.
Jänsch
Pushen zwecklos. Ich bin down. Check das mal eben.
Appendix: Das Wort "Handy" existiert als solches wohl nur im Germany. Nicht in England oder America. Da soll mal jemand durchsteigen.
 
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Sahawe

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Hallo Vaiolenz,
du diskutierst ganz unterschiedliche Dinge. Das eine sind Rechtschreibregeln, die von vielen gewünscht werden und die auf Verstöße ganz empfindlich reagieren :). Ich selbst bin nicht so ein regelwütiger Verfechter. Wenn ich es lesen kann und verstehe was der andere meint habe ich da kein Problem. Ich lese viele alte Texte in mittelhochdeutsch oder frühneuhochdeutsch. Da bestanden noch keine einheitlichen Rechtschreibregeln und jeder schrieb so wie er sprach, je nachdem aus welcher Region man kan. Das hat die Verständigung natürlich sehr erschwert. Ich selbst spreche mit Menschen die mir nahe stehen einen sehr starken Dialekt und ich finde auch Dialekt sehr viel ausdrucksstarker als Standarddeutsch. Hier im Süden kann man mit Dialekt Emotionen und Stimmungen ausdrücken, die im für mich monotonen klingenden Standarddeutsch nicht möglich sind. Ich freue mich auch immer wenn ich Menschen anhand ihrer dialektalen Färbung einer Region zuordnen kann und dann hat man sogleich ein Gesprächsthema :).
Das andere was du ansprichts sind Aussprachekonventionen. Levi Strauss als Lieweis auszusprechen, ist grundsätzlich falsch, da Levi ja ein deutscher Name ist, aber in der englischen Systematik der Aussprache ist es gut nachzuvollziehen - in Deutschland muss es Levis heißen. Das Gleiche hat man oft mit japanischen Firmennamen wie Panasonic (Pänäsonic). Das ist eben einfach eine übernomme Aussprache, deren Ursprung man nicht kennt.
Was die Anglizismen betrifft, so ist es völlig normal, dass aus anderen Sprachen Lehnwörter oder Fremdwörter übernommen werden. Das hat es zu allen Zeiten gegeben und das gibt es auch in allen Sprachen. Gerade hier im Süden macht sich die Nähe zu Frankreich bemerkbar und es gibt noch viele erhaltene Ausdrücke, die vom ersten Weltkrieg übrigblieben. Bei alten Leuten ist Vis a Vis ein gänginger Ausdruck. So war ich jetzt ganz überrascht, dass in die bulgarischen Sprache das Wort Leberwurst übernommen wurde.
In der Sprachwissenschaft geht man davon aus, dass Sprache ein wandelnder Organismus ist. Wörter kommen hinzu und andere Ausdrücke verlieren sich wieder. Das hält sich die Waage. Heute würde keiner mehr sagen: Das ist ein dufter Typ. Ein Ausdruck aus den Siebzigern, als noch alles blumig war.
Was wirklich schwierig ist und was mir auch manchmal fast körperlich weh tut ist Denglisch oder Engleutsch., d.h. wenn die unterschiedlichen Systematiken vermischt werden und man nicht mehr richtig verstehn kann was ist eigentlich gemeint ist. Oder aber auch Pseudoanglizismen, wie Handy. Ein unerschöpfliches Thema bei dem es auch ganz viele unterschiedliche Meinungen gibt. Ich bin der festen Meinung, dass niemand die deutsche Sprache komplett mit allen ihren Ausprägungen und Ausnahmen in der Grammatik beherrscht. Mich selbst würde ich bei den Kommataregeln als Legastheniker bezeichnen, ein Buch mit sieben Siegeln. (Ja ich weiß, dass sich die Kommataregeln nicht auf die Legesthanie beziehen, ist nur ein Vergleich).

LG Sabine
 
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Vaiolenz

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Hi, Sabine!
Sehr gute Erklärungen, mir wird einiges klarer, meinen Respekt :thumbsup2: :eek:riginal: . Spannende Sache. Soll doch jemand mal behaupten, das solch ein Thema langweilig und zu theoretisch ist, das ist keinesfalls so.
Mit der Kommatageschichte weiß ich im übrigen auch nicht so recht bescheid. Egal. Ist schon ok so, Deine comments lassen sich flüssig und sehr gut lesen.
Als ich Dich heute Morgen angeschrieben hab, meinte ich übrigens diesen thread, hätte ich wohl erwähnen müssen. Entschuldige das bitte.
Ein lustiges Buch über die "neue" Deutsche Sprache und ihre Typen haben Veronika Claßen und Armin Reins unter dem Titel "Deutsch für Inländer" geschrieben. ISBN: 978-3-596-17236-8. "Von Schwall-Deutsch über Krass-Deutsch bis zu Sims-Deutsch und Wellnes-Deutsch: die 15 neuen Deutschs".

Liebe greetz 2 U,
Jens.
Ich wünsche Dir einen ruhigen Wochenanfang.
 
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Sahawe

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Hallo Vaiolenz,
sorry, für die späte Antwort und natürlich für die vielen Fehler in meinem letzten Beitrag :- ). Oft muss alles schnell gehen. Ja, Sprache finde ich echt spannend, obwohl es von vielen Menschen als sehr trocken empfunden wird. Vor kurzem meinte jemand: "Diese Buchstabensuche kann Spaß machen?"
Sprache ist das Medium mit dem wir unser ganzes Wissen tradieren. Sie bestimmt auch unsere Handlungen. Deswegen ist auch Kommunikation in der Pflege so wichtig, in allen Bereichen, seien es die Sprachhandlungen zwischen Mitarbeiter oder auch zwischen Mitarbeitern und Pflegebedürftigen. Meine Grammatik hat sich durch die Beschäftigung mit mitteralterlichen Texten sehr verschlechtert (was ich manchmal mit Erschrecken fest stelle). Aber macht nichts, wird sich auch wieder ändern.
Vielen Dank für deine Buchempfehlung, ich werde es mir anschauen.
Ich hab auch etwas für dich, ich könnte mir vorstellen, dass dir das Spaß macht:
IDS - Hör mal, wo der spricht

Sollte dich der Dialekt aus meiner Gegend interessieren empfehle ich dir Bülent Ceylan, er kommt aus Mannheim. Ich garantiere dir, da liegst du auf dem Boden (wenn du es verstehst) :). Das Witzige ist, dass Bülent ein (wie man heute sagt), Deutscher mit Migrationshintergrund ist, der seine deutschen Landsleute parodiert. Er nimmt einfach alltägliche Sprüche von der Straße auf und kommentiert sie. Er selbst sagt, dass er einfach nur "rumbabbelt" und die Leute wären von seinem "Gebabbel" halt begeistert - mittlerweile bundesweit. Sein Programm heißt "Ke babbel net" (also in Standarddeutsch: Komm erzähl keinen Mist.) So zeigt sich auch hier, dass mit der Sprache nicht nur Worte transportiert werden, sondern Haltungen, Mentalitäten mit der man Gruppen einschätzen kann. Vielleicht findest du eine Gelegenheit.
» Bülent Ceylan

So mal wieder abgeschweift, aber die Umwege sind ja meistens sowieso interessanter.
LG Sabine
 
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