Rauchen auf der geschützten Psychiatrischen Abteilung

  • Ersteller chrissy*
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chrissy*

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07.11.2011
53113
Hallo zusammen
Ich würde gerne wissen wie es in euren Kliniken mit dem Rauchen gehandhabt wird !
Mich interessiert ob ihr Raucherräume auf Station habt ?
Ob die Patienten in euren Einrichtungen Zigaretten im Haus kaufen können oder sogar etwas wie „Notfalltabak“ zur Verfügung gestellt wird?
Und ob es wen gibt der auf einer akut geschützten Station arbeitet die sogar Rauchfrei geführt wird und wie die Patienten die meiner Erfahrung nach zu 90% Rauchen damit zurecht kommen .
ich fände es auch interessant wie ihr mit starken Rauchern die Fixiert sind umgeht .
Ich freue mich auf einen regen Austausch !
 
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Menschenkind

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18.12.2012
Ja, ich kenn Raucherräume
 
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Krankenpfleger, Pflegefachmann, freiber. Dozent
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Pflegedienstleitung, Qualitätsbeauftragter, Algesiologischer Fachassistent (DGSS)
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Care2000

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18.02.2014
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Ich kenne sogar Einrichtungen die aus Kostengründen Zigartetten für ihre Klienten stopfen. Ich würde mich weigern Zigaretten zu stopfen. Aus meiner Sicht ist Rauchen absolutes Privatvergnügen und jeder Nichtraucher muss vor Rauchern geschützt werden. Wenn keine Tabak mehr vorhanden ist - ist das ein Problem für den Klienten und nicht für die Einrichtung.

Aus meiner Sicht sollte die Tabaksteuer und auch gerne die Alkoholbesteuerung min. nochmal verdoppelt werden!

Ob die Raucher nun Raucherräume oder an die frische Luft müssen - muss die Einrichtung entscheiden.
 
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TQM Auditor, Gutachter, Wundspezialist, DCM, exam Krpfl. etc.
Fachgebiet
QM
Christian Kröhl

Christian Kröhl

Administrator
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25.06.2000
Ich kenne sogar Einrichtungen die aus Kostengründen Zigartetten für ihre Klienten stopfen. Ich würde mich weigern Zigaretten zu stopfen. Aus meiner Sicht ist Rauchen absolutes Privatvergnügen und jeder Nichtraucher muss vor Rauchern geschützt werden. Wenn keine Tabak mehr vorhanden ist - ist das ein Problem für den Klienten und nicht für die Einrichtung.

Aus meiner Sicht sollte die Tabaksteuer und auch gerne die Alkoholbesteuerung min. nochmal verdoppelt werden!

Ob die Raucher nun Raucherräume oder an die frische Luft müssen - muss die Einrichtung entscheiden.
Deine persönliche Abneigung in allen Ehren - aber darum geht es hier nicht. Auf einer psychiatrischen Akutstation, dazu dürfen wir den geschützten Bereich wohl sicherlich zählen, ist das aber weder hilfreich noch angesagt. Rauchen wird immer noch als privates "Vergnügen" und eben nicht als das betrachtet, was es ist - nämlich eine ausgewachsene Suchterkrankung, deren Suchtdruck über dem des Heroinkonsums angesiedelt ist.

Man kann sich also sicherlich leichtfertig hinstellen und das weiterhin abtun. Oder man kann es professionall betrachten und in der Pflege und Therapie berücksichtigen, wie es die wohl meisten psychiatrischen Kliniken glücklicherweise tun - mit Notfalltabak, Raucherräumen, Aussengelände mit Raucherecken etc.pp. . Es hilft nämlich niemandem, einem in einer psychischen Ausnahmesituation steckenden, suchterkrankten Menschen dann noch den Schubbs über die Klippe mitzugeben, in dem man ihm oder ihr das Suchtmittel entzieht und durch einen kalten Entzug schickt. Das ist schlicht pervers und sorgt in Nullkommanichts zur Eskalation, Übersprungshandlungen, Selbst- oder Fremdverletzungen.

Nichtraucher-nach-30-Jahren-25-Kippen-am-Tag,
Christian.
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger für Anästhesie & Intensivpflege
Weiterbildungen
Fachkraft für Leitungsaufgaben in der Pflege
Studium
Gesundheits- und Sozialökonomie, Betriebswirtschaft (VWA)
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Care2000

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18.02.2014
Berlin
Es geht nicht nur um einen Akutbereich und die meisten Klienten befinden sich nur in einem betreuten Umfeld.

Deine Lösung bei festgestellten Suchtverhalten ist die weitere Substitution des suchtmachenden Stoffes?

Die Übersprungshandlungen etc. sind nicht primär ausgelöst durch den Tabakentzug sondern durch die psychiatrische Grunderkrankung die sicherlich therapiert werden muss.

Insgesamt interpretierst du jedoch viele Aussage in mein Statement die so nicht gesagt wurden. Ich habe nichts gegen Raucherräume oder dem Verkauf vom Tabak. Ich halte jedoch nichts davon, dass eine Einrichtung Notfalltabak vorhalten muss oder die Zigarette für die Klienten stopft.

PS
Bin selber seit zwei Jahren Nichtraucher und habe von heute auf morgen aufgehört (nach 25Jahre eine Packung Malboro am Tag). Ich habe kein großen Suchtdruck verspürt. Pauschal würde ich nicht behaupten dass man auf einer Linie mit einem Heroinkranken steht.

Rene
 
Qualifikation
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Christian Kröhl

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25.06.2000
Es geht nicht nur um einen Akutbereich und die meisten Klienten befinden sich nur in einem betreuten Umfeld.
Genau um einen solchen Bereich geht es aber hier, was Du schlicht ignorierst. Es geht hierbei sogar nur um Akutbereiche, auch das verkennst Du. Denn in jedem anderen kann man die Station nach eigenem Belieben verlassen, sich vor die Tür stellen und rauchen. Dort stellt sich die Eingangsfrage ergo überhaupt nicht.
Deine Lösung bei festgestellten Suchtverhalten ist die weitere Substitution des suchtmachenden Stoffes?
Was ist denn das für eine #whataboutismus-Frage? Entschuldigung, wenn ich jetzt deutlich werde: aber mit dem Quatsch solltest Du dann auch bitte dringend fordern, das beispielsweise das Methadon-Programm für Heroinabhängige sofort eingestellt wird. Erkennst Du den Unsinn eigentlich, den Du da formuliert hast?
 
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18.02.2014
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Genau um einen solchen Bereich geht es aber hier, was Du schlicht ignorierst. Es geht hierbei sogar nur um Akutbereiche, auch das verkennst Du. Denn in jedem anderen kann man die Station nach eigenem Belieben verlassen, sich vor die Tür stellen und rauchen. Dort stellt sich die Eingangsfrage ergo überhaupt nicht.

Was ist denn das für eine #whataboutismus-Frage? Entschuldigung, wenn ich jetzt deutlich werde: aber mit dem Quatsch solltest Du dann auch bitte dringend fordern, das beispielsweise das Methadon-Programm für Heroinabhängige sofort eingestellt wird. Erkennst Du den Unsinn eigentlich, den Du da formuliert hast?
1. Ich glaube du verkennst ebenfalls einige Dinge: Geschützte Bereiche sind NICHT IMMER GESCHLOSSENE Stationen! Unabhängig davon gibt es (fast) immer angegliedert an einer geschlossenen Station auch umfriedete Aussenbereiche oder Dachterassen. Darüberhinaus habe ich gesagt, dass die Einrichtung entscheiden muss einen Raucherraum anzubieten oder eben den Garten oder Aussenbereich zur Verfügung stellt.

2. eben genau darum geht es. Heroinkranke bekommen KEIN Heroin. Heroinkranken bekommen Methadon im Rahmen einer Substitutionstherapie. Methadon hat ganz andere Eigenschaften als Heroin und erzeugt keinen Rausch. Vergleiche nicht Äpfel mit Birnen. Auch bei Tabak gibt es andere Formen das Craving zu reduzieren als die Ausgabe von kostenlosen Zigaretten. Zumal die Patienten sicherlich immer Zigaretten KAUFEN können. Ich kenne keinen Suchtkranken der keine entsprechenden Quellen (legal oder illegal) kennt und hat. Im Umkehrschluss würde ich dann als Patient überhaupt kein Tabak mehr kaufen, da ich weiß dass die Einrichtung im Worst case das für mich übernimmt...

3. Wenn du gerne mit überzeichneten Bildern arbeitest könntest du im Umkehrschluss direkt Zigaretten auf Rezept fordern.

Da ich selber jedoch nicht in einer entsprechenden Klinik arbeite halte ich mich zu diesem Thema jetzt raus, da es sehr persönlich wird.
 
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Man kann sich also sicherlich leichtfertig hinstellen und das weiterhin abtun. Oder man kann es professionall betrachten und in der Pflege und Therapie berücksichtigen, wie es die wohl meisten psychiatrischen Kliniken glücklicherweise tun - mit Notfalltabak, Raucherräumen, Aussengelände mit Raucherecken etc.pp. . Es hilft nämlich niemandem, einem in einer psychischen Ausnahmesituation steckenden, suchterkrankten Menschen dann noch den Schubbs über die Klippe mitzugeben, in dem man ihm oder ihr das Suchtmittel entzieht und durch einen kalten Entzug schickt. Das ist schlicht pervers und sorgt in Nullkommanichts zur Eskalation, Übersprungshandlungen, Selbst- oder Fremdverletzungen.

Christian.
Diese These wird leider von vielen Studien widerlegt (siehe Links oben) Over an Out
 
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Igel77

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23.12.2014
Oldenburg
In der von Dir zitierten Studie heisst es ...

Die Forscherin führt den Rückgang auf die zusätzlichen Angebote der Kliniken zurück, die sich als effektive Gewaltprophylaxe erwiesen hätten.
Kunststück. Mehr Angebote, mehr Betreuung. Das Problem ist doch dasselbe wie überall im Gesundheitswesen: Personalmangel. Natürlich habe ich weniger Vorfälle, wenn ich mehr Leute habe, die das leisten können.

Weiterhin:
Den Patienten wurde auch die Verwendung von E-Zigaretten erlaubt.
Also keinesfalls komplette Abstinenz.

Wir haben es damals so gemacht: Es gab für jede Station ein kleines Budget, von dem man Stationstabak kaufen konnte. Der war jedoch nur für jene Leute, die mittellos in die Einrichtung gekommen waren bzw. es organisatorisch/per Ausgangsregelung nicht möglich war, Tabak zu besorgen.
 
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Was mir ein bischen die Galle hochgetrieben hat:

Es war durchaus nicht selten, dass ein leitender Mediziner in der Psychiatrie irgendetwas aufschnappt hat und dann umsetzen will, ohne erstens alles verstanden zu haben, zweitens, ohne die Basis mit einzubinden und drittens, ohne die für das Gelingen notwendigen Ressourcen bereitzustellen.

Scheitern und Frust sind dann vorprogrammiert.
 
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Gesundheits - und Krankenpfleger
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Care2000

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18.02.2014
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Danke für deine sachliche Rückmeldung... Entsprechende Ressourcen müssen immer zur Verfügung stehen! Das Gilt für Fixierung etc etc etc. Interessant ist jedoch das sich durch ein Rauchverbot von Tabak insgesamt das psychiatrische Krankheitsbild laut Studie verbessert hat.
 
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23.12.2014
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Danke für deine sachliche Rückmeldung... Entsprechende Ressourcen müssen immer zur Verfügung stehen! Das Gilt für Fixierung etc etc etc. Interessant ist jedoch das sich durch ein Rauchverbot von Tabak insgesamt das psychiatrische Krankheitsbild laut Studie verbessert hat.
Ich bestreite nicht, das Tabakabstinenz und seelische Gesundheit einen Sachzusammenhang haben, wobei die Studien durchaus auch andersherum gelesen werden können - wie bei jedem Suchtmittel ist die Frage, was ist Henne, was ist Ei, was ist Auslöser einer Krise, was ist Selbstmedikation.
Was ich sehr bedenklich finde, ist ein konfrontativer, verbietender, bevormundender Ansatz bzw. Haltung. In den von Dir verlinkten Texten findet man einen Hinweis auf Motivational Interviewing - der antithetisch zu dieser Haltung, diesem Ansatz ist.
Im nächsten Schritt würde ich mich fragen, in welchem Stadium der Behandlung ich den Tabakentzug durchziehe, auf welcher Station, in welchem Setting. Auf einer Akutstation halte ich das gelinde gesagt für schwierig, man muss oft genug hoffen, dass die normale Arznei wirkt und will ganz sicherlich keine zusätzliche Belastung durch tabakentzügige Psychotiker. Später, während der Phase, in der auch Psychoedukation stattfinden kann (falls so etwas noch irgendwo stattfindet), kann man da schon eher drüber nachdenken. Vorausgesetzt, wie gesagt, es gibt genügend entsprechend ausgebildetes Personal.

Und es gibt noch einen anderen Aspekt.

Ich erinnere mich an eine Oberärztin, die den Konsum von Koffein massiv einschränken wollte. (Dies hat den Hintergrund, das man der Ansicht war, das Koffein an sich eine Substanz ist, die die Behandlung mit Neuroleptika erschwert; Patienten haben hohe Mengen Kaffee zu sich genommen, um die Müdigkeit und andere Nebenwirkungen dieser Medikamente zu kontern.)Kaffee und Tee durfte nur noch morgens und nachmittags für je eine Stunde angeboten werden, Cola war auf der Station verboten.

Das lief zwei Wochen, bis man dann erstens feststellte, das die Leute sich dann auf den Ausgängen mit dem versorgten, was sie brauchten, und zweitens Leute von innerhalb und außerhalb der Klinik dezent anmerkten, dass es sich um einen Menschenrechtsverstoß handeln könnte, bzw. auf die mögliche, entstehende negative Presse hinwies, die es eh schon zuhaufe gab.
 
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Care2000

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18.02.2014
Berlin
Ja du hast sicherlich Recht. Du kannst es jedoch auch umdrehen und der Nichtraucher (Mitarbeiter, Reinigungskraft, Klient ettc) kann sein Recht auf Unversehrheit einfordern. Auch Brandschutz etc. sind weitere Aspekte. Psychopharmaka und eine brennende Zigarette ist auch nicht immer ein gute Kombination.

Ich bin gar nicht gegen das Rauchen, sondern das die Einrichtung dafür eine Verantwortung hat Tabak bereitzustellen oder Zigaretten für die Klienten zu stopfen.

Die Studien habe ich deshalb gelinkt, da behauptet wurde man würde damit immer eine Eskalation beschwören - objektiv und proffesionell betrachtet ist diese Aussage leider falsch. Das gleiche gilt für geschützte Berreich die eben nicht geschlossene Stationen sind.... Hier benötigt man ein Unterbringungsbeschluss oder PsychKG
 
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