Rechtliche Situation bei Tätigkeiten von Hilfskräften im amb. Dienst

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Kalimera

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An alle Ambulanten,
Situation:
Pflegehilfskraft, keinerlei pfleger. Ausbildung und/oder Vorkenntnisse, nur angelernt im ambulanten Dienst.

Diese misst BZ und spritzt Insulin. Werden auffällige Werte gemessen soll ein Anruf an den Hintergrunddienst des amb. Dienstes erfolgen, der dann angibt wie viel Einheiten gespritzt werden sollen.

Wie ist die rechtliche Situation? Was darf abgerechnet werden mit den Kassen? Darf eine Hilfskraft diese Tätigkeiten überhaupt ausführen?
Muss die Hilfskraft sich weigern dies zu tun, wenn sie sich unsicher fühlt, weil sie auch die Durchführungsverantwortung trägt analog zur Durchfühtrungsverantwortung bei GuK?
Mir geht es also um die rechtliche Situation bzgl. Abrechnung und auch bzgl. der Hilfskraft.
 
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Lisy

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AW: Rechtliche Situation bei Tätigkeiten von Hilfskräften im amb. Dienst

Hallo Kalimera,
ich kann jetzt nur für BW "sprechen" bei uns im Ländle darf die Helferin das weder tun, noch dürfen wir das abrechnen.
Weigern kann sie sich auf jeden Fall, denn sie hat es nicht gelernt.
Ich bin mir grad auch nicht sicher ob sie wirklich die Durchführungsverantwortung hat- schlieslich wurde die Arbeit an sie delegiert, sprich die verantwortliche Pflegekraft müßte Nachweisen, das sie sich regelmäßig davon überzeugt hat, das die ungelernte Kraft das auch kann.
Die Hilfskraft könnte sich auch auf das Direktionsrecht des AG berufen- ich denke, das ist, wenn was passiert, eine nette Schlagzeile für die Presse und wird/ würde die Gerichte eine Weile beschäftigen.
Ansonsten stellt sich mir die Frage: woher weiß die Hilfskraft, wann die Werte auffällig sind und wie will jemand am Telefon erkennen, was tatsächlich Sache vor Ort ist- ganz ehrlich: ich finds....
Gruß Lisy
 
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leaving-the-moon

leaving-the-moon

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AW: Rechtliche Situation bei Tätigkeiten von Hilfskräften im amb. Dienst

Nur als Anmerkung - rechtlich ist jeder immer für das verantwortlich was er tut oder nicht tut. Also hat die Helferin durchaus die Verantwortung für das was sie tut - und damit auch fürs Spritzen. Wenn sie das tut obwohl sie das nicht gelernt hat ist sie für die Folgen auch haftbar zu machen unabhänig davon, ob die GuK am Telefon und der Pflegedienst ebenfalls haftbar gemacht wird. Davon ist allerdings auszugehen, denn es war abzusehen, dass die Anweisung an eine ungelernte Kraft negative Folgen haben kann.
Ich denke mal das Direktionsrecht des AG greift hier nicht, da der AG es schon missbräuchlich angewendet hat. Keiner ist aus dem Schneider, weil der AG oder ein Arzt (wird noch lieber genommen) etwas angeordnet hat, das er nicht anordnen darf (Delegation an nicht Qualifizierte) Häufiger noch wird dies im KH beobachtet wenn der liebe Cheffarzt die OP-Schwester nach 8 Stunden anweist auch die nächste OP noch zu assistieren. Im Falle eines Falles ist eher die Schwester dran, denn sie hätte ablehnen müssen (!) da sie voraussehen konnte, dass ihre Konzentration nach 8 Stunden nicht mehr auf der Höhe ist und damit Fehler mit erhöhter Wahrscheinlichkeit stattfinden - der CA wird sich drauf berufen, dass er davon ausgegangen ist, dass sie noch fit ist und sich sonst verweigert hätte.

Vorsichtig mit dem Gefühl der andere wäre verantwortlich, wenn er einem etwas aufträgt - immer zuerst das eigene Handeln beleuchten, denn da greift die Verantwortung zuerst.
 
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abgebrochenes Studium von anno dunnemal, FWB Anästhesie und Intensiv, FWB Stationsleitung, Peer Toutoring Kinaesthetics,
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Lisy

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AW: Rechtliche Situation bei Tätigkeiten von Hilfskräften im amb. Dienst

Hallo leaving-de-moon,
deine Aussage bestätigt mich in meiner Meinung, das diese Fragestellung vermutlich die Gerichte und Anwälte beschäftigen würde, käme es zu einer Anzeige.
Lisy
 
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bernardfrankfurt

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AW: Rechtliche Situation bei Tätigkeiten von Hilfskräften im amb. Dienst

es ist von Bundesland zu Bundesland verschieden. Was im einen Land einen Verstoß gegen den Versorgungsvertrag darstellt ist im anderen Land nach Versorgungsvertrag ausdrücklich erlaubt.
In Hessen z.B. sind die Verträge geöffnet und eine Delegation von behandlungspflegerischen Maßnahmen wie der Arzneimittelgabe, der subkutanen Injektion und dem Anziehen von Kompressionsstrümpfen dürfen auch "geeignete andere Kräfte", d.h. auch Hilfskräfte machen. Diese müssen lediglich durch eine Fachkraft entsprechend geschult worden sein und diese Schulung muß auch dokumentiert sein (Wissen, Können, Eignung müssen nachgewiesen werden).
 
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Kalimera

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AW: Rechtliche Situation bei Tätigkeiten von Hilfskräften im amb. Dienst

Ich danke Euch für die Antworten.
Ich wusste bisher nicht mal, dass es da unterschiedliche Regelungen in den Bundesländern gibt und habe diese Vereinbarung für unser Bundesland gefunden. Dort sind s.c. Injektionen nicht aufgeführt bei den Tätigkeiten für Hilspersonal und somit eindeutig auch nicht erlaubt.
Eine Frage habe ich noch: Dort steht ...
"zur Feststellung der materiellen Qualifikation führt der Pflegedienst einen Nachweis mit folgenden Inhalten......."
Was bitte ist denn mit dieser materiellen Qualifikation gemeint?
 
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anette03

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AW: Rechtliche Situation bei Tätigkeiten von Hilfskräften im amb. Dienst

Hallo zusammen!
Bei uns ist es so,das die Hilfskräfte eine LG 1 und LG 2 Schulung gemacht haben müssen, wenn nicht, hat man dafür zu sorgen das sie es machen.
LG
Anette
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Intensivstation,seit 2008 ambulante Pflege
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anette03

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AW: Rechtliche Situation bei Tätigkeiten von Hilfskräften im amb. Dienst

Hallo Kalimera!
Unter der materiellen Qualifikation werden individuelle Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten verstanden, die die durch langjährige Pflegeerfahrung und besonderes Engagement erworben wurden. Die materielle Qualifikation muss fachlich begründbar und nachvollziehbar sein (z. B. durch einen Befähigungsnachweis nach einer dokumentierten Anleitung).
LG
Anette
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Intensivstation,seit 2008 ambulante Pflege
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alexa1

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AW: Rechtliche Situation bei Tätigkeiten von Hilfskräften im amb. Dienst

Hi.
Ich arbeite seit 10 jahren in einem ambulanten Pflegedienst.Vor ca. 6 oder 7 Jahren schon wurden bei uns alle Hilfskräfte abgezogen und ins Pflegeheim versetzt,da die Hilfskräfte nicht einmal mehr bereits vom Fachpersonal gesetzte Medikamente verabreichen durften.Das heißt es mußte zusätzlich zu der Hilfskraft eine Fachkraft zum Patienten.Das war viel zu zeitraubend usw. und es wurde beschlossen nur noch Fachpersonal einzusetzen.Ich finde diese Lösung sehr gut denn man hat ja meistens immer noch zusätzlich eine Behandlungspflege die abgesichert sein muß.Und außerdem wozu gibt es Fachpersonal?
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
sozialstation
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