Rechte eines Bewohners im Altenheim bei mehr als 3000 Euro Zahlung im Monat

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Ischta

Mitglied
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06.10.2013
Bad Kreuznach
Hallo, ich betreue eine ältere Dame im Heim. Ich stellte fest, das sie lediglich 1 Mal am Tag in den Rollstuhl gesetzt wird und das höchsten 5 Mal die Woche. Sie müßte aber, um wieder zu Kräften kommen zu können und sich daran zu gewöhnen, eigentlich zu jeder Mahlzeit aus dem Bett geholt werden. Sie liegt sonst in der Tat mehr als 23 Stunden im Bett.
Der Bewohner/rechtliche Betreuer kann doch verlangen, das genau dieses Person täglich zu jeder Mahlzeit aus dem Bett geholt werden soll. ? Mache mir schwer gedanken, wie das eigentlich rechtlich aussieht, wenn dieses und jenes versprochen aber so gut wie nichts gehalten wurde.

Bitte freundlich um Auskuft wo das Recht des Bewohners liegt.
 
Qualifikation
sozialbetreuerin
Fachgebiet
Betreuung
K

Kalimera

Unterstützer/in
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17.01.2001
Hamburg
Der Bewohner, respektive rechtl. Betreuer, hat einen Vertrag mit dem Heim abgeschlossen.
Dort ist festgeschrieben welche Leistungen erbracht werden müssen.
Als erstes schau dort mal rein.
Ich kenne mittlerweile so viele unterschiedliche Möglichkeiten, dass der Vertrag zunächst mal die höchste Aussagekraft hat.
 
Qualifikation
Pflege
Fachgebiet
Krankenhaus
Benzodiazepin

Benzodiazepin

Mitglied
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Der Bewohner, respektive rechtl. Betreuer, hat einen Vertrag mit dem Heim abgeschlossen.
Dort ist festgeschrieben welche Leistungen erbracht werden müssen.
Im Vertrag steht sicherlich nicht, wie oft und zu welchen Zeiten mobilisiert wird. Wenn "Ischta" schreibt, dass es erforderlich sei, die Patienten "zu jeder Mahlzeit aus dem Bett zu holen", impliziert das ja auch eine Erforderlichkeit, sie nach jeder Mahlzeit wieder in das Bett zu legen. Hierfür muss es ja eine Begründung wie beispielsweise einen Sakraldekubitus geben.

Die Situation lässt sich mit diesen spärlichen Informationen so nicht beurteilen.
 
Qualifikation
Altenpfleger, Wundexperte ICW, Pflegemanager B.A.
Fachgebiet
QMB
K

Keßler

Wie sieht die Pflegeplanung aus ?
- Mit dem Zustand / den Erfordernissen der Bewohnerin vereinbar ?
- Entsprechend der tatsächlich durchgeführten Pflege / Mobilisation ?
- Individuell ?
Wenn irgendwas "nein" : Riesenproblem !
Die Verträge, die ich so kenne, besagen, dass der Bewohner nach den
"neuesten pflegewissenschaftlichen Erkenntnissen" versorgt wird.
 
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I

irmchen.h

Neues Mitglied
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27.11.2007
48599
...Was möchte die Dame? Ist es ihr Wunsch, ihr Wille zu den Mahlzeiten aufzustehen? Bzw. in den Rollstuhl mobilisiert zu werden? Eine weitere Frage lautet, wenn sie es nicht mehr verbal ausdrücken kann, gibt es eine Biographie oder einen Zugehörigen/Betreuer der ihre Wünsche/Willen kennen und diese für die Dame ausdrücken und umsetzten werden?
 
Qualifikation
Betriebswirtin f.soziale Berufe KA /PDL
Fachgebiet
Sozialstation
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M

Michael.Gramm

Neues Mitglied
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26.01.2016
Ich möchte jetzt weder auf Moral noch auf Ethik eingehen, aber niemand kommt durch eine "Mobilisation" in den Rollstuhl wieder auf die Beine. Damit verändert sich die Körperlage von liegender in sitzender Position, aber die Muskulatur wird dadurch nicht adäquat gestärkt. Dadurch wäre tägliches Gehtraining notwendig und dafür ein Physiotherapeut. Der Betreuer sollte also lieber erst einmal mit dem Arzt sprechen und entsprechend Rezepte verschreiben lassen. Dieses Jahr wird übrigens ein Expertenstandard zur Erhaltung und Förderung der Mobilität veröffentlicht.
 
Qualifikation
Examinierter Altenpfleger
Fachgebiet
Stationäre Altenpflege
I

Ischta

Mitglied
Basis-Konto
Themenstarter/in
06.10.2013
Bad Kreuznach
Hallo, erst heute finde ich die Zeit, die diversen Antorten zulesen und zu beantworten.
Versprochen wurde vor Einzug, das die Dame zu jeder Essenszeit mobilisiert wird.
Tja, das passierte nicht. Die mobilisierung dauert keine Ewigkeit würde ich mal meinen und trotzdem findet kaum jemand Zeit dafür! Die mobile Rhea, also der Leiter hat nun höchstpersönlich mit dem Heim gesprochen und noch einmal mit Nachdruck darauf verwiesen, wie wichtig es ist, das sie mobilisiert wird! Sie hatte einen Schlaganfall, rechte Seite gelähmt etc. Langsam zeigen sich ganz viele Besserungen und auch der Wille, in den Rollstuhl gesetzt zu werden. Sie hält es noch nicht sehr lange aus, lediglich zu den Mahlzeiten und sollte dann wieder ins Bett gebracht werden. Tja, manchmal sitzt sie 2 Stunden und länger im Stuhl und ist fix und fertig.
Das die Muskulatur dadurch nicht gestärkt wird, ist klar, aber der Körper gewöhnt sich daran zu sitzen und das ist wichtig.
Das Pflegepersonla ist immer am Jammern, wieviel Arbeit sie hätten etc. Dabei sehe ich sie so oft Kaffee trinken und Rauchen! Dazu gibt es scheinbar ausreichend Zeit. Aber es gibt keine 3 Minuten für raus ins Bett, rein ins Bett.
 
Qualifikation
sozialbetreuerin
Fachgebiet
Betreuung
Diogenes

Diogenes

Neues Mitglied
Basis-Konto
23.01.2016
Verstehe das Problem nicht.
Dann setz sie zum Essen raus, gib ihr die Klingel in die Hand und wenn sie nicht mehr kann oder will leg sie wieder hin.
Dafür muss man doch nicht den Heimvertrag lesen.
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpfleger
Fachgebiet
Behindertenhilfe
weissbrk

weissbrk

Unterstützer/in
Basis-Konto
07.03.2006
Münster
@Diogenes : Das Problem ist nach meinem Verständnis, dass das ja eben NICHT passiert - und Ischta als Betreuer(in) wissen möchte, ob ein Betreuer es rechtlich abgesichert durchsetzen kann.
@Ischta : meiner Erfahrung (als Angehörige) nach ist es schwierg, etwas durchzusetzen, wenn man nicht ständig vor Ort ist. Und das ist ganz und gar unabhängig von der Höhe der gezahlten Summe.
Die Einschätzung, dass die "3 Minuten" für den eigenen Angehörigen doch wohl da sein sollten, wenn noch Zeit für Pausen bleibt, kann ich gut nachvollziehen - fair ist sie aber nicht, weil
a) 60 x 3 Minuten machen auch 2 Stunden - und dann hat (bei mal gedachten 10 Bewohnern) jeder gerade 3 Minuten vor und nach jeder Mahlzeit zustäzliche Aufmerksamkeit in Form von rein / raus aus dem Rollstuhl bekommen (nebenbei: reichen da 3 Mintuen / eine Kraft tatsächlich?). Auf die Woche gerechnet macht das dann schon 14 Stunden oder eine Teilzeitkraft mehr aus..nur mal so rein rechnerisch.
b) auch Pflegekräfte Anspruch auf ihre Pausen haben.
Ein sachliches Gespräch mit den Pflegekräften unter Hinweis auf die (hoffentlich dokumentierten) Erfordernisse der Mobilisation und dem rechtzeitig wieder ins Bett bringen ist meist (leider nicht immer) hilfreicher als sich über gefühlt unberechtigte Pausen zu ärgern.
Wenn das nichts fruchtet, muss ggf. das Gespräch mit der nächsten Instanz folgen. Und spätestens da würde ich noch mal auf vorherige Versprechungen pochen. Umso besser, wenn Du diese schriftlich (also z.B. im Vertrag) hast.
 
Qualifikation
Verwaltung
Fachgebiet
privat
Diogenes

Diogenes

Neues Mitglied
Basis-Konto
23.01.2016
Jetzt...ach so...(hat sich so gelesen als sei sie selbst MA)

Okay, die Dame hat eine Bezugspflegekraft (hoffentlich), der Wohnbereich eine Wohnbereichsleitung. Das wären die ersten Ansprechpartner. Ist immer besser da anzufangen wo das Problem auch ist.
Wenn das nichts bringt geh zur PDL und zur Heimleitung und frage dort nach warum die Gesundheit deiner Klientin durch Unterlassung gefährdet wird. Etwas anderes ist es nämlich nicht.
Du könntest auch das Gespräch mit dem Hausarzt suchen, bringt manchmal was wenn der auch noch, bei der Pflege, auf die Notwendigkeit z.B. einer Mobilisierung hinweist.
Ansonsten gibt es den MDK, und die Heimaufsicht.
Lass dir die Doku zeigen (als gesetzl. Betreuer müsstest du die eigentlich lesen dürfen?) Wenn da steht das die die Frau mobilisieren obwohl sie es nicht machen, hast du ein zusätzliches Druckmittel. Dann rechnen die nämlich auch Leistungen ab die nicht erbracht werden...
Was hat die Heimleitung denn nach dem Gespräch mit der Reha gesagt?
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpfleger
Fachgebiet
Behindertenhilfe
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Teammitglied
05.07.2001
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